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Der moralisch handelnde Roboter. Eine ethische Revolution?

Robotik und Ethik

Essay 2017 5 Seiten

Ethik

Leseprobe

ABSCHLUSSAUFSATZ UE ROBOTIK

Lukas Gabriel

DER MORALISCH HANDELNDE ROBOTER: EINE ETHISCHE REVOLUTION?

Jahrhundertelang träumte der Mensch davon, sich ein Ebenbild zu erschaffen und selbst die Rolle des Schöpfers einzunehmen - und durch moderne Technologien kommen wir diesem Ziel näher und näher: Roboter ersetzen schon seit Jahrzehnten menschliche Arbeitskraft, um Geld zu sparen oder Leben zu retten. Dabei sind sie unserem Verhalten und unserer Gestalt mehr oder weniger bis gar nicht ähnlich. Doch welche Herausforderungen für die Ethik bringt diese neue Rolle des Menschen mit sich; wann kann man von einem Roboter mit Bewusstsein sprechen und was können wir heute schon tun, um den Gefahren des Fortschritts einen Schritt voraus zu sein?

Die Frage nach dem Nutzen

Die einfachste Form der Roboters ist zugleich auch bei vielen die erste Assoziation, die zu dem Begriff Roboter gezogen wird: Einfache Fabrikroboter, die nur für sehr wenige, sehr oft auszuführende Handgriffe existieren. Einen Roboter diese repetitiven Aufgaben erfüllen zu lassen, erscheint als logisch: Während ein menschlicher Arbeiter einfache Handgriffe mit mäßiger Geschwindigkeit und Genauigkeit ausführt, kann ein Roboter dass mit absoluter Genauigkeit und in höchsten Geschwindigkeiten.

Das Endprodukt wird dadurch günstiger für Konsument und Hersteller und verfügt über eine bessere Qualität. Zudem möchte wohl kein Mensch Stunde für Stunde, Monat für Monat an einem Fließband stehen und denselben Handgriff ausführen. Hier sind uns unsere motorischen Helfer also gerade recht.

Eine logische Fortführung der Idee, menschliche Arbeitskraft von Robotern erledigen zu lassen ist die Erweiterung auf Service- und Pflegekräfte in den jeweiligen Industrien. Diese Entwicklung ist momentan noch jung, findet aber besonders in Asien unter der großen Last der alten, pflegebedürftigen Bevölkerung seinen Platz und seinen Nutzen.

Im Gegensatz zu einfachen Fabrikrobotern ist hier jedoch fraglich, wann ein Roboter dem menschlichen Können nahe genug kommen wird, um beispielsweise einen Altenpfleger oder eine Krankenschwester so zufriedenstellend zu ersetzten, dass sich die Verschlechterung der Pflege- und Servicequalität mit der Kostenersparnis rechtfertigen lässt oder sogar eine Verbesserung zu erkennen ist.

Ein Kassierer, Berater im Elektronikfachmarkt, Busfahrer oder eine Putzkraft lässt sich ohne Probleme durch einen Roboter ersetzen, der nicht bezahlt sondern nur gekauft und ggf. ersetzt werden muss. Der Arbeitgeber spart Geld und Risiko, denn die Aufgabe wird nun nicht mehr von einem impulsiven, unperfekten, emotionsgesteuerten Menschen erfüllt, der bezahlt und überwacht werden muss. Stattdessen übernimmt eine völlig berechenbare und unermüdliche Maschine diese Aufgabe. Ob nun der Konsument durch niedrige Preise auch profitiert oder nur unter schlechterer Servicequalität leidet, hängt vom speziellen Sachverhalt oder persönlichen Vorlieben ab.

Ausgehend von Nutzenmaximierung und der Hoffnung, die Arbeitsplätze nach ihrer Ersetzung gar nicht mehr zu brauchen, weil ja jetzt auch die Bedürfnisse aller so besser erfüllt werden, macht es jedoch Sinn, einen Menschen zu ersetzen sobald man “unterm Strich” dadurch einen Mehrwert für die Gesellschaft erhält. Die Entscheidung, wie produziert wird, liegt jedoch allein in der Hand des Arbeitgebers, weshalb sich schon bei geringer Ersparnis die Automatisierung für das kapitalistische Unternehmen lohnt und deshalb streng nach Nutzenmaximierungsprinzip durchgeführt wird. Damit stellt sich eine neue Frage: Wie teilt man den Reichtum, der den Produzenten durch vollständige Ersetzung menschlicher Arbeiter zuteil wird, gerecht unter jener wachsenden Gruppe von mehr oder weniger qualifizierten Arbeitern auf, die nun selbst keine einzige Tätigkeit mehr besser können als ein Roboter und somit keiner Arbeit mehr nachgehen können? Die Menschheit steht in Gefahr, eine neue Schichtenteilung zuvor unvorstellbarer Maße zu erreichen. Gleichzeitig sind nun alle Menschen pauschal für eine höhere Bildung qualifiziert, da keine niederen Arbeiter mehr gebraucht werden und es eine Verschwendung von Ressourcen wäre, solche niederen Arbeitskräfte noch weiter auszubilden.

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Details

Seiten
5
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668490543
ISBN (Buch)
9783668490550
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v371189
Note
1,25
Schlagworte
ethik robotik moral technisierung künstliche Intelligenz Isaac Asimov

Autor

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Titel: Der moralisch handelnde Roboter. Eine ethische Revolution?