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Hafterfahrungen als Spiegelbild des Strafvollzugs. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Eine qualitative Untersuchung von Gefangenentexten zur Darstellung des Widerspruchs zwischen Resozialisierungsziel

Diplomarbeit 2001 137 Seiten

Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug

Zusammenfassung

Noch immer stellen sich dem Ziel der Resozialisierung im Strafvollzug zahlreiche Probleme entgegen. Diese Schwierigkeiten beruhen einerseits auf dem zunehmenden Druck der Öffentlichkeit, die statt nach Resozialisierung immer lauter nach Sicherheit und Kontrolle ruft und eine zunehmend ablehnende Haltung gegenüber resozialisierenden Bemühungen offenbart. Andererseits sind die Schwierigkeiten aber auch heute noch in der Institution Gefängnis selbst zu suchen, denn zu offensichtlich ist der Widerspruch, dass ausgerechnet in der „totalen Institution“ Gefängnis die Menschen zu selbstverantwortlichen und freien Menschen erzogen werden sollen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Thematik aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und diese in einen Zusammenhang zu bringen, um die Kluft zwischen Vollzugsziel und Vollzugswirklichkeit deutlich zu machen. Gesetzgeber, Gefangene und Wissenschaft sollen in ihrer ganz eigenen und jeweils unterschiedlichen Sprache und Wirklichkeitsauffassung zu Wort kommen, um schließlich aus den differierenden Perspektiven ein Gesamtbild zu entwickeln und einen Überblick über die Problematik zu konstituieren.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf der qualitativen Analyse von Gefangenentexten. Die Untersuchung wendet die biographische Methode als qualitativ-heuristische Methode im Sinne G. Kleinings an, bei der in Form des „Dialogprinzips“ eine Analyse auf Gemeinsamkeiten erfolgt. Die Erfahrungen und Empfindungen während des Forschungsprozesses haben gezeigt, dass Gefangenentexte keinesfalls dazu verurteilt sein müssen, in den Archiven zu verstauben, sondern neben ihrer wichtigen (und vielleicht wichtigsten) Funktion der Selbstentfaltung und persönlichen Konfliktbewältigung als „Spiegelbild des Strafvollzugs“ wissenschaftlich genutzt werden können und genutzt werden sollten.

Details

Seiten
137
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783668567269
ISBN (Buch)
9783668567276
Dateigröße
20.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v373102
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
angela thams thams Kriminologin Strafvollzug Resozialisierung Prisonisierung Gefangenentexte qualitativ-heuristische Methode Strafvollzugsgesetz totale Institution Exportmodell Importmodell

Autor

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Titel: Hafterfahrungen als Spiegelbild des Strafvollzugs. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit