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Schwangerschaft und Mutterschaft in der Adoleszenz

Hausarbeit 2017 20 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

1 Grundlegende Begriffsbestimmungen
1.1 Begriffsbestimmung Jugend/Adoleszenz
1.2 Begriffsbestimmung Schwangerschaft und Mutterschaft

2 Schwangerschaft in der Adoleszenz
2.1 Frühe Schwangerschaften und adoleszente Entwicklung
2.2 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für den Unterstützungsbedarf
2.3 Rechtliche Grundlagen und Ansprüche für Schwangere und Mütter
2.3.1 Mutterschutz
2.3.2 Elternzeit
2.3.3 Mutterschaftsgeld
2.3.4 Erziehungsgeld
2.3.5 Kindergeld
2.3.6 Wohngeld
2.3.7 Kinderbetreuungszuschuss

3 Professionelle Hilfen und pädagogische Interventionsangebote in Bezug auf Schwangerschaft und Mutterschaft in der Adoleszenz
3.1 Schwangerschaftsberatung
3.2 Hilfen des Jugendamts nach dem SGB
3.3 Ambulante Hilfen am Beispiel der Sozialpädagogischen Familienhilfe gemäß § SGB
3.4 Stationäre Hilfen am Beispiel der Mutter-Kind-Einrichtung nach § 19 SGB

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

I Einleitung

Eine Schwangerschaft und die damit einhergehenden Aufgaben und Anforderungen einer Mutterschaft verändern die Lebenswelt jeder Frau, unabhängig vom Entwicklungsstand, enorm. Die Schwangerschaft und Mutterschaft in der Adoleszenz stellt eine zusätzliche Herausforderung dar, da sowohl die eigene Entwicklung als auch die des Kindes bewältigt werden muss. In Deutschland werden jedes Jahr rund 20.000 Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren schwanger (Straube, 2008, S.1). Die meisten dieser Schwangerschaften sind ungewollt und stellen damit einen nicht-normativen Übergang im Lebenslauf dar. Unausweichlich ergibt sich somit die Frage, wie Schwangerschaft und Mutterschaft in der Adoleszenz bewältigt werden kann. In vorliegender Hausarbeit wird zunächst die Problematik, die eine Schwangerschaft und Mutterschaft in der Adoleszenz kennzeichnet intensiv erläutert, um schlussendlich den so dringend notwendigen Unterstützungsbedarf herauszuarbeiten, der in der sozialarbeiterischen Praxis Anwendung findet. Um ein angemessenes Verständnis hinsichtlich der inhaltlichen Intention zu ermöglichen, werden zunächst die grundlegenden Begriffsbestimmungen näher betrachtet. Im weiteren Verlauf wird sich intensiv mit Schwangerschaften in der Adoleszenz und der eigenen adoleszenten Entwicklung auseinandergesetzt. Diese kollidieren nicht selten mit den eigenen Entwicklungsaufgaben und lösen einen Zustand der Überforderung aus. Die Soziale Arbeit kann solche fordernden Lebenssituationen begünstigend unterstützen, indem sie durch Hilfe zur Selbsthilfe anregt und junge Frauen dazu befähigt, derartige Übergänge bestmöglich zu meistern. Demzufolge ist Ziel dieser Arbeit, die bestehenden pädagogischen Interventionsangebote darzulegen und einen Überblick über die Möglichkeiten und Anspruchsrechte adoleszenter Schwangerer und Mütter zu geben.

1 Grundlegende Begriffsbestimmungen

Zu Beginn dieser Arbeit sollen zunächst die grundlegenden Begrifflichkeiten genauer bestimmt werden, um ein adäquates Verständnis der hier zugrundeliegenden Intention und Auffassung bezüglich angewandter Bezeichnungen zu gewährleisten.

1.1 Begriffsbestimmung Jugend/Adoleszenz

Betrachtet man den Begriff Jugend, offenbart sich schnell die flexible und nicht einheitliche Verwendung im alltäglichen und wissenschaftlichen Sprachgebrauch (Otto, Thiersch, 2015, S. 725). So kann sich etwa auf eine bestimmte Zeitspanne der Biografie bezogen werden, wenn von Personengruppen im Alter zwischen 13 und 18 bzw. 21 Jahren gesprochen wird oder aber den jeweiligen Möglichkeitsraum der Entwicklung (Moratorium), den eine Gesellschaft der heranwachsenden Generation bietet, meinen (Otto, Thiersch, 2015, S.725).

Jugend kann als Erziehungsaufgabe, als gesellschaftliches Problem, als historisch entstandenes Phänomen oder auch entwicklungspsychologisch als Reifephase mit spezifischen psychosozialen Entwicklungsaufgaben verstanden werden [...] (Thiersch, 2015, S.725).

Rechtlich ist der Begriff Jugend im § 7 Abs. (1) 2 SGB VIII der Kinder und Jugendhilfe aufgeführt. In diesem Kontext ist eine Person jugendlich, sofern sie 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist (Gesetze für die Soziale Arbeit, 2011, S1773). Volljährig und somit aus juristischer Sicht erwachsen, ist derjenige, der das 18. Lebensjahr erreicht hat.

Zumeist wird der Anfang der Jugendphase heute in dem Beginn der Geschlechtsreife gesehen und das Ende der Jugendphase mit dem Erreichen finanzieller und emotionaler Autonomie (Gudjons, 1993).

Da die Einordnung in Bezug auf den Beginn und das Ende der Jugendphase aufgrund der Spezifität und Individualität der physischen, als auch kognitiven Entwicklungsschritte jedes Menschen stark variiert und sich keine universelle Auslegung feststellen ließ, sei in diesem Rahmen auf die Korrelation aller genannten Aspekte verwiesen. Die Wissenschaftler der „Shell-Jugendstudien („Jugend 2015“) begrenzen die Personengruppe der Jugendlichen etwa auf die 12- bis 25-Jährigen, während hingegen das Sinus-Institut für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen in Bezug auf die Lebenswelten von Jugendlichen, Personen im Alter von 14 bis 17 Jahren heranziehen (Albert, Hurrelmann, Quenzel, 2015) Einigkeit kann ausschließlich darüber getroffen werden, dass die zeitliche Abgrenzung des Jugendalters von der vorausgegangenen Entwicklungsphase der Kindheit und der darauffolgenden Phase des Erwachsenseins nur schwer zu differenzieren ist, der Beginn der Jugend allerdings gemeinhin mit dem Eintreten der Pubertät und das Ende mit einer gewissen autonomen Verantwortungsrolle verbunden wird (Hurrelmann, Quenzel, 2013). Letztlich lässt sich festhalten, dass der Begriff Jugend als eine Phase des Überganges in das Erwachsenenalter verstanden werden kann, in der der Jugendliche entwicklungsbedingte Veränderungen in biologischer, physiologischer, psychologischer, intellektueller und sozialer Hinsicht unter Einbezug seiner bereits vorhandenen Ressourcen und erworbenen Übergangskompetenzen bewältigen muss. Auch die Adoleszenz bezeichnet die Übergangsperiode zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, beginnend mit der Pubertät und abschließend mit dem Erreichen der Selbstständigkeit im Erwachsenenalter (Kahnt, 1994, S. 11). Der Begriff Adoleszenz hat seinen Ursprung im Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt, „aufwachsen“ oder „heranreifen“. Aus soziologischer Sicht ist die Adoleszenz der Übergang von der Abhängigkeit in der Kindheit in die Unabhängigkeit des Erwachsenseins. Psychologen hingegen fokussieren sich vorrangig auf die Anpassung des Kindes an die jeweiligen gesellschaftlichen Vorstellungen des Erwachsenseins. Auch anhand dieser Betrachtung wird deutlich, wie unterschiedlich die Wissenschaftsdisziplinen den Begriff Adoleszenz verwenden.

Die Adoleszenz ist eine Lebensphase des Umbruchs, in der die Jugendlichen mit ihren körperlichen Veränderungen fertig werden müssen, sich von den Eltern loslösen, neue Beziehungen zu Gleichaltrigen aufbauen, ihre sexuellen Bedürfnisse integrieren und eine neue soziale und erste berufliche Identität entwickeln (Streeck- Fischer, 2004).

Das der Phase der Adoleszenz zugeordnete Alter wird in verschiedenen Kulturen unterschiedlich aufgefasst. Während die Adoleszenz in den Vereinigten Staaten im Allgemeinen bereits bei Beginn der Pubertät angesiedelt wird, etwa im Alter von 13 Jahren bis zum 24. Lebensjahr, meint man in Deutschland meist den Zeitraum zwischen 17 und 24 Jahren, abhängig vom Entwicklungsstadium. Die zeitliche Abgrenzung scheint auch an dieser Stelle keine einheitliche Übereinstimmung zu finden und bedarfeiner individuellen Betrachtung. Der Heranwachsende durchläuft verschiedene Phasen der Adoleszenz, bis er schließlich den Status eines Erwachsenen erreicht hat. Der deutsche Psychologe und Autor Gerd Mietzel unterteilt die Adoleszenz in drei Phasen. In der ersten Phase, der frühen Adoleszenz, beginnend mit den Anzeichen körperlicher, geschlechtsreifer Entwicklung bis etwa zum 13. Lebensjahr, verändert sich die Beziehung des Jugendlichen zu seinen Eltern und seiner Peer-Group erstmals auffällig. Darauffolgend setzt die Phase der späten Adoleszenz ein, in der der Jugendliche sich bis zur Volljährigkeit zu einem Heranwachsenden entwickelt und das Streben nach Unabhängigkeit im zentralen Interessenfokus liegt. Aufbauend auf diese Phase der Abkapselung vom Elternhaus benötigt der Heranwachsende nach Mietzel einen sogenannten Alterszeitraum, die Postadoleszenz (Kölbl, 2007, S. 21, Straube, 2008, S. 3 f.). Dieser Abschnitt soll zur bestmöglichen Vorbereitung auf das Leben eines Erwachsenen dienen. Nun stellt sich an dieser Stelle die Frage, anhand welcher Kriterien festgestellt werden kann, dass ein Jugendlicher den Entwicklungsprozess bis hin zum Status eines Erwachsenen vollends durchlaufen hat. Hierbei soll sich auf das Durchlaufen verschiedener Ebenen fokussiert werden. Zum einen die biologische- körperliche Ebene, in der der eigene Körper wahrgenommen, entdeckt und akzeptiert wird. Auf dieser Entwicklungsebene identifiziert der Jugendliche sich mit seinem eigenen Geschlecht und geht sexuelle Beziehungen mit anderen Menschen ein. Innerhalb der sozial-familiären Ebene findet die Ablösung vom Elternhaus und die Entwicklung von Selbstständigkeit und Autonomiebestreben statt. Die Bindung zur Peer Group verstärkt sich und das Selbstbewusstsein wird durch in ihr erfahrene Bestätigung gestärkt. Die letzte Ebene ist die gesellschaftliche- ökonomische Ebene, in der der Jugendliche durch eine Berufsausbildung oder Ähnliches und die darauffolgende Erwerbstätigkeit wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangt und seinen Stand in der Gesellschaft findet (Straube, 2008, S. 4 ff.). Laut Straube muss auf allen drei Ebenen ein Standpunkt gefunden werden, um die Erwachsenenphase zu erreichen. Zudem bezeichnet sie die Identitätsfindung in der Jugendphase als elementar, da sie eng mit der Entwicklung der Persönlichkeit zusammenhängt. Abschließend ist festzuhalten, dass der Jugendliche in der Phase der Jugend und Adoleszenz enormen physischen, psychischen und sozialen Veränderungen ausgesetzt ist. Neben Wachstumsprozessen, dem Einsetzen der Menstruation bei Mädchen und einer Umstellung des Hormonhaushalts zählt dazu insbesondere auch die Erlangung der Geschlechtsreife. Diese physischen Veränderungen bedingen wiederum Veränderungen auf der psychischen und sozialen Ebene der Lebenswelt von Jugendlichen (Artelt, 2012, S.34). Grundlegende Entwicklungsaufgaben, wie etwa der Umgang mit der eigenen Sexualität, das Eingehen erster Partnerschaften und die Ablösung vom Elternhaus müssen bewältigt werden. Diese Lebensphase ist demnach von Herausforderungen und Bewältigungsanforderungen geprägt und führt insbesondere bei zusätzlichen Belastungsfaktoren, wie etwa einer Schwangerschaft, schnell zur Überforderung. Infolgedessen soll nun die Schwangerschaft und Mutterschaft zunächst allgemein betrachtet werden, um im weiteren Verlauf genauer auf diese besondere Situation in der Adoleszenz einzugehen. An dieser Stelle soll zusätzlich auf die in dieser Arbeit synonyme Verwendung der Begriffe Jugend und Adoleszenz verwiesen werden.

1.2 Begriffsbestimmung Schwangerschaft und Mutterschaft

Die medizinisch korrekte Bezeichnung einer Schwangerschaft lautet Gestation oder Gravidität. Sie umschreibt den Zeitraum, in dem sich eine befruchtete Eizelle im Körper einer Frau zu einem Kind entwickelt. Eine Schwangerschaft gehört zu den aufregendsten Phasen im Leben einer Frau, auf die die komplexe Lebenssituation der Mutterschaft folgt.

Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat (Gesetze für die Soziale Arbeit, 2011, S.613).

Nach § 1591 BGB lässt sich der Begriff der Mutter demnach ohne Schwierigkeit definieren. Mutter ist allerdings auch diejenige, die ein Kind adoptiert und dadurch einen Verantwortungs- und Fürsorgestatus annimmt. Die Mutterschaft wird sowohl von der Mutter, als auch vom Kind individuell wahrgenommen (Biegala, 2013, S.30). Es kann in diesem Kontext somit nicht von der einen Mutterschaft gesprochen werden. Eine einheitliche Auffassung lässt sich literarisch nicht finden. Die Mutterschaft ist insbesondere in den ersten Monaten nach der Geburt von besonderen physischen, psychischen und sozialen Belastungen geprägt und verändert die Lebenswelt einer Frau (Textor, 2002). Dennoch ist die Rolle der Mutter für viele Frauen sinnstiftend und wird von ihnen durch eine intensive Liebe und Bindung, sowie ein starkes Gefühl von Verantwortung ihren Kindern gegenüber ausgedrückt. In diesem Zusammenhang wird häufig von einer Mutteridentität gesprochen, da das Mutterwerden im Erleben eine moralische Transformation bewirkt und von dort an eine neue Identität fester Bestandteil der weiblichen Psyche sei, der durch das Verantwortungsgefühl gegenüber einem anderen Leben Ausdruck verliehen wird (McMahon, 1995).

2 Schwangerschaft in der Adoleszenz

In diesem Kapitel sollen nun explizit Schwangerschaften während der Adoleszenz betrachtet werden, um die Schwierigkeit hinsichtlich einer möglichen Kollision von adoleszenter Entwicklung und den Aufgaben und Anforderungen einer Mutterschaft aufzuzeigen, um im weiteren Verlauf den Unterstützungsbedarfherauszuarbeiten.

2.1 Frühe Schwangerschaften und adoleszente Entwicklung

In den Jahren von 2001 bis 2007 wurden durchschnittlich ca. 14.00 Mädchen unter 18 Jahren pro Jahr in Deutschland schwanger (Statistisches Bundesamt Deutschland, 2009). Diese Schwangerschaften sind zum größten Teil ungeplant und werden häufig erst spät bemerkt oder lange verdrängt. In jedem Fall bedeutet eine frühe Schwangerschaft für die betroffenen Mädchen eine hohe individuelle Belastung. Eine Herausforderung besteht insbesondere im Meistern der eigenen Entwicklungsaufgaben und den mit einer Mutterschaft verbundenen Aufgaben und Anforderungen. Da diese normalerweise im Erwachsenenalter angesetzt sind, müssen sowohl die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters, als auch die des Erwachsenenalters gemeistert werden (Biegala, 2013). Entwicklungsprozesse, die in der Regel hintereinander bewältigt werden, laufen nun parallel ab (Kölbl, 2007, S.77). Infolgedessen sollen an dieser Stelle wesentliche Aspekte des Jugendalters den Anforderungen einer Mutterschaft gegenübergestellt werden. Eine der zentralen Aufgaben des Jugendalters liegt in der Identitätsentwicklung. Die Jugendlichen setzen sich konkret mit der Suche nach sich selbst und ihrer Individualität auseinander. Der Fokus liegt auf der Beschäftigung mit den eigenen Gefühlen, Vorstellungen und deren Umsetzung bzw. Befriedigung. Dieses Verhalten ist ein typisches Charakteristikum für die Adoleszenz (Biegala, 2013, S. 36) und steht den Anforderungen einer Mutterschaft konkret gegenüber. Während Jugendliche in der Regel insbesondere auf eigene Gefühle und Bedürfnisse fokussiert sind, müssen sie nun die Bedürfnisse ihres Kindes in den Mittelpunkt ihres Handelns und Denkens stellen. Dies erfordert Zeitmanagement und das bedingungslose Orientieren und Ausrichten an den Bedürfnissen des Kindes (Köbl, 2007). Zudem muss der bisher gelebte Alltag dem Kind entsprechend verändert werden. Jugendliche befinden sich häufig in einem Zustand des Gefühlschaos, sind verunsichert, orientierungslos, leicht verletzbar oder zweifeln an sich selbst. Eine Mutterschaft erfordert großes Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, dem Kind eine sichere Basis zu bieten, indem Geborgenheit, Sicherheit und Liebe vermittelt wird. Die Herausbildung der eigenen Identität des Jugendlichen sowie die bisher gelebte Unabhängigkeit werden durch eine Mutterschaft in der Adoleszenz stark eingeschränkt oder sogar gänzlich verhindert (Kölbl, 2007, S.78). Neben der Suche nach der eigenen Identität steht ebenso das eigenständige Agieren und das Ablösen von der Herkunftsfamilie bzw. zu den Eltern im Vordergrund. Der Heranwachsende wünscht sich mehr Unabhängigkeit und eigene Gestaltungsmöglichkeiten in seinem Leben. Dieser Wunsch nach Unabhängigkeit kann sich schnell zu einer Abhängigkeit umkehren, da junge Mütter häufig auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen sind und somit ihr Drang nach Autonomie unterbrochen wird. Sie werden zwar auf der einen Seite entlastet, auf der anderen Seite stellt diese Entlastung aber auch eine Belastung dar, da die Ablösung von den Eltern unter Umständen nicht durchlaufen und bewältigt werden kann. Häufig kommt es auch zu einer ablehnenden Reaktion der Eltern auf die Schwangerschaft ihrer Tochter, wodurch ebenso wenig eine gesunde emotionale Ablösung erfolgen kann (Kölbl, 2007, S.80). Ein normativer Verlauf der Adoleszenz kennzeichnet sich durch das Streben nach Unabhängigkeit, wozu neben der Auseinandersetzung mit den Eltern, dem Einstehen für die eigene Meinung, die Entwicklung von eigenen Normen und Werten, auch die finanzielle Unabhängigkeit und zumeist die räumliche Trennung durch einen Auszug aus dem Elternhaus gehört.

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668482876
ISBN (Buch)
9783668482883
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v369132
Institution / Hochschule
Medical School Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
schwangerschaft mutterschaft adoleszenz

Autor

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Titel: Schwangerschaft und Mutterschaft in der Adoleszenz