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Von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Betroffene Frauen als Klientinnen sozialer Arbeit

Diplomarbeit 2004 96 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Definitionen des Menschenhandels
2.1 Europarat
2.2 IOM
2.3 Ministerrat der Europäischen Union
2.4 Definitionen der internationalen Staatengemeinschaft
2.4.1 Historische Entwicklung internationaler Abkommen
2.4.2 Konvention von 1949
2.4.3 aktuelle Definition der Vereinten Nationen
2.5 Analyse der Definitionskriterien
2.6 Eigener Ansatz

3. historische Entwicklung und aktuelles Ausmaß
3.1 Geschichte des Frauenhandels
3.2 Ausmaß des gegenwärtigen Frauenhandels

4. Hintergründe von Migration und Frauenhandel
4.1 Frauen und Migration
4.2 Migration und Frauenhandel
4.3 Auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen für den heutigen Frauenhandel in Europa
4.3.1 Wohlstandsgefälle
4.3.2 Nachfrage
4.3.3 Feminisierung der Migration
4.3.4 geringes Risiko
4.3.5 Korruption
4.3.6 Sextourismus
4.4 individuelle Entscheidung zur Migration
4.5 Portrait der betroffenen Frauen

5. Herkunftsländer im zeitlichen Wandel

6. Die Situation der Frauen in den Herkunftsländern am Beispiel
6.1 Thailand
6.2 Dominikanische Republik
6.3 Osteuropa

7. Schleusungswege und –methoden
7.1 Anwerbemethoden
7.1.1 Anwerbung durch Arbeitsversprechen
7.1.2 Anwerben über die Vortäuschung einer Liebesbeziehung
7.1.3 sonstige Anwerbemethoden
7.2 Kontaktaufnahme und Ablauf
7.3 Transport und Einreise
7.4 Fluchtverhinderung
7.5 Sexuelle Ausbeutung

8. Organisationsformen des Frauenhandels
8.1 private Zuhälterei / Gelegenheitshändler
8.2 organisierter Frauenhandel

9. Prostitution in Deutschland
9.1 Umfang
9.2 Nachfrage der Freier
9.3 Prostitutionsbereiche und –formen
9.4 Charakteristika der Prostituierten

10. Rechtliche Regulierung von Prostitution und Frauenhandel
10.1. gesetzliche Regelungen zur Prostitution
10.1.1 Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten
10.1.2 Sperrbezirksverordnung
10.2. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
10.3 gesetzliche Regelungen zum Menschenhandel
10.4 Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten.
10.5 Das Bundesseuchengesetz
10.6 Sozialrecht
10.7 Steuerrecht
10.8 Ausländerrecht

11. Die Situation der ausländischen Prostituierten in der Bundesrepublik
11.1 Arbeitsbedingungen
11.2 Gesundheitssituation
11.3 soziale Situation

12. Strategien gegen Frauenhandel in Deutschland
12.1 verstärkte Einreisebeschränkungen
12.2 Razzien
12.3 strafrechtliche Verfolgung
12.4 Abschiebung der Frauen
12.5 internationale behördliche Zusammenarbeit

13. Ansatzpunkte sozialer Arbeit zur Unterstützung betroffener Frauen
13.1 aufsuchende Sozialarbeit /Streetwork
13.2 Betreuung von Opferzeuginnen
13.3 Begleitung im Zeugenschutzprogramm
13.4 Psychosoziale Betreuung
13.5 Rückkehrhilfe

14. Abschließende Betrachtung / Fazit

15. Literaturverzeichnis

16. Anhang
16.1 Gesetzestexte
16.2 Zeitungsartikel

1. Einleitung

Migration und Zuwanderung nach Deutschland sind Thematiken, die in den Medien, auf politischer Ebene und in der Fachliteratur seit jahrzehnten stark kontrovers diskutiert werden.

Seit der Anwerbung von Gastarbeitern in den 1950er Jahren und dem damit zusammenhängenden Zuzug von Familienangehörigen ist die Zahl der Ausländer bis in die 1990er Jahre stark angestiegen.

Als politische Konsequenz wurden in der Folge die Ausländergesetze und Einwanderungsbestimmungen immer restriktiver. Daraus resultierte eine verstärkte illegale Einwanderung.

Einen Teilbereich dieser irregulären Migration stellt der Frauenhandel dar, bei dem Frauen aus wirtschaftlich benachteiligten Ländern mit Hilfe von Schleppern nach Deutschland migrieren.

Dieser Problematik wird gerade in den letzten Jahren auf internationaler Ebene vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt, vor allem angesichts der Tatsache, dass der Zustrom von betroffenen Frauen kontinuierlich zunimmt.

Aufgrund der Aktualität und Brisanz der Thematik schreibe ich meine Diplomarbeit über von Menschenhandel betroffene Frauen als Klientinnen sozialer Arbeit.

Meiner Arbeit liegen folgende Fragestellungen zugrunde:

1. Wie stellt sich das Phänomen Frauenhandel insgesamt dar? (D.h.: warum entsteht Frauenhandel, welche Frauen sind betroffen und in welchem Umfang und in welcher Form läuft er ab?)
2. Wie wird Frauenhandel gesetzlich reglementiert und strafrechtlich verfolgt?
3. Wie stellt sich die Lebenssituation der betroffenen Frauen in Deutschland dar, hinsichtlich der Arbeitssituation sowie der gesundheitlichen und sozialen Situation?
4. Welche Gegenmaßnahmen finden auf politischer und polizeilicher Ebene statt?
5. Wo kann/soll soziale Arbeit ansetzen, um die betroffenen Frauen zu unterstützen?

Nachdem ich vorab verschiedene themenbezogene Definitionsansätze vorstelle, biete ich im dritten Kapitel einen Einblick in die historische Entwicklung und das aktuelle Ausmaß von Frauenhandel. Im 4. Kapitel befasse ich mich mit den Hintergründen von Migration, hierbei betrachte ich insbesondere die auslösenden Bedingungen von Frauenhandel. Anschließend zeige ich im 5. Kapitel die Herkunftsländer auf und betrachte im 6. Kapitel die Situation der Frauen an den Beispielen Thailand, Dominikanische Republik und Osteuropa genauer, um zu verdeutlichen, wie sich diese Lebensbedingungen auf Frauenhandel auswirken. Im 7. Kapitel zeige ich auf, in welcher Form Frauenhandel abläuft.

Die Fragestellung nach der gesetzlichen Reglementierung beantworte ich in Kapitel 10, indem ich auf die gesetzlichen Bestimmungen zu Prostitution und Frauenhandel ausführlich eingehe. In Kapitel 11 werde ich die Lebenssituation der betroffenen Frauen in Deutschland aufzeigen, um anschließend im 12. Kapitel die Strategien gegen Frauenhandel zu benennen. Die Fragestellung nach den Ansatzpunkten sozialer Arbeit wird im 13. Kapitel beantwortet.

Anschließend nehme ich eine Schlussbetrachtung vor.

Ziel der Arbeit ist es, anhand der aufgestellten Fragestellungen, einen Gesamtüberblick über das Phänomen Frauenhandel zu vermitteln. Ich möchte herauskristallisieren, wo die Ursachen von Frauenhandel liegen und daraus Ansatzpunkte für Gegenstrategien herleiten. Dabei möchte ich auch darlegen, wo ich die Aufgabenbereiche der sozialen Arbeit mit dem Klientel der Menschenhandelsopfer sehe.

2. Definitionen des Menschenhandels

Im Folgenden stelle ich verschiedene Definitionsansätze zu Menschen- bzw. Frauenhandel vor. Hierbei werde ich auch auf die Entwicklung internationaler Abkommen zu Frauenhandel eingehen. Anschließend nehme ich eine Analyse der vorgestellten Definitionen vor und leite daraus meinen eigenen Definitionsansatz her.

2.1 Europarat

Die parlamentarische Versammlung des Europarates verwendet nach Beschluss vom 23.4.97 folgende Definition von Frauenhandel:

„Die Versammlung definiert Frauenhandel und Zwangsprostitution als jeden legalen oder illegalen Transport von Frauen und/oder Handel mit ihnen, mit oder ohne ihre anfängliche Einwilligung, zu wirtschaftlichen Zwecken, mit dem Ziel der Zwangsprostitution, Zwangsheirat oder anderen Formen der erzwungenen sexuellen Ausbeutung. Der Einsatz von Zwang kann dabei physisch, sexualisiert oder psychisch sein und schließt Nötigung, Vergewaltigung, Missbrauch einer Machstellung oder einer Abhängigkeitssituation mit ein.“[1]

2.2 IOM

Auf der von der Europäischen Kommission angeregten Konferenz über Migration und Frauenhandel im Juni 1996 in Wien legte die Internationale Organisation für Migration (IOM) ihre Definition von Frauen- und Menschenhandel fest. Die IOM unterscheidet dabei zwischen Menschen- und Frauenhandel.

„Da Menschenhandel stets mit grenzüberschreitender Migration einhergeht, ist dieser Tatbestand (...) gegeben, wenn die Grenze zu einem anderen Staat überschritten wird, daran ein Helfer beteiligt ist, eine Geldleistung erfolgt, die Einreise in das Zielland und/oder der Aufenthalt dort ungesetzlich sind.

Vom Helfer können die folgenden Leistungen in vollem Umfang oder teilweise erbracht werden: Informationen, Beschaffung gefälschter oder gestohlener Reisepapiere/Personaldokumente, reguläre oder irreguläre Beförderung, sichere Unterbringung an Transistoren, Schleusung über die Grenze, Aufnahme und Beschäftigung im Zielland“.[2]

„Frauenhandel [wird] vorläufig als das illegale Verbringen von Frauen ins Ausland oder der Handel mit ihnen zum Zweck der Erlangung wirtschaftlicher oder sonstiger persönlicher Vorteile definiert. Dabei können folgende Elemente auftreten, die Schleusung der Frauen in andere Länder mit oder ohne deren Zustimmung bzw. Kenntnis, Täuschung über den Zweck der legalen bzw. illegalen Migration, körperlicher oder sexueller Missbrauch mit dem Ziel des Frauenhandels, Verkauf von Frauen und Handel mit Frauen zum Zweck der Beschäftigung, Heirat und Prostitution sowie sonstige Formen des gewinnorientierten Missbrauchs“[3] .

2.3 Ministerrat der Europäischen Union

Der Ministerrat der Europäischen Union hat am 24. Februar 1997 eine „gemeinsame Maßnahme zur Bekämpfung des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung von Kindern“ beschlossen. Inhalt ist eine Verpflichtung der Mitgliedsstaaten zur Überprüfung und gegebenenfalls Verbesserung der Strafverfolgung von Menschenhandelsdelikten sowie der Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Frauenhandel. In dieser „gemeinsamen Maßnahme“ ist der Begriff Menschenhandel ebenso wie der Begriff der sexuellen Ausbeutung definiert.[4]

„Unter Menschenhandel wird jegliche Handlung verstanden, die die Einreise in und die Durchreise durch das Hoheitsgebiet eines Mitgliedsstaates, den Aufenthalt dort oder die Ausreise aus diesem Hoheitsgebiet erleichtert. (...) Menschenhandel ist hiernach die „sexuelle Ausbeutung von Personen, die keine Kinder sind, zu Gewinnzwecken unter Ausübung von Zwang, insbesondere Gewalt oder Drohungen, oder durch arglistige Täuschung oder durch Missbrauch einer Machtstellung oder durch sonstigen Druck in einer Weise, dass die betroffene Person keine echte und für sie annehmbare andere Wahl hat, als sich diesem Druck oder Missbrauch zu beugen“[5].

2.4 Definitionen der internationalen Staatengemeinschaft

2.4.1 Historische Entwicklung internationaler Abkommen

Am 18.5.1904 kam es in Paris zu einem ersten internationalen Abkommen über Verwaltungsmaßregeln zur Gewährung wirksamen Schutzes gegen Mädchenhandel[6]. Es wurde von 75 Staaten ratifiziert. Mädchenhandel wird hier verstanden als ein kriminelles Anwerben zum Zweck der Unzucht von Mädchen und Frauen, bei dem die Täter Gewinnabsichten verfolgen. Das Abkommen von 1904 wurde 1910 vom internationalen Übereinkommen zur Bekämpfung des Mädchenhandels ergänzt und von annähernd ebenso vielen Staaten ratifiziert.

Nach damaligem Verständnis fand Mädchenhandel vor allem in Zusammenhang mit der Anwerbung von Prostituierten im Ausland statt. 1921 wurde die internationale Übereinkunft zur Unterdrückung des Frauen- und Kinderhandels ratifiziert[7]. Bis 1949 bildeten diese drei Konventionen von 1904, 1910 und 1921 die Grundlage der Bekämpfung des Frauen- und Kinderhandels auf internationaler Ebene.[8] (Vgl. dazu Kapitel 3.1, S.10)

2.4.2 Konvention von 1949

Im Zuge der Gründung der Vereinten Nationen verabschiedete die Generalversammlung eine Resolution zur Unterdrückung des Menschenhandels und der Ausbeutung von Prostituierten. Diese Resolution wurde bis heute von 71 Staaten angenommen. „Die Bundesrepublik Deutschland hat sich bis heute einer Unterzeichnung dieser Konvention widersetzt, weil die Konvention neben der Bekämpfung von Frauenhandel auch die Bekämpfung von Prostitution selbst anstrebt“[9]. Die Konvention stellt bereits im ersten Satz ihrer Präambel die Prostitution als unvereinbar mit der Menschenwürde und Menschenhandel als ein die Prostitution begleitendes Übel hin. Die gesamte Konvention ist von dieser Ablehnung der Prostitution geprägt.

2.4.3 aktuelle Definition der Vereinten Nationen

Seit Januar 1999 tagte in regelmäßigen Abständen das Komitee zur Vorbereitung einer internationalen Übereinkunft über Transnationale Organisierte Kriminalität der Vereinten Nationen in Wien. Dabei wurde in einem Zusatzprotokoll der UN-Konvention zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität der Begriff Menschenhandel von der UN Crime Commission im Dezember 2000 international definiert.

Im Sinne diese UN-Protokolls

„ist Menschenhandel die Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder der Empfang von Personen durch Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung, durch Entführung, Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit oder durch Gewährung oder Entgegennahme von Zahlungen oder Vorteilen zur Erlangung des Einverständnisses einer Person, die Gewalt über eine andere Person hat, zum Zweck der Ausbeutung. Die Einwilligung eines Opfers des Menschenhandels in die genannte beabsichtigte Ausbeutung unerheblich“[10].

Zusammenfassung:

Bis 2000 richteten sich die Konventionen gegen den ausgeübten Zwang, die erfolgte Täuschung der Opfer und gegen Prostitution selbst. In der Definition der UN von 2000 findet man diese ablehnende Haltung gegenüber der Prostitution nicht mehr. Frauenhandel wird zunehmend als eine Menschenrechtsfrage betrachtet. Durchgängig wird der Profit der Täter als charakterisierend für Frauenhandel angesehen. Während auf europäischer Ebene die Frage des Grenzübertritts oder illegalem Aufenthalts als kennzeichnend für Frauenhandel betrachtet wird, spielt dieser Aspekt bei der Definition der UN eine untergeordnete Rolle.

Weltweit ist besteht Einigkeit darüber, dass Frauenhandel gegen die Menschenrechte verstößt. Daher unterzeichneten zuletzt im Dezember 2000 124 Staaten, darunter jetzt auch Deutschland, die UN-Konvention gegen grenzüberschreitendes, organisiertes Verbrechen. Die zuständigen Gremien der EU räumen der Bekämpfung der Menschenhandels seit Jahren einen sehr hohen Stellenwert ein. Daher ist nach Art.5, III der vom Europäischen Rat am 7.12.00 in Nizza eingeführten EU-Grundrechtcharta der Handel mit Menschen verboten.[11]

2.5 Analyse der Definitionskriterien

In den vorangegangenen Definitionen lassen sich vier verschiedene Definitionskriterien feststellen.

1. Muss Frauenhandel zwangsläufig mit Prostitution oder Sexarbeit verbunden sein?
2. Hängt Frauenhandel zwangsläufig mit Migration zusammen und muss ein Grenzübertritt stattfinden?
3. Ist die Einwilligung des Opfers ausschlaggebend?
4. Ist die Profitausrichtung der Täter charakterisierend für Frauenhandel?

1. In keiner vorliegenden Definition wird davon ausgegangen, dass Frauenhandel zwangsläufig in die Prostitution erfolgen muss. Nach der Begriffsbestimmung des Europarates kann Frauenhandel auch bei Handel mit Ehefrauen und Arbeitskräften vorliegen, wenn Zwang eingesetzt wird. „Frauenhandel umfasst nach der Definition der IOM nicht nur den Handel in die Prostitution, sondern auch den Handel mit Frauen für andere Zwecke, wie Beschäftigung oder Heirat“[12]. Der Ministerrat der Europäische Union bezieht Frauenhandel auf jede Form der sexuellen Ausbeutung und auch nach der Definition der Vereinten Nationen findet Frauenhandel zum Zweck der Ausbeutung statt.
2. Bei der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Migration und Grenzüberschreitung dagegen widersprechen sich die vorliegenden Definitionsansätze. Während der Europarat und die UN für Frauenhandel keinen Grenzübertritt voraussetzen, stellt der Migrationsprozess und eine Grenzüberschreitung nach den Definitionen von IOM und der Ministerkonferenz der EU ein Kernelement von Frauenhandel dar.
3. Bei allen vorliegenden Definitionen ist der Tatbestand Frauenhandel mit oder ohne die anfängliche Einwilligung der Frauen gegeben, so dass auch diejenigen Opfer, die sich wissentlich in den Prozess des Transports oder des Handels begeben haben der erst im weiteren Verlauf einem Zwang ausgesetzt sind, ebenfalls von Frauenhandel betroffen sind.
4. In allen Definitionen stellt Frauenhandel ein gewinnorientiertes Vorgehen dar. Hierbei lässt sich feststellen, dass für Frauenhandel die Behandlung des Opfers als Ware, mit dessen Hilfe sich der Täter selbst bereichert oder sonstigen Vorteil verschafft, kennzeichnend ist. Denn schon „aus dem Wortlaut des Begriffs Frauenhandel ergibt sich, dass hier ein auch wirtschaftlicher Vorgang, nämlich der Handel mit Frauen, bezeichnet wird.

2.6 Eigener Ansatz

Aufgrund der vorangegangenen Analyse stelle ich fest, dass Frauenhandel nicht zwangsläufig in die Prostitution erfolgen muss. Ich schließe mich den Definitionen des Europarates und der UN an, dass der Grenzübertritt oder die Migration kein charakterisierendes Merkmal für Frauenhandel darstellt, da teilweise Frauen auch innerhalb von Landesgrenzen gehandelt werden. Auch bei anfänglicher Einwilligung der Frauen kann der Tatbestand Frauenhandel erfüllt sein. Wesentliches Merkmal ist in jedem Fall die Profitausrichtung der Händler.

Ich definiere Frauenhandel als die Anwerbung und Beförderung von Frauen mit oder ohne deren anfängliche Einwilligung mit dem Zweck der Beschäftigung, Heirat oder Prostitution. Dies erfolgt unter Ausübung von Zwang, durch Täuschung, durch Missbrauch einer Machtstellung oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit. Die Folge ist, dass die betroffene Person keine für sie annehmbare Wahl hat, sich diesem Druck oder Missbrauch zu beugen. Ziel ist die Erlangung wirtschaftlicher oder sonstiger persönlicher Vorteile für die Händler.

In meiner Arbeit werde ich mich, trotz des Verständnisses, dass Frauenhandel auch u.a. zum Zweck der Beschäftigung oder Heirat stattfindet, im Folgenden auf den Frauenhandel zum Zweck der Prostitution beschränken.

Im folgenden Abschnitt gebe ich einen kurzen Überblick über die historische Entwicklung des Frauenhandels und zeige seinen aktuellen Umfang auf.

3. historische Entwicklung und aktuelles Ausmaß

3.1 Geschichte des Frauenhandels

Der Handel mit Frauen zwischen verschiedenen Staaten, aber auch innerhalb eines Landes ist kein neues Phänomen, sondern in vielen historischen Zusammenhängen zu finden. So wurden bereits in der Antike Sklavinnen zum Zweck sexueller Dienstleistungen gehandelt. Dementsprechend finden sich in historischen Quellen immer wieder Angaben über das Vorkommen von Frauenhandel. Frauenhandel wurde aber über die Jahrhunderte unterschiedlich verstanden und beurteilt.[13]

Oft werden Prostitution und Frauenhandel als notwendig miteinander zusammengehörig assoziiert. So wurde Prostitution noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts gleichgesetzt mit Frauen- und Mädchenhandel. Anfang des 19. Jahrhunderts bezogen sich alle Veröffentlichungen zum Thema Frauenhandel auf Handel mit Prostituierten, Rahmenbedingungen von Prostitution, die Sklaverei ähneln und auf Prostitution selbst. „Prostitution und Frauenhandel sind aber zwei verschiedene Vorgange. Frauenhandel kann dementsprechend jedenfalls nicht gleichbedeutend mit Prostitution an sich sein“[14].

Frauenhandel entwickelte sich an unterschiedlichen Orten mit Frauen der verschiedensten Nationalitäten. „Nach Ansicht der Geschichtswissenschaftler[15] und der zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstehenden feministischen Bewegung um Josephine Butler hing der sich damals neu entwickelnde Frauenhandel unmittelbar mit der Einführung der Regulierung von Prostitution zusammen“[16]. Die Regulierung der Prostitution wurde im Zuge der französischen Revolution als hygienische Maßnahme erst in Frankreich, dann in Deutschland und schließlich in ganz Europa eingeführt. Mit dem Ziel der Verbesserung hygienischer Verhältnisse wurden die Prostituierten staatlich registriert und mussten sich regelmäßig Zwangsuntersuchungen unterziehen. Durch die Regulation wurde Prostitution gleichzeitig staatlich anerkannt. Es kam in diesem Zusammenhang zur Bildung von Rotlichtvierteln. Die dort herrschende Anonymität führte dazu, dass die Prostituierten aus der Gesellschaft ausgegrenzt und damit für Dritte leichter ausbeutbar wurden.[17]

Abolitionismus und Prostitutionsbewegung

Anfang des 20. Jahrhunderts gründete sich eine neue feministische Bewegung, deren Ziel es war, die Position von Frauen in der Gesellschaft allgemein zu verbessern. Ein wesentliches Hindernis für die Verwirklichung dieses Ziels sah die Bewegung in der Existenz von Prostitution und Frauenhandel. Nach Auffassung der Feministinnen führte die staatliche Anerkennung der Prostitution zu einer weiteren Verbreitung von Frauenhandel.

„Unter Frauenhandel verstand man vor allem erzwungene Prostitution, wobei allerdings viele Vertreterinnen der feministischen Bewegung explizit davon ausgingen, dass Prostitution als solches eine Versklavung von Frauen darstelle, keine Frau diese freiwillig ausübe und es gelte, die Prostitution als solche abzuschaffen“[18].

Der Protest richtete sich gegen die staatlich reglementierte Ausbeutung von Frauen und verlangte die Abschaffung aller Regelungen, die die Existenz von Prostitution förderten. Aufgrund der Intention, die Prostitution abzuschaffen, wurde die Bewegung auch abolitionistische Bewegung genannt (abolition = engl. Abschaffung). „Die Bewegung mündete schließlich in die ersten internationalen Konventionen des Völkerbundes von 1904, 1910 und 1924 gegen Frauenhandel und letztlich in die Konvention zur Unterdrückung des Menschenhandels und der Ausbeutung von Prostituierten von 1949“[19]. (siehe 2.4.2, S.6)

Obwohl das Phänomen Frauenhandel auch nach Verabschiedung der Konventionen an verschiedenen Orten der Welt nahezu unverändert auftrat, wurde es in der Folge lange Zeit öffentlich nicht als Problem wahrgenommen, bis sich Anfang der 1980er Jahre abermals eine Bewegung zur Bekämpfung des Frauenhandels bildete. Anders als zuvor entstanden nun zwei inhaltlich von verschiedenen Grundeinstellungen ausgehende Bewegungen: die neoabolitionistische und die Prostitutionsbewegung. Beide Strömungen existieren noch heute. Die Neoabolitionisten sehen in der Prostitutionsausübung und deren Legalisierung den Kernpunkt patriarchaler Unterdrückung, den es durch die Abschaffung der Prostitution zu bekämpfen gilt. Dagegen hält die Prostitutionsbewegung die Ausübung der Prostitution für eine reguläre berufliche Tätigkeit und setzt sich für die Rechte der in der Sexindustrie tätigen Frauen ein.[20]

3.2 Ausmaß des gegenwärtigen Frauenhandels

Der Handel mit Frauen in die Industriestaaten Europas, nach Japan und in die USA ist ein lukratives und zur Zeit weiter wachsendes Geschäft.[21]

Das wirkliche Ausmaß von Frauenhandel lässt sich aber nicht erfassen. Genaue Zahlen lassen sich wegen des großen Dunkelfelds nur sehr schwer ausmachen, und Schätzungen beruhen z.T. auf einem jeweils unterschiedlichen Verständnis von Frauenhandel und sind daher nicht vergleichbar. So wird Frauenhandel entweder mit Zwangsprostitution oder mit illegaler Migration in die Sexarbeit gleichgesetzt. Andere Schätzungen beziehen auch Heiratshandel oder Zwangsarbeit mit ein.

Nach Angaben des Koordinierungskreises gegen Frauenhandel zufolge werden jährlich 500.000 Frauen Opfer von Menschenhandel.[22]

In anderen Veröffentlichungen wird angegeben, dass „nach Schätzungen der EU-Kommission rund eine halbe Million Frauen jährlich in die EU gelockt oder verschleppt“[23] wurde. „Nach einer neuesten Quelle wird die Zahl auf weltweit 4 Mio. geschätzt. Schätzungsweise 70 bis 80% dieser Frauen stammen aus den ost- und zentraleuropäischen Ländern“[24]. „Auch wenn genaue Zahlen schwer zu ermitteln sind, steht die Tendenz fest: immer mehr Frauen werden Opfer von Frauenhandel und leben als solche in Westeuropa und auch in Deutschland“[25].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[26]

4. Hintergründe von Migration und Frauenhandel

In diesen Abschnitt betrachte ich die Migration von Frauen und den Zusammenhang von Migration und Frauenhandel und welche Faktoren Frauenhandel bedingen und auslösen. Ich vollziehe hierbei auch den Unterschied zwischen Frauen, die Opfer von Frauenhandel geworden sind, und Frauen die sich weitgehend selbstbestimmt für die Migration entschieden haben.

Migration wird definiert als “der auf Dauer angelegte bzw. dauerhaft werdende `freiwillige´ Wechsel in eine andere Gesellschaft bzw. in eine andere Region von einzelnen oder mehreren Menschen“[27]. Es wird weiter differenziert zwischen Binnenmigration und grenzüberschreitender/ internationaler Migration, zwischen temporärer und permanenter Migration, zwischen freiwilliger und Zwangsmigration und zwischen Einzel- und Gruppenmigration. Unter Zwangsmigration werden “all jene Migrationsbewegungen gefasst, denen ein eingeschränkter Handlungsspielraum, d.h. mangelnde Freiwilligkeit in bezug auf zu realisierende Alternativen zur Zwangssituation zugrunde liegen“[28]. Zu dieser letztes Gruppe gehören die von Frauenhandel betroffenen Frauen.

4.1 Frauen und Migration

„Die Migration der Frauen war bis zum Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts kaum ein Forschungsthema der Migrationssoziologie“[29]. Sie erfährt erst zu Beginn der 80er Jahre zunehmende fachliche Aufmerksamkeit und blickt damit auf eine knapp 25jährige Forschungsgeschichte zurück.

„Die empirischen Daten weisen darauf hin, dass die Migration der Frauen weltweit sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart durch eine komplizierte Mischung von Ursachen ausgelöst wird, die ihren Ursprung sowohl in den gesellschaftlichen herrschenden kulturellen Geschlechtsrollenvorstellungen als auch in den wirtschaftlichen Notsituationen der Herkunftsfamilien der Frauen haben[30]“.

Die soziale und wirtschaftliche Situation der Migrantinnen wird in den Aufnahmeländer ebenfalls weitgehend durch das Geschlecht bestimmt. Ihre Beschäftigungsmöglichkeiten sind aufgrund der geschlechtlichen Segregation auf dem Arbeitsmarkt eindeutig auf wenige Bereiche der Wirtschaft begrenzt. Sie werden zum großen Teil in Bereichen des informellen Dienstleistungssektors eingesetzt, der keine besonderen Qualifikationen voraussetzt. Der damit verbundene Nachteil besteht in der wesentlich niedrigeren außertariflichen Entlohnung der Arbeit sowie einem weitgehend fehlenden Rechtsschutz. Dies sind entscheidende Gründe dafür, warum die Frauen so leicht und häufig im Aufnahmekontext sozial und wirtschaftlich diskriminiert, ausgebeutet und missbraucht werden können.[31]

Die Migration von Frauen findet entweder in abhängiger oder in unabhängiger Form statt. Die abhängige Migration von Frauen findet dann statt, wenn sie entweder als Ehefrauen oder als unmittelbare Familienangehörige ihren bereits im fremden Ort bzw. Ausland befindlichen Ehemännern bzw. Familien nachfolgen. Diese Form der Migration wird von fast allen Aufnahmeländern im Rahmen der gesetzlich geregelten Familienzusammenführung erlaubt. Hier stellt die Migration für die nachfolgenden Familienangehörigen keinen Selbstzweck dar, sie wird daher als sekundäre Migration bezeichnet. Dagegen ist mit der unabhängigen bzw. primären Migration, die selbständige und unabhängig von ihrer Familie migrierende Frau gemeint, die primär ihre individuellen Ziele verfolgt. In der Vergangenheit hat die Frauenmigration hauptsächlich in abhängiger Form stattgefunden, sie war die dominantere und traditionellere Migrationsform.[32]

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es aufgrund von grundlegenden Veränderungen der Weltwirtschaft zu einer quantitativen Steigerung der weltweiten Nachfrage nach Frauenarbeitskräften, dies führte zu einer kontinuierlichen Zunahme von unabhängigen Arbeitsmigration von Frauen.[33] Frauen stellten begehrte Arbeitskräfte dar, weil sie flexibel einsetzbar und bereit waren, Teilzeitarbeit anzunehmen, die im Gegensatz zur Vollbeschäftigung keine volle soziale Absicherung gewährte.[34] Die Expansion des Dienstleistungssektors in den Industrieländern war im wesentlichen eine Expansion der Erwerbsbeteiligung der Frauen. Unmittelbare Folge dieser Entwicklung war die steigende Nachfrage nach billigen und geringqualifizierten Frauenarbeitskräften aus dem Ausland, für die Arbeiten im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich. Diese Entwicklung führte zur Einführung des Begriffs der Feminisierung der Migration, worunter verstanden wird, dass „der Anteil der Frauen, die abhängig oder unabhängig die Migration antreten, insgesamt so kontinuierlich steigt, dass er sich dem Anteil der Männer allmählich angleicht bzw. diesen sogar übersteigt“[35].

Der Frauenanteil an den Zuwanderern in der Bundesrepublik lag 1974 bei 38,7%. Dieser deutlich geringere Anteil steigt durch die Familienzusammenführung der in Deutschland verbliebenen Arbeitsmigranten ab 1976 bis 1999 kontinuierlich an und erreicht 1999 mit 45,3% seinen bisherigen Höchststand. Der Anteil der Frauen an den Ausländern in Deutschland hat sich in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt. Er liegt zwar insgesamt fast 4,5% niedriger als der Männeranteil, es befindet sich aber eindeutig in einem stetige Angleichungsprozess, der auch in allen europäischen Nachbarländern zu beobachten ist. Damit wird deutlich, dass fast die Hälfte der 7,4 Mio. Ausländern in Deutschland Frauen sind.[36] Der Durchschnittswert des Frauenanteils an der Migration der Welt beträgt 48,1 %.[37]

4.2 Migration und Frauenhandel

„Menschenhandel entsteht mit spezifischen strukturellen Bedingungen, wie Globalisierungs- und Migrationstendenzen, internationalen sozioökonomischen Ungleichgewichten und der weltweiten Feminisierung von Armut. Denn in erster Linie sind Frauen aus wirtschaftlich unterprivilegierten Staaten von Menschenhandel betroffen“[38]. Grundsätzlich können Männer ebenso wie Frauen von Menschenhandel betroffen sein. Schließt man den Kinderhandel aus, so werden jedoch fast ausschließlich Frauen Opfer. „Frauen, die Opfer von Menschenhandel sind, sind Teil der großen Migrationsbewegungen, die sich nach dem internationalen ökonomischen Machtgefälle zwischen den reichen Industriestaaten und den sogenannten Entwicklungs- oder Schwellenländern abzeichnen. Wanderbewegungen vom Süden in den Norden, vom Osten in den Westen, von den wirtschaftlich unterprivilegierten Ländern in die Staaten des ökonomischen Reichtums und der sozialen Sicherheit nehmen stark zu“[39].

Von Menschenhandel ist zu sprechen, wenn Personen unter Anwendung von Gewalt, Zwang oder Täuschungsmanövern ihres sexuellen Selbstbestimmungsrechtes beraubt werden. „Menschenhandel geht einher mit Machtmissbrauch und der Ausnutzung von Notlagen und Unerfahrenheit der Opfer“[40]. Anders als der Großteil der in den 1980er Jahren nach Deutschland gehandelten Frauen aus Ostasien, die unter falschen Versprechungen hierher gelockt und dann der Prostitution zugeführt wurden, wissen die Frauen aus den mittel- und osteuropäischen Staaten[41] heute häufig, dass sie in der Sexindustrie arbeiten werden.[42]

„Schmuggel/Menschenhandel werden neben dem Handel mit Drogen und Waffen sowie der Geldwäsche zur drittgrößten Profitquelle für die international agierenden kriminellen Syndikate gezählt, die insgesamt einen geschätzten Jahresumsatz von 6 Mrd. US-Dollar haben sollen[43].

Die Forschungsberichte[44] weisen daraufhin, dass der Handel mit Frauen zur sexuellen Ausbeutung seit den 1960er Jahren kontinuierlich zunimmt. Er entwickelte sich zuerst in einigen asiatischen Ländern und findet seine sukzessive Verbreitung in Europa, in den USA und in anderen Regionen der Welt. Bei näherer Betrachtung ist nicht zu übersehen, dass seine Verbreitung im engen Zusammenhang mit den unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der einzelnen Regionen steht.[45] (Dazu näher in Kapitel 6.: Situation der Frauen in den Herkunftsländern)

4.3 Auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen für den heutigen Frauenhandel in Europa

Die Migrationsforscher unterscheiden zwischen Schub- und Sogfaktoren von Migration. “Schubfaktoren, sind Faktoren, die Menschen dazu bewegen oder dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen, Bedingungen am Heimatort, die als unerträglich erfahren oder als bedrohlich empfunden werden“[46]. Sogfaktoren dagegen entstehen in Zielländern, indem sie etwas anbieten, was auf Angehörige anderer Staaten anziehend wirkt.

Zu den Schubfaktoren gehören u.a. die wachsende strukturelle Ungleichheit im wirtschaftlichen Bereich zwischen Ländern der sog. „Dritten Welt“[47], den Ländern der ehemals zentral gelenkten Planwirtschaft in Osteuropa und den Industrieländern in Nordeuropa. In den Herkunftsländern wirken als Schubfaktoren meist schlechte wirtschaftliche Bedingungen, so dass die Sicherung des täglichen Einkommens ungewiss ist. Moderne Nachrichtenübermittlung führt dazu, dass dieses Wohlstandsgefälle bekannt ist und die eigenen Lebensbedingungen bewusster werden. Daraus resultiert eine starke Perspektivlosigkeit im Heimatland. Von einer Auswanderung nach Westeuropa erhoffen sich die Menschen u.a. bessere berufliche Perspektiven. Ein weiteres Motiv, gerade bei Frauen, ist der Wunsch, Familienangehörigen im Heimatland Geld schicken zu können und sie so besser zu versorgen.

Zu den strukturellen Bedingungen der Migration gehören auch die Einwanderungs- und Ausländergesetze der jeweiligen Aufnahmeländer. Als Folge der Politik der Abschottung der „Festung Europa“ ist eine Abwanderung in die Illegalität festzustellen. Die Beschränkung der Möglichkeiten der legalen Einwanderung erhöhen die irreguläre Zuwanderung nach Europa. Die Dunkelziffern sind naturgemäß hoch. In diesem Zusammenhang haben sich in Europa spezifische Migrationsformen entwickelt: die Heiratsmigration und die Arbeit von Migrantinnen ohne legalen Status im privaten Sektor für Billiglöhne und ohne jede soziale Absicherung sowie die Arbeit in der Sexindustrie. Hier erhalten die Frauen oft für ihre Arbeit kein Geld, sind Drohungen und Gewalt ausgesetzt und werden oft wie Gefangene gehalten. Diese Frauen stehen ganz am Ende der Skala der Migrantinnen.[48]

Im Laufe der Geschichte bis in die Gegenwart hat sich gezeigt, dass es keine bestimmte Ursache für Frauenhandel gibt, anhand der man erklären könnte, warum dieses Phänomen an den verschiedensten Orten der Welt immer wieder auftritt. Die Ursachen und die begünstigenden Bedingungen für den heutigen Frauenhandel sind vielfältig. Dabei spielen einerseits die Gründe, durch die Frauen veranlasst werden, sich auf das Risiko der Migration einzulassen, aber andererseits ebenso die Motive der Täter und Nutznießer von Frauenhandel eine Rolle.

Bei der Betrachtung von Gründen und begünstigenden Bedingungen von Frauenhandel ist unerlässlich, zwischen Zwangssituationen und Frauenhandel einerseits und denjenigen Frauen, die selbstbestimmt, erfolgreich und zufrieden ihr Leben in der Migration bestreiten, zu unterscheiden.[49]

4.3.1 Wohlstandsgefälle

Als Hauptursache für Menschen – und auch für Frauenhandel wird immer wieder die Armut in den Herkunftsländern genannt[50]. So ist es auch augenscheinlich, dass in erster Linie Frauen aus wirtschaftlich unterprivilegierten Staaten von Frauenhandel betroffen sind. Das wichtigste Migrationsmotiv derjenigen Frauen, die sich für ein neues Leben in Westeuropa entscheiden, ist die Verbesserung des materiellen Lebensstandards sowie die Unterstützung der zu Hause bleibenden Familienangehörigen. Die in den Herkunftsländern oft unbefriedigenden wirtschaftlichen Perspektiven der Frauen fördern die Hoffnung auf eine bessere Lebensperspektive und damit die Bereitschaft der Frauen, sich auf das Risiko der Migration einzulassen.[51]

4.3.2 Nachfrage

Frauenhandel könnte nicht existieren, wenn der Handel mit Frauen keinen Profit einbringen würde. In Westeuropa besteht eine große Nachfrage nach Ehefrauen, Haushaltshilfen und Sexarbeiterinnen aus den Ländern der sog. „Dritten Welt sowie aus den mittel- und osteuropäischen Ländern. Die Erklärungsversuche für die offensichtlich bestehende Nachfrage sind vielfältig. Die Frauen gelten insgesamt als genügsamer, exotischer oder zäher als Westeuropäerinnen. Je nachdem aus welchen Herkunftsgebieten sie kommen, differieren die Klischees. Als Grund wird gelegentlich auch eine umfassende Orientierungslosigkeit bei Männern angesichts der Frauenemanzipation der letzten Jahrzehnte in den industrialisierte Ländern Westeuropas und Nordamerikas genannt.[52]

Empirische Untersuchungen zum Freierverhalten haben ergeben, das in Deutschland 4,5 Millionen Freier, das sind ca. 18 % der geschlechtsaktiven Männer, mindestens einmal im Jahr, durchschnittlich 15,03 mal im Jahr, eine Prostituierte aufsuchen[53]. Dieser Bedarf kann nicht allein von inländischen Sexarbeiterinnen gedeckt werden. Dafür spricht auch die Beobachtung von Nichtregierungsorganisationen[54], dass in den letzten Jahren zwar vermehrt Frauen aus Ost- und Zentraleuropa nach Deutschland gehandelt werden, diese aber die Frauen aus den asiatischen Ländern nicht vom Markt gedrängt haben, sondern das Angebot erweitern. Der relative Wohlstand in den industrialisierten Ländern führte dazu, dass diese steigende Nachfrage von den Konsumenten auch bezahlt werden kann.[55]

4.3.3 Feminisierung der Migration

Seit Anfang der 80er Jahre steigt weltweit der Frauenanteil unter den Migranten auf heute ca. 50% der migrierenden Bevölkerung. Früher begleiteten Frauen in erster Linie Männer als deren Familienangehörige, während sie heute weit öfter selbst die Migration als Lebensstrategie wählen und selbständig migrieren. Diese Entwicklung wird auch als „Feminisierung der Migration“ bezeichnet. (s. auch Kapitel 4.1, S.13-14)

Die Zunahme selbständig getroffener Migrationsentscheidungen von Frauen hat verschiedene Ursachen. Die Arbeitslosigkeit von Frauen ist in vielen Ländern sehr hoch, soziale Sicherungssysteme existieren selten, oder sind in den letzten Jahren, wie in Mittel- und Osteuropa, zusammengebrochen. In dieser Situation scheint die Aufnahme einer Arbeit in einem fremden Land oftmals die einzige Lösung der familiären Finanzprobleme zu sein, da sie regelmäßige Geldüberweisungen sichern kann. Aber auch die Flucht vor familiären Schwierigkeiten – wie Gewalt und Alkoholismus – kann Grund für eine selbständige Migrationsentscheidung sein. In vielen Ländern existiert zudem eine Art Traumvorstellung von Westeuropa, die Unabhängigkeit, Wohlstand, Sicherheit und Glück beinhaltet. Die meisten Frauen entscheiden sich für das Risiko der Migration, weil sie auf ein besseres Leben im Ausland hoffen. „Sieht man von den vernachlässigbar wenigen Entführungsfällen ab, entscheidet jede Einzelne zumindest zu irgendeinem Zeitpunkt, sich aufgrund ihres Migrationswunsches einem gewissen Risiko auszusetzen“[56]. In den Herkunftsländern ist das mit der Migration verbundene Risiko nur selten bekannt. Aufklärungs- und Präventionskampagnen von Nichtregierungsorganisationen oder staatlichen Stellen sind bisher nur vereinzelt durchgeführt worden. Von den Frauen, die im Zielland schlechte Erfahrungen gemacht haben, berichten die wenigsten zu Hause darüber. Auf diese Weise fließen nur wenige Informationen über die Risiken der Migration in das Herkunftsland, während falsche Vorstellungen über die Zielländer und die dortigen Chancen bestätigt werden.[57]

4.3.4 geringes Risiko

Die Disproportionalität zwischen Tatverdächtigen und Verurteilten nach der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik und Angaben des Statistischen Bundesamtes zeigen dass das Delikt Menschenhandel für Täter ein relativ geringes Risiko birgt.[58]

So ist auch Frauenhandel für die Händler gegenwärtig ein Geschäft mit geringem Risiko. Die Strafverfolgungsbehörden sind auf Opferzeuginnen als Beweismittel angewiesen. Diese sagen aus den vielfältigsten Gründen häufig nicht gegen ihre Händler aus[59]. Die Zeugenaussagen wiederum sind für den Erfolg der Strafverfolgung unerlässlich. Das Risiko für Händler ist aber auch deshalb gering, weil es sich bei Frauenhandel regelmäßig um ein grenzübergreifendes Delikt handelt, das oft arbeitsteilig durchgeführt wird. (vgl. Kapitel 12.2: strafrechtliche Verfolgung; und 12.5: internationale Zusammenarbeit)

4.3.5 Korruption

Der Handel mit Frauen wäre ohne die Mithilfe staatlicher Bediensteter nicht in dem Ausmaß denkbar. Grenzbeamte, Polizisten, Staatsanwälte und Richter werden von den Händlern bestochen oder arbeiten mit ihnen zusammen. Vor allem die Beamten in den Herkunftsländern sind anfällig für Korruption. Für die Zusammenarbeit mit der organisierten Kriminalität besonders bekannt sind die staatlichen Autoritäten in osteuropäischen Ländern und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, wo sich die Opfer von Frauenhandel wegen der weit verbreiteten Korruption oftmals nicht an die Polizei wenden können. Aber auch in den Zielländern können sich die Täter mit Bestechung von Beamten ihren Profit sichern.[60] Weitreichende Korruption im Staatsapparat kann auch die ungenügende Strafverfolgung der Händler erklären. Sowohl in den Herkunfts- als auch in den Abnehmerländern wird eine Politik der Doppelmoral betrieben. In den Herkunftsländern ist Prostitution meist verboten und in der Bundesrepublik – als Abnehmerland – werden ausländische Prostituierte ausgewiesen, wenn sie in der Öffentlichkeit auffallen. Beide Male existiert im großen Umfang Prostitution, doch während die betroffenen Frauen kriminalisiert werden, fehlt eine konsequente Strafverfolgung der Händler.[61]

4.3.6 Sextourismus

Eine weitere Ursache für den gegenwärtigen Frauenhandel kann man in dem Sextourismus der letzten Jahre sehen. Die Ausweitung von Tourismus ist für viele der typischen Herkunftsländer gerade in Asien, Latein- und Mittelamerika sowie Afrika eine ökonomische Entwicklungsstrategie, die häufig von internationalen Geldgebern unterstützt wird. Parallel zum Ferntourismus entwickelte sich in mehreren Ländern ein weitreichendes Angebot an sexuellen Dienstleistungen für Touristen. In der Folge entstand, von den Reiseunternehmen durch Werbung unterstützt, der Sextourismus. „Obwohl Sextourismus und Frauenhandel zwei unterschiedliche Phänomen darstellen, hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Sextourismus regelmäßig den Boden für Frauenhandel bereitet hat“[62]. Das liegt zunächst daran, dass sich infolge des Sextourismus überhaupt erst die notwendige Nachfrage nach den jeweiligen Frauen in den Herkunftsländern der Touristen entwickeln konnte. Zum anderen etablierten sich über den Sextourismus die für Frauenhandel notwendigen Kontakte und Handelswege. Peter Holden, der ehemalige Sekretär der Ecomencial Coalition on Third World Tourism in Bangkok sagte: „Der Frauenhandel ist ganz offensichtlich ein Ergebnis des Tourismus. Wenn die Menschen nicht als Touristen erfahren hätten, wie einfach sie in Ländern wie Thailand, Sri Lanka, Taiwan, Südkorea, den Philippinen billigen Sex kaufen können, wären sie nicht auf die Idee gekommen, Frauen in ihre Länder zu importieren“[63].

4.4 individuelle Entscheidung zur Migration

Ein nicht genau bezifferbarer Anteil der Migrantinnen, die gegenwärtig in der Bundesrepublik der Sexarbeit nachgehen, tut dies selbstbestimmt und hat diese Tätigkeit als ihre Lebensstrategie unter den ihnen zur Verfügung stehenden Alternativen ausgesucht.

„Teilweise wird Migrantinnen in der Prostitution generell die eigene Entscheidungsfreiheit für oder gegen die Sexarbeit abgesprochen. Denn die strukturellen Nachteile der Frauen – sowohl im Herkunfts- wie im Aufnahmeland ließen ihnen keine wirkliche Alternative und schafften zwangsläufig Arbeitsverhältnisse unter Bedingungen von Abhängigkeit und Ausbeutung“[64]. Eine solche Haltung stempelt Migrantinnen in der Prostitution grundsätzlich zu Opfern von Menschenhandel. Ein aktives, selbstbestimmtes Handeln der Frauen wird ausgeschlossen.

Allerdings sollte vielmehr davon ausgegangen werden, dass diese Frauen nicht immer, aber oft selbstbestimmte Entscheidungen treffen. Dabei wird die Entscheidung für einen dauerhaften Auslandsaufenthalt nicht immer sofort getroffen. Über persönliche Lebensbedingungen und Erfahrungen werden Impulse gesetzt, die aus der Situation der wirtschaftlichen Benachteiligung den Entschluss zur Migration reifen lassen und die Frauen motivieren, diesen umzusetzen.[65] Dieser wird von einer Vielzahl zusammenwirkender und voneinander kaum trennbarer Sog- und Schubfaktoren bestimmt.

Frauen entscheiden sich in bestimmten Lebenssituationen sogar auch angesichts der möglicherweise schlechten Erfahrungen, die sie im Zielland gemacht haben, nach der Rückkehr in das Herkunftsland für einen erneuten Migrationsversuch.

In den wenigsten Fällen erfüllen sich die Hoffnungen und Erwartungen der Frauen, die mit der Migrationsentscheidung verbunden waren, dennoch ist die Rückkehrbereitschaft der Frauen ganz unterschiedlich stark ausgeprägt.

Nach Angaben des BKA gaben 2002 immerhin 26,6 % der Opfer von Menschenhandel vor der Migration ihr Einverständnis zur Aufnahme der Prostitution.[66]

„Ihr primäres Migrationsmotiv liegt in der Verbesserung ihres materiellen Lebensstandards sowie der Unterstützung von zuhause gebliebenen Familienangehörigen“[67].

Teilweise gingen Frauen zumeist aus einer Notlage heraus, bereits in ihrem Heimatland der Prostitution nach. Sie lassen sich in der Hoffnung anwerben, in ihrem Zielland Arbeit zu finden und der Prostitution zu entkommen. Oder sie lassen sich anwerben, um im europäischen Ausland durch die Prostitution ihr Einkommen um ein Vielfaches zu erhöhen. Manche wollen von sich aus nach Westeuropa migrieren, andere werden von Schleppern oder Zuhältern gezwungen. Außerdem gibt es Frauen, die sich aufgrund ihrer persönlichen Situation dazu gezwungen sehen, vorübergehend in ein EU-Land zu reisen und dort der Prostitution nachzugehen, um so ein bestimmtes Ziel, wie die existenzielle Absicherung, die Finanzierung des Studiums, den Abbau der Schulden oder die medizinische Versorgung des Kindes zu erreichen. Andere glauben am Rande der Prostitution, so etwa als „Bar- oder Animierdame“, als „Tänzerin“ oder „Künstlerin“, viel Geld verdienen und dem Schicksal der Prostitution entgehen zu können. Andere dachten nie daran, jemals der Prostitution nachzugehen[68].

4.5 Portrait der betroffenen Frauen

Nach Angaben des BKA wurden 2002 insgesamt 811 Opfer von Menschenhandel registriert. Die betroffenen Frauen sind meist sehr jung. Nur 4,7 % der Frauen waren sicher noch keine 18 Jahre alt und damit minderjährig, 22,7% waren 18-20, 28,2 % 21-24, und 33,5 % waren älter als 25 Jahre alt. Bei 10,9 % der Frauen konnten keine Angaben über das Alter gemacht werden. Die Altersgruppe der 18-25jährigen ist überproportional oft betroffen.[69]

2001 führte Solwodi eine Studie mit 91 von ihr betreuten Opfern von Menschenhandel durch. Bei dieser Studie war, „in Bezug auf die Schul- und Berufsausbildung der betroffenen Frauen, die hohe Zahl der Migrantinnen mit gutem Schulabschluss auffällig. 38 von 91 Frauen hatten einen mittleren oder höheren Abschluss (41,76%). Allerdings hatte ein hoher Anteil keine abgeschlossene Berufsausbildung (32,97%). Deutlich war, dass im Vergleich zu den hohen Schulabschlüssen und auch zu den absolvierten Ausbildungsgängen die Beschäftigung im Herkunftsland vor der Ausreise qualitativ deutlich niedriger anzusetzen war. Der Anteil der in der Prostitution tätigen Frauen war mit 11 Frauen eher gering. In der Studie wurde festgestellt, dass offensichtlich ein Großteil der Frauen in Kindheit und Jugend extrem belastenden Situationen ausgesetzt war, wie etwa Alkoholismus, Gewalt, Kindesmissbrauch. Dies deutet daraufhin, dass nicht allein die schwache ökonomische Stellung im Herkunftslandes, sondern auch die schlechte soziale und familiäre Ausgangssituation die Migrationsentscheidung beeinflussen.[70]

„Überall in der Dritten Welt, wo dieser Kinder- und Frauenhandel existiert, haben seine Opfer viel gemeinsam: die allermeisten stammen vom Land, sie sind jung, haben keine oder nur eine kurze Schulbildung gehabt, ihre Eltern sind arm und ihre Familienverhältnisse oft so, dass sie weder Wärme noch Sicherheit gebe. Ihre Zukunftsaussichten und die ihrer Familien sind schlecht.[71][73][73]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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[1] http://assembly.coe.int/Documents/AdoptedText/TA97/EREC1325.HTM (übersetzt von englischer Fassung nach Mentz, Ulrike (2001), S.102)

[2] IOM, Wien 1996 in Mentz, Ulrike (2001), S.94

[3] IOM, Wien 1996 in Mentz, Ulrike (2001), S.95

[4] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S. 97-98

[5] Rat der Europäischen Union: Gemeinsame Maßnahme vom 24.2.97 in Mentz, Ulrike (201, S.98

[6] http://www.vilp.de/Depdf/d051.pdf (Abkommen über Verwaltungsmaßregeln zur Gewährung wirksamen Schutzes gegen Mädchenhandel von 1904)

[7] http://www.vilp.de/Depdf/11/d052pdf

[8] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S. 104-107

[9] Mentz, Ulrike (2001), S. 107

[10] http://www.unodc.org/unodc/en/trafficking_protocol.html

[11] http://www.bundesregierung.de/Politikthemen/Europäische-Union-,9107/Charta-der-Grundrechte.htm

[12] Mentz, Ulrike (2001): „Frauenhandel als migrationsrechtliches Problem“, S.95

[13] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S.37

[14] Mentz, Ulrike (2001), S. 58

[15] Mentz bezieht sich hier auf die Autoren Barry (1995), Enloe (1990): und Reanda (1991)

[16] Mentz, Ulrike (2001), S. 38

[17] vgl. Mentz,Ulrike (2001), S.38

[18] Mentz, Ulrike (2001), S. 39

[19] Mentz, Ulrike (2001), S. 39-40; vgl. Kapitel 2.4.

[20] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S. 38-40

[21] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S.44

[22] http://www.drehscheibe.org/leitfaden-artikel.html?LeitfadenID=237

[23] Berger, TAZ vom 26./27.4.1997 in Mentz, Ulrike (2001), S. 45

[24] Han, Petrus (2003): Frauen und Migration, S. 200

[25] Mentz, Ulrike (2001), S.44

[26] vgl. http://www.bka.de/lageberichte/mh/2002.pdf+statistik+delikt+menschenhandel&hl=de

[27] Treibel (1990) in Höfling-Semnar (1995): Flucht und deutsche Asylpolitik, S.19

[28] Höfling-Semnar (1995), S.25

[29] Han, Petrus (2003), S. 1

[30] Han, Petrus (2003), S.22

[31] vgl. Han, Petrus (2003), S.24-25

[32] vgl. Han,Petrus (2003), S.26-27

[33] vgl. Han, Petrus (2003), S. 47-50

[34] vgl. Han, Petrus (2003), S. 83

[35] Daten aus der Tabelle des United Nations Secretariat, 1995 in Han, Petrus (2003), S.61

[36] vgl. Statistisches Bundesamt: Statistische Jahrbücher für die Bundesrepublik Deutschland 1973-1999 in Han, Petrus (2003), S.67-68

[37] vgl. Han, Petrus (2003), S. 72

[38] Niesner/Anonuevo/Aparicio/Sonsiengchai-Fenzl (1997): “Ein Traum vom besseren Leben“, S.11

[39] Niesner/Anonuevo/Aparicio/Sonsiengchai-Fenzl (1997), S.14

[40] Solwodi (2003): Grenzüberschreitendes Verbrechen, S.37

[41] zu den Ländern Osteuropas gehören das westliche Russland bis zum Ural, die Ukraine und Weißrussland. Zu Mittel- und Zentraleuropa zählen, Polen, die Tschechische Republik, Slowenien und Ungarn. Südosteuropa umfasst Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Kroatien, Jugoslawien, Bosnien-Herzegowina und Makedonien. Zu Nordosteuropa zählen Litauen, Lettland und Estland (vgl. Topan (2000, S. 21) Im Folgenden fasse ich all die genannten Länder unter dem Begriff „mittel- und osteuropäische Länder zusammen.

[42] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S. 54-55

[43] Skeldon, Ronald (2000) in Han, Petrus (2003), S. 191

[44] Han (2003) bezieht sich hier auf die Autoren Salt (2000) und Lazaridis (2001)

[45] vgl. Han, Petrus (2003), S. 192.

[46] Nuscheler, Franz (1995: Internationale Migration, S.32

[47] im Folgenden verstehe ich unter diesem Begriff die wenig industrialisierten Staaten Afrikas, Asiens und Süd- und Mittelamerikas mit einem Pro-Kopf-Einkommen unter 400$, die nach politischem und wissenschaftlichen Sprachgebrauch auch als Entwicklungsländer bezeichnet werden.

[48] vgl. Solwodi (2003), S. 26-27

[49] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S. 73

[50] So in Niesner u.a. (1997), S.11, Mentz (2001), S.73

[51] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S. 73-74

[52] so in Lipka (1985, S. 15ff, Mentz (2001), S.74

[53] siehe auch Kapitel 9.2 und Kleiber/Velten (1994): Prostitutionskunden, S. 128

[54] dazu gehören vor allem Solwodi und agisra.

[55] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S. 74-76

[56] Mentz, Ulrike (2001), S. 77

[57] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S. 76-78

[58] vgl. http://www.destat.de/basis/d/recht/rechts4.htm und http://www.bka.de/lageberichte/mh/2002.pdf+statistik+delikt+menschenhandel&hl=de

[59] vgl. Kap. 12.4 zu den Gründen der mangelnden Aussagebereitschaft der Frauen

[60] vgl. Mentz, Ulrike (2001), S.83

[61] agisra (1990): Frauenhandel und Prostitutionstourismus, S.47

[62] Mentz, Ulrike (2001), S. 83

[63] Renschler, Regula (1987): Ware Liebe, S.79

[64] Niesner/Anonuevo/Aparicio/Sonsiengchai-Fenzl (1997), S.12

[65] vgl. Niesner/Anonuevo/Aparicio/Sonsiengchai-Fenzl (1997), S.28-29

[66] vgl. http://www.bka.de/lageberichte/mh/2002.pdf+statistik+delikt+menschenhandel&hl=de

[67] Niesner/Anonuevo/Aparicio/Sonsiengchai-Fenzl (1997): “Ein Traum vom besseren Leben“, S. 28

[68] vgl. Paulus, Manfred (2003) : Frauenhandel und Zwangsprostitution, S. 61

[69] vgl. BKA, Lagebild Menschenhandel 1998 in Mentz, Ulrike (2001), S.47 und http://www.bka.de/lageberichte/mh/2002.pdf+statistik+delikt+menschenhandel&hl=de

[70] Solwodi (2003), S. 37

[71] Renschler, Regula (1987), S. 29

[72] Die Angaben beruhen auf den Aussagen von 173 von 296 , vom Fraueninformationszentrum befragten Frauen, vgl. in Niesner/Anonuevo/Aparicio/Sonsiengchai-Fenzl (1997), S. 1997). Angaben zur Schulbildung von Prostituierten aus mittel- und osteuropäischen Ländern lagen mir leider nicht vor.

[73] Angaben aus BKA Lagebericht Menschenhandel 2002: http://www.bka.de/lageberichte/mh/2002.pdf+statistik+delikt+menschenhandel&hl=de

Details

Seiten
96
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638368117
ISBN (Buch)
9783638714976
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v37483
Institution / Hochschule
Fachhochschule Braunschweig / Wolfenbüttel; Standort Wolfenbüttel – Fachbereich Sozialwesen
Note
1,7
Schlagworte
Menschenhandel Zwangsprostitution Frauen Klientinnen Arbeit

Autor

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Titel: Von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Betroffene Frauen als Klientinnen sozialer Arbeit