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Pflege chronischer Erkrankung. Schlaganfall

Hausarbeit 2005 25 Seiten

Pflegewissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1 Krankheitsbild Schlaganfall
1.1 Definition Schlaganfall
1.2 Medizinische Aspekte und Symptome vom Schlaganfall
1.3 Anatomische und physiologische Ursachen vom Schlaganfall
1.4 Epidemiologische Aspekte des Schlaganfall

2 Routineuntersuchung bei der Aufnahme von Schlaganfallpatienten im Krankenhaus
2.1 Therapie des akuten Schlaganfall

3 Besonderheiten bei der Pflege von Schlaganfallpatienten
3.1 Zielsetzung für die professionelle Pflege
3.2 Theoretischer Rahmen für Pflegekonzepte von Schlaganfallpatienten
3.2.1 Pflege nach Bobath
3.2.2 Basale Stimulation
3.2.3 Kinästhetik
3.2.4 Fördernde Prozesspflege nach Monika Krohwinkel
3.3 Organisationsmodell Bezugspflege
3.4 Der Pflegeprozess – Handlungs- und Planungsinstrument

4 Pflegewissenschaftliche Studien im Kontext Schlaganfall

5 Recherche nach Zeugnissen/ Berichten/Erzählungen von betroffenen
Menschen und pflegenden Angehörigen
Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Weiterführende Literatur

Einführung

Thema dieses Expose ist der Schlaganfall mit seinen Folgen für den Erwachsenen vom medizinischen und pflegerischen Blickwinkel aus betrachtet. Der Fokus wurde insbesondere auf die pflegerisch relevanten Aspekte gelegt, welche bei der Erkrankung von Bedeutung sind. Die Fachliteratur bedient sich neben dem Wort Schlaganfall weiterer medizinischer Termini wie beispielsweise: Apoplex, apoplektischer Insult und zerebraler Insult. In diesem Expose wird - mit Ausnahme von angewendeten Quellen - der Begriff Schlaganfall genutzt.

Schlaganfall: Eine Erkrankung welche wohl bei den meisten Menschen Angstgefühle auslöst. Jedes Jahr betrifft es in Deutschland Hunderttausende wie ,,Ein Blitz aus heiterem Himmel“. Die schlagartige auftretende Veränderung der Lebensumstände, das Herausreisen aus der gewohnten häuslichen Umgebung und die Aufnahme in die Klinik ist für die Betroffenen ein einschneidendes Erlebnis. Zwangsläufig aufkommende Gedanken, dass man plötzlich in völliger Hilflosig -und Abhängigkeit von anderen Menschen sein Leben bestreiten muss, sind kaum vermeidbar.

Nicht wie sooft unter der Bevölkerung angenommen trifft es Menschen einer bestimmten Altersgruppe. Zunehmend sind auch jüngere Menschen vom Schlaganfall betroffen. Der Verlust der sozialen Kontakte, die Isolation vom bekannten Umfeld, Arbeitsunfähigkeit verbunden mit fehlender finanzieller Absicherung usw. können bei den Betroffenen auch psycho-soziale Folgen in verschiedenen Ausmaßen haben.

Die Betrachtung der benannten Auswirkungen durch einen Schlaganfall (medizinisch, pflegerisch, psycho-sozial, familiär) sowie diagnostischen-therapeutischen Konzepten ist Gegenstand dieses Expose.

Die Pflege von Schlaganfallpatienten, deren Konzepte und Umsetzungen ist ein sehr komplexer Themenbereich, sodass in diesem Rahmen nicht jede Sichtweise in tief greifender Darstellung beleuchtet werden kann.

1 Krankheitsbild Schlaganfall

Menschen, die einen Schlaganfall erleiden sind nicht innerhalb kurzer Zeit genesen. Der überwiegende Teil der Betroffenen muss von der Ersttherapie bis zur Rehabilitation einen monatelangen Genesungsprozess akzeptieren.

Die medizinische und pflegerische Fachliteratur sowie die Quellen des Internet geben vielseitiges Fachwissen und Aufklärung zur Thematik Schlaganfall.

Insbesondere bei der Suche nach Daten zu epidemiologischen Aspekten aber auch zur Diagnostik und Therapie erhält man, in oben genannten Quellen, mitunter unterschiedliche Daten.

Ein Beispiel dafür ist, dass die Angaben bezüglich der Neuerkrankungen von Schlaganfallbetroffenen pro Jahr in Deutschland von 200.000 bis 350.000 schwanken.

1.1 Definition Schlaganfall

Definition Schlaganfall:

,,Schlaganfall“ ist eine akute Erkrankung auf dem Boden eines pathologischen Prozesses der Blutgefäße im Zentralnervensystem (Gefäßruptur oder -verschluss bzw. einengung) oder durch Veränderung der Fließeigenschaften des Blutes mit einer Vielzahl klinischer Manifestationsformen und hieraus resultierenden differentialdiagnostischen und differentialtherapeutischen Anforderungen“(vgl. HARTMANN/HEISS, 2001, S.217).

1.2 Medizinische Aspekte und Symptome vom Schlaganfall

Ein Schlaganfall entsteht durch abrupte fokale Störungen von Hirnfunktionen als Folge vaskulärer krankhafter Veränderungen. Als Ursache identifiziert man etwa in 80% eine Durchblutungsminderung (Ischämie), in 15% eine intrazerebrale Blutung (vgl.http://www.sanderbusch.de/neurologie/schlaganfall.html).

In circa 5 % der Fälle ist eine Subarachnoidalblutung die Ursache für einen Schlaganfall (vgl. SIMON, 1999, S.115).

Der Hirninfarkt wird in vier Stadien eingeteilt:

Stadium I : Asymtomatische Stenose.

Stadium II: TIA (transitorische-ischämische Attacke) und PRIND (prolongiertes
reversibles neurologisches Defizit).

Stadium III: Progressive Stroke (progredienter Infarkt).

Stadium IV: Complette Stroke (kompletter Hirninfarkt).

(vgl. CONZELMANN/MANZ, 2003, S.33).

Die Symptome des Schlaganfalls können vielfältig sein:

Motorische Störungen kommen bei circa 80-90 % aller Schlaganfälle vor.

Unterschiedliche Grade von Verwirrtheit sind vielfach anzutreffen. Sie müssen dann insbesondere gegenüber einer Aphasie (Sprachstörung) differenziert werden. Psychische Veränderungen vor allem als Depression oder Angststörungen sind nach einem Schlaganfall häufig feststellbar.

Weitere mögliche Symptome:

- plötzlich einsetzende, einseitige Lähmungen (Paresen - Halbseitenlähmungen), diese werden in Schweregrade unterteilt (Grad 0 bis Grad 5),
- Fazialisparese, Sprachschwierigkeiten, Sehstörungen,
- Sehen von Doppelbildern oder verschwommenes Sehen,
- Drehschwindel mit Gangunsicherheit, Übelkeit,
- Erbrechen, Verwirrtheit, heftige Kopfschmerzen

(vgl.http://www.sanderbusch.de/neurologie/schlaganfall.html).

1.3 Anatomische und physiologische Ursachen vom Schlaganfall

Der Hirninfarkt als Folge von Mangeldurchblutung (Ischämie – 80% der Schlaganfälle) des Gehirns kann verschiedenste Ursachen haben. Zwei Ursachen, die Thrombose und die Embolie werden näher erläutert.

- Thrombose:

Hier verschließt sich ein dem Gehirn zuführendes Blutgefäß durch einen Thrombus. Diese Verschlüsse bilden sich in den meisten Fällen an bereits erkrankten Gefäßen, welche durch Ablagerung von Fetten und Kalk (Ateriosklerose) an Gefäßwänden verändert sind (vgl. MOHN, 2002, S. 8f.).

- Embolie:

Ursache der Embolie sind Blutgerinnsel, welche sich am Herzen oder großen zum Gehirn führenden Gefäßen bilden. Teile solcher Blutgerinnsel können sich lösen und durch den Blutstrom in das Gehirn gelangen und dort wichtige Blutgefäße verschließen (vgl. MOHN, 2002, S. 8f.).

1.4 Epidemiologische Aspekte vom Schlaganfall

,,Der Schlaganfall zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland und nimmt mit einem Anteil von 11,4% Platz drei der deutschen Todesursachenstatistik ein“.

,,Etwas 30% aller überlebenden Schlaganfallpatienten haben Sprach- oder Sprechstörungen“(vgl. HARTMANN/HEISS, 2001, S. 123).

Klinische und epidemiologische Forschung haben in der Vergangenheit zahlreiche Risikofaktoren für das Auftreten des Schlaganfalles identifiziert. Unter anderem Hypertonie, Diabetes mellitus, verschiedene Herzerkrankungen, aber auch verhaltensabhängige Risikofaktoren, wie Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht (vgl. HARTMANN/HEISS, 2001, S. 130).

Jährlich erleiden mehr als 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Jeder fünfte stirbt unmittelbar an den Folgen (vgl. MOHN, 2002, S.4).

Heute sind bereits 16 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung älter als 65 Jahre.

Diese Altersgruppe erleidet fast 80 Prozent der jährlichen Schlaganfall-Neuerkrankungen. Ein Jahr nach dem Schlaganfall bleiben 70 Prozent der überlebenden Patienten behindert, über 20 Prozent davon schwer bis sehr schwer (MOHN, 2002, S.7). Mit zunehmendem Alter nimmt die Letalitätsrate zu.

2 Routinediagnostik bei der Aufnahme von Schlaganfallpatienten im
Krankenhaus

In der neurologischen Klinik beginnen die ersten Routineuntersuchungen zur Abklärung im Rahmen der Erstdiagnostik. Zu diesen Untersuchungen zählen unter anderem:

- neurologische Erstuntersuchung, Laboruntersuchungen
- Vitalparameter (Blutdruck, Puls, Temperatur),
- CCT (craniale Computertomographie), EKG (Elektrokardiogramm), Dopplersonographie (Ultraschall).

Weitere Diagnostik wie z.B. das MRT (Kernspintomographie), Lumbalpunktion und Echokardiographie können sich anschließen (vgl.ROHKAMM, Heilberufe, 2001,

S. 29).

Bei der Aufnahmebefundung können verschiedenste Symptome erfasst werden wie:

- motorische Ausfälle, Aphasie (Sprach- und Sprechstörungen),
- Dysphagie (Schluckstörungen, unterschiedlicher Ausprägung),
- Hemianopsie (Gesichtsfeldeinschränkung), Apraxie (Patienten können Alltagsgegenstände nicht differenzieren),
- Schwindel- und Gangstörungen, Kopfschmerz, Bewusstseinseintrübungen

(vgl. RÖSING/MANGER, Pflegezeitschrift, 2002, S. 713).

2.1 Therapie des akuten Schlaganfall

Der akute Schlaganfall ist ein Notfall, welcher sofortiger Maßnahmen bedarf. Je umgehender ein Patient in das Krankenhaus kommt, umso besser sind seine Chancen zu überleben und dauerhaft bleibende Schäden zu verhindern.

Die Behandlung basiert darauf, dass ein Zeitintervall (therapeutisches Fenster) zwischen Ischämie-Beginn und maximaler Ausdehnung von irreversiblen Hirngewebsläsionen besteht. Maßnahmen in diesem Zeitraum, der allgemein mit

sechs Stunden angesetzt wird, sollen den Schaden möglichst gering halten

(vgl. http://www.sanderbusch.de/neurologie/schlaganfall.html).

Den ersten Maßnahmen gilt den Behandlungen von allgemeinen-medizinischen Parametern wie Blutdruck, Blutzucker und der Temperatur der Patienten, um eine möglichst gute Durchblutung des Gehirns zu ermöglichen.

Sobald mittels diagnostischer Verfahren (CT) eine Hirnblutung ausgeschlossen werden kann, ist eine Lysetherapie[1] innerhalb des Zeitfensters von sechs Stunden nach dem Ereignis angezeigt. Durch frühzeitige Anwendung eines gezielten Pflegekonzepts können bleibende Schäden (z.B. Paresen) frühzeitig entgegengewirkt werden.

3 Besonderheiten bei der Pflege von Schlaganfallpatienten

Die spezifischen Bedürfnisse von Schlaganfallpatienten, der Ausgleich von Defiziten und das Nutzen der vorhandenen Ressourcen stehen im Vordergrund der Pflege. Der Schlaganfall berührt die ganze Familie und das bedeutet, dass neben den medizinischen Behandlungen auch die Integration in das familiäre, berufliche und soziale Umfeld für den Patienten eine ebenbürtige Stellung bezieht.

Die Achtung der Persönlichkeit und die Unterstützung Altbekanntes wieder neu zu erlernen ist bei der Pflege der Betroffenen von besonderer Bedeutung.

Patienten die durch einen Schlaganfall an Sprachstörungen (Aphasie) leiden, ist eine Gesprächsführung in ruhiger Umgebung ohne Zeitdruck und ohne störende Nebengeräusche von Bedeutung. Bedeutungsvoll ist auch, dass den Betroffenen genügend Zeit gewährt und nicht mit Worten ausgeholfen wird, solange dieser selber überlegt. Nicht nur die verbale, auch die nonverbale Kommunikation (Hand halten, streicheln) ist besonders dann angezeigt, wenn durch Bewusstseinsstörungen keine ausreichende Artikulation möglich ist.

Die Fazialisparese als Folge des Schlaganfalls kann das Schließen der Lippen so beeinträchtigen, dass die Gefahr der verminderten Zufuhr von Flüssigkeit und Nahrung besteht. Schluckstörung (Dysphagie) ist ein komplexes Problem, dessen sich das gesamte interdisziplinäre Team annehmen muss. Die Folgen der Dysphagie können lebensbedrohlich sein, deshalb sollten besonders die Pflegekräfte darauf achten, dass rechtzeitig ein Therapieplan erstellt wird, um dieser Gefahr entgegenzutreten.

3.1 Zielsetzung für die professionelle Pflege

Eine grundlegende Regel im pflegerischen Alltag ist es, sich an den Erfordernissen des Einzelnen zu orientieren. Pflege auf einer neurologischen Station mit Schlaganfallpatienten bedeutet, dass die gesamte Therapie auf einem einheitlichen Konzept (z.B. Bobath Konzept) beruhen sollte.

[...]


[1] Lysetherapie: Therapieform: rtPA – ein Medikament, bestehend aus Streptokinase und Urokinase zum Auflösen des Blutgerinnsel. Es bestehen strenge Indikation- und Kontraindikationen
(vgl.http://www.medizinfo.de/schlaganfall/lyse.htm).

Details

Seiten
25
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638366649
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v37270
Institution / Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Note
keine Note, bestanden
Schlagworte
Pflege Erkrankung Schlaganfall

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Titel: Pflege chronischer Erkrankung. Schlaganfall