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Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Parteiensystems der Bundesrepublik Deutschland und der USA

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 14 Seiten

Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG
1.1 Vorwort
1.2 Absichten/Forschungsfrage

2. HAUPTTEIL
2.1 Begriffsdefinition: Parteiensysteme
2.2 Einteilung Parteiensysteme
2.2.1 Zweiparteiensysteme
2.2.2 Gemaftigter Pluralismus
2.3 Vergleich der Parteiensysteme
2.3.1 Die Anzahl der Parteien (Format)
2.3.2 Groftenverhaltnisse der Parteien (Fragmentierung)
2.3.3 Ideologischen Entfernungsbeziehungen (Polarisierung)
2.3.4 Stellung zum politischen System

3. SCHLUSS

4. LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Die folgende Seminararbeit entstand im Rahmen des Seminars „Parteien und Wahlen in Deutschland und in den USA“.

1.1 Vorwort

Nach der historischen Prasidentschaftswahl 2016 in den USA, bei der sich der politi- sche Quereinsteiger Donald J. Trump durchsetzen konnte, folgt nun im Herbst die Bundestagswahl in der Bundesrepublik Deutschland. In Deutschland konnen sich vor allem die aktuelle Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Kandidat der SPD Martin Schulz Chancen auf das Bundeskanzleramt ausmachen. Sowohl der Prasident der USA als auch der/die Bundeskanzler/in der Bundesrepublik Deutschland werden demokratisch gewahlt und erhalten von ihren Parteien wahrend des Wahlkampfs Un- terstutzung. Dabei unterscheidet sich jedoch das US-amerikanisches Parteiensystem erheblich im Vergleich mit dem deutschen Parteiensystem. Diese Arbeit soll dabei die Unterschiede beleuchten.

1.2 Absichten/Forschungsfrage

Die Seminararbeit wird konkret die Forschungsfrage bearbeiten „Welche Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten weist das jeweilige Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland und der USA auf?“. Aufgrund der inhaltlichen Nahe zum jeweiligen Wahl- system, wird dieses ebenfalls naher bezugnehmend auf die BRD und die USA und deren Parteiensysteme beleuchtet. Dabei soll das Parteisystem der USA vor allem im Hinblick auf die Prasidentschaftswahlen betrachtet werden.

2. Hauptteil

Um einen Vergleich der Parteiensysteme zwischen den USA und der Bundesrepublik Deutschland ziehen zu konnen, sind einige Begrifflichkeiten und Einteilung zu erlau- tern. Zunachst ist es von entscheidender Bedeutung den Begriff „Parteiensysteme“ zu definieren.

2.1 Begriffsdefinition: Parteiensysteme

Der Begriff „Parteiensysteme“ setzt sich aus den Wortern „Partei“ und „System“ zu- sammen. Dabei definiert Winkler (2002: 214) eine Partei als eine „im Allgemeinen eine Gruppe gleichgesinnter Personen, die sich in unterschiedlicher organisatorischer Form an derpolitischen Willensbildung beteiligt und danach strebt, politischen Positionen zu besetzen und ihre Ziele in einem Gemeinwesen durchzusetzen.“ Eine politische Partei vertritt die Interessen einer bestimmten Gruppe.

Der Begriff „System“ wird im Kontext der politischen Betrachtung wie folgt definiert:

„Form der staatlichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Organisation; Regierungs- form, Regime“ (Duden Online 2017)

Dieter Nohlen definiert in dem Werk „Wahlrecht und Parteiensystem“ Letzteres als „das strukturelle Gefuge der Gesamtheit der politischen Parteien in einem Staat“ (S. 80) Parteiensysteme sind wesentliche Bestandteile der staatlichen Organisation. Fer- ner sind „Parteien [...] diejenigen Organisationen, die den Zugang zu den politischen Fuhrungspositionen kontrollieren“ (Winkler 2002: 215) Dies zeigt, welch entschei- dende Rolle Parteien in demokratisch regierten Landern spielen. Jedoch ist diese Be­deutung der Parteien nicht in allen Staaten gleich. Um Parteiensysteme hinsichtlich ihrer Bedeutung und anderen Merkmalen vergleichen zu konnen, hat Dieter Nohlen (2014: 80) verschiedene Elemente bei der Betrachtung herangezogen:

a) Die Zahl der Parteien
b) ihre GroRenverhaltnisse
c) ihre ideologischen Entfernungsbeziehungen
d) ihre Interaktionsmuster
e) ihre Beziehungen zur Gesellschaft bzw. zu Gesellschaftlichen Gruppen
f) ihre Stellung zum politischen System
g) den Grad der Strukturiertheit des Parteiensystems

Anhand einiger dieser Merkmale sollen im Teil „Vergleich der Parteiensysteme“ die Parteiensysteme der USA und der Bundesrepublik Deutschland gegenubergestellt werden.

2.2 Einteilung Parteiensysteme

Jedes Parteiensystem unterscheidet sich. Dabei gibt es vielfaltige Unterschiede, wel- che von leichten Abweichungen bis hin zu starken strukturellen Unterschieden reichen konnen. Um zunachst eine grobe Einteilung von Parteiensysteme zu treffen, ist die blofte Betrachtung der Anzahl also der Fragmentierung sowie die Betrachtung der ide- ologischen Distanz der Parteien in einem Parteiensystem hilfreich. So ubersetzte Die­ter Nohlen (2014: 82) die Parteiensystem-Einteilung von Sartori wie folgt:

1. Einparteisystem
2. Hegemoniales Parteiensystem
3. Dominantes Parteiensystem
4. Zweiparteiensystem
5. GemaRigter Pluralismus
6. Polarisierter Pluralismus

Fur den Vergleich der Parteiensysteme zwischen den USA und der Bundesrepublik Deutschland sind aus dieser Einteilung das Zweiparteiensystem und der gemaftigte Pluralismus heranzuziehen.

2.2.1 Zweiparteiensysteme

Die USA sind einer der bekanntesten Vertreter des Zweiparteiensystems. „Das Zwei- parteiensystem gilt als klassisches Modell der angelsachsischen Demokratien.“ (Winkler 2002: 228) Dabei ist in diesem System vor allem die geringe Polarisierung der zwei konkurrierenden Parteien charakteristisch. Des Weiteren ist die Programma- tik der Parteien dabei sehr an die Mitte der Gesellschaft (zentripetal) gerichtet. (vgl. Winkler 2002: 228) Betrachtet man die Prasidenten der Vereinigten Staaten und deren Parteizugehorigkeit, so stellt man fest, dass die Exekutive immer wieder wechselnd entweder von den Demokraten oder von den Republikanern gestellt worden ist. Diese wechselnde Machtverteilung zwischen den beiden Parteien stellt ein weiteres Charak- teristikum des Zweiparteiensystems dar.

2.2.2 Gemaftigter Pluralismus

Der gemaftigte Pluralismus ist vor allem durch mehrere Parteien gekennzeichnet, wel- che abwechselnd die Regierung darstellen bzw. in der Opposition sind. Um die Regie- rungsmacht hierbei ausuben zu konnen, sind in der Regel Koalitionen notwendig. „Im Fall des moderaten Pluralismus konkurrieren Parteien mit nur geringen Distanzen zu- einander um die Regierungsmacht.“ (Winkler 2002: 228) Dies zeigen „Volksparteien“ wie CDU/CSU sowie der SPD anhand der Bundesrepublik Deutschland. Genau wie bei einem Zweiparteiensystem ist auch beim gemaftigten Pluralismus der Wettbewerb der Parteien zentripetal ausgerichtet. (vgl. Winkler 2002: 228)

2.3 Vergleich der Parteiensysteme

Wie bereits unter dem Gliederungspunkt 2.1 erwahnt, sollen einige Elemente bzw. Fragestellungen der Parteiensystemforschung zum Vergleich der Parteiensysteme der USA und der Bundesrepublik Deutschland dienen. Diese Elemente beeinflussen sich wechselseitig und stehen dabei in enger Beziehung zueinander. Zunachst wird jeweils das Element an sich erklart. Es folgt dann eine spezifische Analyse der Parteiensys­teme anhand der verschiedenen Elemente, wobei die Analyse des Parteiensystems der Bundesrepublik Deutschland immer vor der der USA stattfindet.

2.3.1 Die Anzahl der Parteien (Format)

Im folgenden Absatz soil die Anzahl der Parteien in den beiden Parteiensystemen dar- gestellt werden.

Aus dem Gliederungspunkt 2.2.2 ist bereits hervorgegangen, dass es bei dem Partei- ensystem der Bundesrepublik Deutschland um ein System des gemaftigten Pluralis- mus handelt. Dies bedeutet, dass hier gleich mehrere Parteien abwechselnd in Form von Koalitionen an der Regierungsmacht sind. Entscheidend fur die Betrachtung hier- bei ist dabei nicht die blofte Anzahl der Parteien, die in Deutschland existieren. Viel- mehr soll hierbei das Augenmerk auf diejenigen Parteien gelegt werden, welche der- zeit im Bundestag vertreten sind. Durch das personalisierte Verhaltniswahlrecht in Deutschland wird versucht, moglichst alle Wahlerstimmen „zu berucksichtigen“. Im Vergleich zum Mehrheitswahlrecht werden bei diesem Wahlrecht auch kleinere Ge- sellschaftsgruppen durch Parteien reprasentiert, falls sie die Funf-Prozent-Hurde neh- men konnen und damit berechtigt sind in den Bundestag einzuziehen. Dadurch spielen auch mehrere Parteien bei der Machtausubung in der Bundesrepublik Deutschland eine entscheide Rolle. Bei den Bundestagswahlen von 2013 waren dies folgende Par­teien: CDU/CSU, SPD, Die Linke und Bundnis 90 die Grunen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Grafik 1: Tagesschau, Wahlmonitor Bundestagswahl 2013

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Details

Seiten
14
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668581203
ISBN (Buch)
9783668581210
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v382062
Institution / Hochschule
Technische Universität München
Note
1,3
Schlagworte
BRD USA Vergleich Parteiensystem Wahlen

Autor

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