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Bauschäden aufgrund von Ausführungsfehlern. Typische Ausführungsfehler im Berufsfeld des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers

Seminararbeit 2015 27 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Bauingenieurwesen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Übersicht der Begrifflichkeiten
2.1 Ausführungsfehler
2.2 Bauschaden

3 Häufige Ausführungsfehler beim Fliesenlegen im Innenausbau
3.1 Nichtbeachtung der Belegreife der Estrich-Unterkonstruktion
3.1.1 Schadensbild
3.1.2 Schadensursache
3.1.3 Schadensvermeidung
3.2 Mangelhafte Vorbereitung des zu belegenden Untergrundes
3.2.1 Schadensbild
3.2.2 Schadensursache
3.2.3 Schadensvermeidung
3.3 Falsche Ausführung von Abdichtungen im Verbund mit Fliesen und Platten
3.3.1 Schadensbild
3.3.2 Schadensursache
3.3.3 Schadensvermeidung
3.4 Reifezeit, Topfzeit, Offenzeit, Hautbildung
3.4.1 Schadensbild
3.4.2 Schadensursache
3.4.3 Schadensvermeidung

4 Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

- Abbildung 1: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=sfb25a2_17.htm&s=,fliesen

- Abbildung 2: http://www.fliesenundsteingutachter.de/galerie/ , 09.11.2015.

- Abbildung 3: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=sfb25a2_17.htm&s=,fliesen,

- Abbildung 4: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=bsf03_12.htm&s=,fliesen

- Abbildung 5: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=bss07_27.htm&s=,fliesen

- Abbildung 6: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=sfb25a2_42.htm&s=,fliesen,

- Abbildung 7: https://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=sfb25a2_42.htm&s=,fliesen

- Abbildung 8: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=bad_211.htm&s=,fliesen,

- Abbildung 9: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=bad_203.htm&s=,fliesen,

- Abbildung 10: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=bad_211.htm&s=,fliesen,

- Abbildung 11: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=bsv12_01_10.htm&s=,fliesen,

- Abbildung 12: http://www.racofix.de/~run/views/anwendungsberatung/index.html, 16.11.2015.

- Abbildung 13: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=frankfurt2014_02.htm,

- Abbildung 14: http://www.irb.fraunhofer.de/schadis/dokument.jsp?dok=bsv12_01_10.htm&s=,fliesen,

- Abbildung 15: http://loewetv.de/handwerkerbrigade/2013/04/09/zur-sendung-vom-02-april-2013- bodenfliesen-verlegen/ , 19.11.2015.

- Abbildung 16: http://loewetv.de/handwerkerbrigade/2013/04/09/zur-sendung-vom-02-april-2013- bodenfliesen-verlegen/, 16.11.2015.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In der Bauschadensanalyse gibt es u.a. die folgenden Fehlerarten: Planungs-, Material-, Ausführungs- und Nutzungsfehler. Berufswissenschaftlich gesehen sind die Planungsfehler ein sehr spannendes und lehrreiches Thema, jedoch werden die SuS in der beruflichen Ausbildung während ihrer Lehre und in den folgenden Gesellenjahren deutlich weniger mit dieser Art von Fehlern konfrontiert. Deshalb bieten aus Sicht eines Berufsschullehrers Ausführungsfehler, und die daraus resultierenden Bauschäden, den weitaus interessanteren Aspekt und nachhaltigen Lerneffekt bezüglich der Vermittlung von Fachwissen und (Fach-)Kompetenzen an die SuS. Der Ausführungsfehler liegt, wie der Name schon sagt, beim ausführenden Gewerk. Deshalb ist es wichtig den SuS zu vermitteln, dass sie, als ausführende Handwerker/-innen, als ausgebildete und geschulte Fachleute, große Verantwortung hinsichtlich der Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik, der gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen1 tragen. Denn führt ein Nichteinhalten der anerkannten Regeln und Bestimmungen zu einem Bauschaden wird (meist) das ausführende Gewerk für schuldig befunden, was nicht selten mit hohen Sanierungskosten verbunden ist. Aufgrund dieser Tatsachen behandelt die vorliegende Arbeit die häufigsten Ausführungsfehler des Fliesen- Platten- und Mosaiklegers (im folgenden Fliesenleger/-in genannt).

Den Untersuchungen lag die Nutzung der Schadensdatenbank SCHADIS2 zugrunde. Im Rahmen der Recherche wurden in SCHADIS 500 von 774 Treffern - bei Eingabe des Suchwortes „Fliesen“ - betrachtet, kategorisiert und letztendlich die am häufigsten auftretenden Ausführungsfehler in dieser Ausarbeitung formuliert. Damit die diese Arbeit überschaubar bleibt, konzentriert sie sich auf die typischen Ausführungsfehler im Innenausbau. Des Weiteren werden nur vorliegende Bauschäden, bei welchen die / der Fliesenleger/-in einen bereits, von einem anderen Gewerk eingebrachten, installierten Verlegeuntergrund - sei es nun Estrich oder Putz, Span- oder Gipskartonplatten, Beton oder Mauerwerk - vorgefunden hat, in die Auswertung aufgenommen. Somit werden die potenziellen Ausführungsfehler, die beim Herstellen eines (gedämmten) Fußbodens3 auftreten könnten, nicht berücksichtigt. Ebenso werden die Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen A, B, C, sowie B0 nicht berücksichtigt. Lediglich die Feuchtigkeitsbeanspruchungsklasse A04 ist für diese Ausarbeitung relevant. Eine weitere Eingrenzung der Arbeit fällt auf die Art des Verlegeverfahrens. Die vier folgenden Ausführungsfehler behandeln die Herstellung eines Wand- oder Bodenbelages im Dünnbettverfahren. Das Dickbettverfahren ist im „klassischen“ Wohnungsausbau / Innenausbau weniger relevant und falls doch angewandt, beim Herstellen von Belägen im Schwimmbadbereich, in der Altbausanierung, beim Herstellen von Treppenbelägen oder bei der Herstellung eines stark beanspruchten Bodenbelages vorzufinden.

Wie sich zeigen wird, sind Ausführungsfehler in jedem Bereich- und Tätigkeitsfeld des Fliesenlegers allgegenwärtig. Bei Nichtbeachtung der geltenden Regeln und Bedingungen oder Unwissenheit des Fachmanns stellen sie ein hohes Maß an Gefahr dar. In der vorliegenden Arbeit soll über die Gefahren, Auswirkungen und die Vermeidung typischer Fehler informiert und im besten Falle dazu beigetragen werden, dass man daraus Nutzen für die Vermittlung von Fachwissen und Kompetenzen im Berufsschuluntericht gewinnen kann.

Im folgenden Kapitel soll nun zuerst einmal eine Definition des Ausführungsfehlers und des daraus resultierenden Bauschadens folgen.

2 Übersicht der Begrifflichkeiten

2.1 Ausführungsfehler

Ein Ausführungsfehler liegt vor, wenn die / der ausführende Handwerker/-in bei der Erstellung gegen die anerkannten Regeln der Technik, die gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen oder den Stand der Technik der Ausführung, verstößt. Ebenso ist eine Umsetzung einer offensichtlich fehlerhaften Planungsvorgabe als Ausführungsfehler zu werten. Denn gelernte Facharbeiter/-innen verstehen ihr Handwerk und können sehr wohl fehlerhafte Planung erkennen. Sie müssen in diesem Fall dem Auftragsgeber Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung, gegen die Güte der vom Auftraggeber gelieferten Stoffe oder Bauteile oder gegen Leistung der vorangegangenen Gewerke unverzüglich mitteilen. Des Weiteren kann die Nichtbeachtung von Herstellervorschriften, sofern es sich bei ihnen nicht selbst um anerkannte Regeln der Technik handelt5, vor Gericht als Mangel oder Schaden, verschuldet durch einen Ausführungsfehler, geltend gemacht werden (vgl. Wapenhans 2007, S. 12 - 14).

2.2 Bauschaden

Ein Bauschaden bezeichnet einen Zustand an Bauten oder Bauteilen, die eine Veränderung der üblichen Gebrauchstauglichkeit eines Gebäudes oder eines Teiles davon darstellen. Diese Zustände können den Wert und / oder die Nutzbarkeit herabmindern oder aufheben und schwerwiegende qualitative, gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. Eine weitere Definiton lautet wie folgt: „ Ein Bauschaden ist der Versto ß eines Ist- gegen ü ber eines Sollzustandes nach dem Herstellungszeitraum infolge eines Baufehlers, infolge von au ß ergew ö hnlichen Einwirkungen oder infolge der begrenzten Beanspruchbarkeit “ (Wapenhans 2007,S.14).

3 Häufige Ausführungsfehler beim Fliesenlegen im Innenausbau

Diese Ausarbeitung wendet sich im Folgenden typischen Ausführungsfehlern im Berufsfeld des Fliesenlegers zu. Die Reihenfolge der vier Fehler spiegelt nicht die Häufigkeit oder Wichtigkeit, sie soll von „unten nach oben“, sprich vom Untergrund zum Belag, gegliedert sein.

3.1 Nichtbeachtung der Belegreife der Estrich-Unterkonstruktion

3.1.1 Schadensbild

Abgerissene Randfugen in der Kehle (Fuge zwischen Boden- und Wandbelag bzw. Sockelfliese / Abbildung 2), hohl klingende Stellen im Bodenbelag oder auch teilweise gebrochene Fliesen (Abbildung 3) sind ein immer wieder auftretendes Phänomen bei bereits beendeten Bodenbelagsarbeiten. Bei der Öffnung der Bodenbeläge an hohl klingenden Stellen zeigt sich zudem oft, dass sich die Fliesen teilweise vom Estrich gelöst haben (Abbildung 1), wobei die Trennung des Haftverbundes sowohl unmittelbar an der Fliesenrückseite als auch in der oberen Randzone des Estrichs auftreten kann. Wie hängen diese sichtbar auftretenden Schäden des Fliesenbelags und der Wartungsfugen nun mit der Belegreife der Estrich-Unterkonstruktion zusammen?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Abgelöste Fußbodenfliese

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Abreißen der Anschlussfuge

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Gebrochene Bodenfliese

3.1.2 Schadensursache

Grundsätzlich gilt: Damit ein Estrich6 als belegreif gilt muss er eine zulässige Restfeuchte besitzen. Die notwendige Restfeuchte ist abhängig von der Art des Estrichs, von dem zu verlegenden Belag und ob eine Fußbodenheizung vorhanden ist oder nicht. Als Beurteilungsmaßstab der Belegreife ist der Restfeuchtegehalt des Estrichs somit ein wesentlicher Faktor, um eventuelle Folgeschäden, verursacht durch die nachträgliche Verformung des Estrichs, auszuschließen. Auf die konkave Verformung (Abbildung 4) des Estrichs soll hier nicht weiter eingegangen werden. Sie entsteht dadurch, dass die Oberseite schneller austrocknet als die Unterseite und ist deshalb vom ausführenden Estrichleger-Gewerk zu unterbinden. Die Vorbeugung gegenüber der konvexen Verformung (Abbildung 4) dagegen fällt klar in den Aufgabenbereich des Fliesenlegers: „ Eine konvexe Verformung entsteht in der Regel nach dem Verlegen des Bodens mit Fliesen oder Platten. Die Verlegung wurde dann vor der ausreichenden Austrocknung des Estrichs begonnen, so dass die Verdunstung des Wasser im Verlegem ö rtel behindert wird “ (Borgmeier / Braunreiter 2011 S. 170f).

Endschwindmaß erreicht hat, zu früh mit einem starren Belag aus Fliesen oder Natursteinplatten belegt wird, ergibt sich infolge des nachträglichen Schwindens des Estrichs im Klebe-Verbund mit dem nicht schwindenden Bodenbelag der sogenannte Bimaterialeffekt. Dies führt dazu, dass der Estrich das Bestreben hat, sich über seine gesamte Fläche zu verkürzen, woran er an seiner Oberseite durch den starren Fliesenbelag7 gehindert wird. Das Resultat ist ein konvexe Verformung bzw. Verkrümmung (Abbildung 4) des teilweisen oder gesamten Schichtenverbundes, in gegenläufiger Richtung zum Aufschüsseln (vgl. Unger A, während der Austrocknungsphase. Kolumne „Dr. Estrich“).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Verformung / Verkrümmung eines Estrichs

Wie bereites in Kapitel 3.1.1 dargestellt ist die Folge, dass elastische Fugendichtungen8 in der Kehle abreißen oder abgelöste Fliesen im Bodenbelag zu erkennen sind. Ebenso kann ein derart aufgewölbter Estrich und Bodenbelag, der unter Eigen- und Verkehrslast beansprucht wird, brechen.

Kommt es zu diesen, zuvor beschriebenen, Schäden hat das ausführende Fliesenlegergewerk die Belegreife des eingebauten Estrichs nicht beachtet und zu früh mit den Belagsarbeiten begonnen.

3.1.3 Schadensvermeidung

Wie kann diesem Ausführungsfehler nun entgegengewirkt werden?

Zu den Aufgaben des Fliesenlegers gehört das „Prüfen und Vorbehandeln des Untergrundes“ (mehr dazu Kapitel 3.2). In Bezug auf die Belegreife des Estrichs in Verbindung mit dem vorliegenden Feuchtegehalt muss der Fliesenleger den Estrich mit Hilfe einer CM-Messung9 prüfen: „ Um die Belegreife festzustellen, ist vor der Verlegung eine Messung des Feuchtegehaltes erforderlich. Bei Zementestrichen ist die Belegreife bei einem Feuchtigkeitsgehalt ≤ 2% , gemessen mit dem CM-Ger ä t, erreicht “ (ZDB-Merkblatt, 2010:„Keramische Fliesen und Platten, Naturwerkstein und Betonwerkstein auf zementgebundenen Fußbodenkonstruktionen mit Dämmschicht“, Abschnitt 6.2). Bei einem Zementestrich geht man von einer Trocknungszeit von drei bis vier Wochen aus, ebenso bei einem Calziumsulfatestrich, welcher aber ab einem Feuchtegehalt von 0,5 - 1% als belegreif angesehen werden kann (vgl. Knaut / Berg, 2013, S. 33f). In diesem Zeitraum wird auch die erste Messung durchgeführt. Resultiert daraus eine zu hohe Restfeuchtigkeit, dann ist der Fliesenleger dazu verpflichtet Bedenken anzumelden und dem Estrich ausreichende Austrocknungszeit zu gewährleisten. Werden diese Regeln eingehalten verringert sich das Riskio eines möglicherweise auftretenden Bauschadens um ein Vielfaches.

3.2 Mangelhafte Vorbereitung des zu belegenden Untergrundes

Im Wohnungsausbau werden die Fliesenleger/-innen hauptsächlich mit Putz-, Mauerwerks-, Betonuntergründen oder Untergründen aus Gipskartonplatten konfrontiert sein. Diese Ausarbeitung befasst sich mit der Vorbereitung von Wänden und vertikalen Scheiben mit o.g. Untergründen.

[...]


1 VOB Teil B - Allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung der Bauleistungen. Teil B umfasst 18 Paragraphen und beinhaltet die Allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung der Bauleistungen (AVB). In Bezug auf Ausführungsfehler ist hier besonders auf „§4 Ausführung“ (Regelung der Rechten und Pflichten des Auftraggebers und des Auftragnehmers) zu verweisen.

2 SCHADIS ist die Schadensdatenbank des Fraunhofer IRB - Deutschlands zentrale Einrichtung für den nationalen und internationalen Transfer von Baufachwissen. Es erschließt technisches, planungs- und wirtschaftsbezogenes Fachwissen aus Forschung und Praxis der Fachgebiete Bauingenieurwesen, Architektur, Bauplanung, Baurecht und -wirtschaft, Städtebau, Wohnungswesen und Raumordnung, Denkmalpflege.

3 Vorzufinden im Rahmenlehrplan der KMK: Lernfeld 8 :Herstellen eines gedämmten Fußbodens“ (vgl. Rahmenlehrpläne für die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft - Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf Fliesen-, Platten-, Mosaikleger/-in (1. und 2. Stufe); Seite 72ff).

4 Die Bauregelliste des DIBt unterteilt in die Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen A, B und C (hohe Beanspruchung). Zusätzlich unterteilt das ZDB-Merkblatt „Abdichtungen in Verbund mit Fliesen und Platten - Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich“ in die Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen A0 und B0 (mäßige Beanspruchung). Relevant für diese Arbeit ist die Klasse A0. Sie ist wie folgt definiert: Indirekte beanspruchte Flächen in Räumen des Nutzungsbereiches A und direkt beanspruchte Flächen, in denen nicht sehr häufig mit Brauch- und Reinigungswasser umgegangen wird, wie z.B.: häusliche Bäder, Badezimmer von Hotels, Bodenflächen mit Abläufen in diesen Anwendungsbereichen“ (vgl. Fachverband Fliesen und Naturstein im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V., Bon (Hrsg.), Januar 2010).

5 Wenn bzgl. der Herstellervorschrift einschlägige DIN-Normen oder VDI-Richtlinien vorhanden sind, ist die Vorschrift als anerkannte Regel der Technik zu behandeln.

6 Im Innenaußbau, hier im Wohnungsausbau kommt meist der Zementestrich als „Schwimmender Estrich“ zum Einsatz. Auch ein Calziumsulfatestrich - auch „Anhydritestrich“ - findet häufig Verwendung im Wohnungsbau, jedoch ist er aufgrund der Eigenschaft des Gipses, nicht in der Lage der Feuchtigkeitsbeanspruchung standzuhalten, und deshalb auf den trockenen Innenbereich begrenzt (vgl. Borgmeier / Braunreiter 2011. S. 162f, S. 171ff).

Wenn nun der Estrich, bevor er ausreichend ausgetrocknet ist und sein

7 Der Bimaterialeffekt wird durch eine zu früh vorgenommene zementäre Fliesenverfugung innerhalb der Fläche, sowie durch eindringendes Putzwasser noch verstärkt.

8 Silikonfuge: Keine dauerelastische Fuge, sondern eine Wartungsfuge, die in regelmäßigen Abständen überprüft und gegebenenfalls erneuert werden muss! Die zu verwendenden Dichtstoffe müssen fungizid ausgestattet sein. Die Dimensionierung muss ausreichend sein. Sie unterliegen einer eingeschränkten Gewährleistung (vgl. Borgmeier/ Braunreiter, S. 283ff).

9 Die Calcium-Carbid-Methode (CM-Messung) ist die anerkannte Messung, um die Restfeuchtigkeitsmenge mit Hilfe einer Baustoffprobe vor Ort zu bestimmen. Die Methode ist daher am besten für leichte Materialien wie Estrich geeignet und dort zur Prüfung nach DIN geregelt, wenn auf frischen Estrich Nachfolgegewerke aufgebracht werden sollen. Beispielsweise gilt DIN 18332 für Natursteinarbeiten. Diese DIN-Normen geben die Feuchtewerte an, dir für die Belegung von Zementestrich mit Baustoffen unterschritten sein müssen [...] (vgl. Knaut / Berg, S. 86f).

Details

Seiten
27
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668558496
ISBN (Buch)
9783668558502
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v378561
Institution / Hochschule
Technische Universität Hamburg-Harburg – Institut für Angewandte Bautechnik
Note
1,7
Schlagworte
Bauschaden Baumangel Ausführungsfehler Planungsfehler Fliesenleger Plattenleger

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