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Qualitative und quantitative Forschungsmethoden. Eine kurze Darstellung der Unterschiede

Hausarbeit 2017 10 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • 1. Quantitative Forschungsmethode
  • 1.1 Gütekriterien der quantitativen Forschung
  • 1.2 Erhebungsinstrumente in der quantitativen Forschung
  • 2. Qualitative Forschungsmethode
  • 2.1 Gütekriterien der qualitativen Forschung
  • 2.2 Erhebungsinstrumente der qualitativen Forschung
  • 3. Fazit
  • Literaturverzeichnis
  • Internetquellen:

Einleitung

 

„Sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden sind alle Verfahren, mit denen sich Informationen über soziale Sachverhalte in einer zuverlässigen und gültigen Weise erheben und verarbeiten lassen". (Schirmer 2009, S. 15).

 

In der sozialwissenschaftlichen Forschung haben sich zwei Forschungstraditionen etabliert: die quantitative Forschungslogik und qualitative Forschungslogik. Auf den ersten Blick scheinen sie sehr unterschiedlich zu sein. Bei der ersten Tradition denkt man meist sofort an Zahlen, Rechnen und Umfragen, bei der zweiten an Beschreibung und Erklärung der individuellen Weltansicht und an Interviews. Der Hauptunterschied der beiden Verfahren liegt in der Art, wie die Informationen gewonnen und die Daten erhoben werden. Die Gemeinsamkeiten sind ihre Ziele: die Beschreibung der sozialen Wirklichkeit, die Analyse der gesellschaftlichen Zusammenhänge, die Beantwortung der Fragen und die Überprüfung der Hypothesen (vgl. Burzan 2015, S. 21).

 

In der vorliegenden Arbeit sollen die unterschiedlichen Herangehensweisen vorgestellt werden. Es wird näher auf einzelne Arbeitsschritte, Gütekriterien und Erhebungsinstrumente eingegangen und die beiden Methoden werden an einem Beispiel veranschaulicht. Die beiden Forschungsmethoden werden miteinander verglichen und es werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet. In einem abschließenden Fazit wird eine Stellungnahme zu den gewonnenen Erkenntnissen gegeben werden.

 

1. Quantitative Forschungsmethode

 

Zunächst werde ich die ältere Methode vorstellen, nämlich die quantitative Forschungsmethode (Burzan 2015). Sie basiert sich auf den Ideen des Kritischen Rationalismus, einer wissenschaftstheoretischen Denkschule, die vom österreichisch-britischen Wissenschaftstheoretiker K. Popper[1] gegründet wurde. Der Methode liegen die deduktive Logik und das Falsifikationsprinzip zugrunde. Deduktive Logik wird von Burzan so beschrieben: „Herausarbeitung von Mustern und Regelmäßigkeiten durch die Betrachtung vieler Fälle" (ebd., S. 25). Unter Falsifizieren versteht man " durch empirische Beobachtung, durch einen logischen Beweis widerlegen"[2]. Der Forscher untersucht möglichst viele Fälle, um solche Muster zu erkennen und für die große Zielgruppe eine repräsentative Aussage zu treffen (ebd., S.21).

 

Der quantitative Forschungsprozess besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten. Die Forscher stellen Hypothesen oder Fragestellungen auf, die im Forschungsverlauf überprüft werden sollen. Sie entscheiden sich vor der Datenerhebung für die wichtigsten Aspekte und legen die Variablen fest. Die Datenerhebung erfolgt mit standardisierten Erhebungsinstrumenten, die zur Objektivität des Vorgehens beitragen und die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten erhöhen. Bei der Datenauswertung werden statistische Verfahren verwendet. Der lineare Forschungsablauf ist ein grundsätzliches Merkmal der quantitativen Methode. Die Herausforderung besteht darin, dass die gewonnenen Erkenntnisse systematisch auf die aufgestellten Hypothesen bezogen werden" (vgl., Burzan 2015, S. 21-23). „Andernfalls ist die Gefahr eines ungewollten "Datenfriedhofs" mit vielen Detailinformationen ohne hinreichenden Bezug zur Fragestellung groß." (Burzan 2015, S. 22).

 

1.1 Gütekriterien der quantitativen Forschung

 

Zurückgreifend auf das Zitat, das die Arbeit einleitete, möchte ich versuchen, zu erklären, was N. Schirmer (2009) mit der " zuverlässigen und gültigen Weise" der Informationserhebung gemeint haben könnte. Es geht um Gütekriterien, deren Beachtung einen zentralen Punkt im gesamten Forschungsprozess darstellt. Im Folgenden werde ich kurz zusammenfassen, was die Qualität der quantitativen Forschungsmethode ausmacht.

 

-Reliabilität oder Zuverlässigkeit: Die wissenschaftlichen Untersuchungen sollen im Höchstmaß genau sein, um die Messfehler auszuschließen. Die Fragen müssen möglichst genau sein, damit man sie nicht unterschiedlich interpretieren kann.

 

-Validität oder Gültigkeit: Das bedeutet, dass man z. B. mit den angemessenen Indikatoren, Fragestellungen und Antwortmöglichkeiten exakt das gemessen hat, was man zu messen vorhatte.

 

-Objektivität oder Intersubjektivität: Die Objektivität des Messverfahrens ist dann sichergestellt, wenn der Forscher keinen Einfluss auf die Fragen und Ergebnisse hat. Die Durchführung der Umfrage war unabhängig von den subjektiven Eigenschaften des Forschers.

 

-Repräsentativität: bedeutet, dass die Ergebnisse aus der Stichprobe auf die Grundgesamtheit der Untersuchung schließen lassen. Die Stichprobe ist hier ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit (vgl. Burzan 2015, S. 29).

 

1.2 Erhebungsinstrumente in der quantitativen Forschung

 

Zu den gängigsten Erhebungsverfahren der quantitativen Forschungslogik gehören: die Inhaltsanalyse, die Beobachtung und die Befragung. Da die ausführliche Beschreibung aller Erhebungsinstrumente den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, werden hier das Instrument der Befragung kurz, das häufig in der empirischen Sozialforschung angewandt wird, sowie die Inhaltsanalyse am Beispiel einer quantitativen Forschung von J. Gerhards[3] kurz vorgestellt.

 

Bei der Befragung unterscheidet man zwischen face-to–face-Interviews, telefonischen und schriftlichen Interviews und der Internet-Befragung. Kennzeichen der Verfahren sind ein relativ geringer finanzieller und zeitlicher Aufwand und eine große Anzahl an befragten Personen. Die Fragen eines Fragebogens sind kurz, konkret, eindeutig und verständlich. Die Antwortmöglichkeiten sind Rating- oder Rankingskalen sowie Ja-Nein-Antworten. Die Übersichtlichkeit des Fragebogens zählt zu den wichtigsten Anforderungen. Die Ergebnisse werden statistisch-mathematisch ausgewertet. Meist geschieht dies computergestützt mit Statistikprogrammen, z. B. mit SPSS. Die quantitative Sozialforschung wird häufig angewandt in der Markt- und Meinungsforschung, bei Fragen nach Konsum- und Wahlverhalten.

 

Die Inhaltsanalyse (vgl. Burzan 2015) als Erhebungsinstrument verwendete Gerhards (2003) in seiner empirischen Forschung über Namensgebung im Zeitverlauf. Er beschäftigte sich mit der Frage, woran sich die Eltern bei der Auswahl der Vornamen für ihre Kinder orientierten. Wie ist der Forscher vorgegangen? J. Gerhards wertete in die Geburtsregister eingetragene Vornamen aus. Zunächst waren es nur zwei deutsche Städte, die im Zentrum seiner Recherche standen. Eine Stadt war überwiegend katholisch und die andere – protestantisch. Auch Forschungsergebnisse aus anderen Regionen, unter denen auch konfessionslose waren, zog er heran. Die ersten 100 Vornamen aus jeweiligen Jahrgang in der Zeitspanne 1894 – 1994 wurden vom Forscher im zweijährigen Abstand erfasst. Jede Geburt enthielt Informationen mit folgenden Merkmalen: Geschlecht, Vorname, Geburtsdatum, Vornamen der Eltern, Religionszugehörigkeit und Beruf der Eltern. Später wurden die Informationen noch durch die Angabe des Kulturkreises ergänzt, aus dem die Vornamen stammten. Anhand dieser Inhalte konnte er schlussfolgern, dass die Orientierung an in dem Fall Religion, Verwandtschaft und Staat, im Zeitverlauf abnahm. Dagegen spielte die Schichtzugehörigkeit eine große Rolle. Den Anstieg der Beliebtheit der Namen aus dem romanischen und angloamerikanischen Kreis nach dem Zweiten Weltkrieg erklärte Gerhards durch den gesteigerten Einfluss des Fernsehens. Die Ergebnisdarstellung der Namensentwicklung im Zeitverlauf erfolgte durch Kurvendiagramme.

 

Details

Seiten
10
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668623538
ISBN (Buch)
9783668623545
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v382692
Institution / Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2,5
Schlagworte
qualitative forschungsmethoden eine darstellung unterschiede

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Titel: Qualitative und quantitative Forschungsmethoden. Eine kurze Darstellung der Unterschiede