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Nonverbale Kommunikation. Wodurch zeichnen sich körpersprachliche Unterschiede in Europa und Asien aus?

Hausarbeit 2014 21 Seiten

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Nonverbale Kommunikation
2.1. Gestik
2.2. Mimik
2.3. Kinesik
2.4. Proxemik

3. Kulturelle Hintergründe
3.1. Asien
3.2. Europa

4. Nonverbale Kommunikation
4.1. Asien
4.2. Europa

5. Vergleich

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Im täglichen Leben begegnet man anderen Menschen, führt Unterhaltungen, deutet und versteht meistens die körperlichen Ausdrücke der anderen. Gespräche sind also nicht nur auf das Sprachliche beschränkt, sondern beinhalten körperliche Ausdrücke, die im Alltag und in jedem Gespräch einhergehen. Sie dienen dazu das Gesagte visuell zu betonen.[1]Körpersprache kann die Gefühlslage und das Wohlbefinden eines Menschen zeigen und durchaus bewusst eingesetzt werden, um etwas zu bezwecken. Man kann sehen, ob der Gesprächspartner zuhört und das Gesagte versteht, nicht versteht, etwas dazu sagen möchte, dem Gesagten zustimmt oder dazu eine Frage hat.[2]Oft treten jedoch Verständnisprobleme auf, wenn sich zwei Menschen aus verschiedenen Kulturen unterhalten. Offensichtlich gibt es bestimmte Verhaltensnormen in jeder Kultur, die in einer anderen wiederrum nicht oder anders verstanden werden. Viele Missverständnisse gibt es zwischen Asiaten und Europäern, da die kulturellen Wurzeln sich stark unterscheiden. Somit ist es interessant einen Vergleich beider Kontinente hinsichtlich der nonverbalen Kommunikation zu machen. So lassen sich die Unterschiede der nonverbalen Kommunikation in Asien und Europa klären, sowie die Frage, warum gewisse körperliche Ausdrücke dennoch in vielen oder sogar allen Kulturen verstanden werden.

Um diese Fragen beantworten zu können, wird in der vorliegenden Hausarbeit auf nonverbale Kommunikation eingegangen. Dazu gehören vier Hauptpunkte: die Gestik, Mimik, Kinesik und Proxemik. Anschließend werden die kulturellen Hintergründe Europas, sowie Asiens untersucht. Mit den kulturellen Hintergründen lässt sich schließlich die nonverbale Kommunikation in Asien und Europa besser beschreiben. Im vorletzten Punkt wird zwischen den Kontinenten ein Vergleich gemacht, der die Frage beantwortet, wodurch sich nonverbale Kommunikation in Asien und Europa unterschiedet. In der abschließenden Zusammenfassung werden die Ergebnisse kurz aufgegriffen und erläutert.

2. Nonverbale Kommunikation:

Wie bereits erwähnt, kann nonverbale Kommunikation viele verschiedene Funktionen haben. Sie begleitet, unterstreicht und ersetzt das Sprechen nicht nur, sondern kann das Gesagte auch ins Gegenteil umkehren.[3]Durch das Verhalten kann man den Gemütszustand des Gesprächspartners erschließen und die Beziehung zwischen zwei Menschen erahnen.[4]

Heilmann bezeichnet als nonverbale Kommunikation das Zusammenspiel der „stimmliche[n] Ebene“ und des „Körperausdrucks“.[5]Sie betont, dass sich nonverbale Ausdrücke innerhalb einer Konversation entwickeln und nicht direkt am Anfang festgelegt sind.[6]Sie werden durch das Zusammenspiel mehrerer Aspekte hervorgerufen, verstärkt oder abgeschwächt.[7]Innerhalb jeder Kultur gibt es bestimmte Verhaltensnormen und somit konventionalisierte nonverbale Ausdrücke. Im Gegensatz dazu stehen nicht konventionalisierte Bewegungen, die als „arbiträr“ bezeichnet werden können.[8]Somit weiß man, je nachdem in welchem Verhältnis und in welcher „Rangordnung“ man ist, wie man sich nonverbal Verhalten sollte.[9]Dennoch können sich Menschen verständigen.

Charles Darwin ist einer der ersten, der empirische Studien zu nonverbaler Kommunikation durchgeführt hat.[10]Dabei stellt er angeborene nonverbale Kommunikation gegenüber der sozial erlernten.[11]Es wird deutlich gemacht, dass diese Kommunikation hauptsächlich kulturell bedingt ist, dass jedoch die Mimik biologischer Herstammung ist.[12]Darwin behauptet außerdem, dass das nonverbale Verhalten hauptsächlich kommunikative Funktionen hat, die bewusst genutzt werden.[13]All diese bewussten Handlungen haben jedoch einen natürlichen Ursprung.[14]

Paul Ekman unterteilt nonverbale Kommunikation in fünf Teile „based on differences in origin, usage, and coding“.[15]Diese sind Embleme, Illustratoren, Regulatoren, Emotionsausdrücke und Adaptoren.[16]Die vier Hauptpunkte sind jedoch Gestik, Mimik, Kinesik und Proxemik. Ekman beschäftigt sich hauptsächlich mit der Mimik, die seiner Meinung nach am kompliziertesten und verwirrendsten von all den anderen Punkten ist.[17]

Embleme sind nonverbale Ausdrücke, die sich sprachlich übersetzen lassen.[18]Dazu gehören nonverbale Ausdrücke von Schmerz, Müdigkeit, Überraschung, sowie Begrüßungen und Abschiede.[19]So können durch den Körperausdruck die psychischen und die physischen Zustände einer Person erkannt werden.[20]Embleme können auch ohne verbale Ausdrücke auftreten, sind kontextunabhängig und werden kulturell festgelegt.[21]

Illustratoren dienen zur visuellen Darstellung des Gesagten, indem Bewegungen durchgeführt werden, um etwas zu visualisieren. Sie können in mehrere Unterpunkte unterteilt werden, die verschiedene Arten von Bewegungen darstellen. Darauf wird jedoch im nächsten Punkt eingegangen. Nonverbale Kommunikation ist kontextabhängig. In jeder Kultur bilden sich Verhaltensnormen, die von Situation zu Situation variieren.[22]Je nachdem in welchem Verhältnis zwei Menschen zueinander stehen, so verhalten sie sich dementsprechend. Bei einem Arzt verhält man sich anders, als bei den Freunden oder der Familie. So gibt es beispielsweise natürlich vorkommendes und arrangiertes Verhalten.[23]In einem Labor verhalten sich Menschen dementsprechend anders, als bei sich zu Hause oder an öffentlichen Plätzen.[24]Gespräche zwischen Fremden lassen sich mit dem Verhalten auf öffentlichen Plätzen vergleichen.[25]Somit lässt sich sagen, dass viele Aspekte gleichzeitig auf die Situation wirken und es keine bestimmten Verhaltensregeln gibt, weil in jeder Situation andere Umstände auf die Situation einwirken.

Zur nonverbalen Kommunikation lässt sich auch die „nonverbal-nonvokale Kommunikation“ zuordnen, die für die optische und „taktile“[26]Kommunikation zuständig ist, die zu den Illustratoren gezählt werden kann. Nonverbale Kommunikation lässt sich nicht vermeiden. In einem Gespräch wird auch bewusst oder unbewusst mit dem Körper kommuniziert. Goffman bezeichnet bewusste Körpersprache als „information given“ und die unbewusste als „information given off“.[27]Ekman benennt unbewusste und unkontrollierte Körpersprache als „non-verbal leakage“, also als „durchsickernde“ Information.[28]Auch ohne verbale Kommunikation verständigen sich Menschen nonverbal. Außerhalb eines Gesprächs und bei unbewusster Körperhaltung wird das eigene Verhalten durch eine andere Person automatisch gedeutet. Somit kommunizieren Menschen, wenn auch unbewusst, immer mit ihren Handlungen. Nonverbale Kommunikation kann auch dafür genutzt werden, um eine indirekte Mitteilung zu machen, sodass man eine verbale Verletzung des anderen vermeiden kann.[29]Damit die gewollte Mitteilung von der anderen Person verstanden wird, muss man die nonverbale Kommunikation richtig einsetzen und verstehen können.[30]Auch das Schweigen während einer Konversation kann beeinflussend sein.[31]Um Körpersprache verstehen zu können sollte man auf vieles achten. Zum einen auf die Körperhaltung und zum anderen auf die Gestik, sowie Mimik.[32]Das „Blickverhalten“[[33]] kann ebenfalls von Bedeutung sein.

[...]


[1]Vgl. M. Pabst-Weinschenk: Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung, S.48.

[2]Vgl. ebd.

[3]Vgl. M. Pabst-Weinschenk: Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung, S.176.

[4]Vgl. ebd.

[5]Christa M. Hellmann: Körpersprache: richtig verstehen und elnsetzen, S.ll.

[6]Vgl. ebd.,S.17.

[7]Vgl. ebd., S.34.

[8]Vgl. ebd.,S.119.

[9]Vgl. ebd.,S.46.

[10]Vgl. Klaus Scherer & Paul Ekman: Handbook of Methods in nonverbal Behavior Research, S.l.

[11]Vgl. ebd.

[12]Vgl. ebd.

[13]Vgl. Klaus Scherer & Paul Ekman: Handbook of Methods in nonverbal Behavior Research,

[14]Vgl. ebd.

[15]Ebd.,S.6.

[16]Vgl. M. Pabst-Welnschenk: Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung, S.51.

[17]Vgl. Klaus Scherer & Paul Ekman: Handbook of Methods in nonverbal Behavior Research, S.45.

[18]Vgl. M. Pabst-Welnschenk: Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung, S.51.

[19]Vgl. ebd.

[20]Vgl. Christa M. Hellmann: Körpersprache - richtig verstehen und elnsetzen, S.21.

[21]Vgl. M. Pabst-Welnschenk: Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung, S.51.

[22]Vgl. Klaus Scherer & Paul Ekman: Handbook of Methods in nonverbal Behavior Research, S.22.

[23]Vgl. ebd., S.17.

[24]Vgl. Klaus Scherer & Paul Ekman: Handbook of Methods in nonverbal Behavlor Research, S.17.

[25]Vgl. ebd.

[26]M. Pabst-Welnschenk: Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung, S.49.

[27]Ebd., S.50.

[28]Vgl. ebd., S.50.

[29]Vgl. Sung-Hee Lee: Asiengeschäfte mit Erfolg, S.58.

[30]Vgl. ebd.

[31]Vgl. Klaus Scherer & Paul Ekman: Handbook of Methods in nonverbal Behavlor Research, S.58.

[32]Vgl. M. Pabst-Welnschenk: Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung, S.50.

Details

Seiten
21
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668469822
ISBN (Buch)
9783668469839
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v369284
Institution / Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
2,0
Schlagworte
Körpersprache Nonverbale Kommunikation Kommunikation Europa Asien Semiotik

Autor

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