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Die Polarisierung der Geschlechtscharaktere - Leistung oder Irrweg der bürgerlichen Familienentwicklung?

Seminararbeit 1995 58 Seiten

Pädagogik - Familienerziehung

Leseprobe

Gliederung

1.0. Typisierung von Mann und Frau
1.1. Geschlechtscharaktere: Spezifische Wesenszuschreibungen für Mann und Frau
1.2. Polarisation: Mann und Frau als Gegenpole
Exkurs: 'Bem-Sex-Role-Inventory'
1.3. Wandel des Bezugssystems: Von der sozialen Position zum Wesen von Mann und Frau

2.0. Entstehungsbedingungen und Funktion der Geschlechtspolarisation
2.1. Umbrüche und Veränderungen im bürgerlichen Leben
Individualisierung
Soziale Isolierung
Materieller Wohlstand
Trennung von Erwerbsarbeit und Hausarbeit
Entstehung der Kindheit
Abgrenzung gegen den Adel
2.2. Neuorientierung und Legitimationszwang
Gesellschaftliche Neustrukturierung
Legitimierung bürgerlicher Ideen
Entstehung eines neuen Orientierungsmusters
Das 'Wesen der Frau' im neuen Geschlechterverhältnis

3.0. Bürgerliche Ideale und Bürgerliches Leben im 18. Jahrhundert
3.1. Liebes- und Eheideal
Von der Zweck- zur Vernunftehe
Mittelpunkt: Eheliche Kommunikation
Die Unverwechselbarkeit der Ehepartner
3.2. Liebes- und Eheleben
Bedeutung des Besitzstandes für die Gründung einer Familie
Ehe als einzige akzeptierte Versorgungs- und Lebensperspektive
Struktur der bürgerlichen Ehe
Entfremdung der Ehepartner
Sexuelle Beziehungen
3.3. Familienideal
Heim als Rückzugsraum für den Mann
Schaffung des Refugiums durch die Frau
Polarisierung der Geschlechtscharaktere
3.4. Familienleben
Stellung des Mannes in der Familie
Stellung der Frau in der Familie
3.5. Kindheitsideale
3.6. Kinderleben
Geschlechtsspezifische Ausbildung
Exkurs: Erziehung und Bildung im 20. Jahrhundert
Geschlechtsspezifische Sozialisation im 20. Jahrhundert
Neue Qualität des Eltern- Kind -Verhältnisses
Räumliche Separierung und Kontrolle der Kinder
Rolle der Eltern in der Kindererziehung
Geschwisterzwist

4.0. Die Polarisierung der Geschlechtscharaktere - Leistung oder Irrweg bürgerlicher Familienentwicklung?
4.1. Konstruktive Aspekte
4.2. Destruktive Aspekte

5.0. Ausblick

Literaturverzeichnis

'Daher offenbart sich in der Form des Mannes mehr die Idee der Kraft, in der Form des Weibes mehr die Idee der Schönheit Der Geist des Mannes ist mehr schaffend, aus sich heraus in das Weite hineinwirkend, zu Anstrengungen, zur Verarbeitung abstracter Gegenstände, zu weitaussehenden Plänen geneigter; unter den Leidenschaften und Affecten gehören die raschen, ausbrechenden dem Mann, die langsamen, heimlich in sich selbst gekehrten dem Weibe an. Aus dem Manne stürmt die laute Begierde; in dem Weibe siedelt sich die stille Sehnsucht an. Das Weib ist auf einen kleinen Kreis beschränkt, den es aber klarer überschaut; es hat mehr Geduld und Ausdauer in kleinen Arbeiten. Der Mann muß erwerben, das Weib sucht zu erhalten; der Mann mit Gewalt, das Weib mit Güte oder List. Jener gehört dem geräuschvollen öffentlichen Leben, dieses dem stillen häuslichen Cirkel. Der Mann arbeitet im Schweiße seines Angesichtes und bedarf erschöpft der tiefen Ruhe; das Weib ist geschäftig immerdar, in nimmer ruhender Betriebsamkeit. Der Mann stemmt sich dem Schicksal selbst entgegen, und trotzt schon zu Boden liegend noch der Gewalt; willig beugt das Weib sein Haupt und findet Trost und Hilfe noch in seinen Thränen' (BROCKHAUS 1815)

Einleitung

'Gefesselt an sein evolutionäres Erbe, gesteuert vom Diktat der Gene und Hormone, irrt der Mensch in seinem Triebleben umher.' (DER SPIEGEL, 5/95)

Alle Macht den Genen?

DER SPIEGEL macht hier auf ein Phänomen aufmerksam, das - durchaus nicht neu - im Zuge der Gen-Forschung neuen Aufschwung erhält: Die Wiederkehr des biologischen Fundamentalismus (DER SPIEGEL, 5/93).

Mit zweifelhaften 'Entdeckungen' versuchen Vertreter dieser Denkrichtung den Einfluss der Erbanlagen auf das Verhalten des Menschen zu belegen. Vor allem Thomas J. Bouchard von der Universität of Minnesota ist sich sicher: 'Charakterzüge werden genetisch festgelegt, determiniert - ja selbst Religiosität, politische Ausrichtung, Zufriedenheit im Beruf und sexuelle Neigung' (DER SPIEGEL, 51/93 u. 16/95).

- Das ist nicht neu.

Bereits im 18. Jahrhundert wurde ein biologistisch geprägtes Denkmodell, das bestimmte Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen von Menschen auf eine genetische Determination desselben zurückführt, im Bürgertum aufgegriffen. Damals diente es zur Generierung eines neuen bürgerlichen Familien- und Rollenverständnisses und rückte sog. 'geschlechtsspezifische Wesensmerkmale' von Mann und Frau in den Mittelpunkt des Interesses. HAUSEN (1976) spricht von einer 'Polarisierung der Geschlechtscharaktere' - ein Modell, das bis in unser Jahrhundert hinein in weiten Kreisen der Bevölkerung auf Interesse und Anklang stößt. Gerade die Selbverständlichkeit, mit welcher Gedanken aus diesem Theoriegerüst immer wieder zitiert werden, macht neugierig auf seine Entstehung, Funktion und die Konsequenzen für die sich an diesem Modell orientierenden Menschen einer Gesellschaft. Diesen Fragen soll in den folgenden Ausführungen nachgegangen werden.

Die Polarisierung der Geschlechtscharaktere -

Leistung oder Irrweg der bürgerlichen Familienentwicklung ?

1.0. Typisierung von Mann und Frau

Das bereits angesprochene Phänomen der geschlechtsspezifischen Typisierung von Mann und Frau, das Wissenschaftler aller Fakultäten bis hinein in unser Jahrhundert beschäftigt, soll in dieser Arbeit nach HAUSEN (1976) als die 'Polarisierung der Geschlechtscharaktere' bezeichnet werden, eine mittlerweile gängige Bezeichnung für eine biologistische Theorie, die im 18. Jahrhundert v.a. von der bürgerlichen Bewegung her konstituiert wurde. Die darin proklamierte Arbeitsteilung von Mann und Frau gab es zwar auch in früheren Jahrhunderten, jedoch mit dem großen Unterschied, dass spezifische Aufgaben - bis auf wenige Ausnahmen, wie das Stillen - nicht am Geschlecht festgemacht wurden. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts im Zuge einer 'Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben' (HAUSEN 1976) konnte diese Idee, die in engem Zusammenhang mit den sozialen Entwicklungen im Bürgertum gesehen werden muss, auf bereiten Boden fallen.

1.1. Geschlechtscharaktere: Spezifische Wesenszuschreibungen für Mann und Frau

Der Begriff 'Geschlechtscharaktere' bildete sich im 18. Jahrhundert heraus und wurde im 19. Jahrhundert allgemein verwandt, um die 'mit den physiologischen korrespondierend gedachten psychologischen Geschlechtsmerkmale zu bezeichnen' (HAUSEN 1976). Schon damals war man bestrebt, die Natur bzw. das Wesen von Mann und Frau zu erfassen, gegeneinander abzugrenzen und in ein Ordnungsschema zu bringen. Intention war - entgegen aufklärerischen Einflüssen - ein System zu entwerfen, das die im Alltag des 'ganzen Hauses' schon vielfach praktizierte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und Rollenzuschreibung normativ aufrechterhalten und neu legitimieren sollte.

Die Bezeichnung 'Geschlechtscharaktere' ist in zahlreichen Abhandlungen bis ins 20. Jahrhundert hinein unter Stichwörtern wie 'Geschlechtstypologie', '- spezifika', 'Weib', 'Geschlecht' u.ä. zu finden. Zwei Lexikonauszüge, fast 100 Jahre liegen zwischen ihnen, sollen an dieser Stelle das damals für selbstverständlich gehaltene unterschiedliche Wesen von Mann und Frau kurz skizzieren. Folgende Abhandlung, entnommen aus dem BROCKHAUS von 1815, verdeutlicht die grundlegende Unterscheidung von männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen:

'Daher offenbart sich in der Form des Mannes mehr die Idee der Kraft, in der Form des Weibes mehr die Idee der Schönheit Der Geist des Mannes ist mehr schaffend, aus sich heraus in das Weite hineinwirkend, zu Anstrengungen, zur Verarbeitung abstracter Gegenstände, zu weitaussehenden Plänen geneigter; unter den Leidenschaften und Affecten gehören die raschen, ausbrechenden dem Mann, die langsamen, heimlich in sich selbst gekehrten dem Weibe an. Aus dem Manne stürmt die laute Begierde; in dem Weibe siedelt sich die stille Sehnsucht an. Das Weib ist auf einen kleinen Kreis beschränkt, den es aber klarer überschaut; es hat mehr Geduld und Ausdauer in kleinen Arbeiten.'

Unter dem Stichwort 'Geschlechtseigentümlichkeiten' kann man - fast ein Jahrhundert später - in MEYER'S Großem Konversationslexikon (1904) folgenden Kommentar zu psychischen Unterschieden nachlesen:

'Auch psychische Geschlechtseigentümlichkeiten finden sich vor; beim Weib behaupten Gefühl und Gemüt, beim Manne Intelligenz und Denken die Oberhand; die Phantasie des Weibes ist lebhafter als die des Mannes, erreicht aber seltener die Höhe und Kühnheit wie bei letzterem.'

Diese pseudowissenschaftlichen Ausführungen, ein Gemisch aus den unterschiedlichsten Disziplinen wie Biologie, Psychologie, Soziologie u.a., dienten u.a. als Grundlage für die Herausbildung eines bürgerlichen Familienideals mit normativen Vorstellungen und Zuweisungen für die Rolle des Mannes und der Frau in der Gesellschaft.

Ähnliche Vorstellungen und Wesenszuschreibungen von Mann und Frau haben sich bis weit hinein in unser 20. Jahrhundert behaupten können und nehmen - mehr oder weniger bewusst - nach wie vor Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungs-bedingungen von Jungen und Mädchen. So beschreibt SEELMANN - 1970 ! - die Rolle von Vater und Mutter in seinem 'kleinen Buch zum Vor- und Selberlesen für 9- bis 14-jährige Mädchen und Buben' ganz im Sinne der 'Polarisation von Geschlechtscharakteren'. Ein Auszug zur Position des Vaters in der Familie soll hier in gekürzter Form wiedergegeben werden:

'Der Vater hat noch etwas sehr Wichtiges zu leisten: er geht zur Arbeit und verdient das Geld, wovon die Familie lebt... Der Vater sichert damit das tägliche Leben für alle.. Er denkt über eure Zukunft nach und paßt auf, was für Begabungen bei euch sichtbar werden... Er macht mit euch Ausflüge Der Vater wird oft von den Kindern nicht so geliebt...Aber man hat ihn in anderer Weise gern. Man schätzt sein Wissen und seine Gerechtigkeit. Er kennt sich im öffentlichen Leben aus und erreicht auch mehr, wenn er einmal mit dem Lehrer spricht. Er geht aufs Finanzamt und kennt sich mit Steuern, Gehaltsstufen und Maschinen gut aus. Manchmal muß ihn auch die Mutter fragen, wenn sie sich nicht ganz im klaren ist. Er weiß fast immer eine Auskunft zu geben... Fast immer ist der Vater sportlicher als die Mutter und freut sich, wenn seine Kinder Mut und Schneid zeigenEr ist der Mann der öffentlichen Welt. Er arbeitet außerhalb der Familie und ist geschätzt unter seinen Kameraden. Deshalb weiß er von vielen Dingen der großen Welt, vom Berufsleben, von der Politik usw. meist besser Bescheid als die Mutter... Er hat schon viel gesehen und erlebt und hat sich viele Gedanken darüber gemacht... Wenn er gut aufgelegt ist, läßt er leicht einmal ein paar Mark springen und ist oft großzügiger als die sparsame Mama...Vielleicht entschuldigt die Mutter leichter und verteidigt das Kind vor dem Vater. Er aber sieht wie der Richter das übertretene Gesetz und redet dann ernste Sätze mit Sohn und Tochter und straft auch, weil er seine Kinder zu richtigen Menschen erziehen will...So ist die Mutter unsere Vertraute und der Vater unser Vorbild. Von der Mutter lernt man das Lieben und Einfühlen, vom Vater das Denken und Sich-Beherrschen. Der Vater sorgt für unsere Lebenssicherheit und das Geld; die Mutter aber bringt es fertig, daß es bei uns zuhause recht gemütlich und erfreulich ist und daß sich alle wohl fühlen'

1.2. Polarisierung: Mann und Frau als Gegenpole

Ausgehend von einer naturgegebenen 'Entgegensetzung zusammengehöriger und zu gemeinschaftlichem Produktionszweck wirkender Kräfte' (HAUSEN 1976) im Tierreich wurde synonym hierzu ein ähnliches Kontrastprogramm für den Menschen entworfen, das geschlechtsspezifische Zuschreibungen für Mann und Frau vorsieht. Dieses Aussagesystem geht von einer naturgegebenen Rollenteilung aus, bei welcher dem Mann, der für das öffentliche Leben bestimmt ist, jeweils die Aufgabe der gesellschaftlichen Produktion zukommt, welche er nur mit seiner geschlechtstypischen Aktivität und Rationalität zu bewältigen vermag. Demgegenüber steht die Frau, die zur privaten Reproduktion im häuslichen Bereich bestimmt ist und deren Wesen eher als passiv und emotional beschrieben werden kann.

Eine Zusammenstellung der polarisierten Merkmalsgruppen, jeweils nach männlich und weiblich differenziert, findet sich im Anschluss wieder. Sie ist den Ausführungen von HAUSEN (1976) entnommen, die Abhandlungen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen (medizinische, pädagogische, psychologische, literarische Schriften) sowie 'diverse Lexika' nach dieser Polarisierung durchforstet hat und zu folgender Aufstellung (Tab. 1) gelangt ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1 - Zusammenstellung häufig zu beschriebener Geschlechtsspezifika nach Merkmalsgruppen (nach HAUSEN 1976)

Das große Konversationslexikon von MEYER (1848) bringt diese geschlechts-typologischen Vorstellungen auf den Punkt, wenn recht ausführlich in einem 10-seitigen Artikel über 'Geschlechtseigentümlichkeiten' u.a. folgendes berichtet und definiert wird:

'Das Männliche (gilt) als das relativ vorzugsweise Individuelle, das Weibliche als das relativ vorzugsweise Universelle, wobei Individualität den Charakter der Selbstheit, Selbständigkeit, der Kraft und Energie, der möglichsten Begrenzung und Abgeschlossenheit, des Antagonismus; - Universalität hingegen den der Abhängigkeit, Unbestimmtheit, Verschmelzung, Hingebung, der Sympathie hat.'

Wie in den weiteren Ausführungen noch zu begründen sein wird, kann es natürlich nicht als Zufall gesehen werden, daß das sog. 'naturgegebene Wesen' der Frau primär auf ihre Fortpflanzungs- bzw. patriarchalisch-orientierten Familienpflichten ausgerichtet ist, das des Mannes hingegen dem Kulturzweck entgegenkommt.

Diese Polarisierung der Geschlechtscharaktere wurde etwa im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts generiert und verfestigte sich - letztlich durch Medizin, Psychologie und Anthropologie wissenschaftlich fundiert - zunehmend im 19. Jahrhundert. Das vorgezeichnete Modell wirkt nicht zuletzt bis in unser Jahrhundert hinein, wenn in biologistischen Erklärungstheorien die Geschlechterdifferenz naturalistisch begründet wird (BAST 1988). Im 'Aufklärungswerk' von Dr. med. HOLM (1959) - 'Mach mich glücklich' - wird unter der Überschrift 'Gleichberechtigung und biologische Gesetze' folgendes ausgeführt:

' Wie weit die Gleichberechtigung von Mann und Frau noch getrieben werden wird, ja sogar, wenn die Frau tatsächlich einmal die Leitung des Staatsgeschicks übernähme ..., niemals wird deshalb das biologische Gesetz außer Kraft treten. Immer wird die Frau körperlich schwächer als der Mann und trotzdem liebesbereiter sein als er!'

Exkurs: 'Bem-Sex-Role-Inventory'

Sandra BEM (1974), eine amerikanische Psychologin der Stanford-University, untersuchte in den 70er Jahren eine Gruppe von 1500 StudentInnen mit einem eigens von ihr ausgearbeiteten Test, dem 'Bem-Sex-Role-Inventory' (BSRI, BEM, 1974). Dieser Test beinhaltet eine Auflistung von 60 Eigenschaften, von denen jeweils 20 als typisch männlich, weiblich oder neutral gelten. Die entsprechende Auswahl und Zuordnung als geschlechtstypisch oder geschlechtsuntypisch war vorher auf der Grundlage von 400 Eigenschaften von einer Gruppe von StudentInnen ausgewählt und eindeutig als sozial wünschbar den jeweiligen Geschlechtern zugeordnet und bestimmt worden. Ein Ausschnitt aus der Tabelle des BSRI (Tab. 2) kann aufzeigen, daß sich zeitgenössische geschlechtsspezifische Zuschreibungen im Vergleich zu den bürgerlichen Vorstellungen vom Wesen der Geschlechter im 18. Jahrhundert (Tab. 1) nicht wesentlich unterscheiden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2 - Auszüge aus der Tabelle des BSRI 1974 (BEM 1974)

1.3. Wandel des Bezugssystems: Von der sozialen Position zum Wesen von Mann und Frau

Aussagen über 'das andere Geschlecht' sind nichts Neues (BEAUVOIR 1968). So kann bis weit hinein in das 18. Jahrhundert in der sog. 'Hausväterliteratur' sowie in zahlreichen Predigten über die Rechte, Pflichten und den Aufgabenkreis des Mannes und der Frau im 'ganzen Haus' nachgelesen werden.

Im Großen vollständigen Universal-Lexikon von ZEDLER (1735) wird die Frau 'definiert' als 'eine verehelichte Person, so ihres Mannes Willen und Befehl unterworfen, die Haushaltung führet, und in selbiger ihrem Gesinde vorgesetzt ist. Ihr Humeur, Geist, Eigenschaft und Wesen scheinet nach jeder Landes-Art und Beschaffenheit von einander unterschieden zu seyn.'

[...]

Details

Seiten
58
Jahr
1995
ISBN (eBook)
9783638122245
Dateigröße
923 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v3606
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Institut für Pädagogik
Note
sehr gut
Schlagworte
Familiengeschichte Soziale Rollen Mann & Frau Bürgertum Geschlechtspolarisation Typisierung von Mann und Frau

Autor

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