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Die Demenzerkrankung und ihre Erscheinungsbilder. Kann die richtige Mischung aus Medikamenten und Fürsorge heilen?

Seminararbeit 2016 25 Seiten

Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Demenz und was passiert dabei überhaupt?
2.1 Was ist gut für mein Gehirn, was nicht?
2.2 Kognitives Altern
2.3 Bedeutung der Demenz

3. Demenzen in der Theorie
3.1 Grundlagen und Klinik
3.1.1 Risikofaktoren
3.1.2 Diagnose
3.1.3 Therapie
3.2 Primäre Demenzen
3.2.1 Alzheimer-Demenz
3.2.2 Mild Cognitive Impairment (MCI)
3.2.3 Vaskuläre Demenz
3.3 Sekundäre Demenzen

4. Demente Menschen in der Praxis
4.1 Testverfahren
4.2 Leben mit Demenz
4.3 Ernährung bei Demenz
4.4 Therapie über Musik
4.5 Pflege dementer Menschen: Das Best-Friends-Modell
4.6 Bericht über meinen Besuch im Seniorenheim Zossen
4.7 Bericht über die Ergebnisse meiner Umfrage

5. Schluss

6. Quellen
6.1 Literaturquellen
6.2 Internetquellen
6.3 Bildquellen

1. Einleitung

In meiner Seminararbeit geht es um Demenz. Demenz ist ein sehr weitläufiger Begriff, eine nicht einheitlich definierte Bezeichnung für eine Sammlung vielerlei verschiedener Symptome, Syndrome und sonstiger Erscheinungen. Wohl daraus folgt die unbegrenzte Menge an Therapieansätzen, einige helfen, viele nicht, aber worum auch immer es geht, es bleibt doch schließlich alles an der pflegenden Person hängen, die zu oft nicht weiß, wie man nun richtig mit seiner Mutter oder sogar seiner Großmutter umgeht. Was möchte sie mir sagen, wie helfe ich ihr und geht der ganze Pflegestress auch wieder vorbei?

In dieser Seminararbeit soll es darum gehen, Ordnung zu schaffen. Aus diesem Grund werden im ersten Teil die Grundlagen erklärt. Es geht um das menschliche Gehirn und seine Veränderungen mit der Zeit. Im zweiten Teil wird die Demenz aus medizinischer Sicht dargestellt. Denn auch wenn die Demenz zum größeren Teil unerforscht und unerklärt ist, so gibt es doch so einige Ansätze, die man gut darstellen kann. Im dritten Teil schließlich geht es darum, was es für eine Familie bedeutet, wenn ein Mitglied an Demenz erkrankt. Es sollen Fragen geklärt werden wie:

Wie fühlt sich der demente Patient dabei? Mit welchem Aufwand ist die Pflege des Patienten verbunden? Wie kann man ihm überhaupt helfen, und woher weiß man, ob das so richtig ist? Außerdem geht es um interessante Therapiemethoden über Ernährung oder Musik. Am Schluss dieses Teils werte ich meine eigenen Erfahrungen mit dementen Menschen aus.

Nach der Beschäftigung mit diesen Themen nehme ich im Schluss Stellung zur Problemstellung meiner Seminararbeit. Kann die richtige Kombination aus medizinischer und liebevoller Pflege die Krankheit heilen? Oder ist womöglich keine Besserung in Sicht?

Die Antwort interessiert auch mich persönlich sehr. Ich hatte schon immer ein Interesse für die kleinen Vorgänge im Körper. Deshalb ist für mich auch die Demenz interessant, ebenfalls wegen ihrer steigenden Bedeutung. Außerdem habe ich schon eigene Erfahrungen mit alten und zum Teil dementen Menschen machen können, da ich zwei Mal im Monat in ein Altersheim fahre. Mich interessiert, wie Menschen in solch einen Zustand kommen, und was man tun kann, um ihnen zu helfen.

Die häufigste Form von Demenz ist Alzheimer. Darauf wird allerdings in dieser Arbeit nicht der Schwerpunkt gelegt, ich möchte eher die gesamte Bandbreite der Demenzformen darstellen, weil Demenz ein Oberbegriff für die verschiedensten Erkrankungen ist.

Meine Quellen stammen aus der Bibliothek der Charité Berlin für die wissenschaftliche Seite und aus der Stadtbibliothek am Luisenbad für den praktischen und therapeutischen Teil. Das Internet nutzte ich zumeist, um mir unbekannte Fachbegriffe nachzuschlagen.

2. Was ist Demenz und was passiert dabei überhaupt?

Demenz ist ein psychiatrisches Syndrom, bei dem eine Erkrankung des Gehirns vorliegt . Es treten kognitive Störungen auf, das heißt, das Gedächtnis, das Denkvermögen und die Sprache bis hin zur Motorik sind beeinträchtigt. Die erste Frage die sich stellt, ist, ob das überhaupt eine Krankheit ist. Mit dem Alter vergesslich zu werden, eine Gehhilfe zu brauchen, alles nicht mehr so schnell zu erfassen, ist normal. Ab wann beginnt eine Krankheit? Darüber sind sich nicht einmal die Mediziner einig, und deshalb geht es im Folgenden erstmal um unser normales Gehirn. Was tut meinem Gehirn gut, was fördert die Entwicklung zur „Vergesslichkeit“ und was heißt „normales Altern“ überhaupt für mein Gehirn?

2.1 Was ist gut für mein Gehirn, was nicht?

Rauchen

Rauchen ist schlecht für das Gehirn. Es fördert die Verstopfung der Blutgefäße, und dies schadet nicht nur dem Herzen, sondern auch dem Gehirn. Außerdem schrumpft durch das Rauchen die Großhirnrinde[1]. Tierversuche zeigten, dass Nikotin die Entwicklung des Gehirns beeinflusst und Nervenzellen schädigt.

Bewegung

Bewegung trainiert die Muskulatur der Blutgefäße und wirkt sich positiv auf die Entwicklung des Gehirns aus. Etwa 2000 Kilokalorien sollte man in der Woche verbrauchen, das ist vergleichbar mit einer halben Stunde Rad fahren am Tag. Gerade im hohen Alter tut Bewegung gut und verbesserte laut einer Langzeitstudie[2] die Geschwindigkeit und Qualität der Testergebnisse der Probanden. Bewegungsmangel dagegen führt laut US-Forschern zu einer Abnahme des Hirnvolumens[3].

Unterzuckerung

Sogenannte Hypoglykämien, also schwere Anfälle von Unterzuckerung, treten am häufigsten bei Diabetes-Typ-2-Patienten auf, weil sie zu viel Insulin gespritzt oder falsch gegessen haben. In einer Langzeitstudie erhöhte sich das Risiko, an Demenz zu erkranken, bei einer schweren Hypoglykämie mit anschließendem Krankenhausaufenthalt um 26%, bei zweien sogar um 80%[4].

Geselligkeit

Laut einer Studie des schwedischen Karolinska-Instituts von 2009 haben sozial aktive, ruhige Menschen ein um 50% geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken, als sozial inaktive, leicht zu stressende Menschen. Das ist eine Begründung dafür, dass verheiratete Senioren statistisch seltener an Demenz erkranken.

Alkohol

Alkohol ist ein Gift für die Leber, das Nervensystem und das Gehirn. Jede achte Person in Deutschland trinkt gesundheitsgefährdend viel[5]. Im Alter ist Alkohol noch deutlich gefährlicher. Der Wasseranteil im Körper sinkt, je älter man wird, und so verteilt sich die gleiche Menge Alkohol auf weniger Körperflüssigkeit. Die Leber braucht länger zum Abbau des Ethanols. So führt zu hoher Alkoholkonsum zu Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten und Aufmerksamkeits- und Lernfähigkeitsstörungen.

Medikamentensucht

Entgegen den Vorschriften werden für ältere Menschen Medikamente oft nicht nur vorübergehend verschrieben, sondern dauerhaft. Diese sind jedoch oft suchterregend. Die Sucht führt zu negativen Auswirkungen wie Zittern (Tremor), Konzentrationsproblemen und Schlaf- und Bewegungsstörungen. Die Symptome bei Entzug der Medikamente sind ähnlich, und so ist Medikamentensucht eine weitere Ursache für krankhafte Symptome, die Demenz vermuten lassen.

2.2 Kognitives Altern

Das Altern des Gehirns ist normal, und nicht unbedingt immer schlecht. Mit höherer Lebenszeit hat man mehr Wissen, mehr Erfahrung und mehr Weisheit. Allerdings altert das Gehirn natürlich auch im Sinne der beeinträchtigten kognitiven Leistungen. Dabei kann man nicht pauschalisieren, das gesamte Gehirn würde schlechter werden. Welche Teile der Erinnerung und des Wissens immer mehr verblassen, hängt ganz spezifisch von Variablen wie Bildung, Beruf, Gesundheit und Lebensstil ab. Bei einem „ganz normalen“ älteren Menschen treten zwar Schwierigkeiten bei der Geschwindigkeit des Nachdenkens oder beim Lösen von Problemen auf, sprachliche Leistungen und kulturelles Wissen leiden dagegen nicht.

Die anerkannteste Definition einer „Alterskrankheit“ wird so beschrieben, dass spätestens bei der Beeinträchtigung der selbstständigen Lebensführung der Patient als dement diagnostiziert werden kann. Wie es jedoch der Krankheit gelingt, „zuzuschlagen“, und warum sie ausschließlich im höheren Alter auftritt, darüber gibt es verschiedene Thesen. So wird in einer These behauptet, dass spezifische Demenzfaktoren eine gewisse Altersveränderung im Gehirn voraussetzen (Interaktionshypothese), eine andere baut auf einer negativen Beeinflussung der Alterungsvorgänge durch die Demenzfaktoren auf. Die Spezifitätshypothese geht dagegen davon aus, dass die Entwicklung der Demenzkrankheit mehrere Jahrzehnte dauert und nur deshalb die Menschen an Demenz erkranken können, die erst einmal so alt werden.

Eine gute Möglichkeit zur Unterscheidung einer krankhaften Demenz von einer gesunden Hirnalterung ist das Wiedererkennen von Information. Im Alter vergesslicher zu werden ist normal, erinnert jedoch jemand einen wieder an etwas Vergessenes, kommt meist die Reaktion „Ach ja, jetzt fällt's mir wieder ein!“. Das ist das Zeichen für ein gesundes Gehirn, da demenzkranke Personen nicht nur Schwierigkeiten mit dem Wiederabrufen von Informationen haben, sondern auch mit dem Wiedererkennen.

2.3 Bedeutung der Demenz

Der Begriff „Demenz" kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie Unvernunft oder „weg vom Verstand“. Der älteste bekannte Hinweis stammt von den Römern um Christi Geburt. Schon damals wurde die Schwere der Symptome und der bemitleidenswerte Zustand beschrieben. Heutzutage wird die Menschheit immer älter, und das Risiko, an einer solchen Krankheit zu erkranken, steigt. Schätzungen zufolge leiden 6 bis 8% der Deutschen über 65 Jahren an schwereren Demenzformen, und noch einmal 6 bis 8% an leichten oder unklaren Demenzformen. Das entspricht etwa 1,7 Millionen Menschen. Bis 2020 soll diese Zahl noch auf 2 Millionen Patienten ansteigen. Dabei ist das Risiko, an Demenz zu erkranken (=Prävalenz) altersspezifisch. Im Alter von 75 bis 80 Jahren liegt die Prävalenz noch bei 7%, 10 Jahre älter bei 25% und im Alter von über 95 Jahren schon bei 45%. Es ist außerdem anzunehmen, dass etwa ein Drittel der Menschen, die ihr 65. Lebensjahr erreichen, im weiteren Lebensverlauf eine Demenz entwickeln. Beim Alter von 100 Jahren sind es schon 80%. Die Bedeutung der Demenz ist vielschichtig. Sie ist mit Abstand die bedeutendste neuropsychiatrische Erkrankung und beschäftigt nicht nur Ärzte, sondern auch Menschen in ganz anderen Berufsgruppen wie Forscher oder Seniorenheimpflegekräfte. In deutschen Pflegeeinrichtungen beträgt der Anteil der dementen Senioren durchschnittlich sogar 60%.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Prävalenz-Statistik der Demenzerkrankungen
Abb. 1

3. Demenzen in der Theorie

3.1 Grundlagen und Klinik

3.1.1 Risikofaktoren

Ein Risikofaktor für eine bestimmte Eigenschaft, genetische Voraussetzung oder einen Umwelteinfluss ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einer Krankheit zu erkranken. Sie kann als Zahl ausgedrückt werden, wobei die Zahl angibt, um wie viel mal eine Erkrankung wahrscheinlicher ist unter Einfluss eines Risikofaktors als zuvor. Es ist zwischen genetischen und nichtgenetischen Risikofaktoren zu unterscheiden.

Genetische Risikofaktoren

Bei einer Demenzerkrankung unter den Angehörigen ersten Grades liegt der Risikofaktor bei 3,5. Dieses Phänomen ist allerdings nicht ausschließlich genetisch zu begründen, ähnliche Umwelteinflüsse durch das Leben am selben Ort oder ähnlicher Lebensstil durch Erziehung können auch eine Rolle spielen.

Nichtgenetische Risikofaktoren

Der wohl größte Risikofaktor für Demenz ist das Alter. Alle 5 Lebensjahre verdoppelt sich die Inzidenzrate. Die Inzidenz ist die Anzahl an Neuerkrankungen pro Jahr, die Inzidenzrate der Anteil an Neuerkrankungen an allen Menschen. Außerdem liegt eine höhere Prävalenz bei fehlender oder geringer Schulbildung vor. Der Risikofaktor liegt bei 2 bis 3, wenn man raucht.

Es gibt Medikamente, die Demenzsymptome auslösen können. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Demenzform, die durch Medikamente verursacht wurde, sondern allein um Folgeerscheinungen der Medikamente. So kann es schnell zu Fehldiagnosen und im Anschluss zu Fehltherapien kommen. Solche Medikamente sind zum Beispiel Antidepressiva oder Opiate wie Aspirin und Ibuprofen. Allerdings gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.

3.1.2 Diagnose

Zur Diagnose gehören einige Untersuchungen, die im Folgenden ausschnittsweise dargestellt werden:

Der erste Schritt ist die Anamnese. Es muss zwischen Eigen- und Fremdanamnese unterschieden werden. Hierbei geht es darum, ob in der professionellen Befragung durch den Arzt der Patient selbst oder eine dritte Person antwortet, die den Patienten gut kennt.

Die Anamnese wird grob in 4 Ebenen unterteilt. In der kognitiven Ebene geht es um die Bildung und den Beruf des Patienten. Um die Gedächtnisleistung im Alltag einzuschätzen, werden Fragen zu Vergesslichkeit und etwaigen Konzentrationsstörungen usw. gestellt. Gerade hierbei sind Unterschiede zwischen der Eigen- und Fremdanamnese entscheidend für die Beurteilung der Plausibilität und der diagnostischen Wertung.

Bei der medizinischen Ebene handelt es sich um die Feststellung von Vorerkrankungen und der aktuellen Medikation.

In der psychosozialen Ebene werden Details zur Familie, Hobbys und Interessen erfragt. Von besonderer Relevanz sind Veränderungen in letzter Zeit in Richtung Rückzug.

In der psychiatrischen Ebene sollen Leiden wie Depressionen, Unruhe oder Halluzinationen usw. erkannt werden. Auch Persönlichkeitsveränderungen spielen hierbei eine Rolle.

An einem Beispiel soll hier erklärt werden, wie schon solche simplen diagnostischen Verfahren wie Befragungen zu Hinweisen auf die vorliegende Krankheit führen können.

Eine zeitweise kognitive Verschlechterung kann auf eine reaktive Störung in Folge einzelner Stresssituationen hinweisen, bei der sich der Patient dazwischen weitgehend erholt. Sie kann allerdings auch ein Zeichen einer intermittierenden Störung sein. Eine stufenweise akute Verschlechterung weist möglicherweise auf eine Reihe von Hirninfarkten hin, kann aber auch ein Hinweis auf die Demenz mit Lewy-Körperchen sein. Eine langsame Entwicklung spricht für eine Alzheimer-Demenz, eine rasche Entwicklung dagegen für eine Hirnblutung.

Das alles sind Erkenntnisse von richtungsweisender Bedeutung, aber noch lange keine Beweise. Dazu sind eine Vielzahl anderer Untersuchungen notwendig.

Der zweite Schritt ist die körperliche Untersuchung, bei der andere Grunderkrankungen als Ursache für die kognitive Störung ausgeschlossen werden sollen. Einige Beispiele für eine solche Grunderkrankungen sind: Schilddrüsenunter- und -überfunktion, Vitamin B12-Mangel oder Neuroborreliose. Ein Beispiel für die diagnostische Bedeutung bereits von Bewegungen ist der Haltetremor (Zittern), der auf vaskuläre oder entzündliche Veränderungen im Hirnstamm hinweist.

Der dritte Schritt sind die Laborbefunde. Dabei kann das Blutbild oder eine Untersuchung der Elektrolyte zum Einsatz kommen. Trivialere Methoden sind dagegen das EEG, das Aufschluss über Hirnströme gibt, oder andere bildgebende Verfahren im Gehirn, bei denen nach Tumoren oder Ergüssen gesucht werden kann.

Die Depression und das Delir haben ähnliche Risikofaktoren und Symptome wie die Demenz, sodass es bei nachlässiger Diagnose leicht zu Fehldiagnosen kommen kann. Deshalb seien hier einige Unterschiede aufgeführt.

Bei der Depression kommen zu den kognitiven Störungen noch Symptome wie Interessenverlust und Angst. Dazu kann ein Gefühl der Wertlosigkeit kommen. Das Delir (=Verwirrtheitszustand) entwickelt sich im Gegensatz zur Demenz innerhalb weniger Stunden oder Tage und schwankt im Tagesverlauf. Aufgrund dieser unscheinbarer Unterschiede ist also in jedem Fall eine Differenzialdiagnose (Abgrenzung zu demenzfremden Krankheitsbildern) unbedingt erforderlich, denn Hauptrisikofaktor für eine nicht wirksame Therapie ist die Fehldiagnose.

3.1.3 Therapie

Bei der Behandlung von Demenz muss einem bewusst sein, dass dies keine kurzfristige ärztliche Maßnahme ist, sondern ein Bemühen über Jahre hinweg, dem Patienten und seiner Familie beizustehen.

Die Behandlung von Demenz kann medikamentös und nicht-medikamentös erfolgen. Medikamente wie Antidementiva oder Psychopharmaka werden vorrangig bei primären Demenzen eingesetzt. Dabei ist es wichtig, Medikamente je nach Demenzart und Patientenzustand zu verabreichen. Eine nicht-medikamentöse Therapie kann durch Musik und Kunst, Essen, Bewegung usw. erfolgen.

Ziele jeder Therapie können sein: Verlangsamung des fortschreitenden Krankheitsverlaufs; Verbesserung/Linderung der Symptome; möglichst langer Erhalt der vorhandenen Fähigkeiten; möglichst langer Verbleib in vertrauter Umgebung (der Umzug ins Heim als letzte Möglichkeit); Erleichterung der Pflege des dementen Patienten.

Abseits von allen Therapiemethoden und Behandlungsmöglichkeiten steht die allgemeinmedizinische Basistherapie. Gerade im Alter treten häufiger körperliche Krankheiten wie Atemwegserkrankungen oder Hörminderungen auf. Da durch die Demenz bedingt das Schmerzempfinden verändert ist und eventuelle Beschwerden durch Sprachschwierigkeiten dem Arzt nicht mitgeteilt werden können, ist es von unbedingter Relevanz, dass der behandelnde Arzt den Patienten sehr genau auf andere Erkrankungen untersucht.

3.2 Primäre Demenzen

Die Medizin unterteilt die Demenz in primäre und sekundäre Demenzen. Bei primären Demenzen beginnt der Krankheitsprozess direkt im Gehirn. 90% aller demenzkranken Patienten leiden unter eine primärer Demenz. Diese Unterart der Demenz ist unheilbar und irreversibel, zumindest nach dem heutigen Wissenschaftsstand.

[...]


[1] Untersuchung der Berliner Charité und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt von 2010

[2] Studie der Jacobs University Bremen von Ben Godde und Ursula Staudinger von 2008

[3] Spiegel Wissen 1/2010. Die Reise ins Vergessen. Seiter 23

[4] Studie der JAMA( Journal of the American Medical Association ), 2009

[5] www.dhs.de/datenfakten/alkohol.html

Details

Seiten
25
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668569843
ISBN (Buch)
9783668569850
Dateigröße
669 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v377841
Note
1,0
Schlagworte
Demenz Medikamente Alzheimer Nichtmedikamentös

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