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Depressionen bei Kindern und Jugendlichen - ein Einblick

Hausarbeit 2004 12 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 DEFINITION UND KLASSIFIKATION DEPRESSIVER STÖRUNGEN

3 SYMPTOMATIK
3. 1 Komorbidität in Zusammenhang mit kindlichen Depressionen

4 URSACHEN DER KINDER- UND JUGENDDEPRESSION

5 THERAPIEMÖGLICHKEITEN

6 SCHLUSSBETRACHTUNG

7 LITERATURVERZEICHNIS

Freie Universität Berlin

FB Erziehungswissenschaft und Psychologie

S „Depressionen bei Kindern und Jugendlichen“

WS 2003/ 04

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

- ein Einblick

Vorgelegt von:

Stefanie Stiemerling

1 EINLEITUNG

Wahrscheinlich hat jeder selbst schon einmal die Erfahrung gemacht, dass besonders zur kalten Jahreszeit dunkle, trübe Tage auf das Gemüt schlagen und ebenso dunkle und triste Gedanken verursachen können. Tatsächlich erhöht sich bei einigen saisonal die Vulnerabilität für depressive Störungen. Man sollte jedoch nicht gleich jedes Stimmungstief als echte Depression bewerten. Es ist ganz natürlich, dass sowohl trübe und negative Gefühle, wie Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Hoffnungslosigkeit, als auch Glück und Freude Bestandteile unseres emotionalen Erlebens sind, und somit keinen pathologischen Wert haben. Da besonders die Pubertät durch Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist, ist es sehr schwierig in dieser Lebensphase eine Depression zu diagnostizieren und zu der ganz normalen Entwicklung Jugendlicher abzugrenzen.

Seit den 70er Jahren wurden „Depressionen“ überhaupt erst als wissenschaftlicher Gegenstand betrachtet. Demzufolge rückte die Tatsache, dass auch Kinder und Jugendliche an depressiven Störungen leiden können erst viel später in den Blickpunkt der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Acht Prozent aller Jugendlichen und ca. 2, 5 Prozent aller Kinder in Deutschland leiden unter depressiven Störungen. Der ermittelte Altersdurchschnitt für das erstmalige Auftreten einer Depression liegt bei 15 Jahren. Aufgrund der Schwierigkeit der Abgrenzung der kindlichen Depression zur Erwachsenendepression, wurde die kindliche Affektstörung lange Zeit als entwicklungsspezifisches Merkmal, und somit nicht als behandlungsbedürftig angesehen. Erst seit den letzten Jahren erkannte man die Kinder- und Jugenddepression als eigenständiges Krankheitsbild an.

Die vorliegende Arbeit soll über diese umfangreiche Thematik einen Einblick, nicht jedoch ein vollständiges Gesamtbild, vermitteln.

2 DEFINITION UND KLASSIFIKATION DEPRESSIVER STÖRUNGEN

Der Begriff „Depression“ ist vom lateinischen „deprimere“ abzuleiten, was „niederdrücken, bedrücken“ bedeutet. Eine allgemeingültige Definition für die Depression gibt es nicht, da sie sich aus einer Gruppe von Symptomen - dem depressiven Syndrom- zusammensetzt, deren verschiedenartigen Merkmale ich im Kapitel 3 aufzeigen werde. Wie schwierig das Krankheitsbild einzugrenzen ist zeigt folgender Definitionsversuch: „ [...] eine der verbreitetsten seelischen Erkrankungen, deren Störungen je nach Schwere und Art unterschiedlich ausgeprägt sind und sich auf verschiedene Merkmalsbereiche erstrecken.“[1]

Eine recht gute Beschreibung liefern Davidson und Neale: „Depression ist ein emotionaler Zustand, der durch starke Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, Gefühle der Wertlosigkeit und Schuld, sozialen Rückzug, Schlafstörungen, Verlust von Appetit und sexuellem verlangen oder dem Verlust von Interesse und Freude an alltäglichen Handlungen gekennzeichnet ist.“[2]

Diagnostisch gehören Depressionen zu den affektiven Störungen und werden nach ICD- 10 ( international code disease ), welcher verbindlich für die WHO- Staaten ist, oder dem DSM-IV ( diagnostic standard manual), dem amerikanischen diagnostischen Manual, klassifiziert. Depressive Störungen werden auch als unipolare Störungen bezeichnet, welche sich von den bipolaren Störungen, wie

z. B. den manisch- depressiven Störungen abgrenzen.

Zu den unipolaren depressiven Störungen zählen die Major Depression und die dysthyme Störung. Die Major Depression ist das schwerwiegendere Zustandsbild, welches zwei Hauptmerkmale aufweisen muss: Erstens müssen die Affekte gestört sein, d. h., d die betroffene Person muss eine komplett negative Grundeinstellung haben, und zweitens muss das Aktivitätslevel enorm herabgesetzt sein. Ein ganz bedeutendes Merkmal ist hierbei die extreme morgendliche Antriebsschwäche.

Ebenso verlangt die Major Depression die zeitliche Vorgabe von 14 Tagen bis 4 Wochen. Bei der Major Depression liegt die Prävalenzrate bei Kindern und Jugendlichen bei ca. 1%. Die dysthyme Störung zeigt gleiche Merkmale wie die Major Depression, ist aber in ihrer Ausprägung weniger intensiv. Sie erstreckt sich jedoch über einen längeren Zeitraum von ca. 1- 2 Jahren. Die Prävalenzrate bei Kindern und Jugendlichen liegt bei ca. 8 %.

[...]


[1] SCHÜLERDUDEN, „Die Psychologie“. Hrsg. Karl- Heinz Ahlheim. Mannheim, 1981. S. 66

[2] DAVIDSON/ NEALE, Klinische Psychologie. 4. Auflage. Weinheim, 1996. S.252.

Details

Seiten
12
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638368513
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v37551
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2
Schlagworte
Depressionen Kindern Jugendlichen Einblick

Autor

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