Lade Inhalt...

Der Oman als Beispiel für nachhaltigen Tourismus? Analyse des touristischen Potentials hinsichtlich der Nachhaltigkeit (Unterrichtsentwurf, Leistungskurs 12. Klasse)

Unterrichtsentwurf 2016 27 Seiten

Didaktik - Geowissenschaften / Geographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Längerfristige Unterrichtszusammenhänge
1.1 Darstellung der Unterrichtsreihe
1.2 Lerngruppenanalyse und Lernausgangslage
1.3 Die Unterrichtssequenz im Reihenkontext

2 Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde
2.1 Stundenziel und Teillernziele
2.2 Verlaufsplan
2.3 Begründung zentraler Aspekte der Unterrichtskonzeption

3 Quellenverzeichnis
3.1 Sekundärliteratur
3.2 Quellen aus Zeitschriften
3.3 Onlinequellen

4 Anhang
4.1 Aufgabenstellungen und Materialien
4.2 Erwartete Ergebnisse der Gruppenarbeiten
4.3 Ergebnisblatt
4.4 Aufgabenblatt Hausaufgabe

1 Längerfristige Unterrichtszusammenhänge

1.1 Darstellung der Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[1] [2] [3]

1.2 Lerngruppenanalyse und Lernausgangslage

Bei der Lerngruppe handelt es sich um einen Leistungskurs der zwölften Jahrgangsstufe im Fach Erdkunde. Dieser Leistungskurs findet wöchentlich fünfstündig statt. Seit diesem Schuljahr begleitete ich den Leistungskurs von Herrn XXX. Zu Beginn hospitierte ich, anschließend übernahm ich eine Doppelstunde des Unterrichts im Rahmen des Ausbildungsunterrichts. An den weiteren drei Stunden konnte ich nicht teilnehmen, da ich zu dieser Zeit im bedarfsdeckenden Unterricht eingesetzt wurde. Der Kurs besteht aus insgesamt 18 SuS, wobei mit acht Schülerinnen und zehn Schülern das Geschlechterverhältnis fast ausgeglichen ist. Die SuS des Kurses pflegen einen guten Umgang untereinander und gehen respektvoll miteinander um. Sie sind insgesamt als funktionierende Gemeinschaft zu bezeichnen. Lediglich ein Schüler ist nicht ganz in den Kurs integriert. Einen Hinweis darauf gibt die Sitzordnung, da der Schüler alleine sitzt. Es handelt sich um einen eher introvertierten Schüler, der sich wenig am Unterricht beteiligt und auch außerhalb des Unterrichts eher als Außenseiter von mir wahrgenommen wird. Wenn er einen Wortbeitrag leistet, spricht er langsam und oftmals auch redundant. Die anderen SuS kennen dieses Verhalten und akzeptieren es, wobei zum Teil ablehnende Reaktionen der SuS zu beobachten sind. Bekannt ist, dass der Schüler längere Zeit krank war und sich auch aktuell noch in ärztlicher Behandlung befindet. Durch Gruppenarbeiten mit unterschiedlichen Zusammenstellungen versuche ich, dass er mit unterschiedlichen SuS arbeitet und dadurch besser in die Gruppe integriert wird.

Da sich der Kurs aus SuS zweier Erdkundekursen aus der Einführungsphase zusammensetzt, ist die Lernausgangslage der SuS unterschiedlich. So sind Differenzen bezüglich der inhaltlichen und methodischen Vorkenntnisse zu beobachten. Um diese ungleichen Voraussetzungen im Verlauf der Qualifikationsstufe zu reduzieren, werden zentrale inhaltliche Aspekte, beispielsweise das Nachhaltigkeitsdreieck, wiederholend behandelt und wichtige methodische Sozialformen (z.B. der Ablauf einer kooperativen Gruppenarbeit) eingeübt sowie der Umgang mit geographischen Methoden vertiefend thematisiert. Der Kurs ist motiviert und leistungsstark und das Lernklima insgesamt als positiv zu beschreiben. In Stillarbeitsphasen zeigen sich die SuS konzentriert und es wird ergebnisorientiert gearbeitet. Die Heterogenität der Gruppe wird allerdings bei Unterrichtsgesprächen deutlich. So gibt es einige SuS, die sich sehr häufig melden, von anderen gehen hingegen kaum Wortmeldungen aus. Auch die Qualität der Beiträge ist unterschiedlich. Um dieser heterogenen Lerngruppe gerecht zu werden und um die Leistungsunterschiede im Verlauf des Schuljahrs zu reduzieren, wird die Erarbeitung häufig im Rahmen von kooperativen Arbeitsformen mit leistungsheterogener Zusammensetzung durchgeführt. Durch diese Arbeitsform soll nicht nur differenzierter Unterricht gewährleistet, sondern auch ein Beitrag zur Integration des oben beschriebenen Schülers geleistet werden. Auch die abwechslungsreiche und handlungsorientierte Gestaltung des Unterrichtes soll eine Aktivierung verschiedener Lernkanäle ermöglichen und damit verschiedene Lerntypen bedienen. Umgesetzt werden soll dies dadurch, dass Methoden- und Medienwechsel stattfinden und dass die SuS innerhalb der Thematik so oft wie möglich einen Bezug zu ihrem eigenen Leben herstellen können. Weiterhin wird versucht möglichst viel Verantwortung und Aufgaben an die SuS zu übertragen, damit diese lernen selbstständig und eigenverantwortlich zu agieren. Im Rahmen der Einbindung moderner Medien wird in dem Leistungskurs mit der Diercke - App[4] gearbeitet. Den SuS ist es erlaubt während des Unterrichtes Fachbegriffe mit Hilfe der App nachzuschauen.

1.3 Die Unterrichtssequenz im Reihenkontext

Die gezeigte Unterrichtsstunde ist die elfte Unterrichtsstunde der Reihe: „Chance und Risiko zugleich? Tourismus als ein Wirtschaftsfaktor für unterschiedlich entwickelte Räume“ mit dem Thema „Ein Land voller Geschichte, Natur und Kultur - Oman als Beispiel für nachhaltigen Tourismus? Analyse des touristischen Potentials hinsichtlich der Nachhaltigkeit“. Legitimiert wird die Stunde und ebenso die Reihe mit Hilfe der Landesvorgaben Nordrhein-Westfalens für die Sekundarstufe II des Leistungskurses in Geographie.[5] Die Reihenthematik ist im Lehrplan unter dem Themenfeld „Dienstleistungen in ihrer Bedeutung für Wirtschafts- und Beschäftigungsstrukturen“ unter Inhaltsfeld sieben zu finden. Inhaltlicher Schwerpunkt der Reihe ist es unter anderem, den „Wirtschaftsfaktor Tourismus in seiner Bedeutung für unterschiedlich entwickelte Räume“ zu untersuchen.[6] Die SuS sollen die „[…] naturräumliche und infrastrukturelle Ausstattung einer Tourismusregion sowie deren Wandel aufgrund der touristischen Nachfrage […]“ verstehen und bewerten.[7] Dabei sollen die SuS „[…] unter Einbezug verschiedener Modelle Bedeutung und raumzeitliche Entwicklung des Tourismus“[8] erklären können und die […] Aussagemöglichkeiten und -grenzen von modellhaften Darstellungen der Tourismusentwicklung […][9] im Sinne der Urteilskompetenz kritisch hinterfragen. Eine weitere Sachkompetenz wird dahingehend gefördert, dass die SuS „[…] Folgen unterschiedlicher Formen des Tourismus in verschiedene Konzepte der Nachhaltigkeit […][10] einordnen und Tourismusregionen bezüglich ihrer Nachhaltigkeit beurteilen. Auch das eigene Reiseverhalten soll im Sinne der Nachhaltigkeit kritisch hinterfragt werden.[11] Ebenfalls ist die Reihenthematik im schulinternen Lehrplan der Gesamtschule Mittelkreis zu finden.[12] Die Gestaltung der Unterrichtsreihe orientiert sich weiterhin an den im Lehrplan geforderten Gestaltungsprinzipien des Unterrichts, wobei vor allem auf selbstständiges Arbeiten und wechselnde kooperative Arbeitsformen, aber auch auf frontale Phasen, wie beispielsweise das gelenkte Unterrichtsgespräch, um Ergebnisse zu bündeln und zu sichern, Wert gelegt wird. Ein weiteres Ziel der Reihe ist es, dass die SuS verstehen, welche Entwicklungsmöglichkeiten Tourismus bietet, welche Gefahren allerdings auch von ihm ausgehen. Um einen möglichst hohen Gegenwartsbezug für die SuS zu erreichen, wurden die Tourismusbeispiele Mallorca und Dubai ausgewählt. Sowohl Mallorca als auch Dubai sollten den SuS durch dessen Präsenz in den Medien bekannt sein, eventuell waren einige von ihnen auch schon selbst vor Ort. Vor allem Dubai wirkt auf junge Menschen durch seine außergewöhnlichen Bauten und Zukunftspläne anziehend und spannend.[13] Laut Klafki können sich die SuS durch diese Lebensweltbezüge besser in die Thematik hineinversetzen, sich mehr mit diesen Inhalten identifizieren und somit auch besser über diese diskutieren.[14] Der Lehrplan des Leistungskurses fordert, dass die SuS sich mit mehreren Tourismusmodellen kritisch auseinandersetzen. Ich habe mich für das „Lebenszyklusmodell“ von Butler und das „Drei-Phasen-Modell“ von Vorlaufer entschieden. Ausschlaggebend für die Entscheidung für das Modell von Butler war vor allem dessen einfache Übertragbarkeit auf verschiedene Regionen und Situationen. Das Modell erlaubt es touristische Destinationen in ihren aktuellen Situationen zu beschreiben und eine weitere Entwicklung vorauszusagen.[15]

Allgemein fokussiert die Unterrichtsreihe die induktive Arbeitsweise, bei der die SuS durch Beobachten und Analysieren eines Gegenstandes oder Sachverhaltes selbstständig Gesetzmäßigkeiten und Modelle erarbeiten.[16] Dieses Vorgehen bietet den Vorteil, dass die SuS den Verallgemeinerungsprozess selbst vollziehen und damit das Gelernte leichter einprägen können.[17] So wird auch das Lebenszyklusmodell von Butler induktiv anhand des Beispiels des Tourismus auf Mallorca erschlossen, bevor das Modell eingeführt und anschließend mit Hilfe eines lebendigen Diagramms[18] eingeübt wird. Ich habe mich für die Methode des lebendigen Diagramms entschieden, da es das Ziel der modernen Geographie ist, die objektiv empirische Welt mit der subjektiv erlebten Welt der SuS zu verbinden.[19] Diese konstruktivistische Vorgehensweise kann mit Hilfe eines lebendigen Diagramms gewährleistet werden. Ein lebendiges Diagramm ermöglicht den SuS nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Grafik, sondern durch die materielle Aufarbeitung auch eine emotionale Begleitung des Prozesses. Der Einsatz von lebendigen Diagrammen soll also dazu beitragen, dass die Lernenden einen Blick auf die, hinter den Linien und Säulen versteckte, Lebenswirklichkeit werfen und dadurch für die Grafik, bzw. in diesem Fall das Modell, ein tieferes Verständnis entwickeln.[20] Durch diese anschauliche Vorgehensweise soll die Methode gleichzeitig die Motivation der SuS steigern.

Letztlich findet eine Modellkritik seitens der SuS statt, indem diese beurteilen, wo das Modell Stärken und Schwächen aufweist. Diese Beurteilung erweitert ihre Methoden- und Urteilskompetenz. Das Drei-Phasen-Modell von Vorlaufer wird gegen Ende der Reihe mit Hilfe eines Planspiels[21] eingeführt und anschließend auf das Beispiel des Tourismus auf den Philippinen angewendet. Die Methodik des Planspiels hat den Vorteil, dass die SuS durch den spielerischen Charakter motiviert werden selbstständig in der Gruppe zu interagieren und Entscheidungen zu treffen, was wiederum ihre Urteilskompetenz und Sozialkompetenz fördert.[22]

Die Vorteile des Modells sind, dass sehr anschaulich in einzelnen Phasen dargelegt wird, ob Disparitäten mit Hilfe des Tourismus abgebaut werden können und inwiefern sich der Raum mit der Zeit durch den Tourismus verändert.[23] Einen Schwerpunkt der Reihe bildet die Einordnung und Beurteilung des Tourismus anhand seiner Nachhaltigkeit. Das Fach Erdkunde hat übergeordnet den Auftrag, im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung das Bewusstsein der SuS für Umwelt und Nachhaltigkeit zu stärken und sie dazu anzuregen sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.[24] Dabei wird induktiv am zuvor thematisierten Raumbeispiel Mallorca das Nachhaltigkeitsdreieck wiederholt und die Aspekte von sanftem und nachhaltigem Tourismus erarbeitet.[25] Die SuS sollen an dieser Stelle mit Hilfe des Reisesterns[26] ihr eigenes Reiseverhalten kritisch hinterfragen. Somit wird ein Lebensweltbezug zum Alltag der SuS hergestellt. Von dieser individuellen Handlungsebene wird nun auf die Sachebene gewechselt und die SuS sollen die Nachhaltigkeit des Tourismus der Stadt Dubai und der des Landes Oman untersuchen und miteinander vergleichen. Die Vereinigten Arabischen Emirate und der Oman grenzen nicht nur räumlich aneinander, auch die Politik beider Länder sieht vor, ein zweites Standbein neben der Ölindustrie mit Hilfe des Tourismus zu schaffen, dies jedoch, auf unterschiedliche Art und Weise.[27] Der Tourismus in Dubai soll hinsichtlich seiner Ökonomie, Ökologie und der Sozialverträglichkeit beurteilt werden. Nach der Beurteilung wird der Tourismus Dubais in das Modell von Butler eingeordnet und die SuS sollen mögliche zukünftige Szenarien aufzeigen. Im Anschluss daran lernen die SuS das Land Oman kennen und erarbeiten die Gunstfaktoren des Tourismus des Landes. An dieser Stelle befinden wir uns thematisch in der gezeigten Prüfungsstunde, in der die SuS den Tourismus des Landes Oman hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit untersuchen sollen. Die SuS werden durch die Beurteilung unterschiedlicher Tourismusstrategien angeregt, ihr eigenes Reiseverhalten kritisch zu hinterfragen. Ob letztlich ein Umdenken und damit ein bewussteres Handeln der SuS stattfindet, kann im Rahmen der Unterrichtsreihe nicht überprüft werden. Das Thema der Nachhaltigkeit wird auch in der Kursarbeit aufgegriffen. In dieser sollen die SuS zunächst am Raumbeispiel Khao Lak die naturräumlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen des Tourismus kennzeichnen (Aufgabe 1). Die Bedeutung des internationalen Tourismus in Thailand soll erläutert werden (Aufgabe 2), bevor die SuS den Tourismus zum einen in das Wachstumszyklusmodell von Butler einordnen und zum anderen die Frage diskutieren, ob der Tsunami eine Chance für die Nachhaltigkeit des Tourismus dargestellt hat. Letztlich sollen mögliche Zukunftsszenarien des Tourismus auf Khao Lak aufgezeigt werden (Aufgabe 3).

Um die Leistungsbewertung neben dieser Kursarbeit zu rechtfertigen, wird regelmäßig der Kompetenzzuwachs der Lernenden geprüft. Ergebnisse aus Gruppenarbeiten werden im Plenum präsentiert und diskutiert und dadurch gleichzeitig die Präsentationskompetenz der Schülerinnen und Schüler geschult. Nach projektförmigen Arbeitsphasen mit anschließender Diskussion werden die Gruppenergebnisse auch eingesammelt und bewertet. Weiterhin können die SuS für eine individuelle Rückmeldung Hausaufgaben abgeben.

[...]


[1] Vgl.: Titel des Einstiegsfilms.

[2] Im weiteren Verlauf mit SuS abgekürtzt.

[3] Vgl.: Backes, M., S.221f.

[4] Vgl.: Stierhof, S.

[5] Vgl.: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, (letzter Zugriff: 22.01.2016).

[6] Vgl.: ebd, S.43.

[7] Vgl.: ebd, S.44.

[8] ebd.

[9] Vgl.: ebd.

[10] Vgl.: ebd.

[11] Vgl.: ebd.

[12] Vgl.: Schulinterner Lehrplan.

[13] Vgl.: Graue, O. (letzter Zugriff: 30.01.2016).

[14] Klafki, W., S. 265ff.

[15] Vgl.: Jebbink, K., S.8.

[16] Vgl.: Haubrich, H., S.154f.

[17] Vgl.: Riehme, J. (letzter Zugriff: 24.02.2016).

[18] Vgl.: Jebbink, K., S.8ff.

[19] Vgl.: Huber, V. / Leuch, M., (letzter Zugriff: 30.01.2016).

[20] Vgl.: ebd.

[21] Vgl.: Philipp, A., S.20ff.

[22] Vgl.: Meyer, C., S.120.

[23] Vgl.: Vorlaufer, K., S.11.

[24] Vgl.: Wilhelmi, V., S. 4ff.

[25] Vgl.: Koch, R / Neumann, J., S.461.

[26] Vgl.: Nolte / Schuhmann, S.28ff.

[27] Ebd.

Details

Seiten
27
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668469099
ISBN (Buch)
9783668469105
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368470
Institution / Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen in Kleve
Note
2
Schlagworte
Erdkunde UPP Tourismus

Teilen

Zurück

Titel: Der Oman als Beispiel für nachhaltigen Tourismus? Analyse des touristischen Potentials hinsichtlich der Nachhaltigkeit (Unterrichtsentwurf, Leistungskurs 12. Klasse)