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Der Effekt eines Terroranschlags auf die Wahrscheinlichkeit, Materialist zu sein. Ergebnisse eines natürlichen Experiments

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 25 Seiten

Politik - Methoden, Forschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Politische Reaktionen auf Terroranschläge in Frankreich und Deutschland in den letzten beiden Jahren

2 Der Effekt von Terroranschlägen auf Werte und auf die Wahrscheinlichkeit, Materialist zu sein
2.1 Theorie: Terroranschlag als Periodeneffekt und dessen Auswirkungen auf Werte nach Ronald Inglehart
2.2 Der Terroranschlag vom 14. Juli 2011 in der Türkei
2.3 Hypothesen
2.3.1 Hypothese 1: Mehr Materialisten und steigende Wichtigkeit von Sicherheitsbedürfnissen nach einem Terroranschlag
2.3.2 Hypothese 2: Höhere Wahrscheinlichkeit, nach einem Terroranschlag Materialist zu sein als davor
2.4 Daten und Operationalisierung
2.4.1 Abhängige Variable
2.4.2 Unabhängige Variable
2.4.3 Kontrollvariablen
2.5 Deskriptive und multivariate Analyse
2.5.1 Deskriptive Analyse zu Hypothese 1
2.5.2 Deskriptive und multivariate Analyse zu Hypothese 2
2.6 Fazit, zusammenfassende Diskussion und Einschränkung

3 Umgang der Bevölkerung mit Terroranschlägen

Literaturverzeichnis

Abstract

Ausgangspunkt für die Arbeit sind Untersuchungen zu den Terroranschlägen vom 11.09.2001 in den Vereinigten Staaten von Amerika. Hier wurde festgestellt, dass nach den Anschlägen Sicherheitsbedürfnisse für die Bevölkerung wichtiger waren als vorher. Für die weitere Arbeit werden diese Sicherheitsbedürfnisse nach RonaldInglehart als typisch materialistische Werte definiert. Anschließend soll die Frage beantwortet werden, wie ein Terroranschlag die Wahr­scheinlichkeit verändert, als Materialist eingestuftzu werden. Dazu wird der Terroranschlag vom 14.07.2011 in der Türkei mit den Daten der sechsten Welle des World Values Survey untersucht, wodurch ein Natürliches Experiment entsteht Die Ergebnisse zeigen, dass sich ge­nerell nach dem Terroranschlag mehr Materialisten finden als vorher. Allerdings kann diese Verschiebung nicht komplett mit wichtiger werdenden Sicherheitsbedürfnissen erklärt werden. Zudem steigt zwar die Wahrscheinlichkeit, nach einem Terroranschlag als Materialist einge­stuft zu werden im Vergleich zu Personen, die vor dem Terroranschlag befragt wurden. Aller­dings ist der Effekt statistisch nicht signifikant. So kann auf die Frage, wie ein Terroranschlag die Wahrscheinlichkeit verändert, Materialist zu sein, keine verlässliche Antwort gegeben wer­den.

Stichworte: Sicherheitsbedürfnisse · Materialismus / Post-Materialismus · Inglehart · Terror­anschläge · Natürliches Experiment

1 Politische Reaktionen auf Terroranschläge in Frankreich und Deutschland in den letz­ten beiden Jahren

Am 19. Dezember 2016 fuhr ein Lastwagen in einen Berliner Weihnachtsmarkt. Bei diesem Terroranschlag wurden mindestens zwölf Personen getötet (Spiegel Online 2016). Als Reaktion darauf einigten sich wenige Tage später Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) auf gesetzgeberische Änderungen und Konsequenzen (Bundesministerium des Inneren 2017). De Maizière beschrieb die Maßnahmen als „vernünf­tige Ergebnisse, die die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutsch­land erhöhen.“ Dies sei „in diesen Zeiten ein wichtiges Signal für unser Land“ (Bundesministerium des Inneren 2017). Scheinbar reagierte die Bundesregierung damit auf ein von ihr empfundenes gestiegenes Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung nach dem Terroran­schlag vom 19.12.2016.

Ähnlich Abläufe ließen sich ca. ein Jahr zuvor nach den Terroranschlägen am 13. November 2015 in Frankreich verfolgen. Diesen Anschlägen fielen in Paris über 100 Menschen zum Opfer (Neue Züricher Zeitung 2015). Als Reaktion darauf verhing die französische Regierung den Ausnahmezustand mit dem Ziel, die Sicherheit in Frankreich zu verbessern (La service public de la diffusion du droit 2015).

Diese zwei Beispiel zeigen, dass Regierungen auf einen Terroranschlag in ihrem Land offen­sichtlich nach ähnlichen oder zumindest vergleichbaren Mustern reagieren. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten bzw. zu verbessern, werden nach einem Terroranschlag be­stimmte Maßnahmen ergriffen oder Gesetze verabschiedet. Diese Aktionen basieren dabei au­genscheinlich auf der Prämisse, dass Bürgerinnen und Bürger nach einem Terroranschlag ein größeres Bedürfnis nach Sicherheit haben als vor einem Anschlag. Jedoch ist unklar, ob diese Prämisse tatsächlich haltbar ist:

Sind nach einem Terroranschlag Sicherheitsbedürfnisse, die allgemein als typisch materialisti­sche Werte[1] gelten und in der folgenden Arbeit auch als solche eingestuft werden, für die Be­völkerung wirklich wichtiger als davor?

Dementsprechend sollen in der anstehenden Arbeit die Folgen eines Terroranschlags für das Wertesystem der betroffenen Bevölkerung insbesondere auf Sicherheitsbedürfnisse untersucht werden. Dazu wird die Frage bearbeitet, wie ein Terroranschlag die Wahrscheinlichkeit verän­dert, Materialist zu sein. Zur Beantwortung ist die Arbeit dabei wie folgt aufgebaut:

Zu Beginn steht ein kurzer Überblick über den aktuellen Forschungsstand bezüglich der Wer­teänderung durch Terroranschläge. Auf dieser Basis, gepaart mit den theoretischen Grundlagen der Materialismus/Post-Materialismusforschung nach Ronald Inglehart, werden im Anschluss zwei Hypothesen formuliert. Folgend werden die entsprechenden Daten und Operationalisie­rungen dargestellt. Anschließend werden die beiden Hypothesen getestet, um die Forschungs­frage zu beantworten. Ein Fazit mit zusammenfassender Diskussion und kritischer Einschrän­kung schließt die Arbeit letztlich ab.

2 Der Effekt von Terroranschlägen auf Werte und auf die Wahrscheinlichkeit, Materia­list zu sein

Grundlegend für die Forschung zu Werteänderungen in Folge eines Terroranschlags sind die Arbeiten zu den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten von Amerika (9/11). Zum ersten Mal wurde hier im Zusammenhang mit einem Terroranschlag unter anderem untersucht, welchen Einfluss 9/11 auf die Werte Jugendlicher hatte (Murphy น. a. 2006). Zudem wurde gemessen wie sich Werte vor und nach den Terroranschlägen generell unterscheiden (Murphy น. a. 2004).

In letztgenannter Arbeit definieren die Autoren einen Terroranschlag im Sinne Milton Rokeachs als „kulturelle Unruhe“ (Murphy น. a. 2004: 81). Diese Unruhe ist in der Lage, das Wertesystem eines Menschen zu ändern (Murphy น. a. 2004: 81; Rokeach 1973: 37). Ausge­hend von dieser Annahme wurde analysiert, welche Werte vor und nach 9/11 als wichtig bzw. unwichtig angesehen wurden. Dadurch konnte untersucht werden, wie sich diese Bewertungen durch den Terroranschlag änderten. Die wesentlichen Ergebnisse zeigen, dass nach 9/11 vor allem Werte, die das überleben und die Sicherheit betreffen, zusammengefasst als Sicherheits­bedürfnisse, als wichtiger eingestuft wurden als vor den Anschlägen (Murphy น. a. 2004: 81). Die Erkenntnisse decken sich dabei mit früheren ähnlichen Untersuchungen Rokeachs. Dem­nach bleiben Werte zwar über Zeit relativ konstant, durch eine kulturelle Unruhe oder ein emo­tionales Ereignis, wie einen Terroranschlag, können sie jedoch eine temporäre Veränderung erfahren (Murphy น. a. 2004: 93). Diese Studie von Murphy et al. sowie vergleichbare Arbeiten Rokeachs beschränken sich jedoch lediglich auf die Vereinigten Staaten von Amerika (Murphy น. a. 2004: 92) Deshalb stellt sich die Frage, ob die Erkenntnisse auch auf andere Terroran­schläge bzw. andere Länder übertragen bzw. verallgemeinert werden können (Murphy น. a. 2004: 93).

Um dazu einen entsprechenden Beitrag zu leisten, wird für die folgende Arbeit der Terroran­schlag vom 14. Juli 2011 in der Türkei verwendet und mit Daten der sechsten Welle des World Values Survey (WVS) untersucht. Sowohl der Terroranschlag als auch der World Values Sur­vey und die Vorteile dieser Auswahl werden im Weiteren noch näher vorgestellt. Es sei jedoch bereits hier erwähnt, dass der genannte Terroranschlag in den Zeitraum der Erhebung des WVS fällt, sodass die Befragten später in zwei Gruppen Terroranschlag erfahren (Treatmentgruppe) / Terroranschlag nicht-erfahren (Kontrollgruppe) eingeteilt werden können. Dadurch entsteht ein Natürliches Experiment. Sowohl die Forschungsfrage wie ein Terroranschlag die Wahr­scheinlichkeit verändert, Materialist zu sein, als auch die entsprechenden Fragen im WVS be­ziehen sich auf die Unterscheidung zwischen Materialisten und Post-Materialisten nach Ronald Inglehart. Deshalb wird ทนท zunächst dessen Ansatz kurz vorgestellt und mit den oben darge­stellten Erkenntnissen zu 9/11 auf Basis Rokeachs verknüpft.

2.1 Theorie: Terroranschlag als Periodeneffekt und dessen Auswirkungen auf Werte nach Ronald Inglehart

In seinem Hauptwerk „The Silent Revolution“ (1977) versucht Inglehart die Frage zu beant­worten, warum der von ihm diagnostizierte Wertewandel stattfindet (Inglehart 1977: 21). Ne­ben beispiellosem Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg macht er auf theoretischer Ebene zunächst auch die Abwesenheit von Krieg für diesen Wertewandel verantwortlich, da „Men­schen sicher sind und genug zu essen haben“ (Inglehart 1977: 21f.). Daraus folgt, dass jüngere Gruppen, und darunter vor allem jene, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden, öko­nomischer und physischer Sicherheit weniger Bedeutung zukommen lassen als ältere (Inglehart 1977: 23). Personen, die also in Zeiten von Frieden und Wohlstand aufwuchsen, sollten eher typisch post-materialistische Werte präferieren, wie etwa die Wichtigkeit der freien Rede oder der politischen Partizipation (Inglehart 1977: 28f.). Erste Untersuchungen stützen diese Über­legungen. Sie zeigen, dass ältere Personen materialistischere Wertprioritäten haben als jüngere, und im Gegensatz jüngere eher post-materialistische Werte präferieren als ältere[2] (Inglehart 1977: 31, 1977: 36). In weiteren Erhebungen konnte Inglehart wiederholt darlegen, dass ältere Kohorten materialistischer sind als jüngere. Je jünger also eine Kohorte ist, desto post-materi­alistischer sind ihre Werteprioritäten im Vergleich zu älteren Kohorten (Inglehart 1985: 105).

Allerdings zeigte Inglehart wie bereits Rokeach, dass sich die Werte einer Kohorte über Zeit kaum ändern (Inglehart 1985: 107).

Ähnlich wie Rokeach sieht aber auch Inglehart einen möglichen Einfluss kurzfristiger Ereig­nisse. Er bezeichnet diese Ereignisse als Periodeneffekte (Inglehart 1985: 103). Diese besitzen die Chance, vorübergehende Werteveränderungen zu verursachen. Periodeneffekte sorgen da­mit unter Umständen dafür, dass eine Kohorte, die sich eigentlich hin zu Post-Materialismus entwickeln sollte, aufgrund dieses Periodeneffekts kurzzeitig mehr zu materialistischen Werten tendieren könnte (Inglehart 1985, 2016: 217, 2016: 219). Zu Periodeneffekten zählt Inglehart neben anderen vor allem ökonomische Ereignisse, wie zum Beispiel eine steigende Inflations­rate (Inglehart 1985: 103, 2008: 135). Es konnte jedoch gezeigt werden, dass auch Terroran­schläge starke und zeitweilige wirtschaftliche Folgen haben (Arbel น. a. 2010; Spilerman und Stecklov 2009). So kann im Sinne Ingleharts ein Terroranschlag als Periodeneffekt betrachtet werden, durch den sich Werte ebenfalls schnell und kurzfristig ändern können. Nach Rokeach stellen Terroranschläge damit kulturelle Unruhen bzw. emotionale Ereignisse dar. Im Sinne Ingleharts gelten sie als Periodeneffekte. Deshalb können Erkenntnisse der oben angesproche­nen Arbeiten zu 9/11 basierend auf Rokeach auch auf Inglehart und seine Unterscheidung zwi­schen Materialismus und Post-Materialismus mithilfe unterschiedlicher Wertprioritäten über­tragen werden.

Wie bereits angeführt, waren den Befragten nach 9/11 Sicherheitsbedürfnisse deutlich wichti­ger als vorher. Darauf aufbauend kann davon ausgegangen werden, dass nach einem Terroran­schlag generell Sicherheitsbedürfnisse eine größere Rolle spielen. Dadurch wird die betroffene Gesellschaft nach dem Periodeneffekt Terroranschlag zumindest kurzfristig eher zu Materia­lismus tendieren als zu Post-Materialismus, da Sicherheitsbedürfnisse nach Inglehart, wie unten noch genauer erläutert wird, typisch materialistische Werte sind (Inglehart 1977: 42). Um letzt­endlich die Forschungsfrage der Arbeit zu beantworten, werden mithilfe dieser Überlegungen im weiteren Verlauf zwei Hypothesen formuliert und entsprechend getestet.

2.2 Der Terroranschlag vom 14. Juli 2011 in der Türkei

Um die Erkenntnisse von 9/11 auch auf andere Terroranschläge, Länder und Gesellschaften zu übertragen und zu verallgemeinern, wird für diese Arbeit der Terroranschlag vom 14. Juli 2011 in der Türkei genutzt. An diesem Tag wurde insgesamt 13 türkische Soldaten von der Arbei­terpartei Kurdistans (PKK) getötet (Kayali 2011). Zwar unterliegt Terror bzw. Terrorismus kei- ner universellen Definition (Matusitz 2013: 23). Dennoch kann von einer allgemein akzeptier­ten Definition gesprochen werden, die für diese Arbeit verwendet wird: Terror bzw. Terroris­mus ist demnach der „Gebrauch von Gewalt, um aus (1) politischen, (2) religiösen, oder (3) ideologischen Gründen Angst zu erzeugen“ (Matusitz 2013: 23f.). Zudem gilt die PKK nach Einstufung beispielsweise des Außenministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika oder des Rates der Europäischen Einion als Terrororganisation (Amtsblatt der Europäischen Einion 2016: 4; Matusitz 2013: 6; Rat der Europäischen Einion 2016; El. S. Department of State 2017). Dementsprechend kann das Ereignis vom 14. Juli 2011 als Terroranschlag gesehen werden. Problematisch für die weitere Analyse könnte allerdings sein, dass es im Befragungszeitraum der genutzten Daten noch zwei weitere Anschläge gab: Am 24. Juli mit drei (AlertNet 2011) und am 17. August mit acht Todesopfern (BBC 2017). Dennoch wird für die weitere Arbeit davon ausgegangen, dass der Terroranschlag vom 14. Juli in der Bevölkerung die höchste Sa- lienz aufwies, und somit den größten Einfluss auf das Wertesystem der Befragten hatte. Dieser Eindruck lässt sich etwa durch die höchste Zahl an Todesopfern am 14. Juli im Vergleich zu den beiden anderen Anschlägen stützen oder auch durch das größte Interesse am Sichtwort „Terror“ bei Google Trends wenige Tage nach dem 14. Juli in der Türkei wiederum auch im Vergleich zum 24. Juli und zum 17. August (google.com 2017).

2.3 Hypothesen

2.3.1 Hypothese 1: Mehr Materialisten und steigende Wichtigkeit von Sicherheitsbedürf­nissen nach einem Terroranschlag

Ausgehend von den oben dargestellten Erkenntnissen zu 9/11, sollten Sicherheitsbedürfnisse nach dem Terroranschlag wichtiger sein als davor. Da Sicherheitsbedürfnisse typisch materia­listische Werte sind, sollten nach dem Terroranschlag folglich anteilig mehr Personen als vor dem Terroranschlag als Materialisten eingestuft werden. Wesentlich für diesen Schub hin zu mehr Materialisten müsste dabei die steigende Wichtigkeit des materialistischen Werts Sicher­heitsbedürfnis nach dem Terroranschlag sein. Entsprechend lauten die ersten beiden Teilhypo­these:

Hla: Nach dem Terroranschlag vom 14. Juli 2011 in der Türkei gibt es anteilig mehr Materialisten als vorher

Hib: Ausschlaggebendfür diesen Schub ist die steigende Wichtigkeit des materialistischen Wertes Sicherheitsbedürfnis unter den Befragten

2.3.2 Hypothese 2: Höhere Wahrscheinlichkeit, nach einem Terroranschlag Materialist zu sein als davor

Mit Hypothese 2 soll anschließend die Forschungsfrage beantwortet werden. Dazu wird unter­sucht, wie sich die Wahrscheinlichkeit verändert, nach dem Terroranschlag als Materialist ein­gestuft zu werden im Vergleich zu Personen, die vor dem Terroranschlag befragt wurden. Aus­gangspunkt ist dabei Hypothese 1 und die dort postulierte steigende Wichtigkeit von Sicher­heitsbedürfnissen nach einem Terroranschlag, die typisch materialistische Werte darstellen. So wird folgende zweite Hypothese formuliert:

H2: Befragte nach dem Terroranschlag vom 14. Juli 2011 in der Türkei haben eine größere Wahrscheinlichkeit Materialist zu sein als solche, die vor dem Terroranschlag befragt wurden

2.4 Daten und Operationalisierung

Für die Analyse wird die sechste Welle des wvs verwendet (World Values Survey 2017). Zwischen dem 30. Juni und dem 25. August 2011 wurden in der Türkei insgesamt 1.605 Per­sonen befragt. Damit liegt Terroranschlag vom 14. Juli 2011 im Befragungszeitraum. Zudem enthält die sechste Welle des wvs Fragen zu Wertorientierungen und somit zur Einteilung in Materialisten und Post-Materialisten. Dieses Kombination aus Terroranschlag als natürliches Ereignis und parallele Erhebung für den wvs ergeben eine einzigartige Möglichkeit für ein Natürliches Experiment (Legewie 2013: 1207). Mit diesem Natürlichen Experiment kann im Sinne der Forschungsfrage die Veränderung der Wahrscheinlichkeit, nach einem Terroran­schlag als Materialist eingestuft zu werden, kausal untersucht werden. Durch das Treatment Terroranschlag erlebt / Terroranschlag nicht erlebt können die Befragten für die weitere Ana­lyse in zwei Gruppen geteilt werden: In die Kontrollgruppe, die vor dem Terroranschlag und in die Treatmentgruppe, die nach dem Terroranschlag befragt wurde.

[...]


[1] Eine detaillierte Darstellung der Erhebung und der Unterscheidung zwischen materialistischen und post-materi­alistischen Werten folgt unter 2.4 Daten und Operationalisierung

[2] Eine detaillierte Darstellung der Erhebung und der Unterscheidung zwischen materialistischen und post-materi­alistischen Werten folgt unter 2.4 Daten und Operationalisierung

Details

Seiten
25
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668466890
Dateigröße
701 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368356
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,3
Schlagworte
Politische Soziologie Sicherheitsbedürfnisse Materialismus Post-Materialismus Inglehart Terroranschläge Türkei Natürliches Experiment World Values Survey PKK Terroranschlag Sicherheitsbedürfnis

Autor

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Titel: Der Effekt eines Terroranschlags auf die Wahrscheinlichkeit, Materialist zu sein. Ergebnisse eines natürlichen Experiments