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Psychische Erkrankungen im Überblick: Angststörungen, Zwangsstörungen, Affektive Störung, Schizophrenie und Borderline-Persönlichkeitsstörung

Einführung in die klinische Psychologie

Studienarbeit 2017 24 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abbildungsverzeichnis

2. Tabell enverzeichnis

3. Beantwortung des Fragenkatalogs
3.1 Psychische Störungen und wissenschaftstheoretische Betrachtungen
3.1.1 Die statistische Seltenheit
3.1.2 Die Verletzung von sozialen Normen
3.1.3 Das persönliche Leid
3.1.4 Die Beeinträchtigung der Lebensführung
3.1.5 Die Unangemessenheit des Verhaltens und Erlebens
3.2 Angststörungen und Zwangsstörungen - Ein Vergleich
3.2.1 Angststörungen
3.2.2 Zwangsstörungen
3.3 Affektive Störung - Die drei Hilflosigkeitstheorien der Depression
3.4 Positive und negative Symptome der Schizophrenie
3.5 Merkmale einer Borderline-Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV
3.6 Zwei Therapien zur Bekämpfung der Alkoholsucht
3.6.1 Aversionstherapie
3.6.2 Therapie durch Selbsthilfegruppen
3.7 Vor -und Nachteile der Gestalttherapie

4. Literaturverzeichnis

1. Abbildungsverzeichnis

Abb.1 „ Glockenkurvenmodell“ Abb.2: Die drei Hilflosigkeitstheorien

2. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Angst -und Zwangsstörungen Tabelle 2: Positive und negative Symptome

3. Beantwortung des Fragenkatalogs

3.1 Psychische Störungen und wissenschaftstheoretische Betrachtungen

Psychische Störungen beziehungsweise psychische Erkrankungen gehören in Deutschland zu den am häufigsten Krankschreibemustern. Mindestens 40 Prozent der Bevölkerung waren davon schon einmal in ihrem Leben aufgrund von Krankschreibungen davon betroffen.[1] Allerdings versucht man von der Bezeichnung „psychische Krankheit“ abzusehen und sich eher auf den Begriff Störung festzulegen.

Ebenso wie Davison schreibt auch Dr. Oliver Walter in seinem Blog „verhaltenswissenschaft.de“, dass im Grunde keine einheitliche Definition für „psychische Störungen“ möglich ist, „da sich psychische Auffälligkeiten wie andere Störungsbilder auch durch eine Vielzahl von Merkmalen auszeichnen und es daher schwerfällt, die für die psychischen Störungen charakteristischen Merkmale von vornherein festzulegen. Manche Definitionsversuche sind daher sehr umfangreich in ihrem Bemühen, möglichst vielen Aspekten Rechnung zu tragen“[2]

Prinzipiell unterscheidet man zwischen fünf Aspekten, die ebenso als Merkmale für das „abweichende Erleben und Verhalten“ innerhalb einer psychischen Störung gekennzeichnet werden können:

1. Die statistische Seltenheit/ Außergewöhnlichkeit
2. Die Verletzung der sozialen, moralischen Normen
3. Das persönliches Leid
4. Die Beeinträchtigung der Lebensführung
5. Die Unangemessenheit des Verhaltens und Erlebens

Abgesehen vom prozentualen Anteil wie oft innerhalb eines Lebenszyklus einzelner Individuen psychische Verhaltensstörungen auftreten, kommen diese nur bei einem Prozent der Bevölkerung auf. Belegt wird dies durch die Glockenkurve. Diese besagt, dass mit der Normalverteilung „die meisten Eigenschaften bei der Mehrheit der Bevölkerung relativ ähnlich ausgeprägt sind. Extreme Abweichungen vom Durchschnitt sind sehr selten “. Normal bedeutet bei dieser Betrachtung, dass sich jemand nicht aufgrund seines Verhaltens oder durch Merkmale explizit vom Durchschnitt abhebt. Ebenso bedeutet dies, je abnormer das Verhalten, desto weniger Personen sind betroffen.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 „ Glockenkurvenmodell“

Belegt wird dies dabei durch den Intelligenzquotienten. Je höher der Intelligenzquotient, desto weniger Menschen besitzen diesen und je niedriger dieser sein mag, ebenso wenige Menschen werden diesen besitzen. (ebd.) Man geht im Grunde von einer Besonderheit aus. Mag diese nun positiv oder negativ sein. Ein besonderes handwerkliches Geschick, das sich vom Durschnitt abhebt, die Fähigkeit im mathematischen Bereich Glanzleistungen zu erzielen sind ebenso selten, wie Menschen die innerhalb von mehreren Tagen oder Wochen eine Sprache lernen können.

Richard J. Gerring schreibt, dass diese Auffälligkeiten den sozialen Standard verletzen, so wie ihn der „Normalbürger“ sieht[4]. Also muss man differenzieren können zwischen positiven und negativen Auffälligkeiten.

Ein weiteres Kennzeichen für ein abnormales, beziehungsweise Verhalten oder Erleben, ist die dadurch resultierende Verletzung von sozialen Normen. Nimmt man nun Elternpaare, die ihre Kinder hegen und pflegen und auf sie aufpassen, werden diese wiederum andere Eltern dafür verurteilen, wenn sie ihre Kinder vernachlässigen. Ein Schizophrener Mensch könnte unter Umständen durch sein Verhalten, wenn andere in Mitleidenschaft gezogen werden, gegen Normen verstoßen. Allerdings ist dazu zu sagen: „ Die Normalverletzung macht abweichendes Verhalten zu einem relativen Begriff, denn je nachdem, welche kulturellen Normen vorherrschen, werden verschiedene Formen ungewöhnliches Verhalten und Erleben tolerieren “[5]. Bedeutet, in verschiedenen Ländern wird eine unterschiedliche Definition davon herrschen, was „die Norm“ eigentlich ist. Hier ist es aber auch wichtig zu unterscheiden. Ein Mensch mit Depressionen wird im Regelfall keine Normen verletzen.

3.1.3 Das persönliche Leid

Verbunden mit einer psychischen Verhaltensstörung ist oftmals persönliches Leid. „Eine Person empfindet persönlichen Leidensdruck oder funktionale Einschränkung in psychischer Hinsicht, die eine Verschlechterung des physischen oder psychischen Zustandes oder einen Verlust der Handlungsfreiheit hervorrufen“6. Beispielsweise werden Patienten mit Borderline- Störung ohne Umschweife unter ihrer Krankheit leiden. Auch Patienten die unter einer Spielsucht leiden, werden negative Ergebnisse aus ihren psychischen oder physischen Zustand erfahren. Leid ist allerdings nicht immer gleich Leid. Haben wir Durst leiden wir, unter Geldmangel leiden wir. Dies sind keine Zustände die behandelt werden müssten.[6]

Eine Verhaltensstörung kann immer eine Beeinträchtigung des Alltags beziehungsweise der Lebensführung mit sich bringen. Leidet jemand unter Burnout, wird das seinen Arbeitsplatz oder seinen familiären Alltag in Mitleidenschaft ziehen. Eine immer neuere Erscheinung ist der Umstand, dass Studenten unter Burnout leiden. Dies beeinträchtigt ohne Frage ihre Studienleistung. „Auch eine Beeinträchtigung der Betroffenen in wichtigen Bereichen ihres Lebens (...) aufgrund ihres Erlebens oder Verhaltens kann psychische Störung kennzeichnen“[7]. Wie auch bei den vorherigen Aspekten gilt es zu differenzieren, ob es sich um einen zu behandelnden Zustand handelt oder nicht. Mag jemand kein Fleisch und kann deswegen keinen Hamburger essen, beeinträchtigt dies nicht seine Lebensführung auf zu behandelnder Basis.

3.1.5 Die Unangemessenheit des Verhaltens und Erlebens

Bei den vorherigen Punkten wurde ersichtlich, dass es zu differenzieren gilt, ob es sich nun wirklich um eine Verhaltensstörung handelt oder nicht. Insofern Menschen allerdings unverhältnismäßig auf Reize oder Belastungen ihrer Umwelt reagieren, kann es sich um eine psychische Störung handeln (ebd.). Eine Unverhältnismäßige Reaktion wäre zum Bespiel die Angst bei Agoraphobie oder bei Zwangsstörungen, etwas immer und immer wieder zu kontrollieren.

Abschließend muss erwähnt werden, dass Davison, wie Dr. Oliver Walter, davon ausgeht, dass es keine einheitliche Definition für psychische Störungen gibt, aber diese Merkmale als Teil von dieser gesehen werden können. „Die dargestellten Merkmale machen einen Teil der Definition aus, sindjedoch nicht in gleicher Weise auf alle Diagnosen anwendbar“[8].

3.2 Angststörungen und Zwangsstörungen - Ein Vergleich

„Mit einer Lebenszeitprävalenz von 15% gehören Angststörungen zu den häufigsten psychischen Störungen. Die Kombination mit Sucht und depressiven Syndromen ist groß “[9]

Im DSM-IV werden die Zwangsstörungen und posttraumatische Belastungsstörung zu den Angststörungen gezählt. In der ICD-10 allerdings werden sie als eigenständige Störungen bezeichnet (ebd.). Im folgenden Teil sollen Angststörungen und Zwangsstörungen beschrieben und anschließend voneinander abgegrenzt werden.

3.2.1 Angststörungen

Angst gilt als ein oft vorkommender und gewöhnlicher Zustand, der jeden schon einmal ereilt hat. Allerdings gibt es Angstzustände, die das für uns zu empfindende Maß übersteigen und eine hohe Beeinträchtigung im Alltag darstellen. „Angst spielt eine Schlüsselrolle bei jeder (...) Störung. Sie unterscheiden sich jedoch im Umfang des Angsterlebens, im Schweregrad der erlebten Angst und in den Situationen, welche die Angst auslösen“[10].

An dieser Stelle werde ich von der „generalisierten Angststörung“ oder auch „flottierende Angst“ genannt sprechen. Sie „wirddiagnostiziert, wenn eine Person über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten hinweg ein andauerndes Gefühl der Ängstlichkeit und der Besorgtheit erlebt, ohne dass dabei eine reale Bedrohung auszumachen wäre“(DSM-IV) (ebd.). Die Person fürchtet sich in bestimmten Lebenssituationen vor kleinen nichtigen Dingen, die im Grunde so gar nicht präsent sind. Hat eine Person ständig Angst zu verunglücken, ist Hypochonder, hat Angst arbeitslos zu werden oder die Ausbildung nicht zu schaffen oder hat Angst den Aufgaben im Job nicht gewachsen zu sein, ist sie der Angst der Hilflosigkeit und mangelnden Kontrolle unterworfen. Die Diagnose bei der generalisierten Angststörung erfolgt aufgrund der körperlichen und geistigen Hauptsymptome wie Muskelanspannung, leichte Ermüdbarkeit, Ruhelosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit oder Schlafstörungen. Es handelt sich dabei um einen unkontrollierbaren Zustand, der zu jeder Zeit präsent ist.

[...]


[1] Vgl. Stefan Leucht, Hans Förstl 2012, S.15.

[2] Vgl. verhaltenswissenschaften.de, „zum Begriff psychische Störung“.

[3] Vgl G. Davison 2007, S.6.

[4] Vgl. Richard J. Gerring 2015, S.551.

[5] Vgl. G. Davison 2007, S.6.

[6] Vgl. Richard J. Gerring 2015, S.551.

[7] Vgl. G. Davison 2007, S.7.

[8] Vgl. G. Davison 2007, S.8.

[9] Vgl. Stefan Leucht, Hans Förstl 2012, S. 123.

[10] Vgl. Richard J. Gerring 2015, S.560 f.

Details

Seiten
24
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668479227
ISBN (Buch)
9783668479234
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v368888
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Schlagworte
einführung psychologie thema psychische störungen

Autor

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