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Der Osmanische Harem des 18.Jahrhunderts. Die Haremserlebnisse von Lady Mary Montague und Lady Elizabeth Craven

Hausarbeit 2016 9 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Harems

3. Haremsbilder europäischer Frauen in ihren Reiseberichten
3.1 Lady Mary Montagu
3.2 Lady Elizabeth Craven
3.3 Vergleich der beiden Haremsbilder

4. Fazit/Schluss

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Harem war schon immer ein Ort voller Geheimnisse und Mysterien. Vor allem im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts war das Thema Harem noch kaum erforscht, da nur selten Fremden Zutritt gewährt wurde. Wenn, dann durften nur Frauen in die Harems der Sultane eintreten[1]. In meiner vorliegenden Arbeit werde ich näher in die Thematik des Harems eingehen, indem ich zwei Haremsbilder verwende. Einmal von Lady Mary Montagu, welche mehr als ein Jahr von 1717-1718 in Adrianopel und Konstantinopel verbrachte[2] und zum Anderen von Lady Elizabeth Craven, welche in den Jahren 1785-1786 lange Reisen unternahm. Unter anderem auch in muslimische Länder, wie dem Osmanischen Reich[3]. Als Quellengrundlage dient mir Reiseliteratur, da dies die einzigen Quellen sind, die vom Inneren des Harems berichten können. Jedoch gibt es in der Forschung eine gewisse Schwierigkeit in den Reisebeschreibungen, da sie das Fremde durch Subjektivität beeinflussen können[4]. Vor allem bei Lady Mary Montagu gibt es in diesem Zusammenhang signifikante Probleme[5], daher habe ich Lady Elizabeth Craven als Gegenzug verwendet, da sie sich persönlich von Lady Montagu stark zu unterscheiden scheint. Als erstes werde ich kurz auf den Harem im Allgemeinen eingehen und definieren, was ein Harem überhaupt ist und welchen Sinn er hatte. Danach werde ich berichten wie die beiden vorhin erwähnten Damen den Osmanischen Harem wahrgenommen haben. Anschließend werde ich die beiden Reiseberichte vergleichen und mein Fazit ziehen, inwiefern die beiden sich als Augenzeugen voneinander unterschieden und hervorheben, wie sich Reiseberichte von selber Thematik, aufgrund der Subjektivität der Protagonisten stark unterscheiden können.

Da das Thema den Rahmen dieser Arbeit sonst sprengen würde, begnüge ich mich mit den Harems des Osmanischen Reiches im 18.Jahrhundert. Auch gibt es noch viele weitere Reiseberichte in denen die Harems thematisiert werden, jedoch habe ich mich für diese beiden entschieden, da sie zu den früheren Autorinnen gehören und beide gegensätzlich den Orient und die orientalische Gesellschaft aufnahmen. Aus den Reiseberichten wird deutlich, dass Lady Mary Montagu einfacher auf Menschen zuging[6]. Lady Craven war jedoch deutlich verschlossener[7].

2. Definition des Harems

Der Wortbedeutung nach ist der Harem ein geschützter, verbotener oder sogar heiliger Ort.[8] Der Begriff Harem ist ein arabisches Wort, welches eigentlich „Haram“ ausgesprochen wird[9]. Der Koran benutzt diesen Begriff zu verschiedenen Anlässen zum Beispiel erwähnt er Monate in denen es verboten ist sich zu bekämpfen oder Krieg zu führen.[10] So heißt es in der Surah At-Tauba Vers 36: „Gewiß, die Anzahl der Monate bei Allah ist zwölf Monate, im Buche Allahs festgelegt am Tag, da Er die Himmel und die Erde schuf. Davon sind vier geschützt (Haram). Das ist die richtige Religion. So fügt euch in Ihnen kein Unrecht zu...“[11] In einem anderen Zusammenhang benutzt der Koran das Wort „Haram“, wenn er etwas für verboten erklären will.

So heißt es in der Surah Al-Ma´ida Vers 3: „Verboten (Haram) ist euch der Genuß von Verendetem, Blut, Schweinefleisch...“[12].

Oder der Begriff „Haram“ wird für die heiligen Stätten Medina und Mekka benutzt. So lautet der offizielle Titel des saudischen Königs: „Hüter der beiden heiligen (Haramain) Stätten“.[13] In den osmanischen Harems lebten die Frauen und Konkubinen des Sultans und der Oberschicht[14]. Ebenfalls lebten dort auch andere weibliche Familienmitglieder wie die Mutter oder ihre Töchter. Männern außer dem Ehemann war der Zutritt strengstens untersagt. So berichtet Lady Mary Montagu über den Aufbau des Harems: „Die Weiberburg ist immer nach hinten gebaut, dem Blick entzogen, und hat keine andere Aussicht als in die mit hohen Mauern umgebenen Gärten.“[15].

Jedoch sahen viele genau diese Zurückgezogenheit als idealen Ort für Freiheit und Selbstverwirklichung. So waren einige Reisende begeistert von einem zurückgezogenen Leben im Harem und der Lebensqualität orientalischer Frauen[16].

[...]

[1] Brockmann,Agnieszka: Eine aufgeklärte Dame im Harem. Lady Mary Montagus und Denise Zintgraffs Beschreibungen einer Reise in den Orient. In: Der weibliche Blick auf den Orient. Reisebeschreibungen europäischer Frauen im Vergleich. Hrsg v. Miroslawa Czarnecka, Christa Ebert und Barbara Szewczyk. Bern, Berlin, Frankfurt, S.275-298.

[2] Brockmann, S.276

[3] Franke, Susanne: Die Reisen der Lady Craven durch Europa und die Türkei 1785-1786. Text, Kontext und Ideologien. Trier, 1995.

[4] Pelz, Annegret: Reise durch die eigene Fremde. Reiseliteratur von Frauen als autogeographische Schriften. Köln, Weimar und Wien, 1993.

[5] Brockmann, S.276

[6] Brockmann, S.276

[7] Franke, S.141

[8] Stamm, Ulrike: Der Orient der Frauen. Reiseberichte deutschsprachiger Autorinnen im frühen 19. Jahrhundert. Köln, Weimar und Wien, 2010.

[9] Chehade, Seif-El-Dine: Arabisch für Anfänger. Braunschweig, 2009.

[10] Junargahi, Mohammad: Tafsir Ibn Kathir. Exegese of the Quran. Islamabad, 1930.

[11] Bubenheim, Frank: Der edle Qur´an und die Übersetzung seiner Bedeutung in die deutsche Sprache. Medina, 2009.

[12] Bubenheim, S.107

[13] Saudi-Arabien- Hüter der heiligen Stätten des Islam. .https://www.goruma.de/Laender/Asien/SaudiArabien/Einleitung/index.html (10.10.2017).

[14] Der Brockhaus.Leipzig und Mannheim, 2004.

[15] Montagu, Mary: Briefe aus dem Orient. Stuttgart, 1962.

[16] Franke, S.143-144.

Details

Seiten
9
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668570832
ISBN (Buch)
9783668570849
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v380440
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Historisches Seminar
Note
2,5
Schlagworte
Harem Osmanisches Reich Sultan Lady Montague Lady Craven Reiseberichte Neuere Geschichte

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