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Ein Überblick über Volkslied, Kunstlied und Arie (Unterrichtsentwurf 5. Klasse Musik)

Hausarbeit 2017 16 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Kopf

2. Bedingungsanalyse

3. Einbettung der Stunde in die laufende Unterrichtseinheit

4. Ziele der Stunde

5. Sachanalyse
5.1 Historische Entwicklung der Gattung Lied
5.2 Das Kunstlied
5.3 Das Volkslied
5.4 Die Arie
5.5 Kinderstimmbildung

6. Didaktische Begründung

7. Methodische Begründung

8. Verlaufsplanung

9. Materialien zur Stunde
9.1 Trackliste CD 1 (selbst gebrannt)
9.2 Trackliste CD 2 (selbst gebrannt)
9.3 Anregungen und wichtige Punkte zur Mindmap
9.4 Lösung der 2. Höraufgabe
9.5 Leadsheet „Bunt sind schon die Wälder"

10. Literaturverzeichnis

1. Kopf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Doppelstunde beschäftigt sich zunächst kurz mit der Entstehung der Gattung „Lied" allge­mein, um anschließend anhand verschiedener Beispiele einen Überblick historischer und mu­siktheoretischer Gesichtspunkte der drei großen Gattungen deutschen Liedes - Volkslied, Kunstlied und Arie - zu liefern. Anknüpfend an das neu erlernte Wissen wird im zweiten Teil der Stunde nach einem kurzen Einsingen unter stimmphysiologischen Aspekten das deut­sche Volkslied „Bunt sind schon die Wälder" erarbeitet.

2. Bedingungsanalyse

Seit Beginn des Schuljahres unterrichte ich die aus 13 Jungen und 13 Mädchen bestehende 5. Klasse eigenverantwortlich. Die Schülerinnen und Schüler sind 10 bis 12 Jahre alt und be­finden sich entwicklungspsychologisch zwischen Präpubertät und Pubertät. Trotz des für die­se Altersstufe unüblichen entspannten und angenehmen Lernklimas ergeben sich vor allem bei der Musizierpraxis, zu der körperliche Aktivität wie etwa Experimentieren mit der eigenen Stimme dazugehören, manchmal Situationen, in denen sich einzelne Schülerinnen und Schü­ler bloßgestellt fühlen. Insbesondere die Schüler Max und Tobias stören beim aktiven Musi­zieren durch übertriebenes Nachahmen anderer und Faxenmachen. Vier Mädchen (Laura, Sarah, Julia, Hannah) zeigen leichte Hemmungen beim aktiven Musizieren, die sicher grup­pendynamische Gründe haben. Insgesamt ist die Lerngruppe sehr musikaffin; der musikali­sche Leistungsstand ist nahezu homogen und insgesamt hoch einzuordnen. Da alle Schüler­innen und Schüler bereits seit der 1. Klasse auf die Gesamtschule mit Profilfach Musik ge­hen, erlernt jedes Kind ein Instrument. Zusätzlich singen die meisten im Schulchor. Es herrscht eine relativ große Homogenität hinsichtlich stimmlicher Disposition, allerdings befin­den sich in der Klasse zwei Brummer[1] (Tobias, Felix) sowie eine Schülerin (Anja), die zwar laut und kräftig mitsingt, allerdings oft die Töne nicht trifft. Den beschriebenen Problemen ver­suche ich mit häufiger Musizierpraxis und eigener musikalischer Tätigkeit der Schülerinnen und Schüler zu begegnen, da sich hier alle gleichermaßen in den Unterricht einbringen kön­nen. Die erarbeiteten Lieder und Stücke werden dem aktuellen Leistungsstand der Klasse angepasst. Leistungsbereitschaft und Leistungsvermögen sind als durchschnittlich bis gut einzustufen, da die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, Theorie und Praxis schnell miteinander zu verknüpfen sowie praxisorientiertes Arbeiten durch die vorangegangene mu­sikalische Bildung gewöhnt sind.

Der Unterricht findet in einem Fachraum statt, dessen Ausstattung Musikanlage, Tafel, Kla­vier, Orffinstrumente, eine Lehrbuchsammlung sowie eine Auswahl an Liederbüchern im Klassensatz enthält.

3. Einbettung der Stunde in die laufende Unterrichtseinheit

Die Doppelstunde ist die 3./4. Stunde einer auf 15 Stunden angelegten Einheit zum Musizie­ren von regionalem und internationalem Liedgut sowie zum stimmphysiologisch richtigen Sin­gen, die Teile des 1. und 2. Lernbereichs des sächsischen Lehrplans kombiniert. Nach Lern­bereich 1 sollen die Schülerinnen und Schüler ein vielfältiges Repertoire an Liedern erlernen und pflegen und dabei den richtigen Umgang mit Stimme und Atmung erwerben und üben. Lernbereich 2 zielt darauf ab, durch fachliches Wissen Musik aktiver zu hören und schon beim Hören erschließen zu können.[2] Die vorangegangene Stunde beschäftigte sich mit dem schon vorhandenen Repertoire der Klasse sowie einem spielerischen „Wissenstest“, der mir einen Überblick über den Leistungsstand und die Gruppendynamik der Lerngruppe lieferte. In der folgenden Doppelstunde soll das erlernte Volkslied wiederholt, eine neue, sorbische Strophe erlernt, anhand derer Charakteristika sorbischer Lieder identifiziert und auf den sor­bischen Kultur eingegangen werden.

4. Ziele der Stunde

Die Schülerinnen und Schüler kennen in Ansätzen die historische Entwicklung deutschen Liedguts. Sie können formale und gestalterische Merkmale benennen sowie zwischen Volks­und Kunstliedern bzw. Arien unterscheiden. Die Schülerinnen und Schüler vertiefen und sub­jektiveren die erworbenen Kenntnisse, indem sie das deutsche Volkslied „Bunt sind schon die Wälder“ zur Klavierbegleitung singen. Sie beherrschen die im Unterricht behandelten Techniken der Vorbereitung auf das Singen und sind sich ihrer Notwendigkeit bewusst.

5. Sachanalyse

Im Folgenden wird die Stundenthematik in ihrem fachlichen Zusammenhang erschlossen. Lied bezeichnet allgemein ein „auf eine bestimmte Melodie [...] gesungenes Gedicht“[3], das meist in Strophen gegliedert ist. Der Begriff Lied bezieht sich auf die Gattungen Volks- und Kunstlied, im weiteren Sinne auch auf die Gattung Arie.

5.1 Historische Entwicklung der Gattung Lied

Der Ursprung des Liedes zu vormittelalterlicher Zeit ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Ei­nes der ältesten überlieferten Lieder ist das „Hildebrandslied“ aus dem frühen 9. Jahrhundert. Zu dieser Zeit gab es keine Notationsformen, d.h. Lieder wurden mehr als Schriftstücke denn als Noten aufgeschrieben. Bis zum Aufkommen der höfischen Kultur, dem Minnesang und den Liedern der Troubadours waren Lieder unbegleitet und unisono. Minnesänger trugen ihre Lieder meist von einer Laute oder einem Bordun-Instrument begleitet vor.[4] Damals entwickel­te sich die auch heute noch vielen Liedern und Musikstücken zugrundeliegende Barform, be­stehend aus sich wiederholendem Stollen und anschließendem Abgesang (Beispiel: Wachet auf, ruft uns die Stimme)[5] Der Minnesang befasste sich mit vielerlei Themen, wie z.B. Hei­mat, Natur, Liebe, aber auch Gesellschaftskritik und Politsatire. In der geistlichen Musik ent­wickelte sich ab dem 12. Jahrhundert die Polyphonie, die den Sologesang durch mehrere ei­genständige Stimmen zunehmend in den Hintergrund drängte. Unter den Bürgerinnen und Bürgern dienten mehrstimmige Volks- und Hofweisen dem häuslichen Musizieren.[6] Im 17. Jahrhundert kam das Generalbasslied auf; zunehmend bildeten sich auch kunstvollere For­men, etwa durchkomponierte Lieder mit kleineren Vor-, Nach- und Zwischenspielen. General­basslieder kennzeichnen sich durch die übergeordnete Rolle der Sologesangsstimme, der ein schlichter, meist auf Cembalo oder Orgel ausgeführter Bass unterliegt. Dennoch domi­nierten in Deutschland weiterhin mehrstimmige Lieder. Im 18. Jahrhundert wurde die Schere zwischen privat gesungenem, einfachen Volkslied und komplexem Kunstlied immer größer. Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart oder Franz Schubert erlaubten sich größere musikalische Freiheiten gegenüber der Textvorlage.[7] Infolge dessen forderte schließlich der Musikschriftsteller Hans Georg Nägeli 1811 eine vollständige Abgrenzung zwischen Volkslied und „höherem Liedstyl“ [sic!][8] - das heutige Kunstlied ist geboren. Franz Schubert, Robert Schumann und Johannes Brahms zählen zu den bekanntesten Komponisten kunstvoller So­lolieder dieser Zeit. Auch diese Lieder wurden vorerst nur für den privaten Gebrauch genutzt, etwa bei Hausmusik oder Privatkonzerten Adliger. Im 19. Jahrhundert hingegen setzten sich Sänger zunehmend dafür ein, Kunstlieder im größeren Rahmen aufzuführen. So entstanden Liederabende, an denen Zyklen wie „Dichterliebe“ (Robert Schumann), „Die schöne Müllerin“ oder die „Winterreise“ (Franz Schubert) gegeben wurden.[9]

5.2 Das Kunstlied

Das Kunstlied kennzeichnet sich durch die übliche Besetzung Sologesang mit Klavier. Es ist in der Regel anspruchsvoller als ein Volkslied und wird ausschließlich auf Basis einer schriftli­chen Notation interpretiert. Es wird generell auf Lyrik komponiert und im Unterschied zu Arien oder Volksliedern stets konzertant aufgeführt. Im Wesentlichen existieren drei unterschiedli­che Formen des Kunstliedes: Bei einfachen Strophenliedern sind Melodie und Begleitung in jeder Strophe gleich, d.h. der Text und seine Bedeutung haben keinen Einfluss auf die Kom­position. Durchkomponierte Lieder haben je nach Stimmung und Text für jede Strophe eine neue Melodie und Begleitung und eigenen sich insbesondere zum Auskomponieren von Pro­satexten. Eine Mischform stellt das variierte Strophenlied dar, bei dem nur einzelne, reprä­sentative Strophen eine andere Melodie und Begleitung erhalten.[10]

5.3 Das Volkslied

Volkslieder wurden fast ausschließlich mündlich überliefert. Deshalb sind ihre Komponisten auch nur sehr selten bekannt. Ihre Texte sowie ihre Melodien sind regional geprägt und zeichnen sich durch Muttersprache, Herkunft und kulturelle Identität der jeweiligen sozialen Gruppe aus. Fast alle Volkslieder sind einstimmig in Strophenform komponiert, haben eine meist sehr eingängige Melodie und einen geringen Ambitus. Sie werden häufig in Gemein­schaft gesungen, sind Teil der Kultur einer Volksgruppe und erzählen von volkstümlichen Themen wie Liebe, Natur, Heimat, Sehnsucht, Abschied oder Reise.[11]

5.4 Die Arie

Die Arie ist ein kunstvoller Sologesang - meist mit Orchesterbegleitung -, der sich vor allem in Opern, Oratorien oder Kantaten findet. Sie beschreibt sehr ausdrucksstark die Gefühle der dargestellten Person (Affekt) und wird deshalb oft reich verziert und ausgeschmückt. Übli­cherweise werden Arien je nach Aufführungspraxis szenisch oder konzertant in Opern, Kir­chen oder Konzerthäusern dargestellt.[12]

5.5 Kinderstimmbildung

Insbesondere bei der Kinderstimmbildung ist es wichtig, mit Haltungs-, Atmungs- und Artiku­lationsübungen zu beginnen. Es sollte zuerst die richtige Haltung (aufrechtes Stehen, Beine schulterbreit, entspannter Oberkörper) angestrebt werden. Dazu gibt es verschiedene, ver­steckte Übungen wie etwa Marionette spielen, hüpfen, fallen lassen und wieder aufrichten oder Dehnungsübungen. Haben die Kinder einen angemessenen Stand, sollte auf eine Tie­fenatmung (Atmen in den Bauch, Schultern bleiben unten) hingearbeitet werden. Es bieten sich Übungen wie Schiffe wegpusten, lang und gleichmäßig auf einem Konsonanten ausat­men, Hand auf Bauch und Rücken legen oder Kerzen auspusten an. Danach sollten sich ein­fache Stimmübungen wie Summen im Dreitonraum anschließen. Dabei ist anfangs auf eine bequeme Tonhöhe und einen geringen Ambitus zu achten. Es sollten Übungen für Tiefe und Höhe, Intonation und Lockerung im Einsingen vorkommen. Bei Kindern befindet sich die sog. gute Lage zwischen c1 und g2. Auf Brummer kann man auch beim Einsingen schon etwas eingehen, etwa indem alle Kinder sich auf einem Ton finden sollen oder man reihum immer den gleichen Ton nachsingen lässt.

6. Didaktische Begründung

Im Zentrum der Stunde steht die Auseinandersetzung mit dem Begriff und der Gattung „Lied". Da alle Schülerinnen und Schüler bereits musikalische Vorerfahrung haben, besteht ein unmittelbarer Anknüpfungspunkt zu ihrem Alltag. Der Begriff „Lied" ist sehr abstrakt und wird insbesondere von Kindern oft für alle möglichen musikalischen Gattungen oder Kompo­sitionen verwendet. So bezeichnet ein Kind beispielsweise eine orchestrale Sinfonie als Lied, während ein anderes den Terminus Lied mit Solostücken instrumentaler und gesanglicher Art verbindet und wieder ein anderes nur gesungene Stücke als Lieder definiert. Es soll deshalb einerseits zum Ausdruck gebracht werden, wie der Begriff Lied definiert und eingegrenzt ist. Andererseits soll durch Vermittlung der historischen Entwicklung und Vertiefen des Themas an Beispielen ein Bewusstsein für die kulturelle und regionale Relevanz insbesondere von Volksliedern geschaffen werden. Dieses Thema steht exemplarisch für Traditionsbewahrung und Erhaltung der regionalen Kulturen.

Durch ihre musikalische Vorbildung in Kindergarten und Grundschule werden die Schülerin­nen und Schüler regelmäßig mit dem Thema Lieder bzw. Volkslieder konfrontiert. Des Weite­ren sind sie durch die konstante Singpraxis mit Volksliedern vertraut und verfügen über ein mehr oder weniger großes Repertoire an Liedern aus ihrer Kindheit. Daran anknüpfend er­weitern die Kinder im Sinne des Lehrplans ihr Repertoire an Volksliedern und können damit bekannte Inhalte vertiefen.

Es ist davon auszugehen, dass die Kinder zwar über Kenntnisse zu Texten und Melodien ei­niger Volkslieder verfügen, sich aber nicht deren Bedeutung für Kultur und Tradition bewusst sind. Das Thema muss also vor allem von dieser Seite aus beleuchtet werden, da diese auch in der Zukunft der Schülerinnen und Schüler eine Rolle spielen wird. Es soll deutlich werden, dass der Mensch Traditionen und Kultur braucht und bewahren muss. Das gemeinsame Mu­sizieren soll darüber hinaus einen Beitrag zur ästhetischen Bildung der Schülerinnen und Schüler beitragen. Außerdem zählt ein gewisses Repertoire an Texten und Melodien zur All­gemeinbildung, insbesondere an einer Schule mit Profilfach Musik.

Die Unterrichtsstunde ist so gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler zuerst ihr eigenes Vorwissen durch die Analyse von Hörbeispielen aktivieren und einbringen sollen. Auf Basis dessen soll in einem gelenkten Unterrichtsgespräch zuerst ein Tafelbild zu den angesproche­nen drei Formen des Liedes entwickelt und anschließend in Form eines Lehrervortrags in Grundzügen ihre historische Entwicklung dargestellt werden. Um das Erlernte zu überprüfen, sollen danach Hörbeispiele folgen und analysiert werden. Nach einer kurzen Stimmbildungs­phase, in der die Schülerinnen und Schüler bereits bekanntes Wissen zu Stimmhygiene und der Vorbereitung auf das Singen wiederholen, wird das neu Erfahrene anhand des bekann­ten deutschen Volksliedes „Bunt sind schon die Wälder" vertieft und angewendet. Dieses Lied eignet sich gut als Beispiel für ein typisches Volkslied, da es alle wichtigen Merkmale beinhaltet (relativ einfache Melodie, keine großen Tonsprünge, Thema Natur etc.) und den­noch dem Leistungsniveau der Klasse entspricht. Außerdem passt es thematisch zur Jahres­zeit.

Den Schülerinnen und Schülern soll das Thema durch den Bezug zu ihrer eigenen Lebens­welt zugänglich gemacht werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass jedes Kind schon einmal ein Volks-, ein Kunstlied oder eine Arie gehört hat. Die Hörbeispiele sollen als Einstieg in die Unterrichtseinheit an diese Hörerfahrungen anknüpfen und das Interesse am Thema wecken. Ich habe zwar relativ populäre Stücke ausgewählt, jedoch ist nicht entschei­dend, ob diese den Schülerinnen und Schülern bekannt sind oder nicht. Um ihnen die Frage­stellung zu erleichtern, könnten vorher kurz musikalische Parameter und mögliche Unter­schiede zusammengetragen werden. Durch das Singen im zweiten Teil der Stunde sind die Schülerinnen und Schüler direkt eingebunden. Die sorbische Strophe des Liedes, die in der folgenden Stunde bearbeitet werden soll, liefert außerdem einen regionalen Bezug.

7. Methodische Begründung

Den Einstieg der Stunde gestalte ich, indem ich den bekannten Poesiealbumsspruch „Wo man singt, lass dich ruhig nieder, denn böse Menschen haben keine Lieder" an die Tafel schreibe und die Schülerinnen und Schüler bitte, eigene Assoziationen dazu zu formulieren („Was fällt euch zu diesem Satz ein?“) und den Begriff Lied zu definieren („Was bedeutet für euch Lied?“). Dieses Zitat soll die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, darüber nachzu­denken, wo ihnen persönlich im Alltag Lieder begegnen und welche Bedeutung sie für jeden einzelnen haben. Dadurch können sie an eigene Erfahrungen anknüpfen und finden so einen leichteren Zugang zum Thema.

Der Einstieg hätte auch direkt mithilfe von Hörbeispielen oder durch gemeinsames Singen ei­nes bekannten Volksliedes erfolgen können, womit die Schülerinnen und Schüler womöglich sofort den Bezug zum musikalischen Handeln hergestellt hätten. Ziel ist es jedoch, die Kinder in ihrer heutigen Lebenssituation anzusprechen und ihre eigenen Assoziationen sowie ihr Vorwissen abzurufen, das in der Erarbeitungsphase wieder aufgegriffen werden kann.

Im Anschluss an das kurze Brainstorming folgen drei Hörbeispiele (CD 1), die über die im Raum vorhandene Musikanlage abgespielt werden. Ich werde die Schülerinnen und Schüler vorher dazu anhalten, auf Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Auffälligkeiten der drei ver­schiedenen Liedtypen zu achten. („Beschreibt, was ihr hört und welche Unterschiede es zwi­schen den einzelnen Stücken gibt!“). Während der Höraufgabe herrscht Ruhe im Klassen­raum.

Alternativ könnte man mittels Lehrervortrag oder Gruppenarbeit an Fachtexten erst die drei behandelten Liedtypen vorstellen und danach das Wissen an Hörbeispielen testen. Im Ge­gensatz dazu wird durch das Hören ohne Vorwissen das genaue Zuhören trainiert und die Schülerinnen und Schüler sind später in der Lage, neue Erkenntnisse mit bereits bekannten Klängen zu verknüpfen. Allgemein ist es wichtig, dass eine Musikanlage vorhanden ist, die die Hörbeispiele angemessen und störungsfrei wiedergeben kann, um die Konzentration der Schülerinnen und Schüler nicht von ihrer Höraufgabe abzulenken. Ist dies nicht der Fall, wä­re es möglich, leichtere Beispiele selbst zu musizieren.

Die Überleitung zur Erarbeitungsphase erfolgt durch ein kurzes Zusammentragen der Ergeb­nisse. Während die Schülerinnen und Schüler ihre Beobachtungen schildern, erstelle ich an der Tafel 1 eine Mindmap und strukturiere auf diese Weise die Ergebnisse. Außerdem ergän­ze ich fehlende Punkte bzw. helfe den Kindern durch kleine Impulse, richtige Schlussfolge­rungen zu ziehen. Die Mindmap soll nicht nach den drei Liedformen, sondern nach musikali­schen Parametern und Merkmalen der Hörbeispiele (z.B. Besetzung, Stimmung, Dur/Moll, Taktart, Liedtext etc.) gegliedert werden.

Man könnte alternativ auch gleich zur Erarbeitung des Tafelbildes übergehen. Allerdings ler­nen die Schülerinnen und Schüler das Thema auf diese Weise aus zwei verschiedenen Per­spektiven (musikalische Parameter und Liedtypus) kennen und können damit das neue Wis­sen schneller abrufen und später einfacher transferieren.

[...]


[1] Brummer sind Kinder, die mangels Hör- und/oder Singerfahrung Probleme haben, vorgegebene Töne und Melo­dien richtig mitzusingen. Wichtig bei der Behandlung sind unter anderem Hörübungen, bei denen das aktive Zu­hören der Kinder gestärkt wird.

[2] vgl. Sächsisches Staatsministerium für Kultus (Hg.) (2004): Lehrplan Gymnasium - Schulfach Musik. S. 7-8.

[3] Bibliographisches Institut GmbH (Hg.) (2015): Lied, das. http://www.duden.de/rechtschreibung/Lied. [28.11.15].

[4] Vgl. Christoph Vratz (2011): Das Lied - eine Welt für sich. S. 1.

[5] Vgl. Reissmann (1861): Das deutsche Lied in seiner historischen Entwicklung dargestellt. S. 16.

[6] Vgl. Christoph Vratz (2011): Das Lied - eine Welt für sich. S. 1.

[7] Vgl. ebd. S. 1-2.

[8] ebd. S. 2.

[9] Vgl. ebd. S. 2-3.

[10] Vgl. Reissmann (1861): Das deutsche Lied in seiner historischen Entwicklung dargestellt. S. 45-76.

[11] Vgl. ebd. S. 23-44.

[12] Vgl. Hirschmann (2011): Aria. Eine Festschrift für Wolfgang Ruf. S. 373-387.

Details

Seiten
16
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668557222
ISBN (Buch)
9783668557239
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v375347
Note
Schlagworte
volkslied arie kunstlied musikdidaktik pädagogik musikunterricht bunt sind schon die wälder

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