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Die betriebswirtschaftliche Relevanz des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Seminararbeit 2005 26 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Das betriebliche Gesundheitsmanagement
2.1 Der Gesundheitsbegriff im Sinne des BGM
2.2 Erklärungsansatz und Definition
2.3 Ansätze, Bereiche und Aufgaben des BGM
2.3.1 Ansätze des BGM
2.3.2 Hauptbereiche des BGM
2.3.3 Aufgaben des BGM
2.4 Zusammenfassung

3. Die betriebswirtschaftliche Relevanz des BGM
3.1 Betriebswirtschaftlich relevante Nutzenpotentiale des BGM
3.2 Problematik der Nutzenbewertung

4. Effizienzoptimierung und Wirtschaftlichkeitsnachweis von BGM Maßnahmen
4.1 Prinzip der Effizienzbestimmung
4.2 Erweiterte Wirtschaftlichkeitsanalysen (EWA)
4.3 Betriebliches Gesundheitsmanagementcontrolling (BGMC)

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit

Die betriebswirtschaftliche Gegenwart und in noch stärkerem Maße die Zukunft, sind durch zunehmenden nationalen und vor allem globalen Wettbewerb gekennzeichnet. Dies bedingt für Unternehmen unter anderem, die Erreichung hoher Leistungs- und Qualitätsstandards um eine konkurrenzfähige Position zu sichern respektive einzunehmen. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der in den Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter wird hierbei immer mehr als elementare Vorraussetzung für die oben genannten Anforderungen und damit für den Unternehmenserfolg verstanden.[1] Denn Leistungsbereitschaft, Flexibilität und Innovationsfähigkeit eines Menschen hängen unmittelbar von seiner physischen und psychischen Gesundheit ab. In dieser Erkenntnis liegt somit auch die Begründung für den systematischen Umgang, also dem Management, der Ressource Gesundheit im Unternehmen. Dies gilt nicht zuletzt auch vor der Erkenntnis, dass die technischen und organisatorischen Möglichkeiten, die Produktion effizienter zu gestalten weitestgehend ausgereizt sind und der Leistungsgrad der Mitarbeiter somit zum entscheidenden Faktor für die Produktivität wird.[2] Das betriebliche Gesundheitsmanagement (im folgenden BGM) stellt hierbei ein adäquates Instrument dar, mit dessen Hilfe eine ganzheitliche und nachhaltige Verbesserung der Gesundheitssituation im Unternehmen bewirkt und somit ein Beitrag zum langfristigen Unternehmenserfolg geleistet werden kann. Dieses Managementkonzept soll in nachfolgender Arbeit vorgestellt werden. Insbesondere wird dabei auf dessen konkrete, betriebswirtschaftliche Erfolgspotentiale eingegangen. Des weiteren wird die Problematik der Wirtschaftlichkeitsbewertung von Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter erläutert, um anschließend geeignete Instrumente für den Wirtschaftlichkeitsnachweis sowie zur effizienten Steuerung eines BGM zu identifizieren.

1.2 Aufbau der Arbeit

Diese Seminararbeit ist in vier Kapitel untergliedert. Die Einleitung stellt zunächst die Problemstellung und das Ziel der Arbeit vor. Das zweite Kapitel erläutert das BGM und dessen Gesundheitsverständnis. Es stellt dessen Aufgaben, Ansätze und Bereiche vor. Anschließend befasst sich Kapitel drei mit den betriebswirtschaftlichen Nutzenpotentialen von BGM Maßnahmen und der Problematik ihrer Kosten- Nutzen Bewertung. Kapitel vier erläutert, wie die Wirtschaftlichkeit von BGM- Maßnahmen untersucht und das gesamte BGM- System nachhaltig und effizient gesteuert werden kann. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit.

2. Das betriebliche Gesundheitsmanagement

2.1 Der Gesundheitsbegriff im Sinne des BGM

Das betriebliche Gesundheitsmanagement, im folgenden BGM, verfolgt ein umfassendes Verständnis des Gesundheitsbegriffes. Abgrenzend zum Gesundheitsverständnis der herkömmlichen Medizin, welches sich primär auf die Abwesenheit bzw. Heilung von Krankheiten bezieht ist der Anspruch des BGM darüber hinaus ein vollkommenes Wohlbefinden bei den Mitarbeitern zu etablieren und richtet sich somit nach der liberalen Gesundheitsdefinition der WHO, welche Gesundheit als „den Zustand eines vollkommenen, körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen“ definiert. Dies bedingt, das BGM neben der physischen vor allem die psychische und soziale Gesundheit bei der Belegschaft erhalten und fördern muss. Denn so wichtige betriebswirtschaftliche Erfolgsfaktoren wie Leistungsbereitschaft, Flexibilität, Kreativität und Innovationskraft hängen nicht ausschließlich von der körperlichen Gesundheit, sondern in starkem Maße auch vom geistigen und sozialen Wohlbefinden des Menschen ab.[3] Nur durch dieses umfassende Verständnis kann Gesundheit zum Gewinnfaktor im Unternehmen werden. Deutlich wird dies, wenn man bedenkt, dass Unternehmen mit motivierten, zufriedenen Mitarbeitern und einer partnerschaftlichen Unternehmenskultur, im Allgemeinen die niedrigsten gesundheitsbedingten Fehlzeiten- und somit Kosten vorweisen können.

2.2 Erklärungsansatz und Definition

Jedes Unternehmen ist rechtlich dazu verpflichtet, im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen, welche sich meistens im traditionellen Arbeitsschutz niederschlagen, für die Sicherheit und Gesundheit seiner Arbeitnehmer zu sorgen. Darüber hinaus stellt das BGM ein Managementkonzept dar, welches die Gesundheit der Mitarbeiter nicht ausschließlich als rechtlich vorgeschriebene Notwendigkeit betrachtet. Es will durch aktive und zielführende Maßnahmen des modernen Arbeits- und Gesundheitsschutz (im folgenden AGS) sowie der Gesundheitsförderung alle Bereiche des betrieblichen Geschehens die gesundheitsrelevant sind, respektive sein könnten, förderlich für das Wohlbefinden, die Gesundheit und folglich die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter entwickeln.[4] Rechtfertigung findet dieser Ansatz durch die Tatsache, dass die Mitarbeiter die wichtigste Ressource im Unternehmen darstellen und speziell deren Gesundheit und daraus resultierend ihre Leistungsfähigkeit, als wichtiger Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg verstanden wird.[5] Weiteres Merkmal des BGM ist, dass es als Führungsaufgabe verstanden und gelebt wird und somit Teil der Unternehmensstrategie ist. Denn wichtige Vorraussetzung für die erfolgreiche Implementierung, Funktionalität und Nachhaltigkeit eines BGM, ist die Verpflichtung der Unternehmensführung, zur Gesundheit der gesamten Organisation. Nur so kann gewährleistet werden, das sich Gesundheit zum integrativen Bestandteil und Ziel des Unternehmens entwickelt und gleichermaßen das Management gesundheitsförderlicher Prozesse ermöglicht wird.[6]

Somit ist „betriebliches Gesundheitsmanagement die bewusste Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten. BGM bedeutet, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als strategischen Faktor in das Leitbild und die Kultur sowie in die Strukturen und Prozesse der Organisation einzubeziehen. Es handelt sich somit um eine Managementaufgabe“[7]

Jancik versteht unter BGM das gezielte und bewusste Einarbeiten gesundheitsfördernder, krankheitsvorbeugender und Heilung unterstützender Strategien, Strukturen und Prozesse in das allgemeine Management, die Führungsstrategie und den Führungsstil.[8]

Nach Rudow ist BGM „ein System von Programmen, Maßnahmen und Methoden des Arbeitsschutzes und der Personalpflege im Unternehmen, das der Gesundheit der Beschäftigten dient. Im Focus stehen die Vorbeugung von arbeitsbedingten Erkrankungen sowie vor allem die Erhaltung und die Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit“.[9]

2.3 Ansätze, Bereiche und Aufgaben des BGM

Aus den oben getätigten Aussagen werden im folgenden die Anwendungsgebiete respektive die Ansätze des BGM identifiziert. Anschließend werden die Instrumente des BGM, mit denen diese Ansätze erfolgreich entwickelt werden sollen, dargestellt und die Hauptaufgaben des BGM beschrieben.

2.3.1 Ansätze des BGM

- Die Person

Hier wird vor allem mit dem Instrument der Personalpflege versucht, die körperliche und geistige Gesundheit, also das Wohlbefinden sowie die Arbeitszufriedenheit des Mitarbeiters zu erhalten und zu fördern. Des weiteren soll die Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit, welche eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches BGM darstellt, durch die Förderung seines Gesundheitsverhaltens und Gesundheitsbewusstseins manifestiert werden.

- Die Arbeitssituation

Hier gilt es, die Arbeitsaufgaben und –bedingungen so zu gestalten, das sie sich förderlich auf die Gesundheit des Mitarbeiters auswirken. Erreicht werden soll dies mit Hilfe des Arbeitsschutzes.

- Die Organisation

Durch Organisationsgestaltung soll eine Unternehmenskultur geschaffen werden, welche die Gesundheit als Wert, Norm und Ziel der Organisation betrachtet und folglich von allen Beschäftigten wahrgenommen, erlebt und gelebt werden kann.[10] Denn nicht nur einzelne Unternehmensbereiche sondern die Organisation als Ganzes hat Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter.[11] BGM ist somit auch ein Konzept der Organisationsentwicklung und weist enge Verbindungen zu anderen Organisationsentwicklungskonzepten wie dem TQM, Lean Production, dem KVP und der lernenden Organisation auf.[12]

2.3.2 Hauptbereiche des BGM

Um die oben beschriebenen Ansätze positiv zu entwickeln bedient sich das BGM zweier Instrumentarien. Beide müssen als gemeinsames Aufgabenfeld behandelt und gesteuert werden um die Effizienz des BGM zu gewährleisten.

1) Der Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS)

Das Hauptziel des AGS innerhalb des BGM ist die Gestaltung der Arbeitsituation im Hinblick auf die Vermeidung jeglicher Art von Gesundheitsstörungen am und durch den Arbeitsplatz. Da der AGS sich auf die Arbeitsbedingungen bezieht, wird er auch als objektorientiert bezeichnet. Hauptaufgaben sind die Herstellung der Arbeitssicherheit um die Verhütung von Unfällen und Gesundheitsschäden die durch den Arbeitsprozess verursacht werden können zu gewährleisten. Des weiteren die Prävention von arbeitsbedingten Erkrankungen sowie die Gestaltung der Arbeitsprozesse im Hinblick auf eine gesundheitsförderliche Wirkung.[13] Wesentlich ist auch, dass der AGS im Sinne des BGM über vorgegebene gesetzliche Verpflichtungen hinaus geht. Denn nur so lässt sich bisher ungenutztes, gesundheitsförderliches Potential in der Arbeit erschließen.[14]

2) Die Personalpflege (PP)

Die Personalpflege stellt die zweite Säule im BGM dar und ergänzt den objektorientierten Ansatz des AGS um die Subjektorientierung. Sie konzentriert sich speziell auf den einzelnen Mitarbeiter und will ihn dazu befähigen, zu seiner eigenen Gesunderhaltung und -förderung beizutragen und dementsprechend ein gesundheitsbewusstes Verhalten beim Mitarbeiter selbst zu etablieren. Er soll so in die Lage versetzt werden, Verantwortung für seine aber auch die Gesundheit der anderen Beschäftigten zu übernehmen. Maßnahmen hierzu sind unter anderen die Gesundheitsberatung und -bildung, die Gesundheitsaufklärung und -erziehung sowie der Gesundheitssport.[15]

Elementar ist, das AGS und PP im BGM nicht als voneinander losgelöste Konzepte, sondern als gemeinsames Aufgabenfeld betrachtet werden. Dies bedeutet, dass alle Maßnahmen der beiden Instrumente zusammengehörig eingesetzt und angewendet werden und somit miteinander interagieren können. Erst hierdurch wird ein ganzheitliches Management aller gesundheitsrelevanten Maßnahmen im Unternehmen möglich.

2.3.3 Aufgaben des BGM

Mit Hilfe der zuvor beschriebenen Bereiche des BGM sollen die im folgenden beschriebenen Hauptaufgaben des BGM erfolgreich bearbeitet werden.

- Diagnose

Ziel der Diagnose im BGM ist die Feststellung des Gesundheitszustandes der Mitarbeiter im Unternehmen. Wobei diese nicht wie in der klassischen, medizinischen Diagnostik hauptsächlich auf die Feststellung von Krankheiten abzielt. Vielmehr sollen neben der Feststellung des Gesundheitszustandes auch dessen Bedingungen bzw. Einflussfaktoren aufgezeigt werden. Diese gesundheitsbeeinflussenden Bedingungen ergeben sich wiederum aus den oben beschrieben Ansätzen des BGM, also aus der Person, der Arbeitssituation und der Organisation. Somit gilt es Einflüsse auf die Gesundheit die sich durch die Arbeitssituation sowie durch die Organisation ergeben zu diagnostizieren. Dies sind z.B. die Arbeitszeit, der Handlungsspielraum bei der Arbeit, die Aufgabenschwierigkeit und der Lärm am Arbeitsplatz sowie der Führungsstil in der Organisation. Ebenso sollen gesundheitsrelevante Persönlichkeitsmerkmale der Mitarbeiter, wie z.B. die Leistungsmotivation, das Bewältigungsverhalten oder das Selbstbewusstsein identifiziert werden.[16] Die Identifizierung dieser Einflussfaktoren stellt dann die Handlungsgrundlage für die nachfolgend beschriebenen Aufgaben des BGM dar.

- Prävention

Ziel der Prävention ist es, körperlichen und psychischen Erkrankungen der Mitarbeiter vorzubeugen, indem die zuvor diagnostizierten potentiellen Krankheitsverursacher bzw. Risikofaktoren für die Gesundheit in der Organisation frühzeitig erkannt und ausgeschaltet werden. Eine Erkrankung bzw. Gesundheitsbeeinträchtigung soll also gar nicht erst entstehen. Dabei wird zwischen der Verhaltens- und der Verhältnisprävention unterschieden. Die Verhaltensprävention will den Mitarbeiter als Person, dazu befähigen, sich gesundheits- und sicherheitsbewusst zu verhalten um möglichen Gesundheitsgefahren für ihn vorzubeugen. Hier steht primär das Verhalten des Mitarbeiters bei der Arbeit im Vordergrund. Instrument hierfür ist vorwiegend die Personalpflege. Die Verhältnisprävention hingegen ist auf die Arbeitsbedingungen und Arbeitsinhalte im Unternehmen ausgerichtet. Hier soll die Gesundheit der Mitarbeiter am und durch den Arbeitsplatz sowie die Arbeitsaufgaben gewährleistet werden. Dies soll durch Maßnahmen der gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitssituation z.B. durch das Anbringen von Schutzgittern an Arbeitsplätzen mit Gefährdungspotential erreicht werden. Die Verhältnisprävention ist vorrangig die Aufgabe des Arbeitsschutzes im BGM.[17]

- Gesundheitsförderung

Die Gesundheitsförderung steht in engem Zusammenhang zur Prävention, da sich gesundheitsförderliche Maßnahmen natürlich auch vorbeugend auf krankheitsverursachende Einflussfaktoren auswirken. Grundlage für die aktive Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter ist die Erkenntnis, das die psychische und physische Gesundheit kein statischer Zustand ist, sondern entwickelt werden kann.[18] Das bedeutet, dass die Arbeitsbedingungen nicht ausschließlich auf ihr mögliches Krankheitspotential hin untersucht werden, sondern vielmehr als förderliches Umfeld für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiter betrachtet werden. Des weiteren geht es bei der Gesundheitsförderung um die Steigerung der Gesundheitskompetenz der Belegschaft auch außerhalb der Arbeitswelt.[19] Hier soll gesundheitsgerechtes Verhalten auch im persönlichen also außerbetrieblichen Bereich angeregt werden, da gesundheitsschädliches Verhalten im Privatleben, sich natürlich auch auf die Gesundheit und somit Leistungsfähigkeit im Arbeitsleben auswirkt. Maßnahmen sind z.B. Kurse zur Raucherentwöhnung und der gesundheitsgerechten Ernährung.[20] Somit zielt Gesundheitsförderung nach den Leitlinien der Ottawa- Charta darauf ab, „allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen“.[21]

2.4 Zusammenfassung

Im vorangegangenen Kapitel wurde gezeigt, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter einen immensen Einfluss auf deren Leistungsfähigkeit haben. Das BGM versucht hierbei durch eine umfassende Sichtweise des Gesundheitsbegriffes, das gesamte Unternehmen durch Organisations- Personal und Arbeitsplatzentwicklung gesundheitserhaltend sowie gesundheitsfördernd zu gestalten. Hierbei bedient es sich der Maßnahmen des AGS und der PP um Gesundheitsdefizite- und Potentiale zu identifizieren und diesen präventiv respektive fördernd zu begegnen. Dieser Zusammenhang ist in der folgenden Abbildung noch einmal veranschaulicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Aufgaben und Gegenstand des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Quelle: Rudow (2004), S.12

3. Die betriebswirtschaftliche Relevanz des BGM

Die betriebswirtschaftliche Relevanz des BGM liegt hauptsächlich in zwei Punkten begründet. Zum einen vermögen die Maßnahmen des BGM, zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter, die Wirtschaftlichkeit und somit die Sicherung der betrieblichen Existenz der Unternehmen positiv zu beeinflussen indem z.B. die Senkung des Krankenstandes sowie die Steigerung der Produktivität und Qualität der Arbeit erreicht wird. Auf der anderen Seite verursachen Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutz es sowie der Personalpflege Aufwendungen, die wiederum die Produktionskosten erhöhen.[22] Folglich ist das BGM als Potentialinvestitionen in das Humankapital anzusehen und unterliegt somit dem Wirtschaftlichkeitsprinzip. Das bedeutet, das die zusätzlichen Aufwendungen, begrenzter finanzieller Mittel für ein BGM, welche über ohnehin gesetzlich vorgeschriebene Aufwendungen hinausgehen, wie bei allen anderen Investitionen auch, auf ihre Kosten– Nutzen Wirkung sowie deren Effizienz hin bewertet werden müssen. Somit muss sich auch das BGM an seinem Beitrag für die Erreichung der Unternehmensziele messen lassen und kann sich nicht ausschließlich auf die ethisch-moralische Verpflichtung zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter berufen.[23] Eine weitere Ursache für den Wunsch nach betriebswirtschaftlichen Argumentationsmöglichkeiten für Maßnahmen des BGM liegt darin begründet, das die Gesundheitsschutzakteure im Unternehmen als einzige, mit nicht gänzlich zu verhindernden Misserfolgen argumentieren müssen, da grundsätzlich alle Erkrankungen und Unfälle im Unternehmen als vermeidbar angesehen werden. Weil Maßnahmen des BGM aber dem Ertragsgesetz (abnehmender Grenznutzen) unterliegen, bedeutet dies, das je näher man dem Ideal unfall- und erkrankungsfreie Arbeitsbedingungen kommt, weitere Erfolge immer teurer werden. Somit ist es schwierig bei einem schon erfolgreichen BGM weitere Gesundheitsschutzanstrengungen überzeugend zu rechtfertigen.[24]

3.1 Betriebswirtschaftlich relevante Nutzenpotentiale des BGM

Bevor geeignete Instrumente zur Messung der Wirtschaftlichkeit von gesundheitsverbessernden Maßnahmen aufgezeigt werden, sollen zunächst konkrete Nutzenpotentiale des BGM, oder anders ausgedrückt, die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen von Gesundheitsstörungen dargestellt und anschließend Probleme für deren wirtschaftliche Evaluation erläutert werden.

[...]


[1] Vgl. Bindzius (1995), S.15

[2] Vgl. Jancik (2002), S.9

[3] Vgl. Mohn (2000), S.14

[4] Vgl. DGFP (2004), S.22

[5] Vgl. DGFP (2004), S.14f.

[6] Vgl. Mohn (2000), S.14

[7] Vgl. http://www.wa.uni-hannover.de (Stand 26.01.05)

[8] Vgl. Jancik (2002), S. 15

[9] Vgl. Rudow (2004), S. 11

[10] Vgl. Rudow (2004), S. 12

[11] Vgl. Badura/Ritter/Scherf (1999), S. 9

[12] Vgl. Rudow (2004), S. 23

[13] Vgl. Rudow (2004), S. 14ff.

[14] Vgl. Zangenmeister/Nolting (1999), S. 13

[15] Vgl. Rudow (2004), S. 16f.

[16] Vgl. Rudow (2004), S. 17

[17] Vgl. DGFP (2004), S. 22

[18] Vgl. Rudow (2004), S. 21

[19] Vgl. Zangenmeister/Nolting (1999), S. 13

[20] Vgl. DGFP (2004), S. 22f.

[21] Vgl. Mohn (2000), S. 15

[22] Vgl. Thiehoff (1995), S. 67

[23] Vgl. Krüger/Müller/Stegemann (1998), S. 9ff.

[24] Vgl. Thiehoff (2000), S. 38

Details

Seiten
26
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638372145
DOI
10.3239/9783638372145
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38021
Institution / Hochschule
Hochschule Merseburg
Note
2,0
Schlagworte
Relevanz Gesundheitsmanagements

Autor

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