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Jahresabschlussanalyse des Vereins Borussia Dortmund. Zusammenhang zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg

Hausarbeit 2017 20 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung

2. Analyse der Borussia Dortmund KGaA
2.1 Grundlagen der Jahresabschlussanalyse
2.2 Rechtsform und Struktur
2.3 Vermögensanalyse
2.4 Finanzanalyse
2.5 Ertragsanalyse

3. Zusammenfassung/Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: BVB Anlageintensität

Tabelle 2: BVB Eigenkapitalquote

Tabelle 3: BVB Fremdkapitalquote

Tabelle 4: BVB Umsatzrentabilitäten

Abbildung 1: BVB Unternehmensstruktur

Abbildung 2: BVB Umsatzerlöse Vergleich 2015/2016 zu 2014/2015

Abbildung 3: BVB GuV Vergleich 2015/2016 zu 2014/2015

Abbildung 4: BVB Bilanz Aktiva Vergleich 2015/2016 zu 2014/2015

Abbildung 5: BVB Bilanz Passiva Vergleich 2015/2016 zu 2014/2015

1. Einleitung

„Der deutsche Fußball hat sich nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaft- lich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt - die Branche hat sich als echter Wachstumsmotor etabliert. Jeder 350. in Deutschland erwirt- schaftete Euro steht im Zusammenhang mit dem Profifußball.“1 Dies belegte eine Studie der McKinsey & Company. Der Studie zufolge betrug die Wert- schöpfung im Profifußball 7,9 Milliarden Euro im Jahr 2015. Der deutsche Fußball hat es geschafft, 110.000 Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen. Somit ist die Beschäftigungsintensität des Profifußballs so stark gestiegen, wie in nur wenigen anderen Wirtschaftszweigen. Auch der Staat profitiert von den Ein- nahmen durch den Profifußball mit jährlich 2,3 Milliarden Euro durch Steuern und Abgaben.2 Nach dem DFL Report 2017 haben zum ersten Mal die 18 Klubs der ersten Liga zusammen einen Umsatz von über drei Milliarden Euro erwirtschaften können.3 Dementsprechend sind drei Vereine aus der deut- schen Fußballbundesliga unter den Top 20 der umsatzstärksten Vereine der Welt vertreten.4 Somit seien nach Küting die Bundesligavereine schon längst Wirtschaftsunternehmen, deren Taten großen Einfluss auf die Wirtschaft ha- ben würden.5 Daher ist es wichtig die genaue wirtschaftliche Lage der Fuß- ballvereine unter die Lupe zu nehmen.

Ein Beispiel für die wirtschaftlichen Erfolge im Profifußball ist die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA (BVB), der sich wirtschaftlich stark weiterent- wickelt hat. Denn Borussia Dortmund zählt zu den sportlich erfolgreichsten und beliebtesten deutschen Fußballvereinen mit einer großen Fan-Basis.6 Im Jahr 2005 drohte dem Verein noch die Insolvenz, aber nach Aussagen des Geschäftsführers Hans-Joachim Watzke, sei der Verein nun schuldenfrei und habe in der Saison 2015/2016 einen Rekordumsatz in Höhe von 376 Millio- nen Euro erzielt. Das sind 36 Prozent mehr als im Vorjahr.7 Dies ist auch auf die sportlichen Erfolge in den letzten Jahren zurückzuführen. In den Saisons 2010/2011 und 2011/2012 wurde der BVB deutscher Meister und in letzterer auch DFB-Pokalsieger. Außerdem konnten sie in der Saison 2012/2013 sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League den zweiten Platz erzielen. Zuletzt konnte sich Borussia Dortmund in der Saison 2016/2017 gegen Eintracht Frankfurt behaupten und den DFB Pokal für sich gewinnen.8 Diese Erfolge sind ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA.

1.1 Problemstellung

Die Zahlen zeigen bisher eine positive Entwicklung des BVB, aber unklar ist, inwiefern der sportliche Erfolg mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Vereines zusammenhängt. Nach Angaben des Geschäftsberichts 2015/2016, sei der wirtschaftliche Erfolg des Vereines nur im Zusammenhang mit langfristigem sportlichem Erfolg möglich. Da der sportliche Erfolg nur eingeschränkt plan- bar ist, müsse das Management die richtigen finanzwirtschaftlichen Ent- scheidungen treffen, um den wirtschaftlichen Erfolg beizubehalten.9

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit soll es sein, mithilfe einer Jahresabschlussanalyse der Sai- son 2015/2016 der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA zu verdeutlichen, wie sich der Verein im Vergleich zum Vorjahr entwickelt hat und welche Krite- rien entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg waren. In diesem Fall wird auf den sportlichen Erfolg Bezug genommen und erklärt inwiefern er aus- schlaggebend war. Zuerst wird auf die Struktur und Rechtsform des Vereins eingegangen. Daraufhin wird in Abschnitt 2.2 die Vermögens-, in 2.3 die Fi- nanz- und 2.4 die Ertragslage anhand geeigneter Kennzahlen analysiert und interpretiert. Anschließend folgt noch eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein abschließendes Fazit.

2. Analyse der Borussia Dortmund KGaA

In diesem Kapitel werden die Grundlagen der Jahresabschlussanalyse kurz erläutert und dann eine Beschreibung der Struktur und Rechtsform der Borussia Dortmund GmbH & CO KGaA vorgenommen. Folglich wird eine Analyse mithilfe geeigneter Kennzahlen hinsichtlich der Vermögens-, Finanzund Ertragslage von der Borussia Dortmund GmbH & CO KGaA in der Saison 2015/2016 durchgeführt, mit dem Vorjahr verglichen und in Zusammenhang mit dem sportlichen Erfolg gesetzt.

2.1 Grundlagen der Jahresabschlussanalyse

Das Ziel einer Jahresabschlussanalyse ist die „ordnungsgemäße Vermittlung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens“.10 Damit man „entscheidungsrelevante Informationen über die gegenwärtige wirtschaftliche

Lage und die künftige wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens ge- winnen kann“. Die Vermögens- und Finanzlage ist erkennbar durch die Be- standsgrößen der Bilanz und die Ertragslage durch die Stromgrößen der Gewinn- und Verlustrechnung. Generell sind an der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung von Unternehmen verschiedene Personen oder Gruppen in- teressiert, sogenannte Stakeholder, wie zum Beispiel Shareholder, Gläubiger, Kunden und Lieferanten etc. Die wesentlichen Informationsziele der Jahres- abschlussanalyse sind zum einen die Information über die Ertragslage bzw. Ertragskraft eines Unternehmens, diesen Teil der Analyse nennt man die er- folgswirtschaftliche Analyse. Zum anderen wird ein Unternehmen hinsichtlich der Information über die Vermögens- und Finanzlage analysiert, diesen Teil nennt man finanzwirtschaftliche Analyse. Diese zwei Ziele hängen mit den Hauptzielen eines Unternehmens zusammen, und zwar mit dem Ziel, den Gewinn zu maximieren, und mit dem Ziel, die Verdienstquelle zu sichern.11

2.2 Rechtsform und Struktur

Am 19.12.1909 wurde der Verein Borussia 09 e.V. Dortmund gegründet. Nach Beschlüssen der Mitgliederversammlungen vom 28.11.1999 und 26.02.2000 wurde „der gesamte bisherige steuerpflichtige wirtschaftliche Ge- schäftsbetrieb des professionellen Vereinsfußballs ausgegliedert und in die neu gegründete Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA eingebracht.“

Zu den Hauptgeschäftstätigkeiten der Borussia Dortmund GmbH & CO KGaA gehören der Profifußball und die wirtschaftliche Nutzung der daraus resultierenden Einnahmen, dazu gehört insbesondere die Vermarktung des „Signal Iduna Parks". „Den Großteil der Umsätze erzielt der Borussia Dort- mund mit Erlösen aus dem Spielbetrieb (u.a. Ticketing), der Vermarktung von Fernsehrechten (u.a. Pay-TV), Werbung (Sponsoring), Handel (u.a. Mer- chandising) und aus Transfers (Ablöseentschädigungen für Spieler).“

Zurzeit sind ist der BVB an folgenden Unternehmen beteiligt: BVB Stadion- management GmbH (100% der Anteile), BVB Merchandising GmbH (100% der Anteile), BVB Event & Catering GmbH (100% der Anteile), Sports & Bytes GmbH (100% der Anteile), besttravel dortmund GmbH (100% der An- teile), BVB Asia Pacific Pte. Ltd. (100% der Anteile) und Orthomed Medizini- sches Leistungs- und Rehabilitationszentrum GmbH (Anteil 33,4%). Die fol- gende Abbildung stellt diese Unternehmensstruktur der Borussia Dortmund GmbH & CO KGaA dar12:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: BVB Unternehmensstruktur Quelle: siehe Geschäftsbericht 2015/2016

Borussia Dortmund war der erste Verein der an die Börse ging und heute in der General Standard Deutschland AG aufgelistet ist. Damit eine enge Ver- bindung zwischen Verein und Gesellschaft bleibt, gehört der Geschäftsfüh- rung und Vertretung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA der persön- lich haftenden Gesellschafterin, der Borussia Dortmund Geschäftsführungs- GmbH, an. Diese GmbH wird von Hans-Joachim Watzke und Thomas Treß vertreten.13

Borussia Dortmund gehört zu den Umsatzstärksten Fußballklubs der Welt und mit einem durchschnittlichen Zuschauerschnitt von über 80.000 Perso- nen pro Spiel, ist dieser der Verein mit den meisten Besuchern in Europa.14 Nachdem Borussia Dortmund an der Börse notiert war, investierte Dortmund stark in den Kader, das führte zu einer negativen Transferbilanz. Bei der Ver- kündung der Zahlen des Geschäftsberichts der Saison 2003/2004 stand fest, dass neue Maßnahmen getroffen werden müssten, um die Insolvenz zu ver- hindern. Es wurden Sanierungsmaßnahmen getroffen und die alte Ge- schäftsführung trat zurück.15 Der in 2005 noch von der Insolvenz bedrohte Verein sei nun, laut Aussagen von Herrn Watzke, schuldenfrei und wirt- schaftlich so stark wie nie zuvor. Borussia Dortmund hat in der Saison 2015/2016 einen Rekordumsatz von 376 Millionen Euro erwirtschaftet, das entspricht einem 36 Prozentigen Zuwachs im Vergleich zur Vorsaison. „Das sind genau 100 Millionen Euro mehr als im letzten Jahr“, wie Watzke sagte.

Des Weiteren führt er diesen Erfolg auf die Internationalisierung des Vereins zurück.16

2.3 Vermögensanalyse

Zuerst wird das Vermögen von Borussia Dortmund analysiert. Dabei wird die Aktivseite der Bilanz betrachtet. In diesem Teil wird ermittelt, wie das im Unternehmen eingesetzte Kapital verwendet wurde.17

Die Bilanz von Fußballvereinen weist einige wesentliche Unterschiede auf. Zum einen werden die Spielerwerte innerhalb des immateriellen Vermögens ausgewiesen. Zum anderen müssen die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften ausgewiesen werden.18 Das Gesamtvermögen der Borussia Dortmund betrug in der Saison 2015/2016 432.406.000 Euro. Im Vorjahr waren es 390.694.000 Euro, das bedeutet einen Anstieg in Höhe von 41.712.000 Euro (siehe Abb.4 Bilanz).

Es gab einen Rückgang in Höhe von 30.460.000 Euro im Anlagevermögen, das war hauptsächlich bedingt durch den Abgang an Spielerwerten und laufenden Abschreibungen. Im Umlaufvermögen stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände durch nicht fällige Transferforderungen von 33.233.000 Euro auf 91.384.000 Euro.19

Im Folgenden wird eine Kennzahl mit in die Analyse einbezogen. Die zu prüfende Kennzahl ist die Anlageintensität. Die wird wie folgt definiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: BVB Anlageintensität

Quelle: siehe Anmerkungen Anhang Abb. 4

Die Anlageintensität dient der Beurteilung des langfristig gebundenen Vermögens. Die Anlageintensität des BVB ist verglichen zum Vorjahr um 14,45 % gesunken. Das sorgt dafür, dass die Wahrscheinlichkeit einer Illiquidität sinkt und die Erfolgsaussichten des Vereins besser sind. Der Grund für den Rückgang liegt insbesondere darin, dass das immaterielle Vermögen stark gesunken ist und das Umlaufvermögen gestiegen ist. Durch diese sinkende Vermögensbindung, lässt sich das Vermögen schneller verflüssigen und man kann flexibler auf Strukturänderungen regieren.21

2.4 Finanzanalyse

In diesem Abschnitt der Analyse geht es um die Finanzlage des BVB. Hierbei wird die Passivseite der Bilanz betrachtet. Denn die gibt Auskunft über die Kapitalbeschaffung des Vereins.22

Das Eigenkapital hat sich von 323.823.000 Euro auf 347.487.000 Euro er- höht. Diese Entwicklung lässt sich im Wesentlichen durch den erhöhten Jah- resüberschuss erklären. Die Verbindlichkeiten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 12.798.000 Euro erhöht. Das lag an einer Erhöhung der sonsti- gen Verbindlichkeiten, wegen eines Lohn- und Umsatzsteueranstiegs.23

[...]


1 McKinsey & Company (03.06.2017), S.1.

2 Vgl. hier und zu den vier vorherigen Sätzen McKinsey & Company (03.06.2017), S.1.

3 Vgl. DFL (2017), S.8.

4 Vgl. Deloitte (03.06.2017), S.1.

5 Vgl. Handelsblatt (03.06.2017), S.1.

6 Vgl. zum Absatz BVB Geschäftsbericht (2016), S.38.

7 Vgl. Focus (3.06.17), S.1.

8 Vgl. hier und zu den vorherige drei Sätzen Unternehmensporträt BVB (30.05.17)

9 Vgl. zum Absatz Geschäftsbericht (2016), S.39.

10 Handelsgesetzbuch §264 Abs.2 HGB

11 Vgl. hier und zu den vorherigen Zeilen Baetge/Kirch/Thiele (2004), S.1-2.

12 Zu den drei Absätzen Unternehmensporträt BVB (30.05.17)

13 Zum Absatz Unternehmensporträt BVB (4.06.17)

14 Vgl. Der Westen (3.06.17), S.1.

15 Vgl. Spielverlagerung (3.06.17), S.1.

16 Vgl. Focus (3.06.17), S.1.

17 Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, S.191.

18 Vgl. Hierl (2015), S.71.

19 Zum Absatz Vgl. Geschäftsbericht (2016), S.50.

20 Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, S.195.

21 Zum Absatz Vgl. Küting (2012), S125.

22 Zum Absatz Vgl. Baetge (2004), S.225.

23 Zum Absatz Vgl. Geschäftsbericht (2016), S.48.

Details

Seiten
20
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668551206
ISBN (Buch)
9783668551213
Dateigröße
978 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v377899
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bielefeld
Note
2.0
Schlagworte
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