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Internationaler Handel in Modellen mit endogenem Wachstum. Eine Analyse mithilfe des Grossman-Helpman-Modells

Bachelorarbeit 2014 60 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis.. II

Tabellenverzeichnis.. III

Abbildungsverzeichnis.. IV

1 Einleitung.. 1

2 Das Grossman-Helpman-Modell mit zunehmender Produktvielfalt.. 4

2.1 Modellbeschreibung und Annahmen.. 4

2.2 Gleichgewicht.. 6

2.3 Resümee.. 12

3 Internationaler Handel und Wachstum im Grossman-Helpman-Modell.. 14

3.1 Internationale Wissensdiffusion.. 14

3.2 Internationaler Handel.. 18

3.3 Resümee.. 20

4 Das Grossman-Helpman-Modell mit Humankapitalakkumulation und Jones-Forschungstechnologie.. 22

4.1 Modellbeschreibung und Annahmen.. 23

4.2 Gleichgewicht.. 24

4.3 Internationaler Handel und Wachstum.. 29

4.3.1 Internationale Wissensdiffusion.. 29

4.3.2 Internationaler Handel.. 30

4.4 Resümee.. 32

5 Fazit.. 34

6 Anhang.. i

Symbolverzeichnis.. xiv

Literaturverzeichnis.. xvii

Kapitel 1 Einleitung

”No extension of foreign trade will immediately increase the amount of value in a country, although it will very powerfully contribute to increase the mass of commodities and therefore the sum of enjoyments.“ David Ricardo (1821, Kapitel 7)

Die Frage ob sich aus internationalem Handel ökonomische Vorteile ergeben, ist eine der ältesten in der Disziplin der Volkswirtschaftslehre. Dabei ist sie für traditionelle Außenhandelstheoretiker schnell beantwortet: Verschiedene Länder mit unterschiedlicher Technologie bzw. Faktorausstattung können sich durch internationale Arbeitsteilung auf bestimmte Güter spezialisieren. Die damit verbundene Konsumausweitung führt zur ökonomischen Besserstellung der handelnden Länder. Damit ist allerdings die Frage nach den ökonomischen Vorteilen nicht vollends erschöpft, da traditionelle Außenhandelsmodelle wie das Ricardo- oder das Heckscher-Ohlin-Modell statisch sind und daher keine Aussagen zu den dynamischen Wirkungen des Außenhandels ermöglichen. Zudem beziehen sich die Aussagen der traditionellen Außenhandelstheorie auf inter industriellen Handel, also Handel mit stark unterschiedlichen Gütern. Die Empirie hingegen zeigt, dass insbesondere zwischen entwickelten Industrienationen größtenteils sehr ähnliche Güter gehandelt werden. Ein großer Teil des Handels ist daher intraindustriell.

Die Bedeutung dieser beiden Einwürfe lässt sich anhand von zwei Beispielen verdeutlichen. Um die Wichtigkeit von dynamischen Aspekten zu zeigen, bietet sich Abbildung 1.1 an, die in zwei Streudiagrammen das Verhältnis zwischen dem realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf im Jahr 1965 und den durchschnittlichen Wachstumsraten von 1965 bis 2000 zeigt. Die linke Grafik zeigt Länder die tendenziell nicht offen[1] für Welthandel sind/waren. Die rechte Grafik hingegen zeigt Länder, die relativ offen sind. Aus der Abbildung leitet Weil (2012, 326) zwei interessante Aussagen ab. Erstens haben offene Länder im Durchschnitt in etwa doppelt so hohe Wachstumsraten, als Ländern die nicht offen sind. Ein Faktum, dass über einen Zeitraum von 35 Jahren in seinen Auswirkungen auf das Niveau des BIP pro Kopf sehr gewichtig ist. Zweitens ergibt sich für offene und geschlossene Länder eine unterschiedliche Datenstruktur. In der rechten Grafi zeigt sich ein relativ deutlicher negativer Zusammenhang zwischen initialem Wohlstand und späteren Wachstumsraten. Dieser Umstand lässt darauf schließen, dass es eine Verbindung zwischen internationalem Handel und Konvergenz geben könnte. Die Struktur der Wachstumsraten in geschlossenen Ländern hingegen scheint von Faktoren abzuhängen, die in diesem Rahmen nicht beobachtbar sind. Weiterhin lässt sich an den exemplarisch dargestellten Ländernamen erkennen, dass entwickelte Länder tendenziell offen sind, während Länder mit niedrigerem Entwicklungstatus eher geschlossen sind. Es ist daher festzuhalten, dass es Grund zu der Annahme gibt, dass Zusammenhänge zwischen Außenhandel und Wirtschaftswachstum bestehen. Dabei ist natürlich a priori die Kausalitätsrichtung unbekannt und damit auch die Vermutung, dass Außenhandel eine positive Wirkung auf das Wachstum entfaltet, nicht bewiesen.

[Abbildungen und Tabellen sind nicht enthalten in dieser Leseprobe.]

Abbildung 1.1: Vergleich des Wachstums in geschlossenen und offenen Ländern[2]

Die Relevanz des intraindustriellen Außenhandels kann gut anhand der Argumentation von Krugman und Obstfeld (2009, 239-240) am Beispiel der USA gezeigt werden. Tabelle 1.1 zeigt verschiedene Wirtschaftszweige in den USA und die Messgröße I, die ein Maß für den Anteil des intraindustriellen Handels am Handelsvolumen darstellt.[3] Für I = 1 gleichen sich Exporte und Importe in der jeweiligen Branche exakt aus und es liegt rein intraindustrieller Handel vor. Die traditionelle Außenhandelstheorie hingegen würde prognostizieren, dass in den Wirtschaftszweigen entweder exportiert oder importiert wird und damit rein interindustrieller Handel vorliegt (I = 0). Die Tabelle zeigt deutlich, dass große und wichtige Sektoren der USA hohe Werte für I aufweisen und daher stark von intraindustriellem Handel geprägt sind. Das gilt insbesondere für Sektoren in denen forschungsintensive und komplexe Produkte gefertigt werden. Je einfacher das Produkt hingegen ist, desto stärker ist der interindustrielle Handel ausgeprägt. Produkte wie Möbel, Textilien und Schuhe, welche tendenziell arbeitsintensiv sind, werden aus weniger entwickelten Ländern importiert. Damit liegt der Schluss nahe, dass intraindustrieller Handel insbesondere zwischen entwickelten Industrienationen betrieben wird, die jeweils das Wissen und die Forschungskapazität haben, komplexe gleichartige Produkte handeln zu können. Eine Betrachtung der Entwicklung des intraindustriellen Handels im Zeitverlauf zeigt zudem, dass sich dessen Anteil in Industrienationen wie Deutschland, Japan und den USA in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stark erhöht hat.[4]

[Abbildungen und Tabellen sind nicht enthalten in dieser Leseprobe.]

Tabelle 1.1: Indizes für den intraindustriellen Handel ausgewählter Wirtschaftszweige in den USA (2009)[5]

In dieser Arbeit soll intraindustrieller Handel in Modellen mit endogenem Wachstum theoretisch untersucht werden. Als Grundlage für die Analyse wird in Kapitel 2 zunächst ein Modell von Grossman und Helpman (GH) vorgestellt, das endogenes Wachstum durch Innovationen gewinnmaximierender Unternehmen in unvollständigem Wettbewerb modelliert. Es wird dabei auf die Annahmen, das Modellgleichgewicht und die Anpassungsdynamik des Modells eingegangen. Darauf aufbauend, wird in Kapitel 3 untersucht, wie sich internationale Wissensdiffusion und intraindustrieller Handel auf das Wachstum auswirkt. Dabei wird sich zeigen, dass Länder, die international Forschungsergebnisse austauschen oder Außenhandel betreiben, schneller wachsen als Länder in Isolation. Nach diesen Kapiteln folgt in Kapitel 4 die Vorstellung einer modifi Version des GH-Modells. Die Modifi ationen bestehen darin, dass die Forschungstechnologie des GH-Modells verändert und Humankapitalakkumulation mit einbezogen wird. Hier wird ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet sein, die Veränderungen der Grundstruktur des GH-Modells und die neue Modelldynamik ausführlich zu beschreiben. Anschließend wird wieder das Wachstum bei internationalem Wissenstransfer und intraindustriellem Handel untersucht. Die Analyse des modifi Modells wird zeigen, dass internationale Wissensdiffusion und Außenhandel das langfristige Wachstum entwickelter Nationen nicht verändern. Den Abschluss dieser Arbeit stellt ein Fazit dar, in dem neben einer Zusammenfassung auch kurz dargestellt wird, wie sich die Forschung in diesem Themenbereich in den letzten Jahren entwickelt und verändert hat.

Um den Haupttext zu entlasten fi sich am Ende der Arbeit ein Anhang, der neben mathematischen Schritten und Herleitungen auch Ergänzungen, die nicht direkt in den Textfluss passen, darstellt. Die Hauptkapitel enden jeweils mit einem Resümee, das neben einer kurzen Zusammenfassung der Modellergebnisse auch Platz für Kritik einräumt.

Kapitel 2 Das Grossman-Helpman-Modell mit zunehmender Produktvielfalt

”Knowledge is our most powerful engine of production; it enables us to subdue nature and [...] satisfy our wants. [...] In other words, we say broadly that while the part which nature plays in production shows a tendency to diminishing return, the part which man plays shows a tendency to increasing return.“ Alfr e d Marshall (1920, Kapitel 4)

In diesem Abschnitt soll das Grundmodell von Grossman und Helpman (1991, Kapitel 3.2) zu endogenem Wachstum durch Forschung und Entwicklung (FuE) beschrieben werden. Das Modell beschreibt endogenes Wachstum durch eine zunehmenden Produktvielfalt die entsteht, weil gewinnorientierte Firmen in monopolistischer Konkurrenz Forschung betreiben und deshalb technologische Innovationen entstehen. Entscheidend ist dabei die Modellierung einer Forschungstechnologie, die der von Romer (1990, 83) gleicht. Ein weiterer essentieller Baustein ist die Modellierung von monopolistischem Wettbewerb in einer Form, die auf Dixit und Stiglitz (1977) zurückgeht.[6] Das Modell wird häufig als Grundlage für die Verbindung zwischen Wachstumstheorie und Außenhandelstheorie verwendet[7] und wird auch in dieser Arbeit zu diesem Zwecke vorgestellt. Die Darstellung stützt sich neben den Ausführungen von GH auf Arnold (1997, Kapitel 8.2) und Kornprobst (2008, Kapitel 4.1).

[...]


[1] Offenheit ist hier definiert anhand von Faktoren wie Zöllen, nicht-tarifären Handelshemmnissen, Wechselkursmanipulationen, etc. Vgl. Weil (2012, 326).

[2] Vgl. Weil (2012, 328, Figure 11.3) (links) und Weil (2012, 329, Figure 11.4) (rechts), ü bersetzung: Michael Lebacher.

[3] I ≡ 1 − (|Exporte − Importe|)/(Exporte + Importe). Vgl. Krugman und Obstfeld (2009, 239).

[4] Vgl. Lorz und Siebert (2006, 93-95).

[5] Vgl. Krugman und Obstfeld (2009, 240, Tabelle 8.2).

[6] Vgl. Kornprobst (2008, 22).

[7] Vgl. Kornprobst (2008, 51).

Details

Seiten
60
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668484566
ISBN (Buch)
9783668484573
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v369385
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – Institut für Volkswirtschaftslehre
Note
1,0
Schlagworte
Außenhandelstheorie Theoretische Volkswirtschaftslehre Wachstumstheorie Mathematical Economics Gleichgewichtstheorie Grossman-Helpman-Modell

Autor

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