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Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zur Bewältigung der Finanzkrise 2007

Ein kritischer Diskurs

Hausarbeit 2016 33 Seiten

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zielvorstellung mit Eingrenzung des Themas und Definitionen
2.1 Zielvorstellung mit Eingrenzung des Themas
2.2 Definitionen
2.2.1 Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank
2.2.2 Quantitative Lockerung

3 Die Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank zur Bewältigung
der Finanzkrise 2007
3.1 Der Schock und seine Ursachen
3.2 Die Gegenmaßnahmen der Europäischen Zentralbank
3.3 Expansive Geldpolitik im IS-LM-Modell

4 Diskurs über die Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank in
der Finanzkrise
4.1 Kritische Bewertung hinsichtlich Effektivität und Zielgruppe der
geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank
4.2 Deutsche Kritikpunkte am OMT-Programm der Europäischen

Zentralbank

5 Fazit

Quellenverzeichnis

Anhang

Abstract

The financial crisis 2007 and its effects for the European economy and countries force the European Central Bank to intervene by monetary measures. To reach the primary goal, which is maintaining price stability by a Harmonized Index of Consumer Prices near but below two percent, the Central Bank utilizes some contentious policies like the Outright Monetary Transactions and the Asset-Purchase Program, in particular in the financial market.

The author delineated the main interventions of the ECB since October 2008. Fur- thermore, the writer used the IS-LM-Model to demonstrate the abstract impact of expansive monetary policy. Finally, he expanded on the main points of criticism, which were the allegation of clientele politics against the European Central Bank and the possible violation of its mandate due to the Outright Monetary Transactions. For this, the author outlined the arguments of both sides. Concluding, the author assessed, involving the current economic situation in the European system, that the monetary policy of the ECB supported the recovery of the financial sector and the members of the EU.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Transmission geldpolitischer Impulse

Abbildung 2: Entwicklung der Staatsverschuldung Griechenlands, Irlands und

Deutschlands von 2007 bis 2015

Abbildung 3: Entwicklung der langfristigen Zinsen in Griechenland und

Deutschland von 2007 bis 2015

Abbildung 4: Vom Eurosystem akzeptierte marktfähige Sicherheiten

Abbildung 5: Entwicklung des Hauptrefinanzierungszinssatzes von 2008 bis

2016

Abbildung 6: Liquiditätsgeschäfte der EZB

Abbildung 7: Ankaufprogramme des Eurosystems im Überblick

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Weltwirtschaftskrisen und Börsencrashs sind Teil der jüngeren Menschheitsgeschichte. Oftmals treten sie gemeinsam auf.[1] Im 17. Jahrhundert brach zum ersten Mal eine Börse zusammen. Damals wurde in Amsterdam noch mit Tulpenzwiebeln statt mit Aktien gehandelt, doch das Ergebnis war dem eines Börsenkrachs des 20. oder 21. Jahrhunderts nicht unähnlich - als die Spekulationsblase platzte, verloren die Spekulanten ihr Vermögen und gingen bankrott.

Einer der Auslöser für eine der bekanntesten und - bezüglich ihrer Auswirkungen - verheerendsten Weltwirtschaftskrisen war der Börsencrash am 24. Oktober 1929.[2] Als Resultat des Börsenkollapses kam es zu einer Kontraktion der nominalen Geld- menge sowie zu einem Einbruch der Nachfrage nach Produktionsgütern und schließ- lich zu einer Deflation, was einen noch stärkeren Rückgang der Produktion und Nachfrage implizierte.

Aus der Deflation und ihren Folgen lässt sich die Hauptaufgabe der durch den Vertrag von Maastricht gegründeten Europäischen Zentralbank (EZB), nämlich das Preisniveau stabil zu halten[3], ableiten.

Als Reaktion auf die Finanzkrise von 2007 wurden seitdem verschiedene geldpoliti- sche, zum Teil umstrittene Maßnahmen ergriffen. So beschloss die EZB unter ihrem Präsidenten Mario Draghi im März 2016, den Zinssatz für Hauptrefinanzierungsge- schäfte von 0,05% auf 0,00% zu senken. Dadurch sollte die Inflationsrate gesteigert werden, um das vorgegebene Ziel von nahe, aber unter zwei Prozent zu erreichen.[4] Ferner erwirbt die EZB nun zur Verbesserung der Kreditbedingungen für Unterneh- men und zur Stärkung der Nachfrage zusätzlich Unternehmensanleihen - und nicht wie bisher nur Staatsanleihen. Dieses sogenannte „Corporate Sector Purchase Pro- gramme“ (CSPP) startete Anfang Juni 2016 und hat, parallel zum Ankaufprogramm von Staatsanleihen (PSPP), eine voraussichtliche Laufzeit bis März 2017. Man erhofft sich dadurch, „(…) einen expansiven geldpolitischen Impuls zu setzen.“[5]

2 Zielvorstellung mit Eingrenzung des Themas und Definitionen

2.1 Zielvorstellung mit Eingrenzung des Themas

Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank seit der Finanzkrise 2007 näher zu betrachten und die Kritik, die diese Politik impliziert, darzustellen. Dies erfolgt durch die Beantwortung der Forschungsfrage: „Welche Kritikpunkte gibt es an den geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zur Bewältigung der Finanzkrise 2007?“

Zur holistischen Klärung dieser Fragestellung werden zunächst die betriebene expansive Geldmarktpolitik und die genutzten geldpolitischen Werkzeuge, auch mithilfe des IS-LM-Modells, näher betrachtet. Anschließend werden die Kritikpunkte an einzelnen Handlungen beleuchtet.

Zeitlich und inhaltlich wurde sich in dieser wissenschaftlichen Arbeit auf die Finanz- krise 2007 und die seitdem von der Europäischen Zentralbank angewendeten Maß- nahmen zur Bewältigung der Krise beschränkt. Die Resultate sind für alle sich in der Ausbildung zum Bankkaufmann befindenden Personen oder für jeden Studenten ei- nes volks- oder betriebswirtschaftlichen Studiengangs - insbesondere mit Fokus auf das internationale Bankenwesen - aber auch für ein Fachpublikum aus der Politik von Interesse.

2.2 Definitionen

2.2.1 Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank

Das Ziel der Geldmarktpolitik, auch nur Geldpolitik genannt, der EZB ist vor allem die mittelfristige Gewährleistung stabiler Preise im Eurosystem. Die Methodik, um Preisstabilität zu messen, legte sie im Jahr 1998 selbst fest. Dabei wird die Stabilität der Preise am harmonisierten und über die Mitgliedsländer des Eurosystems aggre- gierten Verbraucherpreisindex (HVPI) betrachtet. Dieser soll jährlich um nahe, aber unter zwei Prozent steigen.[6] Kurzfristig wird ein angemessener Transmissionsme- chanismus angestrebt. Der Transmissionsmechanismus der Geldpolitik gibt an, wie sich geldpolitische Entscheidungen auf das Preisniveau und die allgemeine Wirt- schaftslage auswirken. Dabei gibt es verschiedene Kanäle, über die sich die geldpoli- tischen Impulse übertragen; einer davon ist der Zinskanal, der sich vereinfacht wie folgt darstellen lässt: Durch die Senkung der Leitzinsen sinken auch die Geldmarkt- und Bankenzinsen. Infolgedessen erhöht sich die Nachfrage nach Krediten, zunächst die der Banken und infolgedessen im privaten Sektor, und dadurch die Güternachfra- ge. Das wiederum hat eine Preisniveausteigerung zur Folge.[7] Es ist allerdings nicht erkennbar, wann und wie stark diese Wirkungskette eintreten wird, da immer auch das Verhalten der Marktteilnehmer und deren Erwartungen die Impulsübertragung beeinträchtigen.[8] Zur Verfolgung ihrer Ziele betreibt die Europäische Zentralbank eine Zinssteuerung. Das bedeutet, dass durch die Variierung des Zinses eine Anpas- sung an die jeweilige Wirtschaftssituation vorgenommen wird.[9] An der Entschei- dungsfindung und an der Umsetzung der geldpolitischen Entscheidungen sind dabei nur die Mitgliedsstaaten des sogenannten „Eurosystems“ beteiligt. Das Eurosystem schließt die EZB und alle nationalen Zentralbanken der EU-Mitgliedsstaaten ein, die den Euro als Währung eingeführt haben.[10]

2.2.2 Quantitative Lockerung

Quantitative Lockerung oder quantitative Easing (QE) bezeichnet eine geldpolitische Maßnahme, bei der die langfristigen Zinsen für Kredite gesenkt sollen, um dadurch zusätzliche Liquidität ins Bankensystem zuzuführen.[11] Dabei kauft die Zentralbank eine große Menge an Anleihen, vor allem langfristige Staatsanleihen. Dieser Ankauf bewirkt im Endeffekt eine Veränderung des allgemeinen Zinsniveaus am Anleihemarkt, da sich die Kurse der gekauften Anleihen erhöhen. Es wird Zentralbankgeld auf den Markt gebracht: die Quantität an Zentralbankgeld steigt also. QE wird vor allem bei kurzfristigen Zinsen, die nahe null sind, eingesetzt. Die Europäische Zentralbank hat die verschiedenen Arten von Ankäufen unter dem Namen „Ankauf von Vermögenswerten“ (APP) zusammengefasst. Auch der Ankauf von Unternehmensanleihen wird zum Quantitativen Easing gezählt.

3 Die Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank zur Bewältigung

der Finanzkrise 2007

3.1 Der Schock und seine Ursachen

Als Ursache der weltweiten Finanzkrise ist die Immobilien- und die damit verbunde- ne Kreditkrise in den USA zu sehen, die 2007 begann.[12] Diese entstand, da es bei der Hypothekenfinanzierung durch die den Kredit vergebenden Bank, zum einen durch mangelnde Kreditwürdigkeitsprüfung der Kunden und zum anderen durch fallende Immobilienpreise, zu einer hohen Anzahl an Zahlungsausfällen kam. Viele dieser Hypotheken waren jedoch von den Kreditgebern an Finanzinstitute und Investment- banken verkauft worden.

Daraus resultierte wiederum ein Liquiditätsverlust aufgrund der Zahlungsausfälle.[13] Um diesen auszugleichen, begannen die Finanzinstitute und Investoren andere Wertpapiere zu verkaufen, was Kursstürze an den Börsen auslöste. Des Weiteren stiegen die Zinsen für Interbankenkredite und die Risikoprämie für kurzfristige Kredite, die eine Volkswirtschaft stützen. 2008 musste schließlich die renommierte amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmelden.

Die Krise, die in den USA ihren Ursprung hatte, traf 2008 auch Europa und die Mit- glieder der Europäischen Union. Dort kam es zu einem extremen Anstieg der Staats- verschuldung einiger Mitgliedsländer[14], beispielsweise in Irland von 27,4% im Jahr 2007 auf 133% des Bruttoinlandproduktes (BIP) im Jahr 2013.[15]

Aufgrund der hohen Staatsverschuldung stiegen auch die Zinsen für Staatsanleihen der kriselnden Staaten wie Irland oder Griechenland. Diese sind für die Finanzierung der öffentlichen Haushalte wichtig.[16] Da gleichzeitig ein durch die Krise ausgelöster Zusammenbruch der EU befürchtet wurde, kam es zu einer Kapitalflucht in als sicher geltende Staaten, zum Beispiel nach Deutschland. Das dortige Zinsniveau sank da- raufhin deutlich ab.

Betrachtet man nun das IS-LM-Modell[17] beziehungsweise die dazugehörigen Wirkungsketten, so lässt sich verdeutlichen, was das Ansteigen oder Fallen der Zinsen in den jeweiligen Staaten bedeutete:

Wirkungskette:i steigt I sinken Y sinkt oder i sinkt I steigen Y steigt

Daneben aber behinderten die hohen Zinsen in den Krisenmitgliedsstaaten auch die Erholung der dortigen Wirtschaft, da die Kreditvergabe durch hohe Risikoprämien oder Zinsaufschläge erschwert wurde und deshalb mangels vergebener Kredite die Investitionsgrundlage fehlte.[18]

3.2 Die Gegenmaßnahmen der Europäischen Zentralbank

[19]Nachfolgend sollen nun die geldpolitischen Maßnahmen, die die EZB zur Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2007 startete und bis ins Jahr 2016 noch verfolgt, in chronologischer Reihenfolge näher betrachtet werden.

Die angespannte Finanzsituation in Teilen der Europäischen Union zwang die Euro- päische Zentralbank zum Eingreifen. Eine der wichtigsten Maßnahmen erfolgte im Oktober 2008 mit der Umstellung von Zins- auf Mengentender mit vollständiger Zuteilung.[20] Dies bedeutet, dass allein die Nachfrage nach Zentralbankgeld bei dem von der EZB festgelegten Zins und nicht, wie beim Zinstender, der gebotene Zins entscheidend für die Zuteilung der Geldmenge ist. Die volle Zuteilung sollte zum einen das Vertrauen der Zentralbank[21] in den Finanzmarkt und dessen Teilnehmer darstellen, aber vor allem sollte dadurch die Liquidität erhöht und damit die Wirt- schaft gestärkt werden. Bis August 2016 wurde nicht wieder auf Zinstender umge- stellt.

Ebenfalls im Oktober 2008 beschloss die Europäische Zentralbank, die notenbankfä- higen Sicherheiten auszuweiten.[22] Das bedeutete im Speziellen, dass der Bonitäts- schwellenwert für marktfähige und nicht marktfähige Sicherheiten von A- auf BBB- gesenkt wurde. Eine Ausnahme bildeten die Asset-Backed Securities[23], deren Boni- tätsschwellenwert unverändert bei A- verblieb. Auch wurde die Liste der zugelasse- nen Schuldtitel ausgeweitet, sodass diese die Ansprüche der EZB erfüllten. Seitdem fallen nun auch Schuldtitel, die auf Fremdwährungen lauten, darunter.[24] Dafür wur- den allerdings weitere Kontrollmaßnahmen zur Risikoabsicherung unternommen. Verdeutlicht wird dies auch durch die Abbildung 4, bei der erkennbar wird, dass seit 2008 ein Anstieg an akzeptierten Sicherheiten stattfand, wobei vor allem die Sicher- heiten von Zentralregierungen und die ungedeckten Bankschuldverschreibungen stark gestiegen sind.

Abbildung 4: Vom Eurosystem akzeptierte marktfähige Sicherheiten[25]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Seit dem 15.10.2008 senkte die EZB auch immer wieder die Zinssätze für Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte[26] - im März 2016 schließlich auf 0,00 %.[27]

Des Weiteren wurde die Häufigkeit der längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte erhöht und deren Laufzeit verlängert. Die Zentralbank wollte damit den längerfristigen Geldmarkt entspannen.[28] Dabei entzog die EZB über ein Absenken der kurzfristigen Refinanzierungsgeschäfte dem Markt lange Zeit fast in gleichem Maße Liquidität, wie sie diese zuführte. Es fand das sogenannte „Sterilisieren“ statt[29].

In der nachfolgenden Abbildung wird verdeutlicht, dass sich seit 2008 die Geldmen- ge der Liquiditätsgeschäfte der EZB mehr als verdoppelt hat. Dies lässt auf erhöhte Liquiditätspräferenz der Banken schließen. Diese ist durch die Finanzkrise und den daraus resultierenden Liquiditätsbedürfnissen aufgrund der Störungen am Interban- kenmarkt zu erklären. Die massive Ausweitung der Geldmenge ist auf die Häufung der langfristigen Refinanzierungsgeschäfte zurückzuführen.

Abbildung 6: Liquiditätsgeschäfte der EZB[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zudem startete im Jahr 2009 das „Programm zum Ankauf gedeckter Schuldver- schreibungen“ mit dem Ziel, die Refinanzierungsschwierigkeiten der Geschäftsban- ken zu simplifizieren, indem die Kreditversorgung erleichtert werden sollte.[31] Das Programm, auch Covered Bond Purchase Programme (CBPP) genannt, umfasst bis dato insgesamt circa 100 Milliarden Euro. Bis August 2016 wurden drei CBPPs durchgeführt, wobei gedeckte Wertpapiere für 60 Milliarden Euro am Primär- und Sekundärmarkt für den Zeitraum von Juli 2009 bis Juni 2010[32] und für 16,4 Milliar- den Euro zwischen November 2011 und Oktober 2012 angekauft wurden.[33] Das drit- te CBPP trat im Oktober 2014 mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren in Kraft.

Parallel zu CBPP3 wurde auch ein Ankaufprogramm für Asset-Backed Securities (ABSPP) gestartet.[34]

Am 10. Mai 2010 gab die Europäische Zentralbank bekannt, zur Stabilisierung der Finanzmärkte, jedoch auch zur Sicherung einzelner Staaten vor dem Staatsbankrott, Staatsanleihen, vor allem am Sekundärmarkt, anzukaufen.[35] Darüber hinaus sollte zu einem angemessenen geldpolitischen Transmissionsmechanismus zurückgekehrt werden. Gleichzeitig wurde aber auch der Überschuss der bereitgestellten Liquidität wieder sterilisiert. Dieses Programm für die Wertpapiermärkte war der Vorgänger der Outright Monetary Transactions (OMT).

Eine weitere Maßnahme zur Bekämpfung der globalen Finanzkrise war die Zusammenarbeit mit anderen Zentralbanken.[36] So richteten Ende November 2011 die Europäische, die Kanadische, die Japanische, die US-Amerikanische Zentralbank und die Zentralbank des Vereinigten Königreichs sowie die Schweizerische Nationalbank ein befristetes Netzwerk für wechselseitige Swap-Vereinbarungen[37] ein, um die Bereitstellung von Liquidität zu erleichtern und zu verbessern, indem neben US-Dollar auch andere Währungen für Geschäfte bereitgestellt wurden.

In der Hoffnung, die Aktivität von Banken am Geldmarkt zu erhöhen, wurde zum

18. Januar 2012 der Mindestreservesatz für Geschäftsbanken von 2% auf 1% halbiert.[38] Dadurch stehen den Banken zusätzliche Mittel zur Verfügung, welche bestenfalls investiert oder für Kreditvergaben verwendet werden sollen. Bis August 2016 wurde der Mindestreservesatz nicht wieder erhöht.

[...]


[1] Michalky, Michael & Schittler, Robert (2007).Das große Buch der Börse, München: FinanzBuch Verlag, S. 159f.

[2] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 666ff.

[3] O.V. (1992).Der Vertrag von Maastricht, S. 29. Abgerufen von https://europa.eu/european- union/sites/europaeu/files/docs/body/treaty_on_european_union_en.pdf.

[4] Europäische Zentralbank (2016).Pressemitteilung vom 10. März 2016. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2016/2016_0 3_10_beschluesse.pdf?__blob=publicationFile und

Deutsche Bundesbank (2016). EZB-Rat weitet geldpolitische Sondermaßnahmen aus. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2016/2016_03_10_ezb_rat.html.

[5] Deutsche Bundesbank (2016).Ankaufprogramm für Unternehmensanleihen beginnt im Juni. Abge- rufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2016/2016_04_22_cspp.html?searchArchive=0& submit=Suchen&searchIssued=0&lastChangeAfter=01.03.2016&oneOfTheseWords=geldpolitische+ beschlüsse+unternehmensanleihen&allOfTheseWords=geldpolitische+beschlüsse.

[6] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 783f.

[7] Europäische Zentralbank (2004).Die Geldpolitik der EZB, Frankfurt am Main, S. 40 und S. 44ff. Abgerufen von http://www.suomenpankki.fi/pdf/113687.pdf und siehe dazu auchAbbildung 1: Transmission geldpolitischer Impulseim Anhang.

[8] Europäische Zentralbank (o.J.).Die Geldpolitik des Eurosystems. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Service/Schule_und_Bildung/die_uebertra gung_geldpolitischer_impulse.html.

[9] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 771 und S. 776ff.

[10] Europäische Zentralbank (2004).Die Geldpolitik der EZB, Frankfurt am Main, S. 7. Abgerufen von http://www.suomenpankki.fi/pdf/113687.pdf.

[11] Deutsche Bundesbank (o.J.).Quantitative Lockerung. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=107792&lv 3=107494;

Jarchow, Hans-Joachim (2010).Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 154f.; Bank of England (2011).The United Kingdoms quantitative easing policy: design, operation and impact, Quarterly Bulletin, 2011, Q3. Abgerufen von

http://www.bankofengland.co.uk/publications/Documents/quarterlybulletin/qb110301.pdf und Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014). Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 701.

[12] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 689 und Jarchow, Hans-Joachim (2010).Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 116.

[13] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014). Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 690 und Jarchow, Hans-Joachim (2010). Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 117.

[14] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 700f.

[15] OECD (2016).General government debt. Abgerufen von https://data.oecd.org/gga/general-

government-debt.htm. Vgl. dazu nochAbbildung 2:Entwicklung der Staatsverschuldung Griechenlands, Irlands und Deutschlands von 2007 bis 2015im Anhang.

[16] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 701 und vgl.Abbildung 3:Entwicklung der langfristigen Zinsen in Griechenland und Deutschland von 2007 bis 2015im Anhang.

[17] Die IS-Gleichung ist hierbei: Y = C + I+ G und die LM-Gleichung: Y*L(i) = M/P. Es findet keine Unterscheidung zwischen i (Nominalzins) und r (Realzins) statt, da die Inflation in diesem Modell vernachlässigt wird. i steht hier für den Hauptrefinanzierungszinssatz, Y für das Volkseinkommen, C für den privaten Konsum, I für Investitionen, G für den Staatskonsum, M/P für das reale Geldangebot und L für die Liquiditätspräferenz. Vgl. dafür Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 144 - 157 und 657 - 664.

[18] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 701 - 704.

[19] Vgl. für das komplette Kapitel: Europäische Zentralbank (2010).Monatsbericht Dezember, S. 204 - 207. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Monatsberichte/20 10/2010_12_ezb_mb.pdf?__blob=publicationFile und Europäische Zentralbank (2014).Monatsbericht Dezember. S. 206 - 211. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Monatsberichte/20 14/2014_12_ezb_mb.pdf?__blob=publicationFile.

[20] Jarchow, Hans-Joachim (2010).Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 117f., Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 135 und Europäische Zentralbank (2009).Monatsbericht Juli, S. 91ff. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Monatsberichte/20 09/2009_07_ezb_mb.pdf?__blob=publicationFile.

[21] Zum besseren Verständnis wird Zentralbank in dieser Arbeit als Synonym zur Europäischen Zentralbank genutzt.

[22] Jarchow, Hans-Joachim (2010).Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 117f. und Europäische Zentralbank (2009).Monatsbericht Juli, S. 92f.. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Monatsberichte/20 09/2009_07_ezb_mb.pdf?__blob=publicationFile.

[23] Asset-Backed Securities sind durch Vermögenswerte forderungsbesicherte Wertpapiere, wie zum Beispiel Hypothekenkredite. Das Ankaufprogramm der EZB für diese wird zur neuartigen Geldpolitik gezählt. Vgl. zu Asset-Backed Securities auch Jarchow, Hans-Joachim (2010).Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 154.

[24] Den Ankauf riskanter Anlagen bei einer gleichbleibenden Zentralbankbilanz nennt man auch qualitative Lockerung.

[25] Europäische Zentralbank (o.J.).Die Geldpolitik des Eurosystems.Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Service/Schule_und_Bildung/krisenbeding te_sondermassnahmen_des_eurosystems.html?notFirst=true&docId=145100#doc145100bodyText6.

[26] Als Hauptrefinanzierungsgeschäfte bezeichnet man die wöchentlich stattfindenden wichtigsten Offenmarktgeschäfte, als längerfristige Refinanzierungsgeschäfte die im Allgemeinen monatlich statt- findenden Versteigerungen von Zentralbankgeld. Beides sind reversible Transaktionen, die der Liqui- ditätsbereitstellung dienen. Vgl. zu Hauptrefinanzierungsgeschäfte und längerfristige Refinanzie- rungsgeschäfte auch Hans-Joachim (2010).Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 139 - 146.

[27] Siehe dazu auchAbbildung 5: Entwicklung des Hauptrefinanzierungszinssatzes von 2008 bis 2016im Anhang.

[28] Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014).Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 701 und Jarchow, Hans-Joachim (2010).Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 117f.

[29] Vgl. zur Sterilisierungspolitik Blanchard, Olivier & Illing, Gerhard (2014). Makroökonomie, Hallbergmoos: Pearson, S. 122f.

[30] Illing, Gerhard (2015). Unkonventionelle Geldpolitik - kein Paradigmenwechsel. InPerspektive der Wirtschaftspolitik, Band 16, Nr. 2 (S. 127 - 150). Berlin, Boston: De Gruyter. Abgerufen von http://www.sfm.econ.uni-muenchen.de/forschung/unkonventionellegeldpolitik.pdf. DOI-Nummer 10.1515/pwp-2015-0010.

[31] Vgl. für den kompletten Absatz: Deutsche Bundesbank (o.J.).Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=32048&lv3 =327690.

[32] Europäische Zentralbank (2009).Pressemitteilung. Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2009/2009_0 6_04_schuldverschreibungen.pdf?__blob=publicationFile.

[33] Europäische Zentralbank (2011).Pressemitteilung. EZB gibt Einzelheiten des neuen Programms zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen (CBPP2) bekannt. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2011/2011_1 1_03_schuldverschreibungen.pdf?__blob=publicationFile.

[34] Europäische Zentralbank (2014).Pressemitteilung. EZB gibt operative Modalitäten der Programme zum Ankauf von Asset-Backed Securities und gedeckten Schuldverschreibungen bekannt. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2014/2014_1 0_02_asset_backed_securities.pdf?__blob=publicationFile.

[35] Europäische Zentralbank (2010).Pressemitteilung. EZB beschließt Maßnahmen, um den starken Spannungen an den Finanzmärkten entgegenzuwirken. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2010/2010_0 5_10_massnahmen.pdf?__blob=publicationFile.

[36] Europäische Zentralbank (2011).Beschlüsse des EZB-Rats (ohne Zinsbeschlüsse).Abgerufen von https://www.ecb.europa.eu/press/govcdec/otherdec/2011/html/gc111222.de.html.

[37] Swap-Vereinbarungen ermöglichen es, die eigene Währung gegen die Partnerwährung innerhalb eines festgelegten Betrages und für eine gewisse Zeitspanne zu tauschen. Vgl. zu den Swap- Vereinbarungen und zu Devisenswapgeschäften Jarchow, Hans-Joachim (2010).Grundriss der Geldpolitik, Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 145 - 150.

[38] Europäische Zentralbank (2011).Monatsbericht Dezember. Abgerufen von https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Monatsberichte/20 11/2011_12_ezb_mb.pdf?__blob=publicationFile.

Details

Seiten
33
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668449329
ISBN (Buch)
9783668449336
Dateigröße
733 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v365722
Institution / Hochschule
Munich Business School
Note
1.0
Schlagworte
Europäische Zentralbank Geldpolitik EZB Expansive Geldpolitik Finanzkrise Weltwirtschaftskrise Geldmarktpolitik 2007 Diskurs IS-LM-Modell Outright Monetary Transactions OMT Niedrigzins

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