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Komponenten der Leistungsfähigkeit beim Basketball

Hausarbeit 2004 33 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Faszination Basketball

2. Training:
2.1. Komponenten der Leistungsfähigkeit:
2.1.1. Koordination und Technik
2.1.2. Kondition
2.1.3. Taktik und psychische Eigenschaften

3. Fazit

Literatur

1. Faszination Basketball

Im Folgenden werde ich mich dem Thema „Basketball-Training in Schule und Verein“ beschäftigen. Dabei habe ich entscheidende Schwerpunkte herausgefiltert und in meiner Hausarbeit ausformuliert.

Zunächst erläutere ich die Hintergründe, die Wurzeln des Sports.

Im Jahre 1891 erfand Dr. James Naismith aus Springfield/Massachusetts als eine Auftragsarbeit den von mir darzustellenden Sport. Da zu dieser Zeit überall in den USA vor allem Rugby und Football betrieben wurde war das Verletzungsrisiko, vor allem im Winter, sehr hoch. Der damalige Direktor des Y.M.C.A.-Colleges (Young Men Christian Association) in Springfield, Dr.Luther Gulick, gab folglich seinen Lehrern den Auftrag ein Spiel zu erfinden welches im Winter in der Halle ausgetragen werden konnte. Dr. James Naismith, Sportlehrer des Colleges, hatte daraufhin die Idee die Elemente der bekannten Sportarten zu vereinen. Nach etlichen Versuchen begann Naismith seine Aufgaben „philosophically“, so Naismith, zu betrachten. Er addierte die Eigenschaften der genannten Sportarten, die für ein spannendes Sportspiel unerlässlich waren und erschloss daraufhin die Termini, die bei dem gesuchten Spiel nicht fehlen durften:

- ein großer und leichter Ball der mit den Händen geführt werden soll
- laufen mit dem Ball zu verbieten
- jeder Spieler soll zu jeder Zeit während der er im Spiel ist den Ball halten können
- die gleiche Spielfläche für beide Mannschaften
- körperlicher Kontakt ist verboten
- Ziel soll horizontal und erhöht liegen

Noch nicht über Regeln nachdenkend machte Naismith sich Gedanken über die Form des Ziels. Daraufhin fielen ihm zwei alte Pfirsichkörbe ein, die in der Abstellkammer des Colleges standen - die berühmten ersten Basketballkörbe!

Die Regeln des Basketball-Spiels waren schnell geschrieben, mussten jedoch aufgrund der rauen Spielweise der ehemaligen Rugby- und Football-Spieler, ständig ausgefeilt und überholt werden.

Das Spiel war vom ersten hochgeworfenen Ball an ein Erfolg und schon bald erschienen die ersten Zuschauer in der Sporthalle des Y.M.C.A.-Colleges.

Wenige Jahre später, 1893, spielten die ersten Europäer, die Franzosen das beliebte Spiel und 1896 brachte der deutsche Auswanderer Ernst Hermann es nach Deutschland.

Heute ist Basketball die am meisten verbreitet Sportart weltweit denn über 330 Millionen Menschen aus nahezu 180 Ländern der Welt betreiben sie.

Das „Maß aller Dinge“[1] in diesem Zusammenhang ist die National Basketball Association (NBA). Bei ihrer Gründung am 06. Juni 1946 in New Yorck taten sich verschiedene Sportarena-Besitzer zusammen, die eigentlich Gastgeber von Eishockey-Spielen waren. Sie sahen finanzielle Vorteile und Chancen die über die schwierigen Zeiten der Nachkriegszeit hinweghelfen sollten. Im Laufe der Jahre übernahm die NBA eine Führungsrolle in der Welt des Basketballs, diese wurde durch den Ehrgeiz der Veranstalter nach Publikumswirkung immer wieder bekräftigt und vorrangetrieben.

2. Training

2.1. Komponenten der Leistungsfähigkeit

2.1.1. Technik und Koordination

Um den Begriff „Technik“ in Zusammenhang mit dem Thema Basketball zu bringen werde ich zunächst eine genaue Definition aufführen:

„Die sportliche Technik ist die Sammelbezeichnung für eine Reihe technischer Fertigkeiten eines Sportlers oder einer Sportart.

Eine technische Fertigkeit ist eine erprobte, zweckmäßige und effektive Bewegungsfolge zur Lösung einer definierten Aufgabe in Sportsituationen. Das technische Leistungsniveau eines Sportlers wird durch die Disposition beschrieben, technische Fertigkeiten in einer hohen Qualität ausführen zu können.“[2]

Allgemein heißt das für die Praxis, dass Technik eine wichtige Komponente der sportlichen Leistungsfähigkeit, also auch der des Basketballspielers, ist. Die Theorie der Technik wird aus verschiedenen Basiswissenschaften abgeleitet. Hierzu gehören u.a. die Physiologie, die Biomechanik, die Motorik und die Psychologie. Für das Basketballtraining ergibt sich aus dieser Komplexität trotzdem ein Ziel, nämlich den Spieler sozusagen ballfähig zu machen damit er Bewegungsaufgaben optimal lösen kann. Im Basketball werden diese Aufgaben anhand von offenen und geschlossenen Fertigkeiten bewältigt.

Zu den offenen Fertigkeiten Bedingungen die sich im Laufe eines Spiels, einer Trainingseinheit etc. ständig verändern. Hierzu gehören zu Beispiel Mit- bzw. Gegenspieler oder das Bewegungstempo. Der Spieler hat hier nicht die Möglichkeit die Lösung zu wählen, denn diese variieren individuell von Situation zu Situation.

Die geschlossenen Fertigkeiten sind dadurch definiert, dass ihre Lösung nur auf einen Bewegungsablauf passt. Als Beispiele sind hier der Freiwurf oder ein Sprungwurf aus einem vorher geplanten Spielzug zu erwähnen.

Diese motorischen Abläufe sind vor allem durch die Fähigkeit der bewussten Steuerung und psychischen Regulierung bestimmt da eine technische Lösung meist von vorherigen Handlungszusammenhängen ausgeht.

Um den motorischen Lernprozess und die Ballfähigkeit durch Training zu verbessern bieten sich im Basketballtraining verschieden Übungen an. Zur genannten Ballfähigkeit gehören Grobformen wie Passen, Dribbeln und Fangen aber auch Feinformen wie der Korbwurf, der Positionswurf, die Verteidigungsbewegung etc. Damit beide Formen auf höchstem Spielniveau immer einsetzbar sind müssen ihre Grundstrukturen von Beginn an korrekt erlernt werden. Die hierbei angewandten Fertigkeiten werden dann im folgenden Trainingsprozess verfeinert und variiert. Diese Maßnahem des variierenden Übens kann ein Trainer durch verschiedene Arten berücksichtigen. Hierbei sind die Veränderung von Bewegungsparametern und die Anpassung von Technikvariationen an situative Bedingungen bzw. unterschiedliche Bewegungsaufgaben besonders hervorzuheben. Unter dem Gesichtspunkt der allgemeinen Sportmethodik soll ein Trainer Übungs- und Lernbedingungen schaffen die das Training bzw. das Lernen erleichtern. Hierzu gehören allgemeine methodische Gesichtspunkte wie zu Beispiel „vom Einfachen ins Komplexe“ zu gehen oder „vom Bekannten ins Unbekannt“ aber auch methodische Verfahren wie die „Ganzheits-methode“, die „Ganz-Teil-Ganz-Methode“ oder die „Teilmethode“. Bei der Ganzheitsmethode ist sicherlich das Erlernen im Bewegungsfluss und der Aspekt, dass sie sehr zielgerichtet ist.. Der Aspekt des Bewegungsablaufes geht in der Teilmethode nämlich nahezu verloren da sie sich, wie der Begriff schon sagt, auf einen Teil konzentriert. Sie bietet sich eher für das Erlernen einer komplexen schwierigen Fertigkeit an. Die Ganz-Teil-Ganz-Methode ist eine Kombination aus den beiden eben genannte und ist ebenso spezifisch für individuelle Bereiche anzuwenden. Um die Übungsbedingungen aus einem weiteren Blickwinkel zu verbessern und damit die angestrebte Technik bald zu erreichen ist folgende Reihenfolge von Vorteil:

Üben unter:

- Standardisierten Bedingungen
- Variablen Bedingungen
- Einsatz bzw. in Verbindung mit anderen Techniken (z.B. Dribbling-Wurf)

Einige Techniken von Spielhandlungen sind in folgendem Diagramm dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 aus: Konzarg, Irmgard: Basketball – spielend trainieren: d. komplette Übungssystem. Berlin: Sportverlag, 1991. S. 30

Beim Anwenden von erlernten Techniken ist hat das Stichwort „Variabilität“ eine große Bedeutung denn es handelt sich bei dieser Sportart fast ausschließlich um die bereits angesprochenen offenen Fertigkeiten. Hierbei muss der Spieler auf viele Wahrnehmungen mit situationsabhängigen Lösungsmöglichkeiten reagieren. Gerade für diesen Entscheidungs-prozess ist ein situationsnahes Training von Vorteil.

Auch dem Erlernen von Täuschungstechniken, den Finten, wird eine große Bedeutung zugeschrieben. Gerade hier ist das situationsbedingte Reagieren besonders wichtig und am besten zu gebrauchen. Besondere Beachtung ist jenem Aspekt zu schenken, dass bei jeder Technik der Ball mit der Hand und gleichzeitig mit einem lockeren Handgelenk zu führen ist.

Dies gilt für die Technik des/der:

- Passens, in welcher der Ball möglichst schnell den Mitspieler erreichen soll. Bei dieser Technik sind
- der Druckpass, eine Ganzkörperbewegung die aus den Beinen über den Rumpf in beide Arme geht, und
- der Einhandpass, eine Schlagbewegung, die Pässe über weitere Entfernungen ermöglicht

zu unterscheiden.

- Dribbelns, bei welcher der Ball mit gespreizten Fingern, aus dem Handgelenk durch Abwärtsschwingen des Unterarmes auf den Boden geprellt und beim erneuten Hochspringen wieder zurückgestoßen wird. Der Oberkörper ist dabei leicht nach vorne geneigt und die Knie ein wenig gebeugt. Der Ball wird seitlich vor dem Körper geführt und der Blick richtet sich ins Spielfeld.
- Fangens, welches immer mit beiden Händen erfolgen sollte. Dabei kann der Fänger selbst anzeigen in welche Richtung der Ball gepasst wird. Bei ausreichend erlangter Sicherheit ist es dem Spieler möglich den Ball einhändig zu fangen.
- Stoppschritts, denn hier muss der Körper möglichst schnell, während die Füße Boden fassen sollen, in einen angespannten Gleichgewichtszustand kommen. Bei dieser Technik gibt es zwei verschiedene Arten den Stoppschritt durchzuführen:
- den Parallelstopp, ein Einkontaktstopp, bei dem das Standbein beliebig gewählt werden kann (Sternschritt!). Alle folgenden Bewegungen sind viel leichter zu variieren als beim
- Schrittstopp, ein Zweikontaktstopp
- Korbwürfe, hier wird der Ball auf die Finger der Wurfhand gelegt, etwa auf Brusthöhe durch die andere Hand gestützt, mit gespreizten Fingern, gestrecktem Wurfarm und, als letzten Impuls, mit abknickendem Handgelenk geworfen. Der Blick ist immer auf den Korb gerichtet. Man unterscheidet:
- Positionswürfe,
- Sprungwürfe und
- Korbleger

wobei die ersten beiden aufgrund dessen, dass sie immer wieder in gleicher form auftreten, standardisiert werden sollten während die letzte Art eines Wurfes sehr variabel ist.

- Rebounds, wobei ein Spieler den Ball nach einem Wurf auf den Korb erfolglos bleibt und ein Angreifer oder Verteidiger den Ball gewinnt. Es gibt demnach
- Angreifer-
- und Verteidigerrebounds
- Verteidigungsbewegungen, bei welcher sich der Spieler in Bereitschaftsstellung begibt, diese jedoch im Vergleich zur basketballspezifischen Bereitschaftsstellung mit weiter gespreizten Beinen und nach vorne und unten gebeugten Armen ausführt. Um den Ball aber stärker zu sichern, ist die Technik der Schrittstellung eher angebracht da die gefährdete Verteidigungsseite nicht mehr so leicht anzugreifen ist.

[...]


[1] Gillmeister, Heiner, Dr.: Das Maß aller Dinge: die National Basketball Association (NBA). Faszination Basketball, Hrsg. Deutscher Basketball Bund (DBB). Bremerhaven: Ditzen Druck und Verlags-GmbH, 1991. S. 83

[2] Vgl. hierzu Hohmann, A., Lames, M., Letzeler, M.: Einführung in die Trainingswissenschaften. Wiesbaden: Limpert, 2003. S. 102

Details

Seiten
33
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638368049
ISBN (Buch)
9783638649063
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v37472
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
sehr gut
Schlagworte
Komponenten Leistungsfähigkeit Basketball

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Titel: Komponenten der Leistungsfähigkeit beim Basketball