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Faktoren für Standortentscheidungen im Gesundheitswesen. Standortfaktoren eines Krankenhauses

Ausarbeitung 2017 6 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Standortentscheidungen

Seit wenigen Jahren erst wird im Gesundheitswesen intensiv über die Frage der Standortwahl von Krankenhäusern debattiert. Viel mehr geht es jedoch nicht um die Frage nach neuen Standorten, sondern eher danach, welche Standorte geschlossen werden können. Standortentscheidungen im Gesundheitswesen müssen verschiedenste Aspekte beachten, die in der Branche der Dienstleistung vor allem Standortfaktoren wie Arbeitskräfte und Kunden betreffen könnten. Gerade in einer Zeit, die von Einsparungen und Fachkräftemangel geprägt ist1, sollte diesen Faktoren ein hohes Maß an Berücksichtigung gezollt werden.

In Bezug darauf und in Auseinandersetzung mit der Frage, ob eine neue Standortwahl sinnvoll wäre, werden zunächst die gängigen Faktoren für eine Standortentscheidung betrachtet. Bei der weiteren Befassung mit dieser Frage wird das Beispiel ‚Krankenhaus’ herangezogen.

Eine Definition für Standort zeigt auf, dass er „ (...) der geographische Ort [ist], an dem ein Unternehmen seine Produktionsfaktoren einsetzt.“2. Die Standortwahl wiederum stellt sich für ein Unternehmen bei Gründung, Standortverlagerung oder Standortspaltung.3

Bei der Wahl des Standortes lassen sich Faktoren zusammenstellen, die je nach Branche mal mehr oder mal weniger ins Gewicht fallen. Eine Möglichkeit die Standortfaktoren einzuteilen ist, wie in der Tabelle erkenntlich, in Faktoren die den Gütereinsatz betreffen und jene, die den Güterabsatz betreffen.4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Überblick über wichtige Standortfaktoren5

In Bezug auf das Beispiel ‚Krankenhaus’ sollte zunächst die momentane Diskussion über Standorte von Krankenhäusern in Deutschland aufgenommen werden, um einen Einblick zu bekommen. Aufgrund von Überkapazitäten in Ballungsräumen und der Problematik der Erreichbarkeit von Krankenhäusern in dünn besiedelten Regionen beschäftigt sich die Politik mit der Frage der vielen Klinikstandorte in Deutschland.6 Am Beispiel des Ballungsraumes Berlin lässt sich dies verdeutlichen.

„Im Land Berlin gibt es 96 Krankenhäuser mit einer Kapazität von insgesamt 22.526 Betten. (...) (Zahlen zum Stichtag 01.01.2015). (...)“7

Die Frage nach der Notwendigkeit solch einer hohen Anzahl an Krankenhäusern in Berlin ist hier durchaus berechtigt, lässt sich aber nicht in Kürze darstellen und ist auch nicht Teil der Fragestellung. Es lässt aber erkennen, dass hier nicht nur die Faktoren ‚Kunden’ und ‚Arbeitskräfte’ zu berücksichtigen sind, sondern auch der Faktor ‚Mitbewerber’. Vor allem in solchen Ballungszentren sollte die Möglichkeit bzw. der Gedanke der Spezialisierung überdacht werden, um solch einen Standort bedienen zu können und aufrechtzuerhalten.

Die Problematik des Fachkräftemangels in der Pflege8 stellt eine weitere Herausforderung für eine Standortentscheidung dar. Während in einem Ballungszentrum wie Berlin, Krankenhäuser weniger Probleme haben Fachkräfte für eine Anstellung zu finden, aufgrund von Attraktivität und gegebener Infrastruktur, ist es für ländliche Gebiete schwieriger Personal zu rekrutieren. Hier müsste man gegebenenfalls mit Anreizen arbeiten, wie z. B. Hilfe bei der Wohnungssuche, eigene Kindertagesstätte für die Kinder der Mitarbeiter und/oder attraktive Arbeitsplatzgestaltung, um Personal in ländliche Regionen zu locken und langfristig halten zu können.

Einer der größten Faktoren für die Entscheidung der Standortwahl wird der Faktor ‚Kunden’ sein. Hier vor allem hervorzuheben ist die Erreichbarkeit eines

[...]


1 Vgl. O.V.: RWI sagt Engpässe in Pflegeheimen voraus, 22.12.2015, unter: https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/rwi-sagt-engpaesse-in-pflegeheimen-voraus-7810/, Aufruf am 21.07.2017

2 Vahs, D.; Schäfer-Kunz, J.: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 4. Auflage, Stuttgart 2005, S. 66

3 Vgl. Wöhe, G: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 26. Auflage, München 2016, S. 255

4 Vgl. ders., a. a. O., S.256 f

5 Vgl. Wöhe, G.: a. a. O., S. 257 1

6 Vgl. O.V.: Ist dieser Krankenhausstandort wirklich notwendig? Der Kliniksimulator sorgt für Transparenz, 08.09.2016, unter: https://www.gkv- spitzenverband.de/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_417344.jsp, Aufruf am 20.07.2017

7 O.V.; Bettenangebot in den Berliner Krankenhäusern, unter: https://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/stationaere-versorgung/krankenhaus-bettenangebot/, Aufruf am 21.07.2017

8 Vgl. Bonin, H.; Braeske, G.; Ganserer, A.: Internationale Fachkräfterekrutierung in der deutschen Pflegebranche, 2015, unter: https://www.bertelsmann- stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/28_Einwanderung_und_Vielfalt/Studie_IB_Internationale_Fachkr aefterekrutierung_in_der_deutschen_Pflegebranche_2015.pdf, Aufruf am 21.07.2017

Details

Seiten
6
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668582569
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v380738
Institution / Hochschule
bbw Hochschule
Note
Schlagworte
Gesundheitswesen Standortentscheidungen Faktoren BWL Gesundheitswissenschaften

Autor

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