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Selbstständiges Erarbeiten verschiedener Tanzfiguren im Cha-Cha-Cha auf Grundlage der individuellen Leistungsfähigkeit im Sportunterricht

Unterrichtsentwurf 2012 31 Seiten

Sport - Sportarten: Theorie und Praxis

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Analyse der pädagogischen Situation und der fachlichen Voraussetzungen
1.1 Lerngruppenanalyse
1.2 Lernstandsanalyse

2 Didaktisch - Methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe

3 Sachanalyse

4 Didaktisch - Methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde

5 Ausblick

6 Literatur

7 Tabellarischer Stundenverlauf

8 Anhang

1 Analyse der pädagogischen Situation und der fachlichen Voraussetzungen

Die vorliegende Unterrichtsstunde wird in einem Sportkurs der Einführungsphase der Schule durchgeführt, welchen ich seit Beginn diesen Schuljahres doppelstündig (donnerstags, 9.40 - 11.10 Uhr) eigenverantwortlich unterrichte. Bei der handelt es sich um eine additive Gesamtschule.

1.1 Lerngruppenanalyse

Insgesamt besteht der Kurs aus 19 Lernenden, die sich in 4 Schüler und 15 Schülerinnen aufteilen. Trotz dieser auffälligen Geschlechterdifferenz lässt sich sowohl auf Seiten der Schülerinnen, als auch auf Seiten der Schüler kein abweichendes Verhalten diesbezüglich benennen. In Bezug auf das Thema der Unterrichtsreihe äußert sich dies z.B. darin dass die Möglichkeit mit einem Jungen tanzen zu können von den Schülerinnen als Vorzug betrachtet wurde. Dieses Phänomen der starken Geschlechterdifferenz innerhalb des Kurses resultiert vorrangig dadurch, dass mein Kursprofil den Themenschwerpunkt „Tanz" beinhaltet.

Eine weitere Besonderheit in Bezug auf die Zusammensetzung der Lerngruppe ergibt sich aus der Tatsache, dass sowohl SuS der Klasse 11 (11 SuS), als auch SuS der Klasse 10 (8 SuS) gemeinsam unterrichtet werden. Dies hat zur Folge, dass eine große Altersspanne zwischen den Lernenden herrscht.

Nach anfänglichen Kontaktschwierigkeiten in den ersten gemeinsamen Unterrichtsstunden, lassen sich auch hier keine besonderen Verhaltensmuster aufzeigen. Lediglich in offeneren Unterrichtsarrangements, wo die Gruppenzusammensetzung aus der Lerngruppe selbst hervorgeht, kommt es nach wie vor zu stark altershomogen Zusammensetzungen. Dies könnte dadurch erklärbar sein, dass die SuS der verschiedenen Klassenstufen nur während dieser beiden Sportstunden in direkten Kontakt miteinander treten. Demzufolge besteht ein viel stärkerer Bezug zu den gleichaltrigen SuS aus derselben Klasse/Jahrgangsstufe.

Der beschriebene Sachverhalt ist bei der Planung und Durchführung der Unterrichtsreihe verstärkt zu beachten (s.u).

Einer kurzen Erwähnung bedürfen die Schülerinnen L, C und A, welche häufig durch ihre eher zurückhaltende Art in der Gruppe drohen unter zu gehen. Dieses Verhalten ist nach Rücksprache den jeweiligen Kursleiter auch in anderen Unterrichtsfächern gegeben und somit nicht auf die Situation innerhalb des Sportkurses zurückzuführen. Hier sehe ich meine Aufgabe darin, die Schülerinnen bei Bedarf zu ermuntern und zu animieren, sich stärker in den Prozess einzufügen, sowie die übrigen Schüler daran zu erinnern, alle Mitschüler/innen in den Prozess zu integrieren.

Die Motivation und Willensbereitschaft Sport zu treiben und sich anzustrengen hat sich während der letzten Einheit zum Thema „Den Körper trainieren, die Fitness verbessern", trotz mehrfacher interaktiver und spielerischer Herangehensweisen, als gering bis mäßig dargestellt[1]. In einem Gespräch mit den SuS zu eben dieser Thematik wurde als Grund insbesondere die bereits erwähnte Profilausschreibung, angeführt. Dies bedarf meines Erachtens einer Erwähnung, da seit Beginn der hier thematisierten Unterrichtseinheit zum Thema „Tanz in seinen unterschiedlichen Ausprägungsformen" eine verstärkte Motivation und Willensbereitschaft auf Seiten der SuS zu erkennen ist. Dies gilt nicht nur für den Teil der leistungsstärkeren SuS, sondern auch die Leistungsschwächeren zeigen ein größeres Engagement und eine gesteigerte Sportbegeisterung. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass sich die Raumsituation derzeit als äußerst komfortabel erweist. Neben einer verspiegelten Gymnastikhalle stehen zusätzlich zwei Drittel der Sporthalle zur freien Verfügung.

Zuletzt ist zu meiner Rolle als Lehrperson zu sagen, dass ich mich in der Lerngruppe wohl fühle und vollkommen akzeptiert werde.

1.2 Lernstandsanalyse

Um die Lernausgangslage der Lernenden zu Beginn diesen Halbjahres besser klassifizieren und somit eine stärkere Schülerorientierung herbeiführen zu können, wurde bereits in der ersten Stunde ein Fragebogen zur allgemeinen sportlichen Betätigung ausgegeben. Zudem wurde ein Parcours zur Überprüfung koordinativer Fähigkeiten durchgeführt. Diesbezüglich bewegt sich die Lerngruppe auf einem mäßigen bis mittleren Niveau.

Während W, X, Y und Z durch gute bis sehr gute koordinative Fähigkeiten auffallen, sind bei C, A, E, S und I noch erhebliche koordinative Defizite zu erkennen. Als wesentlich für die Planung dieser Unterrichtsreihe zeigen sich die Antworten auf die Fragen nach einem bereits absolvierten Tanzkurs (Standard oder lateinamerikanisch), dem grundsätzlichen Interesse irgendwann einmal einen solchen Tanzkurs zu belegen, sowie nach bereits erworbenen Vorerfahrungen im Bereich Cha-Cha-Cha, Jump-Style und Hip-Hip.

Hier wurde deutlich, dass der überwiegende Teil des Kurses bisher keine spezifischen Tanzerfahrungen in einem der benannten Bereiche gesammelt hat. Demnach beschränkt sich die bisherige Erfahrung der SuS im Bereich Tanz zumeist auf den Freizeitbereich.

Dies sehe ich als einen Vorteil an, da es nicht wie in vielen anderen Bereichen des Sports von Beginn an große Leistungsunterschiede zwischen „Könnern" und „Nicht-Könnern" gibt und somit fast alle Lernenden zum Start der Unterrichtseinheit über ein ähnliches Kompetenzniveau verfügen.

Im weiteren Verlauf der Unterrichtsreihe kann somit der Zuwachs im Rahmen der Bewegungskompetenz bereits durch einfache Beobachtungen sehr gut festgestellt werden.

In der vorrangegangen Unterrichtsstunde, welche erstmals den Grundschritt im Cha-Cha-Cha thematisierte zeigte sich, dass einige Lernende sehr schnell mit der Technik vertraut waren, während andere selbst nach längerem Üben noch Schwierigkeiten bei der Umsetzung hatten. Daher ist bei der Planung der Unterrichtsstunde insbesondere auf binnendifferenzierende Arbeitsaufträge zu achten. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die SuS G, L, W und T, welche angeben bereits einen Standard-Tanzkurs absolviert zu haben.

Neben den koordinativen Fähigkeiten spielen beim Tanz insbesondere auch das Rhythmusgefühl und musikalische Interpretation eine wesentliche Rolle. In diesem Fall zeichnen sich X, Y, B, und T durch sehr gute rhythmische Fähigkeiten aus, während C, A, E und S aufgrund ihres geringen Rhythmusgefühls einen erhöhten Förderbedarf aufweisen. Dies hat zur Folge, dass ich mich je nach Notwendigkeit verstärkt diesen Schülerinnen zuwende.

Letztlich ist die Sozial- und Teamkompetenz innerhalb des Kurses auf einem mittleren Niveau anzusiedeln. Hier sind insbesondere X, Z, Y, G und D zu benennen, welche durch ihre kognitiven Fähigkeiten maßgeblich den Unterricht bereichern, indem sie ihren Mitschülern und Mitschülerinnen beratend und unterstützend zur Seite stehen, eigene Ideen einbringen und andere Meinungen zulassen.

Allgemein sehe ich im Bereich der Sozialkompetenzen, als auch den Teamkompetenzen weiteren Förderbedarf.

2 Didaktisch - Methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe

Die im Anschluss dargestellte Unterrichtsreihe ergibt sich in erster Konsequenz aus dem hessischen Lehrplan Sport[2] für das neunjährige Gymnasium, welcher vorsieht, dass in einer Einführungsphase mindestens zwei Bewegungsfelder thematisiert werden.

Des Weiteren ist der Unterrichtsinhalt Tanz in der Lebenswelt vieler SuS insbesondere durch die mediale Präsenz verankert und sollte somit im Sportunterricht Berücksichtigung finden.[3] Auch ist Tanz ein vielfältiges kulturelles Phänomen. Durch den Standardtanz erlernen die SuS Kompetenzen für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.[4]

Im Zusammenhang mit der diagnostizierten Lernausgangslage bietet sich der Bereich Tanz, welcher dem Bewegungsfeld „Bewegung gymnastisch, rhythmisch und tänzerisch gestalten" mit dem Schwerpunkt „Tanz in seinen unterschiedlichen Ausprägungsformen" zu zuordnen ist, in besonderem Maße an.

Konkret soll dies an dem lateinamerikanischen Gesellschaftstanz Cha-Cha-Cha und dem modernen Tanzstil Jumpstyle für die SuS erfahrbar gemacht werden.

Der Cha-Cha-Cha ist für die meisten SuS zunächst ein eher befremdlicher und auch von der

Namensgebung her eher unspektakulärer Tanz, welcher weitestgehend stationär getanzt wird. Er ist vorrangig einem Prozess der Reproduktion unterworfen[5]. Jumpstyle und die mit diesem Tanzstiel verbunden variablen Bewegungen haben hingegen, aus Sicht der Lernenden, einen hohen Aufforderungscharakter[6].

Vor dem Hintergrund der individuellen Lernausgangslage soll im Kontext dieser Unterrichtsreihe, welche insbesondere auf Selbstorganisation und Selbstständigkeit der Lernenden ausgelegt ist, verstärkt Bezug auf die Ausprägung von Sozialkompetenz und Teamkompetenz gelegt werden. Insbesondere eine Verbesserung der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit wird aufgrund ihrer zentralen Stellungen im Bereich Tanz erwartet.

In Abgrenzung zum rein sportlichen Bewegen eröffnet tänzerisches Sich-Bewegen Möglichkeiten, den Aufbau eines differenzierten Körperbewusstseins und die Entwicklung von Identität und Selbstbewusstsein zu fördern[7].

Ebenfalls wird durch die Konfrontation der Lernenden mit neuen Bewegungs- und Körpererfahrungen langfristig eine gesteigerte Bewegungskompetenz sowie eine verbesserte Selbstwahrnehmung (= personale Kompetenz) angestrebt.

Im weiteren Sinne lernen die SuS im Rahmen dieser Unterrichtsreihe ihre Bewegungs- und Körpererfahrungen zu reflektieren, sowie das eigene Bewegungsvermögen realistisch einzuschätzen (= Urteils- und Entscheidungskompetenz).

3 Sachanalyse

Der Ch-Cha-Cha ist ein paarweise getanzter Gesellschaftstanz kubanischen Ursprungs. In seiner weltweit verbreiteten westlichen Variante gehört er zu den lateinamerikanischen Tänzen des Tanzsports und wird als Bestandteil des Welttanzprogramms in Tanzschulen unterrichtet. Die ursprüngliche kubanische Form des Cha-Cha-Cha unterscheidet sich in Technik und Figurenrepertoire stark vom heutigen Turniertanz und ist in der spanischen Schreibweise Cha-cha-chá in der modernen Salsa-Szene anzutreffen[8].

Die Geschichte des Cha-Cha-Cha wurde nur mündlich überliefert und wird leicht unterschiedlich wiedergegeben. Der Rhythmus des Cha-Cha-Cha wurde zwischen 1948 und 1951 von Enrique Jorrin erfunden, einem kubanischen Komponisten und Violisten, der damals in der kubanischen „Charanga Orquesta América" spielte.

Der neue Rhythmus kam beim Publikum sehr gut an und inspirierte die Tänzer zu einem Schritt, der den Grundschritt des Mambo um einen schnellen Wechselschritt ergänzte. Dieser schnelle Wechselschritt verursachte ein scharrendes Geräusch, das wie cha-cha-chá klang. Dieses Geräusch und die daraus resultierende rhythmische Zählweise 2, 3, Cha-cha-cha waren letztlich namensgebend für den Tanz.

Der Cha-Cha-Cha wird im Vier-Viertel-Takt notiert, hat die Hauptbetonung auf dem ersten Taktschlag und wird auf Turnieren in einem Tempo von 30 bis 32 Takten pro Minute gespielt und getanzt.

Wie bereits oben erwähnt ist der Cha-Cha-CHa ein stationärer Tanz, wird also weitgehend am Platz getanzt. Wie die meisten lateinamerikanischen Tänze lebt allerdings auch der Cha-Cha-Cha von Hüftbewegungen.

4 Didaktisch - Methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde

Die hier dargestellte Stunde ist die zweite Stunde einer Doppelstunde und stellt somit eine Fortführung des geplanten Unterrichtsgeschehens für diesen Tag dar. Inhalt der ersten Stunde ist es den in der vergangenen Woche erarbeiteten Grundschritt im Bewegungsrepertoire der SuS zu reaktivieren.

Ziel und Funktion der vorliegenden Unterrichtsstunde ist es entgegen den üblichen Reproduktionsverfahren von klassischen Tanzschulen einen Vermittlungsansatz zu wählen, welcher den Lernenden ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit und Binnendifferenzierung ermöglicht und gleichzeitig den Tanz Cha-Cha-Cha in seiner ursprünglichen Form nicht aus dem Auge verliert. Es wird der Versuch unternommen, entsprechend des angemerkten Förderbedarfs, die SuS durch selbständiges Erarbeiten, Erproben und Anwenden an die Zielform heranzuführen.

Mit der hier vorliegenden Stunde möchte ich somit zweierlei Ziele verfolgen. Zum einen strebe ich eine Verbesserung und Festigung sowie eine Erweiterung der in der letzten Stunde behandelten Grundtechniken des Cha-Cha-Cha an. Zum anderen verfolge ich das Ziel der Förderung von Selbstständigkeit, Kooperations- und Teamfähigkeit.

Nach einer kurzen Erläuterung der Stundeninhalte sowie Formulierung meiner Erwartungen an die Lernenden werde ich, bezugnehmend auf die erste Stunde, noch einmal häufige Fehlerbilder thematisieren, welche im Anschluss in einer kurzen Tanzphase noch einmal wahrgenommen und vermieden werden sollen. Diesen Einstieg sehe ich als besonders wichtig an, denn nur wenn die Basis ordnungsgemäß gelegt wurde, kann weiter darauf gebaut werden.

Unter Berücksichtigung der angeführten Lernstandsanalyse und meinem Ziel der Förderung von Selbständigkeit, Kooperations- und Teamfähigkeit, habe ich mich dazu entschlossen, den Hauptteil der Stunde in Form einer Lerntheke zu organisieren.

Bezüglich der Übungen (s. Anhang) habe ich mich an der Handreichung „Tanz in der Schule" des Deutschen Tanzverbandes orientiert. Allerdings habe ich die Übungen der Lerngruppe entsprechend angepasst und umformuliert.

Die Lerntheke als offene Unterrichtsform ähnelt dem Lernen in Stationen, mit dem Unterschied, dass alle Materialien auf einer "Theke" ausliegen und keine Reihenfolge abgearbeitet wird. Die Materialien bauen also nicht zwingend aufeinander auf. Die Lernenden bedienen sich an der Lerntheke selbst. Sie bestimmen durch ihre Wahl die Bearbeitungsreihenfolge und treten innerhalb des festgelegten Zeitfensters in eine sehr individuelle Auseinandersetzung mit dem Lernstoff.

Da sich die angebotenen Tanzfiguren in ihrem Schwierigkeitsgrad unterscheiden, kann mit Hilfe der Lerntheke in optimaler Weise eine Differenzierung nach Leistung vorgenommen werden. Somit können sich beispielsweise die SuS, die bereits einen Tanzkurs absolviert haben und gute tanzspezifische Fertigkeiten aufweisen, schwierigeren Tanzfiguren zuwenden. Lernkarten mit leichteren Anweisungen können ausgelassen werden. Um den Lernenden eine visuelle Unterstützung zu bieten, werden die Schwierigkeitsgrade farbig dargestellt.

Da einige SuS in der vergangenen Stunde bereits nach einer Drehung gefragt haben wird diesem Wunsch u.a. innerhalb des angebotenen Lernmaterials entsprochen.

Als alternative Methoden hätte sich die Expertenmethode oder die Stationenarbeit angeboten. Beide Methoden definieren für bestimmte Lernabschnitte ein festgelegtes Zeitfenster. Dies widerspricht der Forderung nach eigenverantwortlichem Lernen und berücksichtigt nicht die individuellen Lernausgangslagen der SuS.

Zusätzlich zur Lerntheke erhalten die Lernenden in Form von kleinen Videoclips die Möglichkeit einer genaueren Bewegungsvorstellung.

Bezüglich der Gruppenzusammensetzung habe ich mich dazu entschieden, dass diese von den Lernenden selbst bestimmt werden soll. Dies hat den einfachen Grund, dass wir uns gerade erst am Anfang der Einheit Tanz befinden und es mir daher noch nicht ausreichend möglich ist die SuS nach Leistungsgruppen einzuteilen. Zum anderen ist der Gesellschaftstanz durch eine enge Körperhaltung charakterisiert, welche bei einigen Schülern möglicherweise zu Unbehagen führen kann. Durch eine freie Partnerwahl soll diese Problematik entschärft werden.

Immer zwei Paare bilden eine Gruppe. Auf diese Wiese ist es möglich, dass die SuS auch während dem Übungsprozess eine direkte Rückmeldung von außen erhalten.

Für diese Stunde habe ich mich bewusst gegen einen Tanzpartnerwechsel, sowie einen Partnerbewertungsbogen entschieden, da zunächst das Erlernen neuer Tanzfiguren im Vordergrund stehen soll. Aufgrund der großen Geschlechterdifferenz aber auch vor dem Hintergrund eines Perspektivwechsels, soll jedoch ein Rollentausch angeregt werden.

Im Rahmen der anschließenden Reflexionsphase nehmen die Lernenden reflektierend über ihren eigenen Lernfortschritt und die Arbeit in den Gruppen Stellung und benennen Veränderungen, Schwierigkeiten und Erfolge. Hierzu werden die SuS eine Fragenkatalog erhalten, auf dem sich die Reflexionsphase stützt(s. Anhang).

Der Abschluss der Stunde erfolgt in Form einer abschließenden Tanzrunde, welche zugleich der Ergebnissicherung dient.

Aus der hier beschriebenen Konzeption ergeben sich schließlich Fortschritte in allen drei Kernkompetenzen des Faches Sport. Diese werde ich abschließend kurz benennen.

Aufgrund der aktiven Auseinandersetzung mit neuen Bewegungsformen (Tanzfiguren) kommt es zu einer Erweiterung der Bewegungskompetenz bei den SuS. Da der Cha-Cha-Cha ein Paartanz ist, welcher durch die Interaktion der Tanzpartner gekennzeichnet ist, kommt es zusätzlich zu einer Erweiterung der Teamkompetenz bzw. Sozialkompetenz.

Eine Erweiterung der Urteils- und Entscheidungskompetenz ergibt sich aufgrund der Reflexionsphase, sowie dem Beantworten des Fragenkatalogs während der Übungsphase.

5 Ausblick

In den kommenden Stunden soll mit Hilfe der Lerntheke weiter an der Sicherung und Verbesserung der Cha-Cha-Cha-spezifischen Bewegungsfähigkeit gearbeitet werden. Zusätzlich sollen gemeinsam mit den Schülern Bewertungskriterien für eine Tanzüberprüfung erstellt werden.

Abgeschlossen wird dieses Unterrichtsvorhaben durch kleine Wettbewerbe in Form von Tanzturnieren, welche gleichzeitig der Lernerfolgskontrolle dienen sollen.

Anschließend wird der Tanzstil Jumpstyle thematisiert.

6 Literatur

Fritsch, Ursula: Tanzen - auch im Sportunterricht?, in: sportpädagogik - Zeitschrift für Sport, Spiel und Bewegungserziehung, Sammelband Tanzen, Seelze, S. 3

Girke, Detlef: Tanzsport in der Schule - Eine Lehrhilfe zur Einführung der Standard- und lateinamerikanischen Tänze im Rahmen des Schulsports, Verlag Karl Hofmann, Schorndorf 1982

Hahn, G.: Tanz in der Schule : Handreichungen für Lehrerinnen und Lehrer, Tanzweltverlag, 2011, S.86-89

Hessisches Kultusministerium: Lehrplan Sport - Gymnasialer Bildungsgang (G9) 11-13. 2012. S. 17

Jürgens, Irene: Tanz in Schule und Gruppe - Grundlagen und praktische Beispiele, Päda­ gogischer Verlag Burgbücherei Schneider, Baltmannsweiler 1982

Unruh, Claas: Clowning & Krumping - Ein genetisch vermitteltes Unterrichtsvorhaben, in: sportunterricht, Schorndorf, 60 (2011), Heft 9, S. 27

7 Tabellarischer Stundenverlauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Dieser Sachverhalt wurde in der letzten UB-Nachbesprechung von M1/2 (Sport) bereits thematisiert.

[2] Vgl. Hessisches Kultusministerium: Lehrplan Sport - Gymnasialer Bildungsgang (G9) 11-13. 2012. S. 17

[3] Vgl. Unruh, C.; Roll, S.: Clowing & Krumping, in: sportunterricht, Schorndorf, (9/ 2011), S.274

[4] Vgl. Fritsch, U.: Tanzen-auch im Sportunterricht?, in: sportpädagogik, Sammelband Tanzen, Seelze, S.3

[5] Vgl. Hahn, G.: Tanz in der Schule : Handreichungen für Lehrerinnen und Lehrer, Tanzweltverlag, 2011, S.86-89

[6] Vgl. Piotrowski, D.: Jumpstyle-Do it yourself in: Sport & Spiel - Praxis in Bewegung, Friedrich, 3/2011, S. 18-21

[7] Vgl. Fritsch, U.: Tanzen-auch im Sportunterricht?, in: sportpädagogik, Sammelband Tanzen, 4/1981, S.6-15

[8] Vgl. Hahn, G.: Tanz in der Schule : Handreichungen für Lehrerinnen und Lehrer, Tanzweltverlag, 2011, S.86-89

Details

Seiten
31
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668585447
ISBN (Buch)
9783668585454
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v382934
Institution / Hochschule
Studienseminar für Gymnasien in Gießen
Note
14 Punkte
Schlagworte
Cha-Cha-Cha Tanzen Lerntheke Selbstständig Geschlecht Gender Selbstwahrnehmung Standardtanz Körpererfahrung Körperwahrnehmung Tanzschritte

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