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Unterrichtsstunde: Wir üben das Lesen und Einstellen der Uhr und die Abfolge tageszeitlicher Tätigkeiten im Stationenlernen (5. Klasse)

Unterrichtsentwurf 2005 15 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhalt

1. Begründung des Themas und Lehrplanbezug

2. Sachanalyse

3. Lerngruppenanalyse

4. Zur Unterrichtseinheit

5. Zur Unterrichtsstunde

6. Didaktisch-Methodische Entscheidungen und Reduktion

7. Tabellarische Darstellung des Unterrichtsverlaufs

8. Anhang

„Jessica... wann ist halb elf?“

Tibur

1. Begründung des Themas und Lehrplanbezug

Elementare zeitliche Strukturen dienen als Orientierungshilfe im Tagesablauf. „Die Fähigkeit, sich an zeitliche Gegebenheiten anzupassen, ist bedeutsam für das Zusammenleben in einer Schulgemeinschaft, im Elternhaus, im Heim und in anderen Gesellschaften“ (HKM, 39). Fragen, wie „Wie lange ist es noch bis zur Pause?“ oder „Haben wir noch Zeit für´s Puzzlen?“ zeigen, dass der Wunsch nach zeitlicher Orientierung alltäglich gegenwärtig ist. Die vor einiger Zeit erstellten Telefonbücher haben in dieser Klasse erfolgreich dazu geführt, dass sich einige Schüler außerhalb der Schule miteinander in Verbindung setzen. Im Hinblick auf Verabredungen am Nachmittag ist die Absprache einer normierten Zeit vonnöten. Auch spielen Termine wie Physiotherapie, Arztbesuche oder Fernsehsendungen eine zunehmende Rolle im Alltag. „Zeit ist in der modernen Gesellschaft ein wesentlicher Ordnungsfaktor für das menschliche Zusammensein“ (BKM, 233). Eine Orientierung im zeitlichen Verlauf des Tages wird im Hinblick auf die selbstständige Einteilung von verplanter und freier Zeit immer bedeutender.

2. Sachanalyse

Zeit bezeichnet das Nacheinander von Dingen in Bewegung und die Abfolge von Geschehnissen“ (BKM, 233). Um sich in der Unendlichkeit orientieren zu können, sind Beobachtungen zyklischer Geschehnisse (Tageszeiten) und der Veränderungen der Natur (Jahreszeiten) nötig. Insbesondere die Grundbedürfnisse, der Wechsel von Aktivität und Ruhe und die Beobachtung von Helligkeit und Dunkelheit sind subjektiv maßgebliche Handlungs- und Erlebnisfolgen, die das menschliche Zeitempfinden prägen. „Die Entwicklung des Zeitbegriffs beginnt mit ersten Vorstellungen von Abfolge und Dauer. Einfache Handlungsabläufe werden wahrgenommen und später antizipiert. Zeiterleben entwickelt sich, wenn Schülerinnen und Schüler Regelmäßigkeiten mit kurzen Abständen wahrnehmen, etwa wiederkehrende Ereignisse eines Tages“ (BKM, 233).

Innerhalb des Tages sind Situationen bedeutend, deren Aufeinanderfolge den Tag strukturiert. Die Begriffe Morgen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend und Nacht bezeichnen die Tageszeiten, denen charakteristische Tätigkeiten wie Aufwachen, Schulzeit, Mittagessen, Spielen am Nachmittag o.ä. zugeordnet werden. Der gleich bleibende Ablauf des Tages bietet eine wichtige Orientierung.

Als Zeitmessgerät haben sich in unserer Gesellschaft die digitale und analoge Uhr etabliert. Im Gegensatz zur subjektiven Schätzung, Orientierung an den Gestirnen, Kerzen- oder Sanduhren sind diese normiert und somit vergleichbar. An der Uhr können Zeitpunkte bestimmt sowie Zeitspannen berechnet werden.

Stationenlernen ist eine Unterrichtsform, die selbsttätiges, aktives Lernen ermöglicht. Die Angebote setzt sich aus verschiedenen Schwerpunkten eines Themas zusammen, die auf Stationen, verteilt sind. Bei der Erstellung von Übungsstationen sollten laut Bauer verschiedene Lerneingangskanäle, die Bruner´schen Repräsentationsebenen und das unterschiedliche Arbeitstempo der Schüler berücksichtigt werden (vgl. Bauer, 88).

3. Lerngruppenanalyse

Die vier Jungen und vier Mädchen der Mittelstufenklasse M1 sind zwischen zehn und dreizehn Jahren alt. Sie besuchen die Paul-Zimmermann-Schule im fünften Schulbesuchsjahr. Anna, Karl und Thomas sind aus nahe gelegenen Förderschulen für Lernhilfe überwiesen worden. Da meine Unterrichtszeit in dieser Klasse auf Mittwoch und Donnerstag beschränkt ist, lässt sich nur schwer abschätzen, wie die Schüler auf die geänderte Unterrichtszeit heute reagieren. Es ist damit zu rechnen, dass z.B. Tibur mehrmals nachfragt, welcher Unterricht wann statt findet.

Als Voraussetzung im Umgang mit Uhrzeiten sind Grundkenntnisse der Zahlerfassung mindestens im Zahlenraum 1-12 sowie Begriffe zur Beschreibung der räumlichen Verhältnisse der Zeiger (oben, unten, rechts, links) erforderlich. Diesem Anspruch entsprechend teile ich die Schüler in zwei leistungsdifferenzierte Gruppen ein: Der Gruppe a gehören Anneliese und Bert an. Sie bauen ihre Fähigkeiten aus, den Tag anhand einzelner Situationen zu strukturieren. Gruppe b übt den Umgang mit Uhren. Anna, Karl, Sabine und Thomas lesen halbe Stunden sowie Minuten in Fünfer-Schritten und stellen analoge und digitale Uhren darauf ein. Tibur und Konni lesen volle Stunden auf analogen Uhren und ordnen diese dem tageszeitlichen Ablauf zu.

Anna (b)

liest und stellt die analoge Uhr korrekt ein. Schwierigkeiten hat sie bei der Übertragung der Zeigerstellung auf das Papier. Daher wird ihr die Hilfestellung gegeben, Zeiger auszuschneiden und aufzukleben.

Anneliese (a)

die tageszeitlichen Begriffe Vor- und Nachmittag sind noch nicht genügend gefestigt und bedürfen einiger Übung. Das Identifizieren von Tätigkeiten auf Fotos und Bildsymbolen gelingt ihr je nach Tagesform unterschiedlich gut.

Bert (a)

kann Bildsymbole erlesen, nonverbal umsetzen und ist sich der Bedeutung der alltäglichen Tätigkeiten bewusst. Da ihre zeitliche Aufeinanderfolge jedoch extern bestimmt wird, ist ihm der Tagesablauf nur bedingt deutlich. Aus Krankheitsgründen hat er die letzten vier Unterrichtsstunden versäumt und daher die Begriffe Vor- und Nachmittag nicht mitbekommen.

Karl (b)

Beherrscht die 5er-Reihe, so dass für ihn über das weitere Üben der vollen und halben Stunden auch ein Angebot gemacht wird, in 5-Minuten-Schritten zu lesen.

Konni (b)

Ist in der Lage, ihren eigenen Tagesverlauf chronologisch richtig darzustellen.

Sabine (b)

Trägt täglich eine Armbanduhr und versucht, diese auf die Minute genau zu lesen. Der Übertrag in digitale Zeiten fällt ihr noch schwer.

Tibur (b)

ist stark verhaftet im eingespielten Tagesablauf. Auf Veränderungen reagiert er verwirrt. Tibur liest die Ziffern 1-12 fehlerlos, bei der Übertragung auf die Bezeichnung 13-24 Uhr hat er noch Schwierigkeiten. Aus Krankheitsgründen hat er die letzten vier Unterrichtsstunden versäumt und bleibt daher auf dem Niveau, volle Stunden zu lesen.

Thomas (b)

hat den Übergang von Arbeitsplan- zu Stationenbetrieb sehr aufmerksam verfolgt und die Einhaltung der Regeln genau beachtet. Die neue Methode scheint für ihn eine Herausforderung dargestellt zu haben, die durch die klare zeitliche und materielle Struktur ein übersichtliches Arbeiten ermöglicht. Thomas arbeitet sehr zügig und verlangt schnell neue Aufgaben.

4. Zur Unterrichtseinheit

Groblernziel der Unterrichtseinheit

Die Schüler sollen sich zeitlich orientieren, indem sie

- im Schulalltag zu bestimmten Zeiten tätig werden,
- anhand typischer Tätigkeiten die Folge der Tageszeiten kennen lernen (Anneliese, Bert),
- anhand des Stundenzeigers die Tageszeit identifizieren (Tibur),
- anhand einiger Fixpunkte Zeitpunkte identifizieren (Konni),
- anhand des Stunden- und Minutenzeigers die Tages- und Uhrzeit auf eine Viertelstunde genau erkennen (Sabine, Thomas, Karl, Anna).

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638364652
Dateigröße
999 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v36986
Institution / Hochschule
Studienseminar Korbach
Note
12 Punkte
Schlagworte
Unterrichtsstunde Lesen Einstellen Abfolge Tätigkeiten Stationenlernen Klasse) Unterrichtspraktischer Teil Staatsprüfung Lehramt Förderschulen

Autor

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Titel: Unterrichtsstunde: Wir üben das Lesen und Einstellen der Uhr und die Abfolge tageszeitlicher Tätigkeiten im Stationenlernen (5. Klasse)