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Die Geschichte und Entwicklung von Dessous

Hausarbeit 2015 13 Seiten

Design (Industrie, Grafik, Mode)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort / Einleitung und Zielsetzung

2. Die Geschichte der Unterwäsche
2.1. 16. - Anfang 18. Jahrhundert - Das Korsett, die Gefangenschaft der Frau
2.3. Ende des 18. Jahrhunderts - 20. Jahrhundert
2.2. Madonna in Jean Paul Gaultier

3. Dessous heute
3.1. Der Vergleich früher zu heute - ein Beispiel zur Veranschaulichung
3.3. Sinn und Zweck der Unterwäsche

4. Schlusswort: Der Blick in die Zukunft - Was wird sein?

5. Anhang
5.1. Literaturverzeichnis
5.2. Anlagenverzeichnis

1. Einleitung / Vorwort und Zielsetzung

“Frauen tragen Dessous; Männer tragen Unterwäsche” - ein Zitat von der Psychoanalytikerin Eugénie Lemoine-Luccione.1

Diese Annahme beschreibt ziemlich treffend die Teilung der Welt und die Teilung der Geschlechter Mann und Frau. Mit diesem Einleitungssatz möchte ich meine Hausarbeit beginnen, denn lange war das Thema “Unterwäsche” ein regelrechtes Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Heute geht man lust- und phantasievoller damit um. Wie kaum ein anderes Kleidungsstück beflügeln schöne Dessous unsere Fantasie und so ist die Unterwäsche zu einem essenziellen Bestandteil der zeitgenössischen Mode geworden.

Im Verlauf meiner Hausarbeit werde ich die erstaunliche Entwicklung der Dessous aufzeigen, den geschichtlichen Teil beleutchten und anschließend diesen Werdegang mit der aktuellen Dessousmode vergleichen. Außerdem werde ich meinen Blick auf die Zukunft richten und analysieren, wie eine mögliche Entwicklung der Dessous in Zukunft aussehen könnte.

2. Die Geschichte der Dessous

Man kann vermuten, dass sich die Geschichte der Dessous schon auf die Erzählung von Adam und Eva einst zurückzuführen lässt.

Sie lebten ohne jegliche Kleidung bis zu dem Tag als beide in den Apfel, die verbotene Paradiesfrucht bissen und auf einmal das plötzliche Verlangen danach bekamen, sich mit einem Feigenblatt ihre primären Geschlechtsmerkmale zu bedecken. Die eigentliche Geschichte begann jedoch vor etwa 20.000 Jahren mit dem sogenannten Lendenschurtz. Dieser diente dazu, die empfindlichsten Stellen des Körpers vor Alltagsgefahren wie Kälte, Natur zu schützen und wurde meistens aus Fellen, Flechtwerken, Bast oder Hanf angefertigt.3

Im alten Ägypten trugen die Frauen der höheren Stände die sogenannte Kalasiris, ein schlauchschmales, langes Trägerhemd, welches die Brust freiließ. (Siehe Abb.1. Anlageverzeichnis)4

Im alten Griechenland (Fokus liegt auf Athen) trugen die damaligen Frauen einen Chilton. Er war gespinst aus Pflanzenfasern, knöchellang und drapiert ober- und unterhalb ihres Gürtels. (Siehe Abb.2 Anlageverzeichnis)

Dazu trugen sie da sogenannte Strophium unter dem Chilton, um ihre Brust möglichst gewölbt und vorteilhaft ihrerseits erscheinen zu lassen um dem zeitgenössischen Idealbild einer Frau zu entsprechen.

Sie bestand hauptsächlich aus Stoff, teilweise aber auch aus Leder. Dieses handbreite Band wurde um die nackte Brust gebunden.

Das Tragen dieses Stophium war für die Frau Pflicht.1 2

Im alten Rom trugen die Frauen ähnliche Brustbinden. Diese wurden Fascia genannt. Im Gegensatz zu den Griechen, die es für schön empfanden große Brüste zu besitzen, gab es in Italien ein anderes Schönheitsideal.

Um einen möglichst kleinen Busen zu erlangen, schnürten sich die Frauen ihre Fascia eng um ihren Körper.2

Wie man auf antiken Abbildungen erkennen kann, trugen die Damen zur Fascia einen passenden Slip. Dieser wurde Subligacum genannt und war ein an den Seiten zusammengenähtes oder geknotetes Tuch.3

Als die Männer ebenso anfingen, diesen Slip unter ihrer Kleidung zu tragen, wurde es bald darauf zum Vorbild unserer heutigen Unterwäsche.

2.1. 16. - Anfang 18. Jahrhundert - Das Korsett, die Gefangenschaft einer Frau

Im 16. Jahrhundert, zur Zeiten der Renaissance, eintwickelte sich das Schönheitsideal weiter in Form einer grundlegenden Neueerung: das Korsett.

In diesem Jahrhundert war es Mode, die Hüften zu betonen und die Taille möglichst schmal erscheinen zu lassen.

Eine zierliche und schmale Silouette entsprach dem damaligen Schönheitsideal.

Das Korsett bot die ideale Möglichkeit, solch eine Gestalt zu formen, denn es betont die natürlichen Kurven der Frau und schränkt die Taille der Trägerin enorm ein.1 „Beim Korsett des 16. Jahrhunderts sparte man den Busen aus, oder man arbeitete den Brustbereich extra aus.“2

Um der Frau ein einladendes Dekoltee zu verschaffen, wurde die Brust betont. Oder auch umgekehrt für die etwas üppigeren Frauen: den Busen anzudrücken und ihn so zu verkleinern. Eine grundlegende Ansicht war es jedoch auch, dass das Korsett nicht nur den Körper, sondern auch den Charakter einer Frau, durch das Gefühl sich femininer vorzukommen, formt.3

Neben den sogenannten Eisenkorsetts zählten die wohl bekanntesten die sogenannten Fischbeinkorsetts. Sie ließen nur steife gemessene Bewegungen zu. “Wahlweise mit Walfischbein, Büffelhorn oder Stahlfedern verstärkt, schnürte es den Frauen jahrhundertelang die Luft ab.“4

Später erhielt das Korsett das Blankscheit, „Übrigens ist das Blankscheit, zumal wenn es zu lang und aus Holz oder gar Metall ist, der wahren Schönheit und Grazie ganz zuwider; will aber nun die Mode einmal das Blankscheit, so sei es ein dünnes elastisches, kurzes und breites Stäbchen aus Fischbein, welches oben und unten abgerundet und in das Korsett eingenäht ist, so daß es auf den Körper keinen unmittelbaren starken Druck ausüben kann.”5

(Blankscheit siehe Anlageverzeichnis Abb.3.)

In der populärsten Zeit des Korsetts gab es eine Vielzahl an verschiedenen Varianten. Je nach Anlass gab es unterschiedliche Modelle. Für Abendveranstaltungen, Freizeit und sportliche Zwecke.

Zu dieser Zeit mussten Frauen die dem gängigen Schönheitsideal entsprechen wollten, einen hohen Preis bezahlen. Fatale Folgen unter anderem waren:

Verformungen des Brustkorbes, Quetschungen von Lunge, Leber, Magen- und Darmtrakt.

“Man erzählte sich vom unerklärlichem Sterben junger, adeliger Damen, hervorgerufen durch gebrochene Rippen, die die Lunge durchbohrten.”1

Dadurch lässt sich leicht erraten, dass das Korsett nicht nur für die Schönheit einer Frau diente. Es wurde auch als Bestrafungsmethode benutzt.

Oft wurden lange Nadeln auf der Brust befestigt um die Haltung junger Mädchen zu verbessern. Denn bei jeder noch so kleinen Bewegung des Kopfes, bekamen die Mädchen dadurch einen schmerzhaften Stich in das Kinn.2

2.2. Ende des 18. Jahrhunderts - 20. Jahrhundert

Ende des 18. Jahrhunderts gab es einen regelrechten Umschwung. Die Liebe zur Nacktmode gewann an Popularität. Korsetts wurden nicht mehr getragen, ausschließlich lange Unterhemden. Dies war allerdings nicht von Dauer, denn um das Jahr 1820 war die sogenannte Wespentaille, d.h. sehr schmale Taille,breitere Hüften, wieder in Mode.

Da Unterhosen ein Symbol der Männlichkeit waren, gingen Frauen jahrhundertelang “unten ohne”. Ausnahme für eine Frau waren lediglich sehr kalte Wintertage. Da durften sie gefütterte Höschen unter ihren Röcken tragen. Als die Stahlreifen, auch Krinolinen genannt, aufkamen und diese allzu viel Bein freigaben, durften auch die Frauen Unterhosen tragen. Diese waren im Schritt offen, um die traditionelle Symbolik der weiblichen Kleidung zu wahren. Diese Epoche war auch die Zeit der Baumwolle, die nach und nach begann, die Leinenwäsche zu verdrängen.3

Um 1876 fing die Trikotindustrie an zu boomen und brachten die weichen unverstärkten Reformleibchen (Siehe Anlageverzeichnis Abb. 4) auf den Markt. Auch das Reformbeinkleid wurde nun verschlossen. Nachdem man auf die Idee kam, das Korsett in zwei Hälften zu teilen, war die4 Erfindung des Büstenhalters nicht mehr weit. Da die wenigsten Frauen auf einen gewissen Halt um den Pobereich nicht verzichten wollten, entwickelte man kurz darauf den Hüftgürtel und das Strumpfband.4

„Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen Frauen, unter ihren Kleidern Dessous zu tragen. Bis dahin hatten sie Leibwäsche, Wäsche, Miederwaren angezogen.“ (Zitat aus: Farid Chenoune, Dessous: Ein Jahrhundert Wäschekult, 2005, Seite 14)

Nach Ende des Krieges, Anfang des 20. Jahrhunderts, fingen die Damen an, sich von ihren Schichten an Stoff für ihre langen, prachtvollen Röcke zu verabschieden. Die Röcke wurden in den 20er Jahren immer kürzer, zeigten somit viel Bein und die Frauen konnten ihre Strumpfbänder und Strumpfhosen präsentieren. Frauen trugen unter ihrer Garderobe Büstenhalter, die jedoch die weiblichen Rundungen kaschieren sollten. Jetzt war die Unterwäsche nicht mehr weiß, sondern wurde durch pastellige Farben wie rosé ersetzt.

Unter den schimmernden Kleidern der 20er Jahre wurden nun Schlupfhosen getragen. “Große Busen wurden zusätzlich noch durch neuartige Metallbügel gestützt, die im BH eingearbeitet waren.”1 5

Zu Beginn der 50er Jahre wurde der Büstenhalter nicht mehr rund, sondern spitz geschnitten. Nun kamen auch die ersten Wäschekollektionen aus Amerika für die jungen Frauen nach Europa. Zeitgleich fingen die Frauen an, öffentlich zu rebellieren.

Der BH wurde von den amerikanischen Frauen als Unterdrückung der freien Weiblichkeit erklärt.2 Aufgrund der fortschreitenden Emanzipation der amerikanischen Frauen, änderte sich grundlegend die gesamte Wäscheindustrie.

BH’s wurden mit einem Hauch von dünnen Stoffen, wie Tüll und Nylon angefertigt, hatten jedoch trotzdem eine stützende Funktion, was den Frauen außerordentlich gefiel. Die Hippiezeit verlieh Ende der 70er Jahre der Unterwäsche das Ausgeflippte und durch die High-Waist-Hosen entwickelte die Unterwäscheindustrie die heutigen „Panties“. In den 90ern waren dezente Dessous aktuell. Die beiden Wäschetypen, die elegante, spitzenbesetze, sexy und die klarlinige und sportliche wurden gerne von den Frauen getragen.3

Den letzten großen Trend gab es im Jahre 2001. Die Unterwäsche war nahtlos und sehr bequem. Das Dekolteé kam wieder vermehrt ins Blickfeld.4

[...]


1 Zitat aus: Buch: Farid Chenoune; Dessous; Ein Jahrhundert Wäschekult, Seite 9

2 Eigene Darstellung in Anlehnung an: Anna Folli, Dessous, Seite 11

3 Eigene Darstellung in Anlehnung an : http://www.braganza.de/Die-Geschichte-der-Unterwaesche:_:20.html

4 Anlehnung an Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, vom Mieder zum Korsett

3 Eigene Darstellung in Anlehnung an : http://www.braganza.de/Die-Geschichte-der-Unterwaesche:_:20.html

4 Anlehnung an Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, vom Mieder zum Korsett

4 Anlehnung an Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, vom Mieder zum Korsett

1 Eigene Darstellung in Anlehnung auf Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, Vom Mieder zum Dessous - Eine Kultur- und Produktgeschichte der Miederwaren in Deutschland, 2007

2 Eigene Darstellung in Anlehnung an: Andreas Hopson-Münz, http://www.forumtraiani.de/tag/romisches- busenband/

3 Eigene Darstellung in Anlehnung an: Matthias Pausch, Die römische Tunika: Ein Beitrag zur Peregrinnisierung der antiken Kleidung, S. 145

1 Eigene Darstellung in Anlehnung an Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, Vom Mieder zum Dessous - Eine Kultur- und Produktgeschichte der Miederwaren in Deutschland, 2007, S. 17

2 Zitat aus Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, Vom Mieder zum Dessous - Eine Kultur- und Produktgeschichte der Miederwaren in Deutschland, 2007, S. 17

3 Eigene Darstellung in Anlehnung an Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, Vom Mieder zum Dessous - Eine Kultur- und Produktgeschichte der Miederwaren in Deutschland, 2007, S. 17

4 Zitat von Till Hein, aus der Zeitung „die Zeit“, Burgfräuleins BH, Nr 30/2013

5 Zitat: Fehler des Korsetts, 2000-2014, von Sylphide und Alex, http://www.korsetts.de/Fehler_der_Korsetts_19_Jahrhundert.php

1 Zitat: Anna Folli, Dessous, S. 18

2 Eigene Darstellung in Anlehnung an: http://www.the-ardent-collection.com/wissenswertes-ueber- korsetts/gesundheitliche-aspekte.html

3 Eigene Darstellung in Anlehnung an: Farid Chenoune; Dessous - Ein Jahrhundert Wäschekult

1 Zitat: Ulrike Brünett, http://www.ulrike-bruennet.de/wissenswertes/geschichte

2 Anlehnung an Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, vom Mieder zum Korsett

3 Anlehnung an Farid Chenoune, Dessous ein Jahrhundert Wäschekult

4 Anlehnung an Curt Braun, Doris Binger, Annette Gilles, vom Mieder zum Korsett

Details

Seiten
13
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668492035
ISBN (Buch)
9783668492042
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v371038
Institution / Hochschule
AMD Akademie Mode & Design GmbH
Note
1,0
Schlagworte
geschichte entwicklung dessous

Autor

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