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Die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs am Beispiel des § 144

Seminararbeit 2001 11 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Frauenbewegung in der SPÖ seit 1945

3. Streit um den §144

4. Welche Änderungen haben die Frauen durchgesetzt?

5. Was wird bzw. muß sich noch ändern?

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Inhalte meines Referates mit dem Thema „Die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs der letzten 20 Jahre am Beispiel des §144“ entnehme ich größtenteils aus dem Buch „Frauen in Bewegung – Frauen in der SPÖ“, da dieses Thema noch nicht sehr intensiv von der Forschung berücksichtigt wurde und die Quellenlage somit leider nicht sehr ergiebig ist.

Ich gehe kurz auf die Geschichte der Frauenbewegung in Österreich ein, um die Ereignisse der letzten 20 Jahre in einen geschichtlichen Kontext bringen zu können.

Dann erläutere ich die Inhalte und Entwicklung des §144, um anschließend ausführlich aufzuzeigen, welche Veränderungen die Frauenbewegung dort bewirkt hat.

Zum Schluß gehe ich darauf ein, welche beständigen Veränderungen die Frauen bewirkt haben und was noch zu verändern ist.

2. Geschichte der Frauenbewegung in der SPÖ seit 1945

Die Frauen bilden in der SPÖ keine eigene Organisation, sondern gelten als „Referat“ der Partei.[1]

Dies führt zu einer Unselbständigkeit der Frauenarbeit in der Partei. Sie haben keinen eigenen Finanzhaushalt und dürfen erst ab 1989 eine eigene Führungsriege wählen.[2]

Die Frauen erkämpften sich allerdings im Laufe der Zeit eine nicht niedergeschriebene Unabhängigkeit, so daß man heute von einer Frauenorganisation und nicht von einem Frauenreferat spricht.

Der Frauenanteil in der SPÖ lag immer bei ca. 30%. Diese Frauen engagierten sich größtenteils im Frauenreferat und kämpften dort für die Rechte der Frauen in Österreich.

Die Rolle der Frau wurde bereits im ersten Parteiprogramm von 1947 besprochen. Damals wurde der Schwerpunkt aber auf die Frau als Mutter und die Familie gelegt.[3]

Bei einer Frauenkonferenz, die am selben Parteitag stattfand, wurden folgende Punkte gefordert:

- das Recht der Frau auf Arbeit
- Gleichstellung der Geschlechter im Familienrecht
- Mutterschaft und Schwangerschaftsabbruch

Dort sieht man bereits die Unterschiede der geforderten und der erfüllten Wünsche.

1958 gab es dann ähnliche Verhandlungen. Die Frauen forderten die selben Dinge wie schon 1949 und die Partei kam ihnen in einigen Details entgegen.

Man stellt fest, daß „auch nach Herstellung der juristischen Gleichstellung die Beseitigung der Diskriminierung der Frauen ein langwieriger und mühseliger Erziehungsprozeß an beiden Geschlechtern sein wird“[4].

Der Schwangerschaftsabbruch, der für die SPÖ-Frauen immer ein wichtiger Punkt war, wurde im Schlußprogramm nicht mehr erwähnt. Einer Mutterschaftsversicherung wurde zugestimmt, das Recht der Frau auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit wurde anerkannt.

1978 wurden die Inhalte erneut aufgegriffen und man fand neun Anhaltspunkte, die noch nicht umgesetzt worden waren. Man versuchte, konkrete Lösungsvorschläge zu bringen, um den Unterschied zwischen Mann und Frau auszugleichen.

Man sah langsam ein, daß es noch ein weiter Weg sein würde, bis die Gleichberechtigung durchgesetzt werden kann.

Die Frauen in der SPÖ setzten sich viel intensiver mit der Aufarbeitung des Faschismus in Österreich auseinander. Das Thema wurde dort lange zeit totgeschwiegen, man sah sich als Opfer des NS-Regimes und verleugnete eine Mitschuld im eigenen Land. Die Frauen waren die ersten und fast einzigen, die sich mit diesem Thema beschäftigten.

[...]


[1] Karlsson: Frauen in Bewegung, S. 13

[2] Karlsson: Frauen in Bewegung, S. 14

[3] Karlsson: Frauen in Bewegung, S. 25

[4] Karlsson: Frauen in Bewegung, S. 26

Details

Seiten
11
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638122139
ISBN (Buch)
9783638770774
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v3590
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Politikwissenschaften
Note
1
Schlagworte
Österreich Frauenbewegung Abtreibung sozialdemokratisch § 144 § 128 Emanzipation

Autor

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Titel: Die sozialdemokratische Frauenbewegung Österreichs am Beispiel des § 144