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Didaktikische Grundprobleme. Welche Möglichkeiten hat eine Lehrkraft um guten Unterricht zu gestalten?

Hausarbeit 2012 16 Seiten

Didaktik - Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist guter Unterricht?

3. Anforderungen an guten Unterricht

4. Gütekriterien nach Hilbert Meyer
4.1. Zehn Merkmale guten Unterrichts

5. Gütekriterien nach Andreas Helmke
5.1. Aufführung der Gütekriterien

6. Schlussreflexion

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, was guter Unterricht ist und wie guter Unterricht durchgeführt werden kann.

Ausgehend von der schlechten PISA Studie 2000, rückte der Unterricht als zentraler Faktor der Schule, sowie dessen Qualität zunehmend in den Fokus der nationalen Bildungspolitik, der interessierten Öffentlichkeit und nicht zuletzt der Lehrkräfte. Die Folge war eine Schwemme von einschlägigen Ansätzen, Broschüren, Gebrauchsanweisungen etc., welche zur Verfügung gestellt wurden.

Zwei Autoren, auf die sich in diesem Zusammenhang häufig bezogen wird sind Andreas Helmke und Hilbert Meyer. Hilbert Meyer versucht realistische Ansprüche an guten Unterricht auszuformulieren und daraus Ratschläge für die Praxis abzuleiten. Andreas Helmke hat Merkmale für guten Unterricht skizziert und formuliert.

Auf beide Autoren wird im weiteren Verlauf der Arbeit noch näher eingegangen insbesondere bei der Erörterung welche Möglichkeiten einer Lehrkraft zur Verfügung stehen guten Unterricht zu gestalten.

Meiner Meinung nach gibt es nur eine wirkliche Möglichkeit schlechte Bildungsergebnisse zu korrigieren, und das ist eine Verbesserung der Qualität des Lernens und Lehren“ [1] .

Die von der Wirtschaft geforderten Qualifikationen wie Eigeninitiative, Kommunikationsfähigkeit oder Teamfähigkeit sollten Einzug in die Bildungsstandards erhalten. Verängstigte Eltern beklagen nicht hinreichende Fähigkeiten der Kinder hinsichtlich der Anforderungen von Beruf und Universität.

Eine Weiterentwicklung des Unterrichts ist also nicht von der Hand zu weisen und sollte immer im Auge behalten werden.

2. Was ist guter Unterricht?

Unterricht stellt einen geplanten Lehr- bzw. Lernprozess für Gruppen oder Klassen von Schülern dar.

Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Handlungsweisen und Einstellungen sollen dadurch vermittelt und erlernt werden. Die häufigste und bekannteste Form des Unterrichts ist der Schulunterricht, auf welchen in dieser Hausarbeit eingegangen wird.

Um den Unterricht möglichst effizient zu nutzen, erfolgt dieser in der Regel strukturiert und mit verschiedenen Methoden, welche später gesondert aufgezeigt werden.

In der Regel wird Frontalunterricht praktiziert, wobei der Lehrer vor der Klasse steht und auf diese einwirkt. Ein derartiger Unterricht sollte durch Partner- und Gruppenarbeiten, Referate oder Präsentationen abwechslungsreicher gestaltet werden, um dadurch die Aufmerksamkeit und das Interesse der Schüler zu erhöhen.

Für einen erfolgreichen Unterrichtsverlauf ist darauf zu achten, dass die Planung und Organisation des Lehrenden in Bezug zu den Lernvoraussetzungen der Schüler stehen. Der Lernfortschritt wird in der Regel durch Lernkontrollen überprüft, um den Wissenstand der Klasse zu ermitteln.

Im frühen 17. Jahrhundert wurde der Unterricht überwiegend dazu genutzt, die Schüler durch Disziplin und Kontrolle zu formen. Vermittlung von Werten anstatt Wissen, von Unterwerfung statt Selbstvertrauen und Sanktionen statt Unterstützung, waren damals primäre Ziele des Unterrichts.[2]

3. Anforderungen an guten Unterricht

Es gibt keinen Unterricht, der „an sich“ gut ist. Vielmehr müssen vier Fragen beantwortet werden:

1. Für WEN Unterricht gut sein soll.
2. Für WELCHE Fächer er bestimmt ist.
3. Für WELCHE Zielsetzungen die Kriterien gelten sollen.
4. WOFÜR er überhaupt taugen soll,-welche Funktion ihm bei der Qualitätssicherung zukommen kann.

Das bedeutet, dass die Gütekriterien für alle Schülerinnen und Schüler aller Schularten, Herkunft und Entwicklung, für alle Schulfächer, -stufen und –formen gelten sollen. Gleichzeitig sollen dabei sowohl das kognitive als auch das affektive Lernen der Schüler gefördert werden. Dazu sollen die Gütekriterien zur Analyse des täglichen Unterrichts genauso geeignet sein, wie zur individuellen Beurteilung und zur Bewertung im Kollegium.

Guter Unterricht weist unter diesen Bedingungen folgende Kriterien auf, die nachfolgend besonders hervorgehoben werden:[3]

- Er zeichnet sich durch eine demokratische Unterrichtskultur aus. Der Unterricht soll den heranwachsende bei der Entwicklung zur Mündigkeit und Solidarität helfen. Um das zu erreichen muss der Unterricht selbst demokratisch gestaltet werden, indem man beispielweise die Schwächeren gestärkt ohne die Leistungsstärkeren zu behindern.

- Guter Unterricht basiert auf der Grundlage des Erziehungsauftrags. Die Stärke des schulischen Unterrichts ist die Verknüpfung vom fachlichen Lernen mit dem Erziehen. Das Ziel der Erziehungsarbeit liegt darin, dass Lernende und Lehrende gemeinsam Verantwortung für den Lehr- Lern- Prozess übernehmen. Kein unterrichten ohne erziehen.

- Weiterhin verfolgt guter Unterricht das Ziel eines gelingenden Arbeitsbündnisses.

Ein Arbeitsbündnis stellt einen didaktisch-sozialen Vertag zwischen dem Lehrer und Seinen Schülern dar.[4]

Hier besteht die Forderung zu einem Einverständnis zwischen Lehrer und Schülern, die allgemeinen im Unterricht geltenden Rechte und Pflichten anzuerkennen und die zu erbringenden Leistungen zu konkretisieren.

- Er weist eine sinnstiftende Orientierung auf. Guter Unterricht soll die Urteilskraft und Persönlichkeit der Schüler stärken, damit sie ihre persönliche Entwicklung erfolgreich bewältigen können.

Schließlich leistet guter Unterricht einen Beitrag zur nachhaltigen Kompetenzentwicklung der Schüler.

Gemeint ist damit eine Anleitung zum systematischen Aufbau des Wissens und Könnens. Bei all den Anforderungen an guten Unterricht, darf der eigentliche Bildungsauftrag des Unterrichts in der stützenden und gleichzeitig fordernden Unterrichtsgemeinschaft nicht zu kurz kommen. Zudem müssen auch entsprechende Freiräume und Zeiten für Übung, Anwendung und Vertiefung eingebaut werden. Guter Unterricht zeigt neben der Schüler- auch eine Lehrerorientierung. Die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit im Beruf sollte die bedrohliche Burn-out Gefahr eindämmen. Bleibt nach dieser Erläuterung der Arbeitsdefinition dennoch die Frage: Was ist guter Unterricht? Anhand dieser Aussagen wird noch nicht klar, wie konkret guter Unterricht gelingt, sie ist also nur unterrichtspraktisch zu nutzen.[5]

Welche Forschungsansätze die Erziehungswissenschaft verfolgt, sollen im Folgenden mithilfe der „Zehn Merkmale guten Unterrichts“ von Hilbert Meyer dargestellt werden.[6]

[...]


[1] Weinert, F.E. 2000, S.4.

[2] Foucault, M.: 1974, S.181.

[3] Meyer, H.: 2004, S. 11.

[4] Meyer, H.: 2004, S. 130.

[5] Meyer, H.: 2004, S. 11ff.

[6] Meyer, H.: 2010, S. 23.

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668567344
ISBN (Buch)
9783668567351
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v379744
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2-
Schlagworte
Didaktische Grundprobleme

Autor

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