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Frühwarnindikatoren im Rahmen des Risikomanagements

Hausarbeit 2015 24 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Risikomanagement
2.1 Begriffliche Grundlagen
2.2 Ziele
2.3 Prozess

3 Frühwarnindikatoren und Frühwarnsysteme
3.1 Begriffserklärung
3.2 Formen betrieblicher Frühwarnsysteme
3.3 Funktionsweise eines indikatororientierten Frühwarnsystems
3.4 Probleme und Grenzen von indikatororientierten Ansätzen

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Risikomanagement-Prozess

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit

Heutige Unternehmen existieren im Umfeld einer wachsenden Komplexität und Dyna- mik, ausgelöst durch vernetzte Fertigungen und zunehmende Globalisierung, Deregulie- rung der Märkte und verkürzte Produktlebenszyklen sowie raschen technologischen Fortschritt.1Die Folge dieser Entwicklungen macht die risikoorientierte Ausrichtung des Managements unabdingbar, um das Ziel jeder Art unternehmerischen Handelns, den Erfolg eines Unternehmens, zu sichern.2Die heutige Unternehmensführung ist gefor- dert, ein geeignetes und unternehmensweites Risikomanagementsystem zu etablieren, um bestehende und künftige Gefahrenpotenziale besser zu überwinden, sowie damit einhergehende Chancen ergreifen zu können.3

Das Ziel dieser Hausarbeit besteht darin, eine Aufklärung über das Risikomanagement zu geben, die Bedeutsamkeit des Risikomanagementsystems zu erläutern und auf die darin integrierten effizienten Frühwarnindikatoren im Unternehmen hinzuweisen. Um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu überziehen, wird das komplexe Thema „Krisenfrühaufklärung“ aus der Perspektive von Industrieunternehmen diskutiert.

1.2 Aufbau der Arbeit

Das Ziel des zweiten Kapitels ist es eine Orientierung für das Risikomanagement zu geben und die mit der Thematik in Verbindung stehenden grundlegenden Begriffe, Ziele sowie den Prozess des Risikomanagements näher zu erläutern.

Die Praxis verlangt für die möglichst frühzeitige Krisenerkennung und konsequente Krisenbewältigung einen überschaubaren und eindeutigen Katalog von Frühwarnindikatoren.4Diesen Erfordernissen widmet sich der dritte Abschnitt dieser Hausarbeit. Dabei wird das Augenmerk insbesondere auf das indikatororientierte Frühwarnsystem gelegt. Die Bedeutung, Aufbau sowie eine kritische Würdigung dieses Ansatzes wird in diesem Kapitel vorgestellt. Die Arbeit wird mit einem Fazit abgeschlossen.

2 Risikomanagement

2.1 Begriffliche Grundlagen

Risikodefinition

Jedes Unternehmen ist im täglichen Geschäftsleben mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert.5In der Betriebswirtschaftslehre existiert keine einheitliche Definition von Risiko.6Hölscher/Elfgen, die Autoren des Buches „Herausforderung Risikomanagement“, beschreiben es wie folgt:

„Risiken sind alle Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb und außerhalb eines Unternehmens, die sich negativ auf die Erreichung der Unternehmensziele auswirken können.“7

Bezogen auf die Kerngebiete eines Industrieunternehmens können Risiken im Bereich der Beschaffung zu Lieferengpässen oder Kostenanstiegen führen. In der Produktion folgen daraus im ungünstigsten Fall Qualitätsmängel und Herstellungsfehler.8

Risikomanagementdefinition

Risikomanagement umfasst die Gesamtheit aller organisatorischen Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Risikoumgang im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit.9 Risikomanagement soll als Instrument zur Führungsunterstützung genutzt werden, Er- folgspotenziale zu sichern, Planungsqualität im Unternehmen zu verbessern, und damit letztlich zur nachhaltigen Erhöhung des Unternehmenswerts beitragen.10Spätestens seit der Verabschiedung des KonTraG und des Deutschen Corporate Governance Kodex gehört die Einrichtung eines angemessenen Risikomanagementsystems zur Pflicht eines jeden Vorstandes.11

2.2 Ziele

Das Ziel des Risikomanagements besteht nicht darin, mögliche Risiken auszuschalten oder zu eliminieren, weil damit mögliche Chancenpotenziale ungenutzt bleiben könn- ten. Zielsetzung ist vielmehr die Erreichung und Sicherung einer risikooptimalen Unter- nehmensposition.12Dabei gilt es, zukünftige Gefahren frühestmöglich zu erkennen, zu beurteilen, zu steuern und fortlaufend zu überwachen, um die kontinuierliche Anpas- sung des Unternehmens an sich stets verändernde Umweltbedingungen zu gewährleis- ten.13

Das Risikomanagement dient somit zur Erreichung folgender Ziele:

- Existenzsicherung
- Sicherung des zukünftigen Erfolgs
- Marktwertsteigerung des Unternehmens
- Vermeidung oder Senkung von Risikokosten14

Das Gesamtsystem des Risikomanagements ist im Rahmen des strategischen Rahmenkonzepts in das Unternehmen (Risikopolitik) organisatorisch zu integrieren.15

2.3 Risikomanagement-Prozess

Neben der Einbindung in das Unternehmen ist auch der formale Aufbau im Hinblick auf die Qualität des Systems von besonderer Bedeutung. Neben den kalkulierbaren Risiken (z. B. Ausfallrisiko durch Feuer und Sturm), sind es vor allem spekulative Risiken (z. B. Risiko bei der Markteinführung eines Produktes), die große Schäden bewirken und gar zum Konkurs eines Unternehmens führen können. Um solche Entwicklungen zu verhindern, sollte das Risikomanagement nicht punktuell, sondern als fortlaufender Prozess durchgeführt werden16, der alle Aktivitäten und Maßnahmen mit möglichen Risiken erfasst.17Dieser Prozess setzt sich aus der Risikoanalyse und der Risikopolitik zusammen, der als intakter Kreislauf dargestellt wird.18

Abbildung 1: Risikomanagement-Prozess

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Reichling (2003), S. 27.

Das Ziel der Risikoidentifikation im Rahmen der Risikoanalyse ist es, alle negativen Ereignisse zu erkennen, die das Erreichen der festgelegten Unternehmensziele ernsthaft gefährden können.19 Risikochecklisten, Befragungen, Risikokennzahlen sowie Früh- warnindikatoren können als Methoden und Instrumente dazu verwendet werden.20Hier- bei sind Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu betrachten. Mit Hilfe dieser Zusam- menhänge können Risiken in eine zeitliche und logische Abfolge eingeordnet werden, um nachfolgende negative Abweichungen zu verhindern.21 Im Zuge einer Ursache- Wirkungs-Analyse ist es empfehlenswert, die Risiken an Frühwarnindikatoren zu kop- peln. So kann die Insolvenzgefahr mit der Kennzahl der Kapitalflussrechnung verknüpft werden.22Im Fall von Umsatzrückgängen kann das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz einen hervorragenden Frühwarnindikator darstellen, da jener dem Umsatz vo- rausläuft.23Im Bereich der Kundenzufriedenheit können Informationen des Beschwer- demanagements über betriebliche Schwächen Aufschluss geben. Die Qualität dieser Phase ist ausschlaggebend für alle weiteren Stufen. Werden Risiken gar nicht oder zu spät identifiziert, kann es fatale Folgen für die Existenz eines Unternehmens haben.24

Die Risikoidentifikation geht fließend in den Vorgang der Risikomessung/-bewertung über.25Dabei wird die Entstehung, also die Ursachen, möglicher Risiken bestimmt und hinsichtlich der direkten Schäden sowie indirekter Folgen untersucht.26Das Bruttorisiko beschreibt das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß.27Risk Map/Chance Map hat sich als äußerst anschauliches Werkzeug für die evaluierten Risi- ken etabliert, die dort nach ihren unterschiedlichen Ausprägungen graphisch abgebildet werden.28

Die Bilanz der Risikoanalyse, Identifikation und Bewertung der Risiken bilden das Fundament für weitere Maßnahmen der Risikopolitik.29Risikopolitik ist dabei als Rea- lisierungsprozess der Risikoanalyse zu verstehen. Die Aufgabe der Risikopolitik ist es ebenfalls, das Risikobewusstsein in den Unternehmensbereichen zu verankern.30

Ist die Dimension potenzieller Gefahren bekannt, kann eine aktive Einflussnahme auf die erkannten Risiken ausgeübt werden.31Die Risikosteuerung muss dabei beim Umgang mit Risiken ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ertrag (Chance) und Verlustgefahr (Risiko) anstreben.32Folgende Alternativen stehen dem Unternehmen zur Risikosteuerung zur Verfügung:

Risiko vermeiden: Risiko wird dadurch vorgebeugt, indem man es gar nicht eingeht.

Risiko vermindern: Das Risiko wird in Kauf genommen, jedoch eine Beschränkung des Schadensausmaßes angestrebt. So kann ein Limit festgesetzt werden, bis zu dem ein Schaden toleriert wird.

Risiko überwälzen: Risiken werden gegen Zahlung einer Gebühr auf Dritte übertragen. Risiko selbst tragen: Risiken, die eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen, können vom Unternehmen selbst getragen werden bzw. zu hohe Kosten für mögliche Steuerungsmaßnahmen mit sich bringen.33

Der Prozesskreislauf schließt mit der Risikokontrolle ab, bei der die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen überprüft werden sollen. Mit der neuerlichen Risikoidentifikation beginnt der Kreislauf schließlich wieder von vorn.34Gleichzeitig unterliegt der gesamte Prozess des Risikomanagements einer Überwachung, die die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements sicherstellen sowie Anforderungen vom Gesetzgeber nach KonTraG erfüllen soll.

[...]


1Vgl. Weis (2009), Risikomanagement: Werte schaffen und schützen, abgerufen am 03.08.2015

2Vgl. Hitzler (2001), S. 1.

3Vgl. Gerasimenko (2009), S. 2.

4Vgl. Jacobs et al. (2011), S. 18.

5Vgl. Hitzler (2001), S. 4.

6Vgl. Eisenbarth (2006), S. 3.

7Vgl. Hölscher/Elfgen (2002), S. 147.

8Vgl. Hitzler (2001), S. 4f.

9Vgl. Mensch (1991) S. 18. und Mikus/Götze (1999). S. 4.

10 Vgl. Eisenbarth (2006), S. 3.

11 Vgl. Ernst/Seibert/Stuckert (1998), S. 53.

12 Vgl. Burger/Buchhart (2002), S. 10.

13 Vgl. Diederichs (2004), S. 12.

14 Vgl. Diederichs (2004), S. 12.

15 Vgl. Kaiser (2007), S. 161.

16 Vgl. Hitzler (2001), S. 12f.

17 Vgl. Eisenbarth (2006), S. 5.

18 Vgl. Reichling (2003), S. 26.

19 Vgl. Eisenbarth (2006), S. 6.

20 Vgl. Diederichs/Reichmann (2003) S. 230f.

21 Vgl. Hitzler (2001), S. 14.

22 Vgl. Hellmann/Ehrenbaum (2011), S. 170.

23 Vgl. Krahe (2010), S. 46.

24 Vgl. Diederichs (2012), S. 50.

25 Vgl. Hitzler (2001), S. 16.

26 Vgl. Reichling (2003), S. 27.

27 Vgl. Stolle (2003), S. 72.

28 Vgl. Hellmann/Ehrenbaum (2011), S. 118.

29 Vgl. Hitzler (2001), S. 17f.

30 Vgl. Reichling et al, S. 215.

31 Vgl. Reichling et al, S. 215.

32 Vgl. Romeike/Finke (2004), S. 253.

33 Vgl. Fleischer (2009), S. 19f.

34 Vgl. Reichling (2003), S. 26.

Details

Seiten
24
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668445246
ISBN (Buch)
9783668445253
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v364769
Institution / Hochschule
Europäische Fachhochschule Brühl
Note
1,0
Schlagworte
Frühwarnindikatoren Risikomanagement Industrieunternehmen

Autor

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