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Ciceros Rede für Lucius Cornelius Balbus

Auctoritas iuris victrix invidiae?

Seminararbeit 2017 34 Seiten

Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Quellen- und Literaturverzeichnis

A. Einleitung

B. In iudicium vocatur - Determinanten der Prozesssituation
I. Quaestio
1. Quellenbefund
a) nach der Balbiana
b) Einschub: Vergleichung leges Licinia Mucia - Papia
c) nach der Archiana und im Übrigen
2. Folgerungen
II. Parteien: Funktionale Verortung im Prozessgeschehen
1. Vorgehen der Anklage
2. Reaktion der Gegenseite
III. Urteilscharakter

C. Causa Corneli - Systematisierung der Sachverhaltsschilderung
I. Strukturelle Vorfragen
II. Historischer Annex: Die auswärtigen Beziehungen der Urbs mit Gades
1. Zum foedus-Begriff bei Cicero
2. Die Vereinbarung ausgangs des Zweiten Punischen Krieges
a) Abschlussmodalitäten
b) Inhalt und Rechtsnatur
3. Das f. Gaditanorum von 78
a) Abschlussmodalitäten
b) Inhalt
III. Die streitbefangene Bürgerrechtsverleihung
1. Der Verleihungsakt und seine personellen Hintergründe
2. Rechtsgrundlage: Die lex Gellia Cornelia

D. Res ipsa declarat? - Analyse der vorgebrachten Argumente
I. Die Anklagepunkte im Lichte der ciceronianischen Repliken
1. Normanwendbarkeit und -kollision
a) Das Argument "exceptum est foedus" (- 32)
(1) Formale exceptio
(2) Materielle exceptio
b) Ciceros Einwände
(1) Erhöhte Anforderungen an "sacrosanctum" (- 33)
(2) Defizitäre Interpretation der Vertragsklauseln (-- 32/35-37)
2. Zustimmungsbedürftigkeit
a) Das Dogma „nisi is populus <foederatus> fundus factus esset“ (- 19)
(1) Einschub: Zum Mechanismus „fundus fieri/fundum facere“
(2) Folgerungen
b) Ciceros Einwände
(1) Gewohnheitsrechtliche Zustimmungsfreiheit
(2) Hilfsüberlegung: Substitut für den Zustimmungsakt
3. Magistratische Kompetenzüberschreitung?
a) Das Argument „fecisse Pompeium quod ei facere non licuit” (- 8)
b) Ciceros Einwand
II. Eigenständige Argumentationstopoi der Verteidigung
1. Die Hyperbel „nullius in delicti crimen vocaretur“ (- 5)
2. Das Verwerflichkeitsargument: invidia
3. Voluntas
III. Zusammenfassung

E. Schlussbemerkung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quellen - und Literaturverzeichnis

Hinweise: Die bibliographierten Fundstellen aus Quellen und Literatur werden im Fließtext der Arbeit durch den/die Verfassernachnamen inkl. Erscheinungsjahr (Klammerzusatz) nachgewiesen.

1. Bei Wiedergabe der antiken Quellen (cf. u. A) wird der üblichen Nomenklatur (z.B. Cic. off.) gefolgt. Nicht verzeichnete Werke sind den Editionen der Loeb Classical Library entsprechend zitiert.

2. Bei Periodika und Sammelwerken (cf. u. C; partiell D) wird zusätzlich der Titel des Referenzwerks genannt. Diesbezüglich sei auf das Abkürzungsverzeichnis hingewiesen.

3. Stand der Internet-Quellen: 23. April 2017.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A. Einleitung

Feras, non culpes quod mutari non potest.1

Derart resignativ anmutenden Verhaltensmaximen moralphilosophischer Prägung kam im politischen Diskurs der zerfallenden römischen Republik bemerkenswerte Aktualität zu, wie ein Blick auf die Gerichtspraxis M. Tullius Ciceros (106-432) verrät:

- 61 Cur ea, quae mutare non possumus, convellere malumus quam tueri? C. Caesarem […]

Es fällt gedanklich schwer, die Juxtaposition des Advokaten so zu belassen, dass C. Iulius Caesar nicht als Verkörperung des „nec mutabile“ vor Augen tritt. In der Tat konstituierte sein Dreibund mit Crassus und Pompeius aus Sicht von Zeitgenossen3 ein machtpolitisches Bollwerk. Gegen die sog. Triumvirn unternommene Angriffe aus den Reihen der Senatsnobilität manifestierten sich nicht selten vor Gericht.4 Als gar L. Cornelius Balbus, Caesars hispanische „mano derecha“5 aus Gades (dem heutigen Cádiz)6, der Bürgerrechtsanmaßung bezichtigt wurde, sah sich Cicero im Rahmen der Verteidigung zum zitierten Postulat nach politischer Einheit veranlasst.

Die äußere Brisanz des Verfahrens, annäherungsweise auf das dritte Quartal7 des Jahres 56 datierbar, könnte dazu verleiten, es auf seinen „Stellvertretercharakter“8 zu reduzieren. Eine solch verkürzende Sichtweise anhand innerer Aspekte des Balbus- Prozesses zu widerlegen, hat sich die vorliegende Arbeit zu eigen gemacht. In den textimmanenten Grenzen der nahezu exklusiven Quelle, Ciceros Balbiana, soll dabei das überlagernde Politikum nach Möglichkeit hinter genuin juristisch-philologischen Erkenntnissen zurücktreten.

Die Darstellung eruiert zunächst Essentialia der Prozesssituation (B.), vollzieht sodann wesentliche Stationen des Sachverhalts in ihrer rechtlichen Einbettung nach (C.) und interpretiert die widerstreitenden Argumente und Rechtsauffassungen von Anklage und Verteidigung (D.) gegliedert nach der jeweiligen Stoßrichtung.9

B. In iudicium vocatur - Determinanten der Prozesssituation

Der Erörterung des Sachverhalts und seiner juristisch-argumentativen Ausleuchtung durch die Parteien seien Überlegungen zum prozessualen Fundament vorgeschaltet.

I. Quaestio

Das Moment der Einseitigkeit, wie es Partei ergreifenden Gerichtsreden inhärent ist, bewirkt zwangsläufig Leerstellen in der Überlieferung. Umso weniger erstaunt, dass die nachgerade elementare Frage, welches Jurisdiktionsorgan über die Anschuldigungen gegen Balbus zu befinden hatte, tragfähiger Klärung harrt.

1. Quellenbefund

Ausgehend von der Balbiana (a-b) ist ergo eine Kontextualisierung mit dem sonst tradierten Material zu spätrepublikanischen Bürgerrechtsprozessen (c) angezeigt.

a) nach der Balbiana

Die quasi-inflationär gebrauchte Anrede iudices10 und die Bezeichnung des Prozessschauplatzes (quaestio11 bzw. iudicium12 ) geben darüber Aufschluss, dass Cicero zu einer Kollegialinstanz sprach; deren personelle Besetzung (- 4: apud eosdem vos) war dem Redner sogar aus einer unlängst verhandelten alia causa geläufig.13

Nominell ist damit eine quaestio perpetua (q.p.) indiziert, jene Spielart des iudicium publicum, die seit einer lex Calpurnia repetundarum (149) in Form von ständigen Geschworenenkammern unter magistratischer Ägide existierte und ab Sulla festen Zuständigkeiten unterworfen war.14 Ob eine q.p. zur Entscheidung über Balbus berufen war, lässt sich dem Präjudizienbericht Ciceros zu den gegen T. Matrinius (Spoletium)15

und M. Cassius (Messina)16 angestrengten Verfahren nicht zweifelsfrei entnehmen. Namentlich divergierten die Rechtsgrundlagen: einerseits ist von acerrima de civitate quaestio lege Licinia et Mucia (- 48), andererseits von iudicum qui huic quaestioni praefuerunt […] lege Papia (- 52) die Rede. Sollen beide Passagen zum Konstrukt einer zeitlich und im Aufgabenkreis verfestigten haec q.p. de civitate17 verschmelzen, ist die Synthese nur verwertbar, wenn die in Bezug genommenen leges Parallelregelungen zum zuständigen Spruchkörper trafen.

b) Einschub: Vergleichung leges Licinia Mucia - Papia

Die ältere lex Licinia Mucia de civibus redigendis18, ein von den Cicero-Lehrern L. Licinius Crassus und Q. Mucius Scaevola pontifex in ihrem Konsulatsjahr (95) eingebrachtes Regulativ zum latinischen Migrationsstrom, wird in Anlehnung an frühere Vorhaben19 eine quaestio unter prätorischem Vorsitz eingerichtet haben.20

Drei Dekaden später sah das Plebiszit des C. Papius, wegen der darin veranlassten Fremdenausweisungen mitunter „Alien Act“21 betitelt, nach den frühmittelalterlichen Scholia Bobiensia22 ein justiziables Delikt der Erschleichung bzw. Anmaßung des Bürgerrechts (civitatem usurpassent) vor.23

Dass in der Sanktionswürdigkeit jener usurpatio eine Verbindungslinie zwischen beiden leges verläuft, untermauert die folgende Cicero-Stelle:

Cic. off. 3,47

[…] Papius nuper. Nam esse pro cive, qui civis non sit, rectum est non licere, quam legem tulerunt sapientissimi consules Crassus et Scaevola.

Es drängt sich auf, die Kausalverknüpfung (nam) über ihren materiellen Gehalt (esse pro cive) hinaus auf die Gerichtsorganisation zu erstrecken, mit dem Ergebnis, die lex Licinia Mucia als prozessualen Vorläufer der lex Papia zu begreifen und das erhärtete Indiz einer q.p. de civitate aus -- 48/52 zu extrahieren.

c) nach der Archiana und im Übrigen

Außerhalb der Balbiana ist Ciceros erstem dokumentierten Plädoyer anlässlich einer Bürgerrechtsanmaßung (für den Dichter A. Licinius Archias im Jahre 6224 ) die größte Bedeutung beizulegen. Dort führt der Redner zum gerichtlichen Umfeld aus:

Cic. Arch.

in quaestione legitima et in iudicio publico - cum res agatur apud praetorem populi Romani […] et apud severissimos iudices […] hoc denique praetore exercente iudicium.

Erneut werden hier die Merkmale der q.p. sichtbar, zumal das Adjektiv legitima den normativen Verfestigungsgrad des angerufenen Gerichts in Gestalt der lex Papia25 zum Ausdruck bringt. Auch die sonst belegten Fälle mit Bürgerrechtsbezug26 können jedenfalls nicht gegen obige Synthese gewendet werden.

2. Folgerungen

Nichtsdestotrotz vertritt die neuere Literatur27, Balbus sei vor eine ad hoc einberufene quaestio extraordinaria gestellt worden. Umgekehrt wird das Verfahren bisweilen28 vor der quaestio de maiestate angesiedelt.

Dem ist ergänzend zweierlei entgegenzuhalten: zum einen, dass die geringe Zahl tradierter Präzedenzfälle nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die lex Papia offenbar noch lange bürgerrechtsspezifisch im Rechtsbewusstsein verankert war;29 zum anderen, dass sich wegen maiestas (Hochverrat) ggf. eher der ultra vires handelnde Magistrat Pompeius (cf. u. 19) zu verantworten hatte.30

Plausibel ist ergo, dass sich der Prozess auf die lex Papia gegründet vor der q.p. de civitate zutrug. Mangels Erwähnung eines Prätors unterstand sie anders als im ArchiasFall einem gewesenen Ädil, dem sog. iudex quaestionis - möglicherweise ein Sonderamt für das System der q.p.), und wurde aus einer nicht näher bestimmbaren Zahl von Geschworenen (iudices iurati) gebildet.31

II. Parteien: Funktionale Verortung im Prozessgeschehen

Als weiterer prozeduraler Parameter ist der Verfahrensgang durch die auf beiden Seiten vorgenommenen Parteihandlungen zu konkretisieren.

1. Vorgehen der Anklage

Cicero würdigt den schlicht accusator (A.) genannten Prozessgegner rhetorisch nur, soweit sich ihm Ansatzpunkte für eine Invektive gegen dessen juristische Befähigung32 bieten oder ein verfahrenswesentlicher Fakt unwidersprochen blieb33. Damit zeichnet er gewollt selektiv ein anonymes Bild des Kontrahenten: wie Balbus stammte A. aus Gades (- 25: Gaditanis, tuis civibus), hatte seinerseits in iudicio publico das örtliche Bürgerrecht verwirkt34 (- 32 a.E.) und strebte als Strohmann optimatischer Interessen (cf. o. Fn.4) die Aufnahme in den römischen Zensus - bei Obsiegen im Prozess - an.35

Eine solch fungible Identität des A. erschwert Rückschlüsse auf sein Handeln. Mithin kaprizieren sich mögliche Erkenntnisse auf die mit accusator bzw. Privatkläger36 begrifflich einhergehende Rechtsstellung. Daraus geht hervor, dass Balbus nicht ex officio, sondern erst auf Initiative des Mit-Gaditaners verfolgt und dessen Antrag auf Zulassung zur Anklage (nominis delatio) vom iudex quaestionis positiv beschieden wurde (receptio).37 Die so für den Prozess validierte Anklage ging im Kern (-- 5/7: crimen) auf eine Verurteilung Balbus‘ nach der lex Papia wegen usurpatio civitatis aus.

In Anbetracht der dem A. obliegenden Beweislast ist die Annahme, zwischen nominis delatio und Verhandlungstermin hätte ein mehrmonatiges Intermezzo gelegen38, pro- zessrechtlich nachvollziehbar, da für die Beschaffung von Beweismitteln (inquisitio) auf Antrag eine bestimmte Frist gewährt wurde. Nach Ablauf derselben eröffnete die forensische Rede des A. (accusatio perpetua) den Prozess.39

2. Reaktion der Gegenseite

Im Lager des Beschuldigten (peregrinitatis reus40 ) Balbus entgegnete eine illustre Trias von Rechtsbeiständen (patroni41 ) der accusatio. Dazu zählten abgesehen von Cicero die in Rom weilenden Triumvirn M. Licinius Crassus (115/4-53) und Cn. Pompeius Magnus (106-48).42 Die Präsenz bedeutsamer Vorredner unterstreicht Cicero durch augenfällige Panegyrik schon im Anfangssatz der Balbiana.43 Während Crassus jedoch nach obligatorischen Lobesbekundungen als „peripheral player“44 ausgeblendet wird, glorifiziert Cicero durchwegs seinen direkten (- 4: succedo orationi) Vorredner Pom- peius, auf dessen Anraten er erklärtermaßen - strategisch exponiert an letzter Stelle - zu den Geschworenen sprach.45

Anzumerken ist, dass der tradierte Textcorpus anscheinend nicht signifikant redigiert46 wurde und somit die in Vielem auf die Person des Pompeius zentrierte Prozesstaktik (- 4: praedicatorem) bereits die forensische „Rohfassung“ der Rede auszeichnete.

Auch Balbus‘ patroni werden sich im Vorfeld um Beweismittel, darunter das lücken- haft überlieferte Vertragswerk zwischen Rom und Gades47, bemüht sowie eine von Cicero präsentierte Gesandtschaft (- 41: laudatores ad hoc iudicium […] missos videtis) kontaktiert haben.48

III. Urteilscharakter

“Balbus was acquitted“49 - die Trivialität des Freispruchs entfällt mit Blick auf die Wortwahl Plinius‘ d. Ä. (accusatus atque de iure virgarum50 ) umgehend. Ein drastisch verstandenes ius virgarum („Züchtigungsrecht“) verschöbe jedenfalls die Prämissen der Urteilsfindung gravierend.

Trotz des vermeintlich betroffenen caput Corneli (- 6) ist Plinius schlicht sprachliche Überspitzung - angenähert an Berichte zur Ahndung der usurpatio als Kapitalverbrechen im frühen Prinzipat51 - zu attestieren. Ferner steht caput metonym für das Bündel an Rechtspositionen, deren Balbus bei Verurteilung im Wege der capitis deminutio verlustig gegangen wäre.52

Mit der Definition capitis deminutio est status permutatio53 erhält der Prozess ergo das Gepräge eines Statusverfahrens. Weder erschöpfte sich das Urteil in einer Feststellung zum Bestand des Bürgerrechts,54 noch wurde wie im Fall des A. eigens eine multa et poena (- 42) ausgesprochen. Der auf capitis deminutio (media) lautende Schuldspruch hätte vielmehr die Ausweisung von Balbus erzwungen, der nur durch Exil zu entgehen war;55 die drohende Verbannung erklärt zugleich, warum Cicero von fortunis omnibus (- 5; d.h. Vermögenseinziehung) auf poena (- 6) schließt.56

C. Causa Corneli - Systematisierung der Sachverhaltsschilderung

Der Sachverhalt, interpretatorischer Grundstock eines jeden Rechtsstreits, ist in der causa Corneli von etlichen Unklarheiten durchsetzt. Wesentlich geschuldet war dies der zeitlichen und räumlichen Distanz zu den entscheidungserheblichen Geschehnissen.

I. Strukturelle Vorfragen

Um den Blick für den ohnehin komplexen Sachverhalt zu schärfen, sind zuvor strukturelle Unwägbarkeiten der Balbiana zu problematisieren. Dafür stehen die her- kömmlichen Einteilungskriterien der rhetorischen Theorie zur Verfügung, die Anfang (-- 1-4: exordium)57 und Schluss (-- 59-65: peroratio)58 der Rede zutreffend erfassen.

Das maßgebliche Hauptstück (-- 5-58) lässt sich hingegen nicht schematisch in narratio und argumentatio aufspalten, da Cicero hinlänglich aus den Vorreden bekannte Sachverhalts- und Prozessumstände nur fragmentarisch rekapituliert (- 5 nam verius- - 8) und diese Faktenbasis durchaus - gerade bei Subsumtion unter den Tatbestand der lex Gellia Cornelia (- 19) und zur Entstehungsgeschichte der sog. foedera mit Gades (-- 34f/39) - erweitert. Auch Argumentationsstränge ad personam59, die sich eher als ethica digressio denn als typische confirmatio darstellen, entziehen sich strikter Typisierung.60

Ein dezidiert die Redesubstanz berücksichtigender Ansatz ist hier sachgerechter. Der verstreut (-- 5-7, 19, 34f, 39) zutage tretende Sachverhalt ist grosso modo mit der Inter- pretation einschlägiger Rechtsvorschriften und -grundsätze (- 19 nascitur- - 38) sowie deren vorrangig präjudizieller (-- 46ff) Anwendungspraxis (-- 39-55) verwoben.61

II. Historischer Annex: Die auswärtigen Beziehungen der Urbs mit Gades

Die beiderseitige Argumentation fußt integral (v.a. -- 32ff) auf dem Normbestand im Verhältnis zwischen Rom und Gades, der in eine frühere Epoche der römischen Repu- blik weist. Um dem Rechnung zu tragen, ist ein Abriss der Beziehungen zwischen beiden Städten gleichsam als Annex zum Kernsachverhalt (cf. u. 12) unumgänglich.

1. Zum foedus-Begriff bei Cicero

Cicero listet foedera unterschiedlichster Provenienz62 auf und hält eine entsprechende Definition bereit: contra foedus enim, id est contra populi Romani religionum et fidem (- 10). Demnach liegt foedus (f.) die etymologisch verwandte fides publica, ein schillerndes, sakral fundiertes Institut des römischen „Völkerrechts“ (ius gentium), zugrunde.63

Technisch hob sich das f. der entwickelten Republik durch feierlichen Abschluss im Wege der Eidesleistung unter Perpetuierung der gegenseitigen (militärischen) Treue- pflicht64 von weniger verrechtlichten Beziehungen wie societas, amicitia und hospitium65 ab, die Cicero ebenso anbringt (-- 23/29/41). Sprachlich schlägt sich dieser Formalakt im Wort ictus (-- 34/50/53) nieder, das wohl an einen früheren Opferritus erinnert. Dabei agierte für Rom ein ermächtigter (Pro-)Magistrat, dessen beeidete Erklärung grds. erst nach stadtrömischer „Ratifikation“ dauerhaft Rechtswirkungen zeitigte.66

Im Rahmen der Balbiana kommt es vorwiegend auf den aus Proc. D. 49,5,17,1 ersichtlichen Dualismus von f. aequum/iniquum an. Denn die Subordination der Beteiligten (iniquitas) haftet einer von Cicero geltend gemachten Klausel intrinsisch an, die bereits dem Aitolervertrag von 189 formulargleich beigefügt war und (später) juristisch in diese Richtung rezipiert wurde:67

Liv. 38,11,2

imperium maiestatemque populi Romani gens Aetolorum conservato sine dolo malo.

Proc. D. 47,15,7,1

ut is populus alterius populi maiestatem comiter conservaret. […] ut intellegatur alterum populum superiorem esse.

Maiestatem populi Romani comiter conservanto. Id habet hanc vim, ut sit illi in foedere inferiores.

An dieser Stelle läuft eine dogmatische Vorfestlegung auf das untechnische f. iniquum Gefahr, Wertungen der Beweisführung vorzugreifen, zumal die Gerichtsrede Ciceros als primär nicht-juristische Erkenntnisquelle schwerlich für terminologische Feinheiten des ius gentium fruchtbar zu machen ist. Dennoch begründet die konvergente Interpretation der maiestas nach den Quellen eine prinzipielle Über-/Unterordnung der Parteien, zu deren Entkräftung es kollidierender Rechtsgrundsätze bedarf.

Also kann unter dem Vorbehalt begrifflicher Pauschalität ein eidlich bewehrtes Abkommen68 mit maiestas-Klausel als f. iniquum zwischen Rom und einer peregrinen Völkerschaft qualifiziert werden.

2. Die Vereinbarung ausgangs des Zweiten Punischen Kriegs

Nach der kursorischen Einsicht in allgemeine Aspekte des f. ist nun von den konkret rechtserheblichen Vorgängen in Bezug auf Gades zu handeln.

a) Abschlussmodalitäten

Der phönizische Hafen Gadir (gr. Γάδειρα) wurde der Geschichtsschreibung zufolge im Zweiten Punischen Krieg von der karthagischen Besatzung unter Mago aufgegeben und geriet im Jahre 206 unter römische Herrschaft.69 Der beteiligte Offizier (- 34: primi pili centurio) L. Marcius Septimus schloss hiernach auf Geheiß des befehlshabenden älteren Scipio Africanus (Liv. 28,38,1: ductu auspicioque gesta) eine Vereinbarung mit den Gaditanern, die Cicero seltsamerweise - evtl. infolge einer Verwechslung70 - mit dem für 212/1 bezeugten Tod zweier weiterer Scipionen assoziiert.71

b) Inhalt und Rechtsnatur

Inhaltliche Aspekte der Vereinbarung von 206 verschweigt Cicero, sodass die historiographische Perspektive einzunehmen ist:

Liv. 32,2,5

Gaditanis item petentibus remissum, ne praefectus Gadis mitteretur adversus id quod iis in fidem populi Romani venientibus cum L. Marcio Septimo convenisset.

Die Stelle gibt, obschon syntaktisch ambivalent, e contrario zu erkennen, dass das romanisierte Gades vereinbarungsgemäß die Befehlsgewalt eines Präfekten anerkannte; von dieser Befugnis machte Rom ab 199, als mit Kriegsende die militärische ratio entfallen war, auf Ersuchen der Gaditaner keinen Gebrauch mehr.72

Soweit man Livius‘ Angaben (in fidem venire, dedere) gelten lässt, legt der kriegsrecht- liche Hintergrund im Einklang mit der Balbiana (- 25: in dicionem nostram redegimus) eine deditio seitens Gades nahe. Damit ist ein Unterwerfungsakt in Frage-Antwort- Form umschrieben, der die Gaditaner zu peregrini dediticii herabstufte, ohne dass die Völkerschaft allerdings als Rechtssubjekt des ius gentium sofort unterging.73 Vielmehr folgten der deditio Vereinbarungen mit Restitutionscharakter74 wie diejenige mit Marcius nach, welche die rechtliche Existenz Gades‘ und seiner Bewohner wieder aufleben ließ. Über ihre konkrete Tragweite und Rechtsnatur (als sponsio ausgestalteter „Feldherrenvertrag“75 oder pactum76 ) gibt Cicero vage Auskunft77 ; sie mag letzlich dahinstehen, da der prozessrelevante Rechtsstand in einer Neufassung niedergelegt war. Warum der Redner dennoch die umfassende Verbindlichkeit der vermeintlich „altrechtlichen“ Vereinbarung leugnet (- 34), bleibt zu diskutieren (cf. u. 15f).

3. Das f. Gaditanorum von

Die soeben tangierte Neufassung, das eigentliche f. (iniquum) Gaditanorum78, ist nunmehr genauer zu beleuchten.

a) Abschlussmodalitäten

Unter Vermittlung des Konsuln Q. Catulus traten gaditanische Rechtskundige (publici iuris periti) zu Beginn des Sertorius-Aufstands im Jahre 78 an den Senat mit der Forderung nach Rechtssicherheit (de foedere postulaverunt) heran. Dem wurde in einem iudicium senatus stattgegeben, was die angeregte neuerliche Verschriftlichung des zwischenstädtischen Rechtsverhältnisses bewirkt haben dürfte.79

b) Inhalt

Die aus der postulatio hervorgegangene Rechtsfolge wird von Cicero alternativ wiedergegeben: Tum est cum Gaditanis f. vel renovatum vel ictum (- 34). Mithin setzen sich die Ungereimtheiten der Vereinbarung von 206 fort, und zwar nicht nur die Bindung Roms betreffend, sondern v.a. nach inhaltlichen Gesichtspunkten: so könnte die Novelle von 78 die Bestimmungen der Vorgängerregelung in toto übernommen80 oder aber modernisiert haben, was im Einzelnen offenbleiben muss.81 Gesichert ist nur, dass Gades spätestens ab 78 zur teilautonomen civitas foederata i.e.S. erstarkt war.82

So bleibt der Ausschnitt des f., mit dem Cicero argumentierte, schlechterdings die singuläre Betrachtungsgrundlage. Namentlich zog der Redner die maiestas-Klausel (cf. o. 9f) und die Zusicherung von pia et aeterna pax (- 34) für seine Zwecke heran.

III. Die streitbefangene Bürgerrechtsverleihung

Vor dem Hintergrund dieses übergeordneten Normgefüges sollen nunmehr die streitgegenständlichen Vorgänge sensu stricto behandelt werden.

1. Der Verleihungsakt und seine personellen Hintergründe

Die vornehme Herkunft des um 9583 geborenen Protagonisten L. Cornelius Balbus84 maior war im Prozess unbestritten (- 6: honestissimo loco natum esse concedis). Gleiches gilt für den im Sertorius-Krieg (um 79-72) abgeleisteten Militärdienst (- 5) zuerst unter Q. Metellus Pius, ab 76 unter C. Memmius; infolgedessen kämpfte er auch im Heer von Pompeius, der als Prokonsul nach Hispania Citerior entsandt worden war.85

Balbus‘ militärische Verdienste sollen ursächlich dafür gewesen sein, dass Pompeius ihm im Jahre 72 das römische Bürgerrecht verlieh: Donatur est igitur ob eas causas a Cn. Pompeio civitate (- 6). Diese donatio war freilich kein Einzelakt, sondern zerfiel in mehrere magistratische Verfügungen, die auch den Vater und den namensgleichen Neffen Balbus minor begünstigten.86 Diesen Personen erkannte Pompeius im Einvernehmen mit seinem prokonsularischen Beraterstab (-- 11/19/38: consilii sententia) das Bürgerrecht zu, was dem Zensus zwecks Eintragung mitzuteilen war. Letzterem Umstand kam rein deklaratorischer Charakter zu, wie Cicero andernorts aufzeigt (Arch. 11: census non ius civitatis confirmat, ac tantummodo indicat).87

Mithin war der Grundstein für den exponentiellen Werdegang des Gaditaners gelegt, der in der gebotenen Kürze zu skizzieren ist. Von Caesar während seiner Quaestur (68) in Hispania Ulterior verpflichtet, tat Balbus sich in der Folge als Feldstratege (praefectus fabrum, - 63) des späteren Diktators zuletzt in Gallien hervor und trat zudem als Repräsentant seiner Heimatstadt in Rom auf (hospes publicus, vgl. - 41). Sein sozioökonomischer Aufstieg wurde durch die Aufnahme in die noble tribus Clustumina infolge eines Klageerfolgs de ambitu befördert und kulminierte vorerst in der Adrogation seitens Theophanes von Mytilene, einem Klienten des Pompeius (- 57).88

2. Rechtsgrundlage: die lex Gellia Cornelia

Normativen Rückhalt für die donatio bot die nur durch die Balbiana tradierte lex Gellia Cornelia (LGC) des Jahres 72, ein auf die Aktionen von Pompeius im Sertorius-Krieg gemünztes Anlassgesetz der Konsuln L. Gellius Publicola und Cn. Cornelius Lentulus, welches den Feldherrn mit der Einzelbefugnis (singillatim) zu donationes civitatis virtutis causa (vgl. -- 26/37/44) nach dem beschriebenem Verfahren ausstattete.89 Die von Cicero verwendete Zeitenfolge (- 19: sint-donaverit; - 33: lata est) illustriert hierbei, dass Pompeius‘ Maßnahmen mit Wirkung ex tunc legalisiert wurden.90

Die in der lex enthaltene Ausnahmevorschrift si quid sacrosanctum est (-- 32f) verdient unter dem Aspekt ihrer streitigen Auslegung besondere Beachtung (cf. u. 15).91

D. Res ipsa declarat? - Analyse der vorgebrachten Argumente

Als Cicero zum juristischen Schwerpunkt seines Plädoyers überleitet, stellt er ein offenbar schon bei den Vorrednern bewährtes Schema in Aussicht:

-17

De lege, de foedere, de exemplis, de perpetua consuetudine civitatis nostrae renovabo ea, quae dicta sunt.

Plastisch wird hier, woraus der Advokat den Rechtsstoff seiner Argumente schöpft. Extrapoliert bedeutet dies, dass die konfligierenden Positionen von Anklage und Verteidigung (I.) zwischen den Kategorien von gesatztem Recht und der vom Herkommen geprägten, exemplifizierten Handhabung desselben alternieren.92 In dieses Raster sind die Gegenangriffe der Verteidigung (II.) ebenfalls einzupassen, um abschließend eine summarische Gewichtung (III.) zu ermöglichen.

I. Die Anklagepunkte im Lichte der ciceronianischen Repliken

Strategiebedingt disproportional gestaltet Cicero den Rekurs auf Inhalte der accusatio. Indem er ihre Details übergeht, wendet er den rhetorischen Kunstgriff άπωπλάνησις93 an. Ist somit der Blick auf Argumente der Gegenseite verstellt, bedarf es umso mehr ihrer Rekonstruktion im Spiegel von Ciceros Repliken. Dabei soll der Gang der Darstellung den Ablauf vor Gericht „simulieren“, der Verteidigung also die passiv- reagierende Prozessrolle zugedacht sein. Überdies wird ein Ansatz ineinander verschachtelter Argumentationsebenen verfolgt, und zwar von der abstrakten Norm- theorie (1-2) bis zur rechtlich akzessorischen Einzelfallanwendung (3-4).

1. Normanwendbarkeit und -kollision

Innerhalb dieser Hierarchie ist zuerst die Rechtsfrage aufgeworfen, ob die LGC im Verhältnis zum föderierten Gades überhaupt zur Anwendung gelangen konnte.

a) Das Argument „Exceptum est foedus“ (- 32)

Dies verneint die Anklage mithilfe eines zweigeteilten Argumentationsstranges, wovon Cicero nur ein Segment ausdrücklich dem A. zuschreibt: Exceptum, inquit, est foedus si quid sacrosanctum est (- 32).

(1) Formale exceptio

Der Ankläger macht hiermit geltend, dass Gades nicht dem Anwendungsbereich der LGC unterfalle, weil die im Gesetz enthaltene Bereichsausnahme (exceptio) kraft der spezifischen Rechtsnatur des f. (=sacrosanctum) greife.94 Wofür selbige „clausola di autolimitazione“95 konkret instrumentalisiert wurde, bleibt prima facie verborgen. In Anbetracht des unbestimmten Wortlauts der LGC (quid: irgendetwas) ist gar der Abschluss der Vereinbarung von 206 in Betracht zu ziehen,96 deren sacrosanctitas - substanziell im f. von 78 aufgegangen (cf. o. 12) - durch die Neuregelung bis ins Jahr 72, das Datum der donatio civitatis, transportiert würde.

Damit ließe sich jedenfalls über die bloße Geste des Respekts für die anwesenden Gaditaner97 hinaus juristisch erklären, warum Cicero in - 34 erheblichen rhetorischen Aufwand betreibt. Seine dortige Bewertung, die Vereinbarung beruhe magis fide illius populi - quam publico vinculo religionis, zielt m.E. darauf ab, die noch in der f.-Definition (- 10) durchscheinende organische Verbindung von völkerrechtlicher Treue (fides) und sakralrechtlicher Bindung (religio) aufzubrechen und somit den Eid des Marcius jeglicher sacrosanctitas zu entkleiden.98

(2) Materielle exceptio

Doch weiß die Anklage die exceptio im Weiteren materiell zu fundieren, was Cicero mit eigener refutatio gekonnt überspielt. Namentlich wird quid sacrosanctum mit dem Verweis auf weitere Abkommen (cf. o. Fn.62) konkretisiert, die wohl als Beweismittel dienten und expressis verbis folgende der LGC zuwiderlaufende Bestimmung aufwiesen:99 exceptum est, ne quis eorum civis <Romanus> recipiatur (- 32). Im Wege teleologischer Extension liest A. diese Sperrwirkung für den Bürgerrechtserwerb in die erwähnten Klauseln des römisch-gaditanischen Regelwerks hinein und gelangt folglich zu einer der LGC apriorisch entgegenstehenden Rechtsnorm.

b) Ciceros Einwände

Balbus‘ Verteidiger sucht die formale wie materielle Seite der gerügten exceptio von Grund auf zu entkräften.

(1) Erhöhte Anforderungen an „sacrosanctum“ (- 33)

Die Ausführungen zum sacrosanctum gelten vielfach100 als juristisches Herzstück der Balbiana. Paradoxerweise ist die Stelle textkritischen Bedenken ausgesetzt.101 Daher ist die dortige Definition mit derjenigen des Grammatikers Festus abzugleichen:

Fest. s.v.

Sacrosanctum dicitur, quod iure iurando interposito est institutum, si quis id violasset, morte poenas penderet. Cuius generi sunt tribuni plebis […]

-33

Primum enim sacrosanctum nihil esse potest, nisi quod populus plebesve sanxit; deinde sanctio- nes sacrandae sunt aut genere ipso poenae aut cum obtestatione et consecratione legis, caput […]

Beide Quellen stellen auf einen Normtyp ab, der durch Schwur (iusiurandum/sacramen- tum) kapitalstrafbewehrte Geltung vergleichbar der Unverletzlichkeit des Volkstribu- nats erlangte.102 Cicero belädt dieses Grundmodell der sanctio103 argumentationshalber (cf. o. 15) mit zusätzlichen sakralrechtlichen Elementen, so weist er auf das Erfordernis eines Verfluchungsritus (capitis consecratio bzw. obtestatio104 ) hin; das Ausbleiben dieser Prozedur in concreto hält er A. ironisch fragend vor (- 33: utrum-confirmas?).

Eminentes Qualifikationsmerkmal des sacrosanctum ist für den Redner freilich - Festus lässt dies offen - die direkte Beteiligung des Volkes am Erlass der sanctio. Dem wurde durch das iudicium senatus im Jahre 78 nicht Genüge getan, sodass die Historizität der These Ciceros zu ergründen ist. BRAUNERT105 hat ihren Wahrheitsgehalt bestritten, das einschlägige Diktum Sallusts (Jug. 39,3-4: Senatus […] decernit, suo atque populi iniussu nullum potuisse foedus fieri) jedoch - methodisch fragwürdig - alternativ statt sprachlich naheliegenden im kumulativen Sinne gedeutet. Es hat hiernach keine Aufweichung einer älteren Rechtsregel, sondern umgekehrt ihre Verschärfung stattgefunden: sowohl

Senat (wohlgemerkt in Form eines senatus consultum!) als auch Volk waren in die Normgebung der sanctio einzubinden.106

(2) Defizitäre Interpretation der Vertragsklauseln (-- 32/35-37)

Was die Inhaltsauslegung des f. durch den A. anbelangt, so gibt Cicero die Existenz der vorbenannten Sperrklausel zwar zu; da aber das f. Gaditanorum dazu schweige, müsse es im Gegenschluss eine donatio erlauben (- 32: ubi non est exceptum, ibi necesse est lice- re).107 Dieses Fehlen bürgerrechtsfeindlicher Vorschriften (- 32: nusquam) veranschaulicht er an den konstruierten Auslegungsversuchen der Gegenseite: weder die standardmäßige Freundschaftsklausel pia et aeterna pax noch der maiestas-Vorbehalt sind hinderlich, A. interpretiert hier praeter legem.108

Daneben fühlt sich der Advokat bemüßigt, Roms generelle maiestas zu betonen, wobei die Pauschalität seiner Aussage deren Stichhaltigkeit aushöhlt. So derogiere die LGC kollidierendes f.-Recht angeblich als lex superior/posterior (- 32: sustulisset).109

2. Zustimmungsbedürftigkeit

Auf der nächsten Argumentationsstufe ist ein Schlüsselparameter des Falles zu behan- deln, nämlich ob die Wirksamkeit der donatio an Balbus von der Mitwirkung Gades‘ abhängig war.

a) Das Dogma „nisi is populus <foederatus> fundus factus esset“ (- 19)

Darauf beruft sich der Ankläger, indem er einen entsprechenden Rechtsakt der Völkerschaft kraft ihrer Föderatenstellung für erforderlich hält.

(1) Einschub: Zum Mechanismus "fundus fieri/fundum facere"

Welche Art von Provinzialautonomie er Gades damit zumaß, ist nur zu beantworten, nachdem die eigentümliche Wendung fundum facere bzw. ihr Korrelat fundus fieri110 terminologisch hinreichend erschlossen sind.

Auszugehen ist von Ciceros bildhafter Herleitung si ea lex […] in populo aliquo tamquam in fundo resedisset (- 20). Der Vergleich gibt über eine Verankerung in fremden Rechtssystemen Auskunft, wie sie einer römischen lex zuteil wird.111

In welcher Weise diese Verankerung konturiert ist, zeigt die Analyse des Begriffs fundus, der originär die Wirklichkeit einer Agrargesellschaft abbildete, alsbald jedoch billigende Willensäußerungen eines Volkes umfasste:112

Fest. s.v.

Fundus dicitur ager, quod planus sit […]. Fundus quoque dicitur populus esse rei, quem alienat, hoc est auctor.

Gell. NA 16,3,6

neque ulla populi Romani lege adstricti, nisi in quam populus eorum fundus factus est.

Dieser bei Gellius wie in der Balbiana abgeschlossene Bedeutungswandel113 erklärt das verbleibende Nebeneinander von Handlung (facere) und Zustandsveränderung (fieri).

(2) Folgerungen

Für die causa Corneli heißt dies, dass Gades nach dem Vortrag des A. die Bestimmungen der LGC durch einen völkerrechtlichen Transformationsakt (das fundum facere) in die eigene Rechtsordnung überführen hätte müssen.114 Erst dadurch hätte sich die hispanische Stadt der Geltung dieser lex unterworfen (= adstrictus).

Das dabei zu beachtende Verfahren bleibt nach den Quellen unklar, die Einleitung wird aber Rom obliegen haben, das den provinzialen Institutionen die jeweilige lex zwecks Inkorporation antrug.115

b) Ciceros Einwände

Cicero nimmt zum Anklagepunkt fundum facere umfassend Stellung.

(1) Gewohnheitsrechtliche Zustimmungsfreiheit

Er entgegnet, dass Gades kein Wahlrecht bez. der LGC zustehe und Rom die Vorschrift einseitig durchzusetzen vermöge. Dazu löst er zunächst den Konnex zwischen fundum facere und Föderatenstatus: Nam id non magis est proprium foederatorum quam omnium liberorum (- 20).116 Dergestalt verliert die Rechtsfigur ihre spezifisch auf Gades abzielende Schlagkraft, obwohl Cicero diesbezüglich den Gegensatz foederati liberi im Vortrag des A. bewusst überzeichnet haben wird.117

Hinzu kommt, dass Cicero dank einer solchen Verallgemeinerung die Beziehungen Roms zu den Latinern für seine zentrale Replik huic generi legum fundos fieri populos non solere (- 38) als exempla nutzbar machen kann. Er unternimmt dabei, beginnend mit den erbrechtlichen leges Furia (183) und Voconia (169)118, eine Rückschau zur Praxis des fundus fieri und geht insb. auf die lex Iulia de civitate des Jahres 90 ein, die freilich in größerem Ausmaß als die LGC das Bürgerrecht proponierte.119

Der Redner baut dergestalt einen Kontrapunkt zum genus legum auf, in welches er die LGC einordnet. Gewohnheitsrechtlich sei anerkannt, dass Rom einen Bündnispartner nur dort vor die Rechtswahl stellt, wo Eigenheiten des provinzialen Rechtskreises - daher der Verweis auf Erbrecht - zu berücksichtigen sind (- 22: ut statuant ipsi non de nostris, sed de suis rebus, quo iure uti velint). Ein Mitwirkungsrecht sei aber bei vorrangiger Betroffenheit des römischen Gemeinwohls (- 22: salus/utilitas; - 24: usus rei publicae) zwingend ausgeschlossen.120

So liegt es für Cicero im Fall eines praemium wie der Bürgerrechtsverleihung an Indivi- duen, einem Instrument, das Rom im gesamten Imperium und selbst zugunsten von Sklaven (- 24: servos denique) zum Anreiz für loyales Handeln machte.121 Hier stößt der Autonomiebereich auch von Gades letztlich erneut an die weit gefasste Grenze von Roms maiestas.

(2) Hilfsüberlegung: Substitut für den Zustimmungsakt

Cicero sichert diesen stark bürgerrechtspolitisch eingefärbten Standpunkt weiter ab. Er zeigt auf, dass der allenthalben gerügte Mechanismus fundus fieri ohnehin konkludent erfüllt sei, da die Gaditaner Balbus zum hospes publicus (cf.o. 13) erklärt hatten und das Auftreten des von ihrer Seite sanktionierten A. demgemäß nicht guthießen.122

3. Magistratische Kompetenzüberschreitung?

Nach dem Gesagten konnte Pompeius ergo bei der donatio des Jahres 72 nicht gegen das f. mit Gades verstoßen - wie in - 10 impliziert - und hatte auch nicht die Zustimmung der Föderaten einzuholen. Zu thematisieren bleibt, ob er die LGC in Bezug auf Balbus rechtsfehlerfrei anwandte.

a) Das Argument „fecisse Pompeium quod ei facere non licuit“ (- 8)

Die vor diesem Hintergrund stark erodierte Position der Anklage, Pompeius habe rechtswidrig gehandelt, könnte neuerliches Gewicht erhalten, sofern man auf die Tat- bestandsmerkmale der LGC abstellt. Diesen Gedanken hat v.a. ANGELINI123 fortgeführt und der Stelle ex quo intellegi necesse est aut neminem ex sociis aut etiam posse ex foederatis (- 27) die Dichotomie von socius und foederatus entnommen. Darauf basiert seine Deu- tung, Balbus sei nach Ansicht des A. kein socius im militärischen Wortsinn („Kampf- genosse“)124 gewesen, was aber gem. der LGC den Inhalt einer donatio virtutis causa konstituiere.

Wenngleich dieser Aspekt schwerlich ohne weiteren Beleg als Element der LGC feststehen kann, so ist doch zuzugeben, dass in der Person des Balbus für das Attribut virtus i.e.S. („Mannhaftigkeit“) eine unmittelbare Teilnahme am Kampfgeschehen unter römischem Oberbefehl erforderlich gewesen sein könnte.125

b) Ciceros Einwand

Diese Angriffe gegen die Einbindung von Balbus in den Truppenverband und gewis- sermaßen gegen den „Beurteilungsspielraum“ von Pompeius als Feldherr sind umso wahrscheinlicher, als Cicero der charakterlichen Integrität beider Männer breite Ausführungen widmet.126 Einer solchen Anschuldigung wird der Redner ferner die be- kannten Präjudizien zu Verleihungsakten entgegengehalten haben, die allesamt nicht beanstandet wurden. Hervorzuheben sind die donatio von Pompeius an den Gaditaner Hasdrubal (- 51) bzw. die i.Ü. erfolgten Verleihungen an Einwohner der hispanischen Stadt (- 50), was Cicero u.a. zum Fazit nemo umquam […] (- 52) verleitet haben wird.127

II. Eigenständige Argumentationstopoi der Verteidigung

Die Verteidigung im Balbus-Prozess erwiderte nicht nur auf das Vorbringen des A., sondern schritt ihrerseits zu Attacken gegen die andere Prozesspartei.

1. Die Hyperbel „Nullius in delicti crimen vocaretur“ (- 5)

Als Quintessenz der Rede von Pompeius stellt Cicero heraus, dass Balbus vonseiten der Anklage kein Unrechtsverhalten (nullum crimen) vorwerfbar sei. Unter Häufung rhetorischer Fragen (- 7: Ubi igitur est crimen? […] Huius crimen? […] Cuius igitur?) verlagert er nicht nur den Fokus auf Pompeius als Zurechnungssubjekt, vielmehr ordnet er Balbus die Rolle des passiv „Beschenkten“ zu.128 Darüber hinaus moniert er m.E. eine Unbestimmtheit der Anklage, die nämlich unterlassen habe, Balbus ein delik- tisches Handeln unter dem Tatbestand der lex Papia (- 5: non-dicitur) förmlich anzulas- ten. Im Gegenteil betreibe sie vorrangig eine in Statusverfahren deplatzierte „Normen- kontrolle“ des gaditanischen f. (- 29: de civitatis enim iure, non de foederibus disceptamus).

2. Das Verwerflichkeitsargument: invidia

Abseits von Rechtsausführungen unterstellt Balbus‘ Advokat der Anklage ein verwerfliches Motiv: invidia. Dieser Topos prägt Ciceros rhetorisches Œuvre und wird von ihm als Grund dafür angegeben, dass ein Einschreiten von patroni in einer sonst entschiedenen Sache (- 15: causa dicta/ - 56: causa aperta) überhaupt notwendig wurde.129 Indem er einen solch emotionalisierten, infamia und flagitium gleichkommenden Vorwurf erhebt, stellt der Redner die Begründetheit jeglicher Angriffe gegen Pompeius und Balbus - die sich als Potentat bzw. vermögender civis novus der invidia ausgesetzt sahen - in Abrede und entzieht ihnen die rationale Grundlage.130

3. Voluntas

Wenn Cicero in -- 27f überdies ein Recht zum Bürgerrechtswechsel (ius mutandae civitatis) etabliert und die Unvereinbarkeit zweier Bürgerrechte allgemein darlegt, so geschieht dies vom Standpunkt des Römers (iure civili/nostro) aus, hat folglich kaum Relevanz für die Sache des Balbus. Einzig lässt sich diesem Exkurs die Bedeutung individueller voluntas abgewinnen, die bei Statusverfahren hoch zu gewichten ist.131

III. Zusammenfassung

Im Ergebnis durchschlagend, ja prozessentscheidend waren im Balbus-Verfahren die abstrakt-normativen Gesichtspunkte der Verteidigung: Rom konnte die LGC seinem Bündnispartner Gades aufoktroyieren und damit seine im f. iniquum durchscheinende maiestas demonstrieren. Das ius gentium stellte dabei mangels Unantastbarkeit des Abkommens keine Anwendbarkeitshürde dar: die donatio war in Übereinstimmung mit geltendem Recht erfolgt.

Die übrigen Argumentationsmuster (nullum crimen/invidia/voluntas) trugen wenig zu den maßgeblichen rechtlichen Wertungen bei, verfehlten aber neben den unterstützen- den exempla und dem Rekurs auf die consuetudo gewiss nicht ihren rhetorischen Zweck.

kritisierte später Balbus‘ Reichtum, während er im Prozess noch die aequitas der iudices beschwor (- 17). 131 BRAUNERT (1980), 202; PAULUS (1997), 110: „Nebelwerferei“; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 129f; zur Kontroverse um die duae civitates: SHERWIN-WHITE (1973), 295ff.

E. Schlussbemerkung

Kaum 7 Jahre nach dem Prozess hätte sich die gerichtliche Verfolgung von Balbus de iure erübrigt. Aus Gallien zurückgekehrt, zog Caesar seine Schlüsse aus der Anklage und erklärte Gades zum municipium; den Bewohnern wurde somit die civitas Romana zuteil.132 Der cursus honorum seines Günstlings hätte bei einem Schuldspruch gewiss ein jähes Ende gefunden und mitnichten darin gegipfelt, im Jahre 40 als erster gebürti- ger Nichtrömer das höchste Staatsamt (in Form des Suffektkonsulats) zu bekleiden.133

Ungeachtet persönlicher Schicksale wirken gerade die juristischen Inhalte der Balbiana im neuzeitlichen Gedankengut nach. Zwei rezeptive Erscheinungen seien abschließend herausgegriffen: So ist stilistisch unverkennbar (- 15: in universo denique iure belli atque pacis), wie stark Hugo Grotius, Naturrechtler und Pionier der Völkerrechtslehre, bei Abfassung seines Hauptwerks De jure belli ac pacis von den Implikationen der Rede durchdrungen war.134 Darüber hinaus könnte das apodiktische Haec sunt enim funda- menta firmissima nostrae libertatis, sui quemque iuris et retinendi et dimittendi esse dominum (- 31) dem Sinn nach ohne Weiteres als allgemeines Freiheitsgrundrecht in modernen Verfassungen kodifiziert sein.

1 Publ. Syr. Sententiae Nr.206 (Zuschreibung).

2 Jahreszahlen im Folgenden stets vorchristlich.

3 Vgl. nur Cic. Att. 2,9,2 (tres immoderatos homines) oder Varros verlorenen τρικάρανος (App. civ. 2,2,9).

4 GRUEN (1974), 312/50ff; FUHRMANN (1997), 794; SPIELVOGEL (1993), 140; für die causa Corneli ggf. mit Pompeius‘ optimatischer Widersachern um Q. Hortensius Hortalus gleichzusetzen (arg. -- 59f).

5 PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 19; plakativ - 63: summa amicorum copia bzw. die Apostrophe in Hirt. Gall. 8,1.

6 GARDNER (1958), 613; SÁNCHEZ (2007), Ath. 95,215.

7 Innert zeitlicher Fixpunkte (Juni 56: Cic. prov.; Januar 55: Konsulat von Pompeius und Crassus) reichen die Festlegungen von Juli (MORETTI 1970, 88; COUSIN 1969, 233) bis September 56 (SPIELVOGEL 1993, 137; BRAUNERT 1980, 193).

8 MEYER (2006), 66.

9 -- 6/65.

10 -- 2/4/7/10/15/17-20/26f/30/34/41/44/46/49/55f/59f/62/64f.

11 Wie ius (Recht-Gerichtsstätte) ist quaestio rechtsterminologisch ambivalent (Gerichtshof-Verfahren), wo- bei die 1. Var. in -- 52/65 zutage tritt; KUNKEL (1963), RE XXIV, Sp. 722f.

12 Der nuancierte Terminus (-- 1/6/15 u. passim) begegnet m.E. zuweilen untechnisch i.S.v. „Wille“/ An- sicht“ (z.B. - 55; HEUMANN/SECKEL 1907, 294ff).

13 Die Andeutung erschloss sich nur dem antiken Zuhörer (LEVENE 2001, 125f; a.A. LINTOTT2008, 207, der eine Bürgerrechtssache konstatiert; auf die Sestiana fokussiert GARDNER 1958, 629 Anm. c).

14 Pomp. D. 1,2,2,32; Cic. Brut. 106; grundlegend MOMMSEN (1899), 186ff; DULCKEIT/SCHWARZ/ WALDSTEIN/ RAINER (2014), - 12 Rn.19f; KUNKEL/SCHERMAIER (2005), 83f; historisch präziser ist quaestio ordinaria (so COŞKUN2010, 58 Anm. 81).

15 -- 48f; GALSTERER (1976), 164.

16 - 52; GRUEN (1974), 525f; ZUMPT (1869), 242.

17 Der Umbildung der q.-Landschaft durch die lex Iulia iudiciorum publicum (SANTALUCIA 1998, 189) dürfte geschuldet sein, dass Pomp. D. 1,2,2,32/Macer D. 48,1,1 eine solche q.p. nicht aufführen.

18 Denomination gem. Cic. Corn. apud Ascon. 67 (=SQUIRES 1990, 102ff); vgl. - 54, Cic. off. 3,47/Brut. 63.

19 Liv. 41,9: Quaestio […] L. Mummio praetori decreta est; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 83; MOMMSEN (1899), 858.

20 FUHRMANN (1997), 806 Anm. 47; LURASCHI (1995), SDHI 61,17,33.

21 GARDNER (1958), 618f (mit Datierung auf das Jahr 64); vgl. Cic. Arch. 10/Att. 4,18,4. 22 =HILDEBRANDT (1907), 159; vgl. Suet. Claud. 25: civitatem Romanam usurpantes.

23 COŞKUN (2010), 54f; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 73ff; WEISS (1925), RE XII/2, Sp. 2399f; ZUMPT (1869), 237/244.

24 PAULUS (1997), 105; GRUEN (1974), 267; STEEL (2001), 88.

25 arg. Cic. Arch. 10; FUHRMANN (1997), 792; COŞKUN (2010), 54f; GARDNER (1958), 618f.

26 Ungeachtet der zeitlichen Relation zur Balbiana gilt dies für die Berichte zu Terentius Culleo, M. Perper- na und Antiochus Gabinius; COŞKUN (2009), 123; GALSTERER (1976), 163; MOMMSEN (1887), 200 Anm. 1.

27 ANGELINI (1980), Ath. 58, 360 Anm. 2; kategorisch PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 91 ff.

28 GARDNER (1958), 619 bzw. 697 Anm. b) = REID (1890), 89; MORETTI (1970), 88.

29 Val. Max. 3,4,5, wiewohl fälschlich auf M. Perperna (Fn.26) rückprojiziert; COŞKUN (2010), 59 Anm. 84.

30 -- 6/7/65; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 91.

31 KUNKEL (1963), RE XXIV, Sp. 738f (v.a. 739 Z.50ff); SANTALUCIA (1998), 132; maßgeblich ist praefuerunt (- 52); MOMMSEN (1899), 859 Anm. 2 vermutet eine Vertretungskonstellation; KADEN (1912), 13 zieht sich auf den Oberbegriff für Verhandlungsleiter (quaesitor) zurück.

32 -- 7f/14/16/27/32f/36/46; unverhohlen ironisch O praeclarum interpretem iuris-emendatorem nostrae civitatis (20)/patrone foederum (25) bzw. inkriminierend imperitissime dictum (27)/quis est tam demens (43); näher BARBER (1997), 27ff; PLATSCHEK (2008), SZ 125,869,872; KADEN (1912), 11.

33 -- 5f/19/42; Cicero bedient sich dazu des Litotes: accusator non negat (6)/quod negat nemo (5).

34 BRAUNERT (1980), 194; PAULUS (1997), 108; zu - 42 cf. u. 7.

35 arg. - 54: maiora praemia ≈ praemium civitatis als denkbare Regelungsmaterie der lex Papia; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 95 A.32; ELOUT (1828), 81f; REID (1890), 11; LOUTSCH (1994), 358f.

36 Aktivlegitimiert war jedenfalls nicht Gades als Kollektiv, wie Cicero mit dem Irrealis si Gaditani contra me dicerent (- 38) klarstellt; ZUMPT (1869), 241; GREENIDGE (1901), 426.

37 Angesichts von Balbus‘ Lebensmittelpunkt in Rom (FUHRMANN 1997, 794; arg. - 58: me absente) ohne vorgängige postulatio rei; KUNKEL (1963), RE XXIV, Sp.755ff; SANTALUCIA (1998), 165ff.

38 Politisches Kalkül gebot die Anklage vor Erneuerung des Triumvirats auf der Konferenz von Lucca (MÜNZER 1900, RE IV/1, Sp.1263; PERIÑÁN GÓMEZ 2011, 98; a.A. BRAUNERT 1980, 193f).

39 KUNKEL (1963), RE XXIV, Sp.759/763f. Die erst nach der Balbiana in den Prozess eingebrachten Beweis- mittel der Anklage unterliegen erheblichen Unsicherheiten. Randbemerkungen Ciceros (- 14: mediocres homines/ librarioli; - 19: tabulae publicae) suggerieren eine vorbereitungsintensive Beweisführung mit Zeugen und Schriftstücken (PERIÑÁN GÓMEZ 2011, 132f; HANCHEY [2012/3], CJ 108,159,173).

40 ≈ Suet. Claud. 15.

41 GREENIDGE (1901), 474; KUNKEL (1963), RE XXIV, Sp. 762.

42 HARRIES (2001), 159; COUSIN (1969), 214.

43 LEVENE (2001), 124; LOUTSCH (1994), 362f.

44 BARBER (1997), 7; nicht zuletzt rhetorischer Defizite (Cic. Brut. 233: nullus flos tamen neque lumen ullum; GRUEN 1974, 69) halber nur in -- 17/50 erwähnt.

45 Bezugnahmen auf Pompeius sind denkbar zahlreich: -- 1f/4-17/19/32f/38/40/51/59/64f; SPIELVOGEL (1993), 137; BARBER (1997), 16ff; KADEN (1912), 12 setzt Pompeius‘ Rede fälschlich an den Anfang - zu subsidiären Motiven der Mandatsübernahme durch Cicero s. MASCIANTONIO (1967), CW 61,134 [135f].

46 So BRUNT (1982), CQ 32,136 ,137- zu einer „nagging suspicion“ LEVENE (2001), 124.

47 PAULUS (1997), 112.

48 PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 134; ANGELINI (1980), Ath. 58,360,364.

49 GARDNER (1958), 620 = BRUNT (1982), CQ 32,136.

50 NH 7,136; S. PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 135.

51 Val. Max. 3,4,5 (cf.o. 4); Suet. Claud. 25.

52 Der Mechanismus begegnet zuerst bei Cic. Top. 18/29; THOMAS (1976), 405f/469; KASER (1971), 235.

53 Gai. D. 4,5,1 ~ inst. 1,159; a.A. LEVY (1961), SZ 78,142 [169ff], der zu Recht status civitatis - angeführt sei nur libertate, id est civitate (- 24) - als ahistorisch verwirft, aber die Dreigliedrigkeit der capitis deminutio in Paul. D. 4,5,11 verkennt; THOMAS (1976), 469f.

54 MOMMSEN (1899), 204/859; WEISS (1925), RE XII/2, Sp.2399; s. FUHRMANN (1997), 792: „strafprozeßartig“.

55 Gai. inst. 1,161 mit dem Extrem aquae et ignis interdictio; GREENIDGE (1901), 509ff; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 88/143.

56 -- 1/6/19.

57 Anders etwa REID (1890), 15; STEEL (2001), 99; ELOUT (1828), 65.

58 Das mit alio loco (- 1) korrelierende ut a principio dixi (- 59) zeigt, dass Cicero die Rede zu beschließen gedenkt; a.A. FUHRMANN (1997), 798 (ab - 58); KADEN (1912), 62f (ab - 60); LOUTSCH (1994), 361 (ab - 64).

59 Zu Balbus (-- 5f/56f), Pompeius (-- 2-4; 9-16) und einer ἀ̟οθέωσις gleichkommend zu Marius (-- 46- 49); BARBER (1997), 131f; HANCHEY (2012/3), CJ 108,159 [166f]; im hiesigen Zusammenhang müssen diese Redeteile mangels juristischer Substanz nahezu komplett außer Betracht bleiben.

60 Zum Ganzen: BARBER (1997), 129ff; LOUTSCH (1994), 359ff.

61 FUHRMANN (1997), 795; vgl. BRUNT (1982), CQ 32,136,137.

62 Neben Gades (bes. -- 34/39) verteilen sich die foedera auf: Herakleia/Neapel (- 21); Marseille/Sagunt (- 23); Oberitalien/Helvetien/Illyrien/Gallien (- 32); Umbrien (- 46); Ravenna/Avignon (- 50); Velia (- 55). Selbst archaische Bsp. wie das f. Cassianum v. 493 (- 53) und der mythische Sabinerbund Romulus‘ (- 31) werden bemüht; FUHRMANN (1997), Anm. 17/27/29/45/50/54/59.

63 NÖRR (1989), 15/102f/113 m.N. (Varro l.l. 5,15); ZIEGLER (1972), ANRW I/2, 90 u. passim.

64 MEDICUS (1967), DKP II, Sp.587; JONES (1971), TR 39,513/519.

65 ZIEGLER (1972), ANRW I/2, 86ff; diff. MOMMSEN (1887), 591; dem steht mit GALSTERER (1998) DNP IV, Sp. 580f nicht entgegen, dass eine societas o.ä. Ausfluss eines f. sein kann (nicht aber: muss).

66 DULCKEIT/SCHWARZ/WALDSTEIN/RAINER (2014), - 21 Rn.14ff; GALSTERER (1998), DNP IV, Sp.580f; inwie- weit die senatus auctoritas anstelle des Volksschlusses Platz griff (-- 34f; BRAUNERT 1969, 205.; ZACK 2001, 196), wird näher (cf. u. 16) untersucht.

67 JONES (1971), TR 39,513f; COUSIN (1969), 223; MEDICUS (1967), DKP II, Sp. 588.

68 Diese Übersetzung ist m.E. gerade bei f. iniqua dem üblichen „Staatsvertrag“ (vgl. HEUMANN/SECKEL

1907, 225) vorzuziehen, das wegen der Konnotation einer vollautonomen Gebietskörperschaft irreführt.

69 Liv. 28,37,10: Gaditani Romanis deduntur; App. Ib. 37; HÜBNER (1910), RE VII/1, Sp. 439/444/454; ELOUT (1828), 17; Verbindungen zu Karthago legt Cicero mit dem Attribut Poenorum (-- 32/39) offen.

70 SCHMITT (1969), 279 (mit Datierung auf 205); a.A. COUSIN (1969), 230: separate Vertragsstufen (212/206).

71 - 34: duo fulmina […] Liv. 25,34; HÜBNER (1910), RE VII/1, Sp. 455; FUHRMANN (1997), Anm. 33; vehement MASCHKE (1906), 28f.

72 SCHMITT (1969), 279; NÖRR (1989), 41; näher BADIAN (1954), CP 49,250f bzw. PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 41f (dort als Protest verstanden).

73 NÖRR (1989), 16ff/40ff; a.A. ZIEGLER ANRW I/2, 94f; PAULUS (1997), 111; vgl. Liv. 1,38.

74 DULCKEIT/SCHWARZ/WALDSTEIN/RAINER (2014), - 21 Rn. 12, wonach die restitutio faktisch im Abzug der Truppen (199) zu sehen wäre.

75 BRAUNERT (1980), 204; FUHRMANN (1997), Anm. 33; ZIEGLER ANRW I/2, 93f m.N. (Liv. 9,9,5): nur für den Feldherrn verpflichtend; a.A. ZACK (2001), 201f, der die ewige Bindung vom Fetialen- auf den Feldherrneid überträgt und wider den Satz nullum populi nostri iussum (- 38) argumentiert.

76 NÖRR (1989), 41/47 Anm. 65; implizit BADIAN (1954), CP 49,250,252; zur unklaren Rechtsstellung von Gades im Zuge der restitutio s. PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 39ff (civitas libera/foederata).

77 Dem mit Bedacht gewählten dicitur (- 34) bzw. veterem illam speciem (- 39) ist m.E. kein „gravierender Mangel an Präzision“ (PAULUS 1997, 111) anzusehen. Einen ratifizierten f. im klassischen Sinne (cf. o. 9) meint Cicero jedenfalls nicht.

78 - 24; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 42 u. passim: f. Gaditanus [sic!].

79 -- 34f/39; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 49; HARRIES (2004), 159; BRAUNERT (1980), 192.

80 MASCHKE (1906), 29; s. SCHMITT (1969), 279 bez. der maiestas-Klausel.

81 Treffendes Fazit bei PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 53: „En cuanto al contenido del tratado romano-gaditano, […], la cortedad de las fuentes impiede llegar al esclarecimiento de muchas cuestiones clave“.

82 FUHRMANN (1997), 793; allg. SHERWIN-WHITE (1973), 185ff; Autonomievorbehalte für Gades indiziert ipsorum permissu (- 43; SCHMITT 1969, 279; NÖRR 1989, 41 Anm. 18).

83 PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 20; a.A. etwa GARDNER (1958), 613.

84 Zur Diskussion um Balbus‘ latinisierte tria nomina und insb. das cognomen LAMBERTY (2005), 156; MÜNZER (1900), RE IV/1, Sp. 1261 (Baal-Kult/Berg); REID (1890), 5 (T. Ampius Balbus).

85 MORETTI (1970), 83f; LAMBERTY (2005), 155f; s. Plut. Pomp. 17,4; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 64.

86 MÜNZER (1900), RE IV/1, Sp.1261; MASCIANTONIO (1967), CW 61,134; GARDNER (1958), 614; SHERWIN- WHITE (1973), 301 u. ANGELINI (1980), Ath. 58,360,361 datieren abweichend. Die hiesige Prämisse beruht konsistent auf dem Kriegsende.

87 Arch. 11; PAULUS (1997), 107f; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 67; SHERWIN-WHITE (1973), 314; nach dem 5-Jahres- Turnus (lustrum) kann die Eintragung frühestens im Jahre 70 erfolgt sein.

88 REID (1890), 6f; MASCIANTONIO (1967), CW 61,134f; LAMBERTY (2005), 157ff; die Adoption durch Theopha- nes (vgl. Cic. Arch. 24) resultierte in einem agnatischen Erbrecht von Balbus: propinquorum suorum hereditates adsecutus (- 57 - zu Unklarheiten KADEN 1912, 37ff).

89 MORETTI (1970), 84; TODISCO (2011), 477; vgl. LURASCHI (1995), SDHI 61,17,31; nach Cicero lautet der „Te- nor" der LGC: CIVES ROMANI SINT II, QUOS CN. POMPEIUS DE CONSILII SENTENTIA CIVITATE DONAVERIT (- 19).

90 MOMMSEN (1887), 135 Anm. 5; KADEN (1912), 4; a.A. nur ANGELINI (1980), Ath. 59,360,366.

91 - 41.

92 Vgl. HARRIES (2004), 155ff m.N.; PLATSCHEK (2008), SZ 125,869,872.

93 ANGELINI (1980), Ath. 58,360,368; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 99.

94 HARRIES (2001), 160; a.A. (kein Normzitat) BADIAN (1988), M. Helv. 45,203 [210 Anm. 15], der die Emen- dation si quid zum Handschriftenbefund si quidem zurückführen möchte; dagegen REID (1890), 106.

95 ANGELINI (1980), Ath. 58,360,363.

96 Unschädlich ist, dass A. „foedus“ zum Gegenstand der exceptio erhebt, da an seine zuhauf gescholtene Rechtsunkenntnis (süffisant - 32: Ignosco tibi […]; cf. o. Fn.32) kein technischer Maßstab anzulegen ist.

97 - 34: Nec vero oratio mea ad infirmandum foedus Gaditanorum; PAULUS (1997), 111; BARBER (1997), 106/144.

98 Implizit ZACK (2001), 190ff [bes. 191]; BRUNT (1982), CQ 32,136,140 rückt von dem Schwur per se ab.

99 HANCHEY (2012/3), CJ 108, 159 ,172; TODISCO (2011), 481; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 133; umfassende Belege leistet SÁNCHEZ (2007), Ath. 95,215 [250ff], dem (ibd. 269) beizupflichten ist, dass die exceptio den Föderierten auf Antrag zugutekam.

100 BRAUNERT (1980), 203: „Haupttrumpf“; BARBER (1997), 143: „strongest argument in the entire speech“.

101 Für die einleitende rhetorische Frage folge ich der generischen Korrektur in quo zu in qua <rogatione> (BADIAN 1988, M. Helv. 45,103117; BRUNT 1982, CQ 32,136 [140 Anm. 20]).

102 KUNKEL/SCHERMAIER (2005), 30; MASCHKE (1906), 26 in Anknüpfung an die archaische lex sacrata.

103 GARDNER (1958), 669 Anm. a); HEUMANN/SECKEL (1907), 525; vgl. Cic. Arch. 31.

104 REID (1890), 76f; PAULUS (1997), 112; COUSIN (1969), 225;

105 Ibd. (1980), 205: keine Kontinuität zu Polyb. 6,13f; FUHRMANN (1997), 797; ähnlich MASCHKE (1906), 33.

106 So BRUNT 1982, CQ 32,136 [139f].

107 BARBER (1997), 103f; PLATSCHEK (2011), SZ 128,869,872.

108 ZIEGLER (1972), ANRW I/2, 88; REID (1890), 19/79; Cicero trägt vor (- 36), der Ansatz comiter = communi- ter sei absurd und bestreitet jeden Erklärungsbedarf (HARRIES 2001, 160; BRUNT (1982), CQ 32,136,142).

109 Nach SÁNCHEZ (2007), Ath. 95,215,218 ist mit Blick auf Liv. 7,7,15 (=XII tab. 12,5) letzteres plausibel; kritisch CUENA BOY (2010), 185f.

110 Die Abwandlung durch das Deponens kommt in -- 20-22/38/42/48 vor.

111 HAMMOND (1951), HSCP 60,147,159; BRAUNERT (1980), 199; aA BARBER (1997), 93: „mistaken etymology“.

112 Vgl. Flor. D.50,16,211; CUENA BOY (2010), 167ff mit Würdigung von Plaut. Trin. 1123/Truc. 1727 (darauf gestützt FUHRMANN 1997, Anm. 16: „Garant“); GALSTERER (1976), 133 im Anschluss an Max Weber; HAMMOND (1951), HSCP 60,147 [160f].

113 COUSIN (1969), 218ff geht der weiteren Bedeutung „Grundstückseigentum“ nach.

114 CAPOGROSSI COLOGNESI (2000), 149f; HARDY (1917), CR 31,132; konzeptionell quasi ein „legal transplant“.

115 CUENA BOY (2010), 171f; CAPOGROSSI COLOGNESI (2000), 151f.

116 HARRIES (2001), 160f; BRUNT (1982), CQ 32,136,142.

117 BARBER (1997), 92f; BRAUNERT (1980), 198f weist mit Recht auf die fehlende Verifizierbarkeit hin.

118 - 22; HARRIES (2001), 161; REID (1890), 66f.

119 BRUNT (1982), CQ 32,136 [143f]; richtig HARDY (1917), CR 31,132 [133f], der einen fundus-Vorgang für alle 3 Gesetze annimmt; das unbedarfte adsciscere (-- 20f) steht dem gerade nicht entgegen.

120 In diese Richtung CUENA BOY (2010), 175f; SÁNCHEZ (2007), Ath. 95,215 [227ff]; die Ansicht vertrat wohl schon der Advokat L. Antistius (- 48), wobei der Geist liberaler Vergabepraxis der civitas auch dem Hannibal in den Mund gelegten Ennius-Zitat (- 51) anzumerken ist (GARDNER 1958, 697 Anm. a).

121 PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 121; PAULUS (1997), 110; zum Ganzen: BRAUNERT (1980), 200f.

122 PAULUS (1997), 112f; BARBER (1997), 76.

123 Ders. (1980), Ath. 58,360 [365ff].

124 Vgl. HEUMANN/SECKEL (1907), 544.

125 PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 65/107f zu - 23; s. BARBER (1997), 10.

126 Cf. o. Fn.8; zu ingenium und auctoritas HANCHEY (2012/3), CJ 108,159 [168ff].

127 PAULUS (1997), 113; ELOUT (1828), 85; mit SANTANGELO (2010), Philo. 154,145f gelange ich in - 50 zur Lesart uiros statt servos.

128 PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 114f/119f; STEEL (2001), 99; BARBER (1997), 21.

129 BARBER (1997), 34 Cic. or. 2,209: acerrimus longe sit omnium motus invidiae; FUHRMANN (1997), 795.

130 -- 15/18/56f; PÖSCHL (1983), 11ff; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 22/124f; Cicero (Att. 7,7,6: Balbi horti) kritisierte später Balbus‘ Reichtum, während er im Prozess noch die aequitas der iudices beschwor (§ 17).

131 BRAUNERT (1980), 202; PAULUS (1997), 110: „Nebelwerferei“; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 129f; zur Kontroverse um die duae civitates: SHERWIN-WHITE (1973), 295ff.

132 Cass. Dio 41,24,1; HÜBNER (1910), RE VII/1, Sp.456; PERIÑÁN GÓMEZ (2011), 32.

133 Plin. NH 7,136; MASCIANTONIO (1967), CW 61,134[137].

134 ZIEGLER (1972), ANRW I/2, 110.

Details

Seiten
34
Jahr
2017
ISBN (Buch)
9783668566958
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v379707
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
16,0 Punkte
Schlagworte
Prozessrede ius gentium Bürgerrecht Cicero Romanistik Altertumswissenschaft foedus Provinzialrecht

Autor

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Titel: Ciceros Rede für Lucius Cornelius Balbus