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Flexible Arbeit. Vom Nutzen und Schaden der zunehmenden Flexibilisierung von Arbeitszeiten

Hausarbeit 2016 16 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Arbeitszeit
2.2 Flexibilität: Merkmale Flexibler Arbeitszeit
2.2.1 Externe Flexibilisierung
2.2.2 Interne Flexibilisierung

3 Veränderung der Nutzung von flexiblen Arbeitszeiten

4 Flexibilisierung aus der Sicht von Unternehmen
4.1 Anreize einer Flexibilisierung von Arbeitszeiten
4.2 Nutzen und Schaden von Flexibilisierungsmaßnahmen

5 Flexibilisierung aus der Sicht von Angestellten
5.1 Anreize einer Flexibilisierung von Arbeitszeiten
5.2 Nutzen und Schaden

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis/ Internetquellen
7.1 Literartuverzeichnis
7.2 Internetquellen

1 Einleitung

„Zeit ist ein grundlegender Ordnungsfaktor sozialer [und wirtschaftlicher] Wirklichkeit, durch sie werden die Tätigkeiten der Menschen koordiniert und synchronisiert. […] Sie reguliert das Zusammenleben der Menschen und trägt zu einer gesellschaftlichen Integration bei.“[1] Doch was geschieht, wenn man die Zeitstrukturen verändert, sie gegebenenfalls auflockert, flexibilisiert?

Was bedeutet Flexibilität überhaupt und welchen Einfluss hat sie? Warum gewinnt sie von immer größer werdender Bedeutung? Welche Motive zetteln diesen Drang nach flexiblen Arbeitszeiten an? Wer erlangt einen Nutzen aus diesen veränderten Organisationsstrukturen und wie wirkt sich dieser Nutzen auf andere Beteiligte aus? Im Allgemeinen: Wo liegt der Nutzen und wo ist ein Schaden einer Flexibilisierung des Arbeitsmarktes durch anpassungsfähigen Arbeitszeiten zu erkennen?

Dies sind die Kernfragen, auf die sich die Arbeit beziehen wird.

Zu Beginn jedoch wird erstmal ein Theoretischer Bezugsrahmen aufgebaut, der vor allem die Begrifflichkeiten, welche für den Fortlauf der Arbeit notwendig sind, erläutert.

Danach dringt die Arbeit etwas tiefer in die Materie ein und befasst sich mit dem Wandel und dem Bedarf des Nutzens von flexiblen Arbeitszeiten, wie sich diese positiv und negativ auf den verschiedenen (Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-) Seiten auswirkt.

Um die Arbeit abzuschließen wird am Ende nochmal ein kritischer, zusammenfassender Blick auf diese Thematik geworfen.

2 Theoretischer Bezugsrahmen

Als Grundlage für die weitere Ausführung wird im Folgenden zunächst ein theoretischer Grundrahmen für die Arbeit geschaffen. Die Begrifflichkeiten: Arbeitszeit und Flexibilität (der Arbeit) werden hierbei genauer betrachtet, definiert und erläutert.

2.1 Arbeitszeit

Ganz einfach gesehen, könnte man sagen, dass die Arbeit mit der Zeit in gewisser Weise verbunden sei. Wenn man nun noch den Begriff der Leistung hinzufügt kann man erschließen, dass die Arbeit als Leistung in einem Zeitintervall definiert wird.[2]

Im strengsten, ökonomischen Sinne wird die Arbeitszeit ausschließlich als die Zeit definiert, die ein Arbeiter oder ein Angestellter aufbringt, um gewisse Aufgaben auszuführen und zu vollenden. Dabei werden Pausen allerdings nicht berücksichtigt.[3] Rechtlich ist die Arbeitszeit im Arbeitsgesetz §2 wie folgt definiert: „Arbeitszeit im Sinne dieses Gesetzes ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen.“ Im weitesten Sinne jedoch definiert die Arbeitszeit die Anwesenheit des Angestellten einschließlich der gesetzlich geregelten Pausen und sogar die Zeit, die der oder diejenige aufbringen muss, um an die jeweilige Arbeitsstätte zu gelangen.[4] Außerdem wird die Differenzierung der Arbeitszeit nach Dauer und Lage immer bedeutsamer. Normalarbeits-verhältnisse, worunter wir die Vollbeschäftigung mit einer 35-40 Stundenwoche, innerhalb von 5 Tagen die Woche, zählen würden, werden immer weniger.[5] Anstelle dessen werden die benötigten Arbeitsstunden, welche für die anstehenden Aufgaben benötigt werden, dem Kapazitätsbedarf angepasst. Arbeitszeiten werden also an den Bedarf des Unternehmens angepasst. –Sie werden flexibler. Dies wird allerdings ausführlicher im darauf folgenden Unterpunkt erläutert.

Aus soziologischer Sicht umfasst die Arbeitszeit mit weitaus mehr als die reine (Erwerbs)Arbeitszeit. Selbst die vermeidliche „Freizeit“ ist nicht gleich eine arbeitsfeie Zeit. Ein durchaus verständliches Beispiel hierfür ist die anfallende Arbeit, die bewältigt werden muss, um den Haushalt zu erledigen oder anderen (familiären) Verpflichtungen nachzugehen.[6] Die Arbeitszeit ist ein Teil unserer Lebenszeit, welche in unterschiedliche Bereiche wie private, familiäre, öffentliche sowie berufliche Sphären aufgeteilt werden.[7] Daher ist ein eindeutiges Trennen von Arbeits- und Arbeitsfreier Zeit aus soziologischer Sichtweise etwas schwieriger. Was jedoch eindeutig ist, ist dass die Arbeit von „elementarer Bedeutung für die menschliche Existenz und für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse […]“[8] ist.

2.2 Flexibilität: Merkmale Flexibler Arbeitszeit

Wenn sich Flexibilisierungsmodelle durchsetzen, haben diese oft Auswirkungen auf die Dauer, die Lage und die Verteilung der Arbeitszeit sowie auf den Ort, an dem die Arbeit verrichtet wird.[9] Hier ist eine klare Differenzierung notwendig. Mit anderen Worten ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit also eine „Flexibilisierung in Bezug auf die Dauer, Lage und Verteilung der täglichen [beziehungsweise] wöchentlichen Arbeitszeit […]“.[10], Sie bietet die Möglichkeit, wenn nicht sogar eine gewisse Wahlfreiheit, den Personaleinsatz je nach Bedarf variabel gestalten zu können. Dem Unternehmen wird die Chance geboten „rasch auf Kundenanforderungen [zu] reagieren und sich an Veränderungen ihrer Umwelt anpassen zu können.“[11] Betriebe können dadurch schneller auf gewisse Kundenwünsche eingehen und komplexe und unplanbare Situationen (flexibler) bewältigen.[12] Hierbei wird die Flexibilität eines Unternehmens noch in zwei Hauptdimensionen kategorisiert: interne und externe Flexibilität, welche in den nächsten zwei Unterpunkten genauer definiert werden.

2.2.1 Externe Flexibilisierung

Die externen Flexibilisierungen beziehen sich eher darauf, Personalbedürfnisse durch die Anzahl der Beschäftigten zu beeinflussen. Mit anderen Worten heißt das, dass Mittels der externen Flexibilisierungsmaßnahmen Einstellungen und Entlassungen intensiv genutzt werden können.[13] Sie kommen oftmals nur dann zum Einsatz, wenn die internen Flexibilisierungsmaßnahmen schon bereits ausgenutzt wurden sind.

2.2.2 Interne Flexibilisierung

Anders als bei der externen Flexibilisierung versucht ein Unternehmen auf verschiedene äußere Einflüsse mit seinen internen Ressourcen flexibel zu reagieren, indem beispielsweise „[…] das Unternehmen versucht, den Umfang der eigenen Arbeit zu variieren.“ [14] „Im Zentrum der internen Flexibilisierung steht die Arbeitszeit […].“ [15] Hierbei werden Nachfrageschwankungen (zum Beispiel der Produktionsbedürfnisse) durch zeitliche Anpassungen des internen Kapazitäts-bestandes, also den im Unternehmen angestellten Arbeitern, bewältigt.

Die interne Flexibilität setzt also, im Gegensatz zur externen Flexibilität, darauf, mit der vorhanden Belegschaft schwankende Arbeitsvolumina auszugleichen, anstatt auf Einstellungen und Entlassungen zurückgreifen zu müssen.[16]

Die Arbeitszeit wird hier als Mittel der Flexibilisierung eingesetzt. Mögliche Ansätze wären zum Beispiel die Ausdehnung durch Überstunden oder auch eine Absenkung der Arbeitszeit durch Teilzeitarbeit.[17]

3 Veränderung der Nutzung von flexiblen Arbeitszeiten

Die klassischen Arbeitsverträge wurden über Jahrzehnte hinwegdurch durch drei wesentliche Merkmale geprägt. Im Jahre 2000 gingen 23,9% der Bevölkerung (~24 Millionen)[18] einer Vollzeitbeschäftigung, von einer 35 bis 42 Stunden Woche, nach. Die Angestellten besaßen meist einen unbefristeten Arbeitsvertrag und somit die Gewissheit einer langfristigen Beschäftigung durch ihren Arbeitgeber hatten. Ein weiterer wichtiger Punkt des hierarchischen Dienstleistungsverhältnisses war es, dass die soziale Absicherung durch gesetzliche Vorschriften geregelt war.[19] Diese „fundamentale Vorstellung“ hielt man bis in die 80er Jahre aufrecht bis sich wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit drastisch änderten.[20]

Im Jahre 2012 sank die Prozentzahl auf 22% der Bevölkerung[21] (~ 22 Millionen), die einer Vollbeschäftigung nachgehen. Die Bezeichnung eines „atypischen Beschäftigungsverhältnisses“ allerdings immer geläufiger. Im Jahre 2000 zum waren es nur rund 4%, die einer Teilzeitbeschäftigung nachgingen. 12 Jahre später jedoch verdoppelte sich die Anzahl der Teilzeitarbeiter nahezu auf rund 7,3% mit steigender Tendenz.[22] Unter „atypischen“ Angestellten könnten sich unter anderem Teilzeitbeschäftigte, Leiharbeiter, befristete Arbeitsverträge oder auch geringfügig Beschäftigungsverhältnisse sowie Gleitarbeit verbergen.

Aber auch die „traditionelle“ Vollzeitbeschäftigung, sofern sie noch existiert (im öffentlichen Dienst zum Beispiel), durchlebt eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit. Dieser Wandel des Arbeitsverhältnisses zeigt sich insbesondere durch interne Flexibilisierung wie zum Beispiel: „die Verbreitung von Arbeitskonten [vgl „Arbeit auf Abruf“], die Nutzung des Instrumentes der Kurzarbeit sowie Vereinbarungen im Rahmen betrieblicher Bündnisse für Beschäftigung und Standortsicherung.“[23]

[...]


[1] Raehlmann, Irene/ Meiners, Birgit/ Glanz, Alexander/ Funder, Maria: Flexible Arbeitszeiten- Wechselwirkungen zwischen Betrieblicher und Ausserbetrieblicher Lebenswelt, Opladen 1993,
S. 10.

[2] vgl. Bohnewasser, Manfred/ Zülch, Gert: Arbeitszeit-Zeitarbeit. Flexibilisierung der Arbeit als Antwort auf die Globalisierung, Wiesbaden 2013, S 18.

[3] vgl. Raehlmann, Irene: Zeit und Arbeit, Wiesbaden, 2004, S. 38.

[4] vgl. ebenda.

[5] vgl. ebenda.

[6] vgl. ebenda S.37.

[7] vgl. ebenda S.36.

[8] ebenda .S. 23.

[9] vgl. Linne, Gudrun: Flexibel arbeiten- flexibel leben?- Die Auswirkungen flexibler Arbeitszeiten auf Erwerbschancen, Arbeits- und Lebensbedingungen, Düsseldorf 2002, S. 11
http://www.boeckler.de/pdf/p_flexibel_arbeiten.pdf, letzter Aufruf: 26.02.2017, 11:15 Uhr.

[10] Missen, Heiner: „Arbeit in einer modernen Gesellschaft“, Wiesbaden 2012, S. 60.

[11] Bohnewasser, Manfred/ Zülch, Gert: Arbeitszeit-Zeitarbeit. Flexibilisierung der Arbeit als Antwort auf die Globalisierung, Wiesbaden 2013, S. 100.

[12] vgl. Flecker, Jörg: „Sachzwang Flexibilisierung“? Unternehmensreorganisation und flexible
Beschäftigungsformen, in: Minssen, Heiner (Hg.), Begrenzte Entgrenzungen. Wandlungen
von Organisation und Arbeit, Berlin 2000, S. 269-270.

[13] vgl. Bohnewasser, Manfred/ Zülch, Gert: Arbeitszeit-Zeitarbeit. Flexibilisierung der Arbeit als Antwort auf die Globalisierung, Wiesbaden 2013, S 102.

[14] ebenda.

[15] ebenda S. 27.

[16] Linne, Gudrun: Flexibel arbeiten- flexibel leben?- Die Auswirkungen flexibler Arbeitszeiten auf Erwerbschancen, Arbeits- und Lebensbedingungen, Düsseldorf 2002, S. 10, http://www.boeckler.de/pdf/p_flexibel_arbeiten.pdf, letzter Aufruf: 26.02.2017, 11:15 Uhr.

[17] ebenda.

[18] o.A.: Sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung und Teilzeitbeschäftigung 2000-2016, Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen; http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Arbeitsmarkt/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIV8c.pdf; letzter Aufruf: 25.02.2017, 22:15 Uhr.

[19] vgl. Bohnewasser, Manfred/ Zülch, Gert: Arbeitszeit-Zeitarbeit. Flexibilisierung der Arbeit als Antwort auf die Globalisierung, Wiesbaden 2013, S. 26.

[20] vgl. ebenda.

[21] o.A.: Sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung und Teilzeitbeschäftigung 2000-2016, Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen; http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Arbeitsmarkt/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIV8c.pdf; letzter Aufruf: 25.02.2017, 22:15 Uhr.

[22] Bohnewasser, Manfred/ Zülch, Gert: Arbeitszeit-Zeitarbeit. Flexibilisierung der Arbeit als Antwort auf die Globalisierung, Wiesbaden 2013, S. 26.

[23] ebenda, S.44.

Details

Seiten
16
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668508064
ISBN (Buch)
9783668508071
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v371860
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,3
Schlagworte
flexible arbeit nutzen schaden flexibilisierung arbeitszeiten

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Titel: Flexible Arbeit. Vom Nutzen und Schaden der zunehmenden Flexibilisierung von Arbeitszeiten