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News Bias. Journalisten als zentrale Vermittler von Ereignissen via Massenmedien

Essay 2005 9 Seiten

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein News Bias?

2. Forschungsansätze
2.1. Inhaltsanalyse
2.2. Experimentelle Untersuchungen
2.3. Kombination von Inhaltsanalyse und Befragung
2.4. Der publizistische Konflikt und Instrumentelle Aktualisierung
2.4.1. Begriffsklärung
2.4.2. Untersuchung

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Was ist ein News Bias?

Wie werden aus Ereignissen Nachrichten? – Diese zentrale Frage steht im Mittelpunkt der Forschungstradition der Nachrichtenauswahl. Verschiedene Ansätze versuchen die Kriterien, die für die Selektion entscheidend sind, zu erklären.

Gatekeeperstudien befassen sich auf verschiedenen Ebenen mit den Entscheidungsträgern, die den Nachrichtenfluss kontrollieren. Die Nachrichtenwerttheorie versucht, Selektion durch die Wesensmerkmale eines Ereignisses zu begründen. Ansätze der News Bias Forschung hingegen konzentrieren sich auf den Journalisten als zentralen Vermittler von Ereignissen via Massenmedien, wobei dieser in dem Prozess von seinen Einstellungen beeinflusst wird und der Vorgang der Selektion somit subjektiv ist.

Der Journalist ‚erschafft’ Nachrichten erst durch Beobachtung und Bearbeitung von Geschehen. Mark Fishman „betont, daß Ereignisse nicht an sich bestehen, sondern erst durch Wahrnehmung konstituiert werden, wobei Journalisten eine zentrale Rolle einnehmen: nur was sie als Ereignis erkennen und worüber sie berichten, ist im eigentlichen Sinne ein Ereignis.“ (Staab 1990 : 102-103). Im Rahmen eines variablenorientierten Ansatzes unterscheidet Kepplinger verschiedene Einflussgrößen auf die Nachrichtenauswahl: zum einen „Aspekte journalistischer Berufsnormen“, die nach Chaffee und Flegel auch als intrinsische Faktoren bezeichnet werden, zum anderen extrinsische Faktoren, wie „subjektive Werte und Ziele“ (Kepplinger 1989b : 7) von Reportern, die die Nachrichtenauswahl „als die Folge subjektiver Motive erscheinen“ (Kepplinger 1989b : 7) lassen.

Die News Bias Forschung hat die Zielsetzung, die daraus resultierenden Einseitigkeiten, Unausgewogenheiten und politische Neigungen in der Berichterstattung zu erkennen und zu erklären. Dazu wurden in verschiedenen Studien vorrangig Wahlen und politische Konflikte untersucht.

2. Forschungsansätze

2.1. Inhaltsanalyse

Eine der ersten Studien zur News Bias Forschung kam 1954 von Klein und Maccoby, die die Berichterstattung über den 1952er Präsidentschaftswahlkampf in den USA auf Einseitigkeit untersuchten. Anlass war folgende Kritik an den Zeitungen: „they allow systematic bias to enter into their reportorial accounts of the election returns.” (Maccoby/Klein 1954 : 285). Ziel der Untersuchung war es, die quantitativen Methoden der Messung objektiver Berichterstattung zu verbessern und die Meldungen während der 1952er Kampagne auf Voreingenommenheit zu überprüfen. News Bias definierten sie als „difference between proportions, or means“ (Klein/Maccoby 1954 : 289), d.h. als eine „überzufällige Abweichung von der Maxime der Gleichbehandlung beider Kandidaten“ (Staab 1990 : 32).

Maccoby und Klein betrachteten dafür über einen Monat die Artikel der Titelseiten von acht amerikanischen Tageszeitungen, deren redaktionelle Linie bekannt war. Vier der Zeitungen sympathisierten mit dem demokratischen Kandidaten Stevenson, vier mit dem Republikaner Eisenhower. Unter der Hypothese der Objektivität untersuchten Maccoby und Klein die Blätter auf die Größe und Platzierung der Schlagzeilen, den Umfang der Artikel, die Anzahl einseitiger oder kommentierender Aussagen und die Anzahl und Größe der Bilder. Sie verglichen bei Häufigkeitsdaten das Verhältnis der Anzahl der Artikel über Eisenhower und über Stevenson in den jeweiligen Zeitungsgruppen und bei durchgehenden Daten den Zusammenhang zwischen der Blattlinie der Zeitung und dem Kandidaten, von dem der Artikel handelt.

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Details

Seiten
9
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638358422
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v36123
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Institut für Deutsche Philologie
Note
1,7
Schlagworte
News Bias Theorien Nachrichtenauswahl

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Titel: News Bias. Journalisten als zentrale Vermittler von Ereignissen via Massenmedien