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Reduzierung von CO2-Emissionen an Flughäfen. Abkommen, Maßnahmen und die Situation am Flughafen München

Hausarbeit 2017 26 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Klimawandel und seine Auswirkungen
2.1 Definition des Klimawandels
2.2 Begriffsbestimmung „Co2-Emissionen“
2.3 Auswirkungen des Klimawandels

3. Internationale Abkommen zur Reduzierung von Co2-Emissionen
3.1 Weltgipfel Rio de Janeiro, 1992
3.2 Das Kyoto-Protokoll
3.3 Das Pariser Klimaabkommen

4. Maßnahmen zur Reduzierung von Co2-Emissionen an Flughäfen
4.1 Ursachen von Co2-Emissionen an Flughäfen
4.2 Möglichkeiten zur Reduzierung des Co2-Austoßes
4.3 Der LTO-Zyklus
4.3.1 Die Abflugphase
4.3.2 Das Rollen auf dem Flugfeld
4.3.3 Die Landung
4.4 Die Flugzeugabfertigung
4.4.1 Elektromobilität
4.4.2 Einsatz alternativer Kraftstoffe
4.4.3 Einsatz verbrauchsarmer Motoren/ Hybridantrieb
4.5 Alternative Antriebe in der Luftfahrt

5. Möglichkeiten der Reduzierung von Co2-Emissionen am Beispiel des Flughafen München
5.1 Umstellung der Beleuchtung
5.2 Eigene Energiewirtschaft
5.3 Bauliche Maßnahmen

6. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abb.1: Der ICAO-LTO-Zyklus …..8

Abb.2: Vergleich der Schadstoffemissionen an einem

Modellflughafen …10

Abb.3: Darstellung Continious Decent Approach 14

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Spätestens mit der Ratifizierung der Agenda 21 von Rio de Janeiro im Jahre 1992 und dem Kyoto-Protokoll 5 Jahre danach, in welchem sich fast alle Industriestaaten und die wichtigsten Schwellenländer zu einer Begrenzung und Reduzierung von CO2-Emissionen verpflichteten[1], gehören der Klimawandel und seine Folgen zu den beherrschenden Themen der Weltpolitik. Der Umgang mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen und Gegebenheiten wird eine der großen Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert und darüber hinaus darstellen. Ein endgültiger, absoluter Beweis konnte bislang noch nicht erbracht werden, jedoch ist sich die Mehrheit der Klimaforscher einig, dass der Klimawandel durch den Ausstoß sogenannter Treibhausgase zumindest begünstigt, wenn nicht sogar hervorgerufen wird. Ein großer Teil an diesen schädlichen Treibhausgasen ist auf das Co2 (Kohlendioxid) zurückzuführen, welches hauptsächlich bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie beispielsweise Kohle, Erdöl oder Erdgas, ausgestoßen wird.

Betrachtet man die Co2- Emissionen in Deutschland, so lässt sich feststellen, dass der überwiegende Anteil der Emissionen durch die Verbrennung fossiler Energieträger bei der Umwandlung von Kohle, Erdöl und Erdgas in Elektrizität und Wärme verursacht wird.

„Der Energiesektor ist mit 84,5% im Jahr 2014 die größte Quelle anthropogener Treibhausgasemissionen,…“.[2] Weitere Sektoren, welche einen hohen Ausstoß an Treibhausgasen und damit auch Kohlendioxid ausweisen, sind der Industriesektor und die Landwirtschaft, wobei letztere in Bezug auf die Klimaschädlichkeit vielmals unterschätzt wird. So zeichnet allein die Landwirtschaft für 7% der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich.[3]

Ein anderer Sektor, welcher ebenfalls zu einem hohen Ausstoß von Co2 beiträgt, ist der Verkehrssektor, welcher jedoch wieder in die einzelnen Verkehrsträger Land, Bahn, See und Luft aufgeteilt werden muss. Den größten Anteil an den Emissionen dieses Sektors hat mit ca. 95% aller Verkehrsemissionen in Deutschland der Landverkehr[4], sprich der Co2-Ausstoß von PKW und LKW im Straßenverkehr.

Die nachstehende Arbeit wird sich auf den Luftfrachtsektor beschränken, welcher im Jahr 2013 für 2,48 % aller weltweiten Co2-Emissionen verantwortlich war.[5] Im Speziellen sollen hier die technischen, rechtlichen und baulichen Maßnahmen bzw. Möglichkeiten aufgezeigt und erläutert werden, die die Reduzierung von Co2-Emissionen an Flughäfen ermöglichen.

Zunächst muss jedoch eine Definition des Klimawandels und die Auswirkungen des Co2- Ausstoßes vorgestellt werden, um anschließend die Möglichkeiten der Reduzierung im Allgemeinen und später dann auch im Speziellen darzustellen und auch auf die Notwendigkeit solcher Maßnahmen aufmerksam zu machen.

2. Der Klimawandel und seine Auswirkungen

Wie bereits erwähnt, ist für ein besseres Verständnis zur Notwendigkeit der Ergreifung von Maßnahmen eine Definition des Begriffes „Klimawandel“ und dessen Auswirkungen von Nutzen, welche in diesem Kapitel erfolgt

2.1 Definition des Klimawandels

Unter dem Begriff Klimawandel lässt sich die Veränderungen des Klimas durch den menschlichen Einfluss zusammenfassen.[6] Es wird angenommen, dass durch den Ausstoß sogenannter Treibhausgase wie beispielsweise Fluorchlorkohlenwasserstoffe, Methan und Kohlendioxid, es zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Temperaturen auf der Erde kommt, was wiederum zu einer Veränderung der klimatischen Gegebenheiten im Allgemeinen und zu extremeren Wetterereignissen im Besonderen führen wird. Da die Co2-Emissionen mit ca.76% den größten Anteil an den Treibhausgasen aufweisen und somit auch den größten Einfluss auf die Veränderungen des weltweiten Klimas besitzen[7], ist es wichtig, Maßnahmen und Möglichkeiten zu finden, welche zu einer Reduzierung dieser Emissionen führen, um somit den Klimawandel zu verlangsamen.

2.2 Begriffsbestimmung „Co2-Emissionen“

Um sich mit dem Vermeiden bzw. der Reduzierung von Co2-Emissionen auseinandersetzen zu können, ist es wichtig, die beiden Begriffe Co2 und Emissionen genauer zu erläutern.

„Co2 ist die chemische Summenformel für das aus Kohlenstoff und Sauerstoff bestehende Element Kohlenstoffdioxid, auch als Kohlendioxid bekannt. Das Gas Kohlenstoffdioxid ist farblos, gut in Wasser löslich, nicht brennbar, geruchlos und ungiftig. Es ist neben Stickstoff, Sauerstoff und sogenannten Edelgasen ein natürlicher Bestandteil der Luft und ist eines der bedeutendsten Treibhausgase.“[8]

Unter dem Begriff Emissionen versteht man die von einer Anlage oder einem technischen Vorgang in die Umgebung entweichende „feste“, „flüssige“ oder „gasförmige“ Stoffe, wobei in dieser Arbeit nur die Co2-Emissionen, das heißt die gasförmigen, betrachtet werden. Unter dem Begriff Emissionen sind zusätzlich zu den Schadstoffemissionen auch noch Lärm-, Strahlen- und Wärmeemissionen zusammengefasst.[9]

2.3 Auswirkungen des Klimawandels

Bereits heute lassen sich die Folgen des Klimawandels an konkreten Beispielen, wie beispielsweise dem Abschmelzen der Gletscher in der Arktis und den Hochgebirgen oder der Rückgang des Packeises feststellen. So sind in den letzten 200 Jahren, also seit dem Beginn der Industriellen Revolution, ca. 75% der bayrischen Gletscher verschwunden.[10]

„Der Klimawandel manifestiert sich dabei sowohl in langfristigen Klimaänderungen wie langsam steigenden Durchschnittstemperaturen, als auch in einer veränderten Klimavariabilität, also stärkeren Klimaschwankungen und häufigeren Extremwetterereignissen wie Stürme, Dürren oder Hitzesommer.“[11]

Auswirkungen dieser Dürren lassen sich heute in den Nachrichten und Zeitungen verfolgen, da sie besonders in Ländern des afrikanischen Kontinents zu schlimmen Hungersnöten führen. So sind aktuell am Horn von Afrika, 15 Millionen Menschen von Dürren betroffen, welche durch das Wetterphänomen El Nino ausgelöst wurden.[12]

Der Klimawandel hat jedoch nicht nur negative Folgen. Durch das immer dünner werdende Packeis in Nordpolarmeer ist eine Nutzung der Nord-Ost- Passage, das heißt der nördlichen Route zwischen Atlantik und Pazifik für die internationale Schifffahrt möglich.[13]

Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung der Erde viel mehr Risiken und Gefahren für die Menschheit aufweisen, als dass sich daraus langfristig ein Nutzen ziehen lässt.

Im nächsten Kapitel sollen nun ausgehend vom Kyoto-Protokoll internationale Verträge und Vereinbarungen vorgestellt werden, die sich als Ziel die weltweite Reduzierung von Co2-Emissionen gesetzt haben.

3. Internationale Abkommen zur Reduzierung von Co2-Emissionen

In diesem Kapitel sollen die drei bekanntesten und von den meisten Staaten ratifizierten internationalen Klimaabkommen in einer kurzen Abhandlung vorgestellt werden. Diese Abkommen und Verträge haben direkten Einfluss auf die Bestrebungen von Flughäfen, die Co2-Emissionen zu reduzieren, da sie auf Ebene der Vereinten Nationen beschlossen wurden, und somit für die Mehrzahl der Staaten Gültigkeit besitzen.

3.1 Weltgipfel Rio de Janeiro, 1992

Die Weltklimakonferenz von Rio de Janeiro, Brasilien, tagte mit mehr als 10.000 Delegierten aus 178 Staaten vom 03.- 14. Juni 1992. Ergebnis dieses Gipfels war die Verfassung von fünf Dokumenten, wobei die Klimaschutz-Konvention, sich eine Reduzierung der Co2-Emissionen zum Ziel gesetzt hat.[14]

Die UN-Klimarahmenkonvention, United Nations Framework Convention on Climate Change, (UNFCCC), hat sich als Ziel gesetzt, dass „ die Belastung der Atmosphäre mit Treibhausgasen auf einem Niveau stabilisiert wird, welches eine gefährliche Störung des Weltklimas verhindert. Nach Einschätzung des IPCC muss der Ausstoß an CO2 bis 2050 weltweit um mindestens 60 Prozent reduziert werden, um den Klimawandel in vertretbaren, also "ungefährlichen" Grenzen zu halten.“[15]

Maßnahmen, die zu einer Reduzierung des Co2-Austoßes führen sollen und in Rio de Janeiro beschlossen wurden, sind beispielsweise:

- die Förderung von klimafreundlichen Technologien
- die Sensibilisierung des öffentlichen Bewusstseins für die Ge- fahren und Auswirkungen des Klimawandels
- Förderung der Forschung im Bereich der Klimatologie
- die Erhaltung und Bewirtschaftung von Co2- Speichern[16]

Die Förderung dieser Maßnahmen und die Einhaltung der gesteckten Ziele soll auf den jährlich stattfindenden Klimakonferenzen, COPs, Convention of Parties, des UNFCCC, kontrolliert werden. Auch sollen hier neue Beschlüsse zur Bekämpfung des Klimawandels getroffen werden.[17]

Auf einer dieser folgenden Konferenzen wurde 1997 im japanischen Kyoto das wohl bekannteste Klimaschutzabkommen verabschiedet, das sogenannte „Kyoto- Protokoll“, welches nun vorgestellt werden soll.

3.2 Das Kyoto-Protokoll

Das Kyoto- Protokoll ist das wohl bekannteste weltweite Klimaabkommen. Es wurde am 11. Dezember 1997 in der japanischen Stadt Kyoto verabschiedet und trat im Jahre 2005 in Kraft.[18] In diesem Protokoll verpflichten sich die teilnehmenden Staaten ebenfalls zu einer Reduzierung der Co2- Emissionen. Als ein Merkmal dieses Protokolls wurde ein 5-jähriger Verpflichtungszeitraum festgehalten, in welchem sich die teilnehmenden Staaten zur Einhaltung der verabschiedeten Ziele verpflichten. So dürfen die Verpflichtungen in einem Jahr dieser Periode überschritten werden, wenn extreme Wetterbedingungen oder Wirtschaftsschwankungen dazu führen sollten. Die erste Verpflichtungsperiode wurde von 2008 bis 2012 festgesetzt.[19]

Ein weiterer interessanter Aspekt in Bezug auf die Reduzierung der Co2-Emissionen wurde im Bereich der Luftfahrt aufgenommen. So wurde durch das Kyoto-Prokoll Druck auf die ICAO, die International Civil Aviation Organisation, ausgeübt, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und Lösungen für eine Reduzierung zu finden. Denn obwohl der internationale Luftverkehr im Jahr 1992 nur 3,5 % zu den Co2-Emissionen beitrug, so wurde damit gerechnet, dass sich diese bis zum Jahr 2050 verzehnfachen könnten.[20]

Die letzte große Klimakonferenz, die nun vorgestellt wird, ist die Pariser Klimakonferenz aus dem Jahr 2015.

3.3 Das Pariser Klimaabkommen

Die Pariser Klimakonferenz, COP21, die 21th conference of the parties, wurde im Dezember 2015 abgehalten und setzte sich als Ziel, ein verbindliches Abkommen zur Einhaltung einer Obergrenze der Erderwärmung zu verabschieden.“

Its central aim is to strengthen the global response to the threat of climate change by keeping a global temperature rise this century well below 2 degrees Celsius above pre-industrial levels and to pursue efforts to limit the temperature increase even further to 1.5 degrees Celsius. The Agreement also aims to strengthen the ability of countries to deal with the impacts of climate change.“[21]

Das Abkommen wurde zur Überraschung vieler auch von den USA und der Volksrepublik China unterzeichnet, womit die beiden größten Verursacher von Co2-Emissionen sich auch zur Einhaltung der vereinbarten Klimaziele verpflichten.

Nachdem nun der Klimawandel, seine Ursachen und Auswirkungen dargestellt wurden und nun auch die wichtigsten internationalen Abkommen zur Reduzierung des Co2-Ausstoßes bekannt sind, wird in den nächsten Kapiteln zunächst auf die theoretischen Maßnahmen zur Reduzierung von Co2-Emissionen eingegangen, um im Anschluss an ausgewählten Flughäfen konkrete Beispiele der Reduzierung aufzuzeigen.

4. Maßnahmen zur Reduzierung von Co2-Emissionen an Flughäfen

Bevor nun im Folgenden Maßnahmen zur Reduzierung des Co2-Ausstoßes vorgestellt werden, sind zunächst die unterschiedlichen Ursachen dieser Emissionen herauszustelllen.

[...]


[1] vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2017), o.S.

[2] Umweltbundesamt (2015), o.S.

[3] vgl. Umweltbundesamt (2015), o.S.

[4] vgl. Umweltbundesamt (2015), o.S.

[5] vgl. Statista (2017), o.S.

[6] Gabler (2017), Klimawandel

[7] vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung, Seite 1

[8] co2-online (2017), o.S.

[9] vgl. Umweltdatenbank (2017), o.S.

[10] vgl. BR.de (2015), o.S.

[11] Umweltbundesamt (2016), o.S.

[12] vgl. Tagesschau.de (2017), o.S.

[13] vgl. Welt.de (2009), o.S.

[14] vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit (2015): Weltgipfel Rio de Janeiro, 1992, o.S.

[15] Lexikon der Nachhaltigkeit (2015):Klimarahmenkonvention, o.S.

[16] vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit (2015):Klimarahmenkonvention, o.S

[17] vgl. UNFCCC (2014): First steps to a safer future, o.S.

[18] vgl. UNFCCC (2014): Kyoto Protocol, o.S.

[19] vgl. Oberthür, Ott (2000), Seite 173

[20] vgl. Oberthür, Ott, (2000), Seite 155

[21] UNFCCC (2014): Background on the UNFCCC, o. S

Details

Seiten
26
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668493063
ISBN (Buch)
9783668493070
Dateigröße
919 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368077
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Flughafen Reduzierung von Co2 Emissionen

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