Lade Inhalt...

Alttestamentliche Bibelwissenschaft. Ursprünge, Geschichte und neue Aspekte in der Forschung

Seminararbeit 2009 10 Seiten

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Inhaltsverzeichnis

2.0 Einleitung

3.0 Geschichte und Methoden
3.1 Alte Kirche
3.2 Mittelalter
3.3 Reformation und Gegenreformation
3.4 Entwicklungen seit 1770
3.5 Exkurs: Biblische Archäologie
3.6 Entwicklungen und Tendenzen in der jüngsten Vergangenheit
3.7 Neue Forschungsbereiche / Gender-faire Exegese

4.0 Zusammenfassung

5.0 Literaturliste

2.0 Einleitung

Die hier vorliegende Arbeit soll einen kurzen Überblick über die Alttestamentliche Bibelwissenschaft verschaffen. Es sollen ihre Anfänge in der Alten Kirche, über das Mittelalter und die Reformationszeit bis hin in die jüngste Vergangenheit etwas beleuchtet werden. Die Methoden der alttestamentlichen Bibelwissenschaft waren einer Entwicklung unterworfen, und diese waren unter anderem stark von den Sprachwissenschaften und den archäologischen und historischen Wissenschaften beeinflusst. Weiters sollen hier einige Forschungsbereiche der heutigen alttestamentlichen Bibelwissenschaft präsentiert werden. Es sei hier zu Beginn kurz der Themenbereich der gender-fairen Exegese genannt.

3.0 Geschichte und Methoden

Unter dem Punkt Geschichte und Methoden sollen nun folgende Fragen für jede geschichtliche Periode behandelt werden: Wie zeigte sich die Alttestamentliche Bibelwissenschaft im Lauf der Jahrhunderte? Was waren ihre Methoden und welchen Forschungsbereichen wandte man sich zu?1

3.1 Frühe Kirche

„Die in der Hebräischen Bibel zusammengeschlossenen 24 bzw. nach un-serer Aufteilung 39 Bücher verdanken ihre autoritative Stellung als Heili-ge Schrift des Judentums einem im 6. Jahrhundert vor Christus einset-zenden und im frühen 2. Jahrhundert nach Christus abgeschlossenen Traditionsbildungs- und Selektionsprozeß, in dessen Verlauf zuerst die Tora, dann die Propheten und schließlich auch die Schriften kanonische Geltung erlangten.“2

In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, in der frühen Kirche, war die allegorische Interpretation des Alten Testaments, also eine hermeneutische Schriftauslegung vorrangig. Sie stand klar über einem historischen oder gar buchstäblichen Textverständnis. „Als Bibelwissenschaft haben in dieser Zeit besonders einige Schriften von Origenes, Eusebius von Caesarea und Hieronymus zu gelten.“3 Diese drei bedeutenden Persönlichkeiten können somit als die ersten alttestamentlichen Bibelwissenschaftler angesehen werden. Origenes etwa lernte Hebräisch, um die Texte mit der griechischen Septuaginta vergleichen zu können. Mit seinem Werk, der Hexapla, schuf er eine Synopse mit dem hebräischen Text, der Septuaginta und einigen anderen griechischen Übersetzungen.

Eusebius beschrieb und listete in seinem Werk Onomastikon die in der Bibel genannten Orte auf und setzte in seinem Chronikon die biblischen Ereignisse in eine Chronologie zu anderen weltgeschichtlichen Ereignissen.

Von größter Bedeutung für die folgende Bibelwissenschaft waren die Arbeiten von Hieronymus, er konnte durch seine Kenntnisse des Hebräischen und Aramäischen wichtige Informationen zu den biblischen Texten festhalten und an die Zukunft weitergeben. Er übersetzte auch das Onomastikon und das Chronikon von Eusebius ins Lateinische und fügte beim Onomastikon noch Ergänzungen hinzu.4

3.2 Mittelalter

Jüdische Gelehrte begannen mit einer grammatikalischen und philologischen Arbeit. R. Jehuda verfasste die erste Grammatik und das erste Lexikon des Hebräischen. Daneben entstanden auch neue „Wörterbücher zur Bibel und geographische Abhandlungen über das Heilige Land“5. Gegen Ende des Mittelalters wirkte auch Erasmus von Rotterdam, er griff besonders stark auf die Werke von Hieronymus zurück. Er setze stark auf den Gebrauch der weltlichen Bildung um für ein besseres Verständnis der Heiligen Schrift beizutragen.6

3.3 Reformation und Gegenreformation

Bedeutend für die Zeit der Reformation waren Luther und Melanchthon. Beide besaßen gedruckte hebräische Bibeln und hatten Griechisch- und Hebräischkenntnisse, die sie für ihre Arbeiten der Textauslegungen nutzten. Man verstand das Alte Testament in seinem buchstäblichen Sinn prophetisch, im Hinblick auf das Kommen Christi und Melanchthon beschränkte sich bei der Exegese auf Erklärungen aus dem Literalsinn der Texte. Auch für Calvin stand der Literalsinn der Texte im Vordergrund. Er versuchte die Intention und den Kontext der Texte und der alttestamentlichen Schriftsteller zu erforschen. Für Calvin hatte das Alte Testament aufgrund seiner Gesetzestheologie einen besonderen Stellenwert. Der Protestantismus verstand die Bibel als Wort Gottes und hatte die Vorstellung der Bibel als ein Diktat Gottes. Die katholische Kirche vertrat hierzu eine Gegenposition, „der römisch- katholische Priester Ri-chard Simon ... focht das protestantische Prinzip des sola scriptura aufgrund der Tatsa-che an, daß kein auf uns gekommener Bibeltext frei von Schreibfehlern sei und daß die Re-formation, wenn sie der Kirche die Vollmacht gültiger Auslegung abspreche, zwangsläufig“7 auf dem falschen Weg sei. Simon sammelte für die Untermauerung seiner Thesen Material über die Geschichte des hebräischen Textes und dessen Überlieferungen. J. S. Semler griff die Werke von Simon auf und regte deren deutsche Übersetzung an. Semler trat dafür ein, dass bei der Auslegung des Alten Testaments der historische Sinn im Vordergrund zu stehen habe, um so zu erfahren, was die Intention des Autors in seiner historischen und kulturellen Umwelt gewesen war. „Semler wurde zum Wegberei-ter der mordernen Bibelwissenschaft, die sich allmählich von der 2. Hälfte des 18.Jh. an ent-wickelte.“8

3.4 Entwicklung seit 1770

9 Man baute auf die erfolgten vergleichenden sprachwissenschaftlichen Arbeiten der vorigen Jahrhunderten auf und zog mit dem beginnenden 19.Jh. immer öfter archäologische Entdeckungen in die exegetischen Arbeiten zum Alten Testaments mit ein. „In allen größeren Ländern der christlichen Zivilisation gediehen in der Zeit von 1770 bis 1860 textkritische und grammatisch-philologische Studien; aber allein in Deutschland kam es zur Entwicklung der historisch-kritischen Methode und zu Versuchen, die Religion des Alten Testaments im Rahmen des weiteren Phänomens Religion zu verstehen.“10 Dies war auch die Zeit der Begründung der modernen vergleichenden Religionswissenschaft durch Friedrich Max Müller.

Gegen Ende des 19.Jh. geriet besonders die Geschichte Israels in das Interesse der Forschung, Rudolf Kittel (1888) und Bernhard Stade (1891) konnten für ihre historischen Arbeiten bereits auf Ergebnisse der Biblischen Archälogie zurückgreifen. Kittels Geschichte der Hebr ä er blieb in seiner 2. Auflage für mehrere Jahrzehnte das Standardwerk auf diesem Gebiet.

3.5 Exkurs: Biblische Archäologie

Maßgebend für die Leser des Alten Testaments war schon immer die, in den Erzählungen genannten Orte auch zu lokalisieren. Schon sehr früh wurden im Christentum die Orte, die in den biblischen Geschichten vorkommen, aufgelistet und beschrieben. Eine wissenschaftliche Erforschung Palästinas und dessen Nachbarländer setzte aber erst mit dem Anfang des 19. Jahrhunderts ein. Von Wichtigkeit für die Erforschung der antiken Stätten war und ist die Archäologie. Eine eigenständige Biblische Archäologie erreichte erst zur Mitte des 20. Jahrhunderts den erforderlichen wissenschaftlichen Standard.

[...]


1 ROGERSON, John William: Bibelwissenschaft I/2. Geschichte und Methoden, in: TRE 6, 346.

2 KAISER, Otto: Studien zur Literaturgeschichte des Alten Testamentes, Würzburg 2000 (= Forschung zur Bibel Band 90) 53.

3 ROGERSON: Bibelwissenschaft 346.

4 ROGERSON: Bibelwissenschaft 346-347.

5 ROGERSON: Bibelwissenschaft 347.

6 ROGERSON: Bibelwissenschaft 347-348.

7 ROGERSON: Bibelwissenschaft 349.

8 ROGERSON: Bibelwissenschaft 350.

9 ROGERSON: Bibelwissenschaft 350-361.

10 ROGERSON: Bibelwissenschaft 351.

Details

Seiten
10
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783668574342
ISBN (Buch)
9783668574359
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v380782
Institution / Hochschule
Universität Wien – Katholische Theologie
Note
2
Schlagworte
Bibel Altes Testament Wissenschaft Gender-faire Exegese

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Alttestamentliche Bibelwissenschaft. Ursprünge, Geschichte und neue Aspekte in der Forschung