Lade Inhalt...

Die Transaktionsanalyse und ihre Bedeutung für Coaching- und Beratungskonzepte

Seminararbeit 2017 19 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Transaktionsanalyse

3. Die Persönlichkeitsinstanzen
3.1 Das Eltern - Ich
3.2 Das Erwachsenen - Ich
3.3 Das Kindheits - Ich
3.4 Übersicht der Ich - Zustände

4. Die Analyse von Transaktionen
4.1 Die parallele Transaktion
4.2 Die überkreuzte Transaktion
4.3 Die verdeckte Transaktion

5. Kritik an der Transaktionsanalyse

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Ein Konzept, was im Rahmen von Coaching- und Beratungsprozessen immer wieder zum Einsatz kommt, ist die Transaktionsanalyse, welche verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologische Konzepte mit Aspekten der Humanistischen Psychologie verbindet. In der Praxis wird die Transaktionsanalyse in vier Fachbereichen angewendet: in der Beratung, in der Organisation, in der Erwachsenenbildung und Pädagogik und in der Psychotherapie. Alle Fachbereiche eint dabei das übergeordnete Ziel, die Persönlichkeitsentwicklung und Autonomie zu fördern, sowie die Kommunikation und die Konflikt- und Problemlösung zu verbessern. (vgl. Getreu, 2007)

Im Fachbereich Beratung stehen die Unterstützung der Klienten bei der Entscheidungs- und Identitätsfindung und der persönliche Wachstumsprozess im Mittelpunkt. Im Fachbereich Organisation hingegen geht es um die Steuerung und Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen Institutionen und Individuen. In der Erwachsenenbildung und Pädagogik stehen die Lernprozessgestaltung, lebendiges Lernen oder das persönliche Wachstum von Lehrern und Lernenden im Vordergrund. Zu guter Letzt geht es im psychotherapeutischen Ansatz um die Förderung von Heilung und darum, Menschen zu helfen, ihre Autonomie wieder zu erlangen. (vgl. ebd.)

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit der Transaktionsanalyse im Fachbereich der Organisation, und damit im Rahmen von Beratung und Coaching auseinander. Es soll zunächst ein Überblick über die Kernkonzepte der Transaktionsanalyse sowie deren Entstehung gegeben werden. Darüber hinaus soll überprüft werden, inwieweit das Konzept der Transaktionsanalyse im Rahmen von Coaching- und Beratungsprozessen nützlich sein kann.

2. Die Transaktionsanalyse

Entwickelt wurde die Transaktionsanalyse von dem amerikanischen Psychiater Eric Berne (1910 - 1970) ab etwa 1950. (vgl. Hagehülsmann, Krüll, 1997)

Er kam 1935 nach dem Erhalt seines Dr. med. nach New York und arbeitete dort am psychoanalytischen Institut. (vgl. May, Kullmann, 2009) In den frühen 1960er Jahren machte er es sich zum Ziel, die psychoanalytischen Theorien zu erweitern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Eric Berne

Grund dafür waren die aktuellen Erkenntnisse und Entwicklungen in der Neuro­psychologie und der Kommunikationswissenschaften. Die Psychoanalyse konnte diesen neuen Erkenntnissen laut Berne nicht mehr gerecht werden. Er entwickelte daraufhin die Transaktionsanalyse als Konzept für die Gruppen- und Einzelpsychotherapie. (vgl. Buchholz, 2009) Sein Ziel war außerdem, das Therapieverständnis zu erneuern und die Demokratisierung des Klienten- Therapeuten-Verhältnisses. (vgl. Draht, 2012) Um ihn herum entstand 1964 die internationale Gesellschaft für Transaktionsanalyse (ITAA) und sein Konzept verbreitete sich sehr schnell. Es gewann seit dem Beginn der 1970er Jahre auch in

Deutschland und Europa an Bedeutung. Mittlerweile gibt es weit über 10.000 professionelle Transaktionsanalytiker/innen, die in offiziellen Transaktionsanalyse­Vereinen gelistet sind. In Deutschland sind es laut der Deutschen Gesellschaft für Transaktionsanalyse bereits über 1.200. (vgl. Deutsche Gesellschaft für

Transaktionsanalyse e.V., 2016)

Das Konzept der Transaktionsanalyse wurde seit Beginn an stetig weiterentwickelt und in den vergangenen Jahren auch in diversen Management­

Trainingsprogrammen eingesetzt. Da sie es ermöglicht, komplexe Prozesse zu verstehen, die im Umgang mit anderen Personen ablaufen, und sie die zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern kann, wurde die Methode von May und Kullmann als erfolgreich eingestuft. (vgl. May, 2009) Die Transaktionsanalyse ist ein Verfahren der Tiefenpsychologie. Es handelt sich dabei um ein Konzept, welches das Denken, Fühlen und Verhalten des Menschen anschaulich und für Laien verständlich zu machen versucht. Das ursprüngliche Ziel des Konzeptes war es, das partnerschaftliche Zusammenarbeiten von Therapeuten und Klienten, und damit auch den therapeutischen Prozess besser verstehbar zu machen. (vgl. Hagehülsmann, 1997) Doch darüber hinaus sind die transaktionsanalytischen Erkenntnisse auf jedwede zwischenmenschliche Beziehung anwendbar. Demnach lässt es sich z.B. auch auf Beziehungen zwischen Chef - Assistentin, Verkäufer - Kunde, Mitarbeiter - Führungskraft, oder Kollege/in - Kollege/in anwenden. (vgl. May, 2009) Als Ausgangspunkt für diese Theorie gilt ein positives Menschenbild. Dieses muss voraussetzen, dass jeder Mensch wertvoll, liebenswert und einmalig ist. Dadurch entsteht eine Basis aus Verständnis, Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, welche eine sinnvolle Analyse des zwischenmenschlichen Denkens und Handelns überhaupt erst ermöglicht. (vgl. Buchholz, 2009) Der ursprünglich psychoanalytisch ausgebildete Begründer Eric Berne nannte seine Methode „transactional analysis". „Transaction" bzw. „Transaktion" ist hierbei mit „Interaktion" im Kontext einer beobachtbaren, konkreten Kommunikationseinheit zu übersetzen. Berne verlieh dem Begriff damit einen doppelten Sinn: die Analyse von Interaktionen sowie die Analyse durch Interaktionen. (vgl. Elbing et al, 2015) Zum einen versteht sich die Transaktionsanalyse als Persönlichkeitskonzept, welches innere Prozesse einzelner

Personen, deren lebensgeschichtliche Entwicklungen sowie ihre Einbindung in bestimmte Gruppen begreifbar macht und im besten Falle einen positiven Einfluss auf diese hat. Zum anderen handelt es sich um ein Kommunikationskonzept zur Erklärung, Beschreibung und Gestaltung von zwischenmenschlicher Kommunikation. (vgl. Elbing et al, 2015) Die Transaktionsanalyse ist eng mit der Psychoanalyse verwandt, kann jedoch nach Buchholz gleichzeitig als Weiterentwicklung und als Alternative dazu verstanden werden. Sie bietet die Möglichkeit, heikle Situationen zu klären, Verhaltensalternativen zu identifizieren und diese praktisch auszuprobieren. Sie gibt damit Hilfestellungen für die Entwicklung autonomen und bewussten Verhaltens. Mithilfe der Transaktionsanalyse kann das eigene Verhalten innerhalb des Gesprächs und damit auch das psychologische Gesprächsklima bewusst beeinflusst werden. (vgl. Buchholz, 2009) Das „Gerüst" der Transaktionsanalyse kann in einem Uhrmodell dargestellt werden. Die Zeiger sollen die Verknüpfung der Konzepte I bis XII darstellen. Ein kurzer Überblick der einzelnen Konzepte ist im Folgenden dargestellt. Die Trainingsmodule A bis F im äußeren Ring beruhen nicht auf der Transaktionsanalyse und werden daher nicht näher betrachtet. (vgl. ebd.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Das Uhrenmodell

I. Ich - Zustände

Die Ich - Zustände beschreiben die Persönlichkeitsstrukturen von Menschen. Darüber hinaus ermöglichen sie es, auf Menschen einzuwirken.

II. Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse ermöglicht es, zwischenmenschliche Beziehungen zu beobachten, zu beschreiben und zu verstehen. Mit ihrer Hilfe kann man erkennen, wie man auf Menschen einwirken oder sich auf sie einstellen kann.

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668587519
ISBN (Buch)
9783668587526
Dateigröße
748 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v377058
Institution / Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
Schlagworte
Coaching Beratung Konzepte Transaktionsanalyse Persönlichkeitsinstanzen Analyse Transaktionen Personalentwicklung Coaching und Beratung Eric Berne Coach Beratungsprozesse Weiterbildung Persönlichkeitsentwicklung Berufsbildungsmanagement Psychologie

Teilen

Zurück

Titel: Die Transaktionsanalyse und ihre Bedeutung für Coaching- und Beratungskonzepte