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Lehr- und Forschungskonzept zur Bewerbung auf eine Professur für Rechtswissenschaft mit Formulierungsbeispielen

Vorlage, Beispiel 2017 11 Seiten

Jura - Sonstiges

Leseprobe

I. Rolle und Haltung als Lehrender, Lehrkonzept, Mitarbeit/Mitwirkung an Instituten, akademischen Fachrichtungen und in der akademischen Selbstverwaltung in und außerhalb der Hochschule/Universität, Gender- und Diversity-Kompetenz

Die enge Verknüpfung von Lehre und praxisnaher Forschung ist untrennbar mit den angewandten Wissenschaften verbunden. Studierende an Fragestellungen und Methoden des problembasierten Arbeitens heranzuführen, Lernsettings für die Studierenden lernförderlich zu gestalten, sie zu befähigen, durch lebensbegleitendes Lernen und Weiterbildung sich als verantwortungsbewusste Menschen in Beruf und Gesellschaft zu verwirklichen, sehe ich für mich als meine Rolle und Aufgabe als Lehrender zur Verwirklichung guter Lehre an. Unter guter, praxisorientierter Lehre verstehe ich, die Studierenden methodisch und fachlich zu unterstützen, didaktisch anzuleiten und eine „Brücke zur praktischen Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu schlagen“[1].

Entsprechend meiner Haltung als Lehrender möchte ich Ideen, Anregungen und wissenschaftliche Erkenntnisse mit Freude und Begeisterung an die Studierenden weitergeben und bei ihnen das Interesse wecken, forschende und anwendungsbezogene Fragen zu stellen und mit ihnen in einen fachlichen Austausch einzutreten.

1. Lehrkonzept: Breite/Formate der geplanten Veranstaltungen im Bürgerlichen Recht und Gesellschaftsrecht und Integration in die bestehenden Studiengänge

Um meine Veranstaltungen für die Studierenden aktivierend und lernförderlich[2] zu gestalten, möchte ich entsprechend dem klassischen Dreischritt einer Lehrveranstaltung[3] in der Einstiegsphase Lernziele transparent vermitteln, in der Arbeitsphase Wissen mit den Studierenden erarbeiten, auf das konkrete Problem methodenfokussiert anwenden und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in einer abschließenden Ergebnissicherung festhalten.

In Vorlesungen zum Bürgerlichen Recht möchte ich in der Grundlagenausbildung Grundbegriffe und Strukturen anhand des Gesetzestextes (BGB) mit den Studierenden in Fachgesprächen, Einzel- und Gruppenarbeit, erarbeiten (z.B. Verbraucher, Unternehmer, natürliche/juristische Personen, Geschäftsfähigkeit, Willenserklärung, Vertrag, Verjährung, Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), Kauf-, Darlehens- und Finanzierungsverträge, Schenkung, Miet-, Dienst-, Werkvertrag, Auftrag, Geschäftsbesorgung, Geschäftsführung ohne Auftrag, Bürgschaft, Vergleich, Schuldversprechen und -anerkenntnis, ungerechtfertigte Bereicherung, unerlaubte Handlungen, Grundzüge des Sachen-, Familien- und Erbrechts, Strukturen von Vormundschaft und rechtlicher Betreuung).

Mit diesen Rechtsgebieten werden die Studierenden nach meiner Erfahrung[4] praxisnah konfrontiert.

In den von mir abgehaltenen Proseminaren zum Bürgerlichen Recht soll das erworbene strukturelle Wissen der Studierenden systematisch vertieft werden anhand von kleineren Fällen unter Heranziehung, Analyse und Auswertung von Gesetzgebung, aktueller Rechtsprechung und Literatur.

Mit diesem vertieften Wissen sollen die Studierenden befähigt werden, die Rechtsprobleme mit Hilfe der juristischen Arbeitsmethoden (Auslegungsmethoden, juristischer Gutachtenstil) - allein oder mit anderen - strukturiert zu lösen sowie schriftlich, z.B. in Referaten, PowerPoint-Präsentationen, oder mündlich (z.B. Vortrag, Fachgespräch, Interview, Streitgespräch) zu präsentieren.

In den von mir veranstalteten Seminaren zum Bürgerlichen Recht geht es um das Erarbeiten von aktuellen Entwicklungen in praxisrelevanten Rechtsgebieten. So können beispielsweise ausgewählte Fragen zu den Mängel-, Widerrufs- oder Rücktrittsrechten, Verbraucherschutz- oder Patientenrechten aus einem Behandlungsvertrag (§§ 630a ff. BGB) oder die Aufklärungs-, Dokumentations-, Informations- und Mitteilungspflichten von speziellen Berufsgruppen (z.B. Unternehmern) Gegenstand von Vertiefungsseminaren sein.

In diesem Format können mit den Studierenden Fallstudien, das fallbasierte Lernen mit dem Fokus auf das Zeit- und Projektmanagement[5], Projektarbeiten, Exkursionen[6] oder Studienprojekte durchgeführt werden.

Als Mentor möchte ich den Studierenden die Gelegenheit geben, durch die Anfertigung von wissenschaftlichen Portfolioarbeiten im Bürgerlichen Recht (z. B. Sachverhaltsanalyse, Kurzgutachten, Rezension, Essay, kleinerer Aufsatz, Urteilsbesprechung) sich kreativ und schreibend mit selbst gewählten Themen und Rechtsproblemen auseinanderzusetzen, um als angehende/r Absolvent/in neue berufliche Perspektiven (z.B. (Fach-)Journalist/in m Bereich Recht) zu gewinnen.

Meine Kenntnisse im Gesellschaftsrecht, die ich in einer privaten Beteiligungsgesellschaft und städtischen Beteiligungsholding und in der Anfertigung des Praxishandbuchs für Aufsichtsräte umgesetzt habe, möchte ich in Workshops und berufspraktischen Portfolioarbeiten beispielsweise zu Fragen der Corporate Compliance und des Aufsichtsratsrechts in kommunalen Unternehmen vertiefen und die Studierenden ermutigen, ihre Ideen, Kreativität und Methodenkompetenz anhand von konkreten Problemanalysen anwendungsorientiert einzubringen. Die zuvor beschriebenen Formate kann ich - auch in englischer Sprache - in den Bachelor-, dualen und Master-Studiengängen im Wirtschaftsrecht - Negotiating and Designing Contracts und Entrepreneurship & Business Development realisieren.

In den Modulen Inklusive Hochschule, Interkulturelle Begegnungen, Krisenmanagement, Soziales Engagement im interdisziplinären Studium Generale möchte ich meine durch Fortbildung und Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse ebenfalls den Studierenden zur Verfügung stellen.

2. Mitarbeit/Mitwirkung an Instituten, akademischen Fachrichtungen und in der akademischen Selbstverwaltung in und außerhalb der Hochschule/Universität

Mit meinen Erfahrungen als Schlichter einer Gütestelle, Mediator und Konfliktvermittler kann ich mir vorstellen, am Institut für (…) lehrend und forschend mitzuarbeiten. Mein Interesse gilt den Grundlagen von Konflikten mit Bezügen zur Soziologie, Psychologie und zu anderen Fachdisziplinen.

[...]


[1] Jörg Zumbach/Hermann Astleitner, Effektives Lehren an der Hochschule. Ein Handbuch zur Hochschuldidaktik, Verlag W. Kohlhammer, 1. Aufl., Stuttgart 2016, S. 11.

[2] Jörg Zumbach/Hermann Astleitner, a.a.O. (Fn. 1), S. 92.

[3] Zum klassischen Dreischritt einer Veranstaltung, vgl. Gerald A. Straka (Hrsg.), Lernen, organisiert und selbstgesteuert, 4. Aufl., Münster (u.a.) 2006, S. 211 ff.

[4] In der Rechtsberatungsstelle (…) habe ich Verbraucherinnen und Verbraucher in ersten Gesprächen anwaltlich beraten, die in den aufgezählten Rechtsbereichen - durch alle sozialen Schichten - einen erhöhten Beratungsbedarf hatten.

[5] Näher zur Fallmethode bzw. Fallstudie und fallbasierten Lernen, Jörg Zumbach/Hermann Astleitner, a.a.O. (Fn. 1), S. 99-102.

[6] Z.B. zu Gerichtsverhandlungen, Verbraucherzentrale, Krankenhäusern, Arbeitgeber- und Berufsverbänden.

Details

Seiten
11
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668575585
ISBN (Buch)
9783668575592
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v380926
Note
Schlagworte
Forschungskonzept Lehrkonzept Postdoktoranden Hochschullehrende Bewerbung auf eine Professur

Autor

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