Lade Inhalt...

Problemorientierte Taktikschulung im Fußball zur Verbesserung der speziellen Spielfähigkeit (Unterrichtsentwurf Sport)

Individualtaktisches Verhalten in der Verteidigungssituation 1 gegen 1

Unterweisung / Unterweisungsentwurf 2013 15 Seiten

Sport - Sportarten: Theorie und Praxis

Leseprobe

Inhalt

1 Analyse der padagogischen Situation und der fachliche Voraussetzungen
1.1 AuBere Bedingungen
1.2 Lerngruppenanalyse
1.3 Lernstandsanalyse

2 Didaktisch-methodische Uberlegungen zur Unterrichtsreihe

3 Didaktisch-methodische Uberlegungen zur Unterrichtsstunde

4 Didaktisches Zentrum

5 Literatur

6 Anhang

1 Analyse der padagogischen Situation und der fachliche Voraussetzungen

1.1 Aufiere Bedingungen

Die vorliegende Unterrichtsstunde wird in einem Sportkurs der Einfuhrungsphase der Schule durchgefuhrt, welchen ich seit Beginn dieses Schuljahres eigenverantwortlich unterrichte. Der Unterricht findet regular donnerstags in der 3. und 4. Stunde (9.40 - 11.10 Uhr) in der schuleigenen Halle statt.

Die Raumsituation stellt sich in diesem Halbjahr als auBerst komfortabel dar, da durch interne Absprachen in der Regel zwei Drittel der Halle genutzt werden konnen. Somit steht ausreichend Platz fur ein differenziertes und spielorientiertes Unterrichtsangebot zur Verfugung. Ebenfalls konnen wir fur den Ubungsbetrieb auf eine ausreichende Anzahl an FuBballen zuruckgreifen, was eine gute Basis fur die Schulung der speziellen Spielfahigkeit darstellt.

1.2 Lerngruppenanalyse

Insgesamt besteht der Kurs aus 20 Lernenden, mit der Besonderheit, dass ausschlieBlich mannliche Schuler dem Kurs angehoren. Diese geschlechtshomogene Kurszusammensetzung resultiert vorrangig aus der Beschreibung meines Kursprofils, welches neben „FuBball“ die Themenschwerpunkte „Flag-Football“ und „Krafttraining“ beinhaltet. Diese Kursinhalte werden erfahrungsgemaB eher von mannlichen Jugendlichen gewahlt.

Trotz erkennbarer Gruppenbildungen[1] haben die Lernenden in den vergangenen Stunden mehrfach gezeigt, dass ein Zusammenarbeiten in Setzgruppen moglich ist. Daruber hinaus ist ihnen der Sinn homogener als auch heterogener Gruppenzusammensetzungen aus dem bisherigen Unterricht ersichtlich .[2]

Zudem haben meine Beobachtungen wahrend der vorangegangenen Unterrichtseinheit „Flag- Football“ gezeigt, dass keinerlei Beruhrungsangste, weder auf physischer noch auf kommunikativer Ebene, unter den Lernenden bestehen. Diese Feststellung ist fur das Sportspiel „FuBball“ und die damit verbundenen Ubungs- und Spielformen ebenfalls von groBer Bedeutung. Insbesondere in Verteidigungssituationen die eine gewisse Nahe zum angreifenden Spieler erfordern, kommt es haufig zu Beruhrungen zwischen Angreifer und Verteidiger.

Unter der Berucksichtigung des individuellen Leistungsstands (vgl. Kapitel 1.3) zeichnet sich die Lerngruppe durch eine groBe Lernbereitschaft aus, was sich in einer angenehmen Unterrichtsatmosphare auBert. Generell arbeiten alle Kursmitglieder uberwiegend gut im Unterricht mit und sind an einer Verbesserung ihres Leistungsniveaus interessiert. Dies gilt nicht nur fur den Teil der leistungsstarkeren Schuler, sondern auch die Leistungsschwacheren zeigen ein groBes Engagement und eine gesteigerte Sportbegeisterung. Einzig Niklas, Jonas und Julian G. neigen, dazu den Unterricht gelegentlich zu storen, so dass diese Stellenweise ermahnt werden mussen. Durch direkte Ansprache der betroffenen Schuler konnen die Storungen beendet werden.

Besonders hervorzuheben ist das formulierte Interesse der Lerngruppe an neuen Themenkomplexen, die sich von dem Sportunterricht der Sekundarstufe I unterscheiden. Im Rahmen eines Unterrichtsgesprachs zu Beginn der laufenden Unterrichtseinheit haben die Schuler diesbezuglich, neben dem Wunsch nach viel Spielzeit, ein gesteigertes Interesse an taktischen Themenschwerpunkten geauBert. Sowohl dem Wunsch nach viel Spielzeit, als auch dem Wunsch einer taktischen Ausrichtung des Unterricht soll in dieser Unterrichtseinheit Rechnung getragen werden.

Der Ubungsbetrieb verlief in den bisherigen Stunden reibungslos. Dennoch ist eine regelmaBige Kontrolle durch die Lehrperson notwendig, um sicherzustellen, dass die gegebenen Bewegungsaufgaben entsprechend den Vorgaben umgesetzt werden, da Niklas, Jonas, Julian G., Philipp und Anton, in freien Ubungsphasen haufig dazu neigen, sich gegenseitig abzulenken.

AbschlieBend bleibt zu sagen, dass ich mich in der Lerngruppe wohlfuhle und vollkommen akzeptiert werde. Die Grunde dafur sind insbesondere auf das gute Lehr-Lern-Klima sowie das sportinteressierte und motivierte Schulerklientel zuruckzufuhren.

1.3 Lernstandsanalyse

Um die Lernausgangslage der Schuler besser einschatzen und somit eine starkere Schulerorientierung herbeifuhren zu konnen, wurde zu Beginn dieses Halbjahres ein Diagnosebogen zur allgemeinen sportlichen Betatigung ausgegeben.

Die Auswertung ergab, dass lediglich die Schuler Nicklas, Julian S., Cherno, Lennart, Julian S. und Lukas V. regelmaBig in einem FuBballverein aktiv sind. Bis auf Dominik und Ari, welche aktiv Vereinshandball betreiben, gehen die ubrigen Lernenden in ihrer Freizeit keinem Vereinssport nach, sondern betreiben uberwiegend Fitness- bzw. Kraftsport.

Dennoch ist in der Lerngruppe eine groBe FuBballbegeisterung zu erkennen, was sich in den wochentlichen Diskussionen uber die vergangenen Bundesligaspiele, sowie einem gesteigerten Wusch nach neuen Lerninhalten auBert (vgl. Kapitel 1.2).

Uber dies wurde ein Sporttest (Munchner Fitness-Test) zur Uberprufung allgemeiner koordinativer und konditioneller Fahigkeiten durchgefuhrt. Das daraus resultierende gesamtsportliche Leistungsvermogen der Lernenden lasst sich nur schwer auf ein Niveau festlegen, ist aber im Mittel als gut einzustufen. Wahrend beispielsweise Nicklas, Ari, Julian S., Lukas V., Dominik und Jonas bei der Ubung Ballprellen[3] entsprechend ihres Alters sehr gute Testergebnisse erzielen, sind die Resultat von Pascal, Johannes, Julian G., Philipp und Jan eher unterdurchschnittlich.

Der Lernstand in Bezug auf die fuBballspezifische Bewegungskompetenz, welcher auf meinen Beobachtungen im Unterricht basiert, ist als heterogen zu bezeichnen. Auch wenn nahezu alle Lernenden die grundlegenden Techniken des FuBballspiels (Passen, Dribbeln und SchieBen) isoliert anwenden konnen, sind die Schuler Pascal, Mehmet, Jannis, Julian G. und Philipp nur bedingt in der Lage, diese Fertigkeiten auch in Spiel- oder Ubungsformen zielorientiert einzusetzen. Gleichwohl haben diese Lernenden sowie Memet und Timo, Probleme, sich mit dem Ball auf engem Raum zu bewegen, bzw. sich sowohl mit als auch ohne Ball im Raum zu orientieren.

Dem gegenuber stehen die Schuler Niklas, Cherno, Lukas V., Julian S., Lennart, Niklas und Nico, welche bereits uber gute fuBballspezifische Fertigkeiten verfugen und sich sowohl mit als auch ohne Ball im Raum orientieren konnen. Die Vereinsspieler tragen regelmaBig durch ihre fundierten Vorkenntnisse zum Gelingen des Unterrichts bei, indem sie bei der Erarbeitung taktischer Verhaltensweisen ihre bereits vorhandenen Kenntnisse mit einbringen. Um den oben genannten Forderbedarf zu reduzieren, wurden die vergangenen Stunden dazu genutzt das „Ausnutzen des Raumes“ und das „Flugelspiel“ zu thematisieren. In diesem Zusammenhang hat sich gezeigt, dass der uberwiegende Teil der Lernenden, darunter auch Lennart und Lukas (VereinsfuBballer), zwar uber ein groBes theoretisches Taktikwissen verfugen, allerdings sowohl in Angriff-, vor allem aber in Verteidigungssituationen ein gewinnbringendes taktisches Handeln missen lassen. Zahlreiche Abwehraktionen sind dadurch gekennzeichnet, dass der verteidigende Spieler auf direktem Weg auf den Angreifer zulauft, um ihn frontal zu attackieren. Dies hat zur Folge, dass der Verteidiger uberspielt wird und sich daraus eine Torchance fur den angreifenden Spieler ergibt. AusschlieBlich Nicklas, Julian S. und Cherno zeichnen sich durch ein gutes taktisches Geschick in der Verteidigung aus. Aufgrund der aufgezeigten Leistungsheterogenitat sowie den teilweise stark variierenden korperlichen Unterschieden, ist bei der Auswahl der Ubungen sowohl auf eine ausreichend breite Differenzierung der Ubungsformen als auch, je nach Zielrichtung, auf eine homogene bzw. heterogene Gruppenzusammensetzung zu achten.[2]

Um die Schuler in der vorliegenden Unterrichtsstunde aktiv in den Lernprozess zu involvieren, haben sich die Lernenden am Ende der letzten Stunde eigenstandig zu drei Leistungsstufen zugeordnet. Die Selbsteinschatzung der Schuler in Bezug auf ihren aktuellen fuBballerischen Konnensstand (personale Kompetenz) deckt sich in weiten Teilen mit meinen Einschatzungen und ist folglich innerhalb der Lerngruppe gut ausgebildet.

Die fur die vorliegende Stunde relevante Problemlosekompetenz hat sich in den vergangenen Stunden als heterogen dargestellt. Wahrend die beschriebenen Vereinssportler bedingt durch ihre groBere Erfahrung in unterschiedlichen Spielsituationen gute Losungen fur gestellte taktische Probleme aufzeigen konnten, fiel es vor allem den Lernenden Julian G., Mehmet, Philipp und Jan schwer, eigene Losungsideen zu entwickeln.

Die Sozialkompetenz des Kurses befindet sich auf einem mittleren bis guten Niveau. Wahrend Julian, Lennart, Lukas, Ahri und Timo den Unterricht bereichern, indem sie den anderen Kursmitgliedern unter Einsatz ihrer individuellen Fahigkeiten beratend und unterstutzend zur Seite stehen und stets um ein positives Unterrichtsklima bemuht sind, ziehen sich Philipp, Julian G., und Pascal haufig aus Arbeitsprozessen zuruck und uberlassen ihren Mitschulern die Verantwortung. Fur die geplante Stunde bedeutet dies, dass ich diese Schuler besonders beobachten werde, um sie ggf. zu motivieren, sich starker in den Lernprozess zu integrieren.

In Spiel- und Ubungsformen zeigt sich, dass alle Schuler an einem fairen Spielverlauf interessiert sind und auch ohne mein Einwirken Regeln eingefuhrt und eingehalten werden.

2 Didaktisch-methodische Uberlegungen zur Unterrichtsreihe

MaBgebend fur die Unterrichtsgestaltung ist der Hessische Lehrplan Sport fur das neunjahrige Gymnasium[4], welcher fur die Einfuhrungsphase mindestens zwei Bewegungsfelder vorsieht. Bei FuBball handelt es sich um ein Zielschussspiel, welches im Lehrplan dem Bewegungsfeld „Spielen“ zugeordnet ist.

Unter den padagogischen Perspektiven „Das Leisten erfahren, verstehen und einschatzen“ sowie „Kooperieren, Wettkampfen und sich verstandigen“, soll im Rahmen dieser Unterrichtseinheit (mehrperspektivischer Sportunterricht) das Zielschussspiel FuBball vertieft werden.

Als Ziel dieser Einheit wird sowohl bei den leistungsstarkeren als auch bei den leistungsschwacheren Schulern eine Verbesserung der speziellen Spielfahigkeit angestrebt. Zu Beginn der Unterrichtseinheit lag der Vermittlungsschwerpunkt auf den spieltechnischen Fahigkeiten des FuBballspiels, d.h. dem Wiederholen und Ausfuhren grundlegender fuBballspezifischer Fertigkeiten (Ballannahme, Passen, Ballfuhrung und Torschuss).

In den vergangenen zwei Doppelstunden haben die Schuler an ihre vorhandenen Kompetenzen angeknupft, indem sie ihre technischen Fertigkeiten in gruppentaktischen Problemstellungen angewendet und gefestigt haben (vgl. Kapitel 1.3).

Die heutige Stunde stellt die vierte Doppelstunde des Unterrichtsvorhabens dar, das auf acht Doppelstunden angelegt ist und auf meinen bisherigen Spielbeobachtungen sowie auf dem Ergebnis der letzten Stunde basiert. Im Rahmen der Abschlussreflektion wurde als mogliche Fehlerquelle fur ein zu angrifflastiges Spiel ein nicht ausreichend gutes Abwehrverhalten bemangelt. Durch eine Verbesserung des Abwehrspiels, so die Schuler, ware ein spannenderes Spiel ohne das „langweilige Uberrennen“ des Gegners moglich.

In den folgenden Doppelstunden werden weitere spieltechnische und spieltaktische MaBnahmen aufgegriffen, um progressiv die spezielle Spielfahigkeit der Kursteilnehmer zu erhohen. Die Reihenfolge der Themengebiete ist dabei variabel, da ich mich jeweils an den individuellen Bedurfnissen bzw. auftretenden Problemstellungen innerhalb der Lerngruppe orientiere. Geplant, fur die Fortfuhrung in den nachsten Stunden, ist die „Unterzahlverteidigung“ sowie das „Uberzahl spiel in Angriffssituationen“, die Reihenfolge der Themen wird in Abspracht mit den Schulern festgelegt.

Durch das haufige Agieren im Mannschaftsgefuge und dem gemeinsamen Ziel zu siegen, treten die Schuler im Rahmen dieser Unterrichtsreihe in soziale Interaktion, was durch die Arbeit in Kleingruppen sowohl zur Forderung der Sozialkompetenz als auch der Teamkompetenz, beitragt. Im Weiteren werden die Lernenden im Rahmen dieser Unterrichtseinheit haufige mit Erfolg und Misserfolg bzw. Sieg und Niederlage konfrontiert, was zu einer realistischen Selbstwahrnehmung und verbesserten Selbstkritik fuhren kann und somit einen Beitrag zur Forderung der personalen Kompetenz leistet. Zusatzlich lernen die Schuler im Rahmen dieser Unterrichtsreihe ihre Bewegungs- und Korpererfahrungen zu reflektieren, das eigene Bewegungsvermogen realistischer einzuschatzen, und folglich diese situationsbezogen einzusetzen (Urteils- und Entscheidungskompetenz).

3 Didaktisch-methodische Uberlegungen zur Unterrichtsstunde

Im Blickpunkt der vorliegenden Stunde steht das individualtaktische Verhalten in der Verteidigungssituation 1 gegen 1. Die dafur erforderlichen technischen und taktischen Fahigkeiten stellen, aus Sicht des „Deutschen FuBballbundes“[5], hohe Anspruche an die Wahrnehmungsfahigkeit der Lernenden. Als Voraussetzung fur ein effektives und erfolgreiches Spiel einer Mannschaft ist das taktische Verhalten in Verteidigungssituation ein unerlasslicher Bestandteil der speziellen Spielfahigkeit. Aus diesem Grund nimmt die durch die Schuler erkannte Problemstellung eine zentrale Stellung in der heutigen Stunde ein.

Nach Neumann mussen die Schuler aus vorhandenen Problemsituationen heraus Losungen entwickeln und hinsichtlich ihrer Erfolgswahrscheinlichkeit ausprobieren konnen[6]. Laut Konig ist in der Oberstufe gezielt taktisches Wissen zu vermitteln, was verstarkt explizite Lehrstrategien erfordert[7]. Meine Erfahrungen aus den vergangenen Stunden haben gezeigt, o dass sich hierfur der von mir gewahlte Vermittlungsansatz nach dem „Taktik-Spiel-Modell“[8] sehr gut eignet. Ich habe mich aktiv gegen eine methodische Ubungsreihe entschieden, da erfahrungsgemaB aus dem Zusammenhang herausgenommene und isoliert geubte Fertigkeiten im Spiel meist nicht umgesetzt werden konnen.

Nach einem kurzen Einstieg und Erlauterung des Stundenziels starten die Lernenden mit einem allgemeinen ballkoordinativen Aufwarmen mit den Schwerpunkten Beinarbeit sowie Zeitdruck und visuelle Wahrnehmung (vgl. Anhang). Auf diese Weise sollen eine erste Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems sowie eine systematische Anpassung der Muskulatur und des Nervensystems, bezuglich der physischen Anforderungen im Hauptteil, erfolgen. Alternativ ware auch eine fuBballunspezifische Erwarmung denkbar, bei welcher beispielsweise durch Laufubungen der Korper aktiviert wird. Jedoch halte ich das Aufwarmen mit Ball in dieser Situation fur sinnvoll, da so direkt die Aufmerksamkeit gesteigert und die fur die Stunde wichtigen koordinativen Fahigkeiten angesprochen werden.

Da Sportspiele in einem sehr komplexen Handlungszusammenhang stehen, wird die anschlieBende erste Spielform im Sinne des „Taktik-Spielmodells“ so modifiziert, dass ein fur alle Schuler befriedigendes Spielerlebnis moglich wird. Hierzu eignet sich die vereinfachte Spielform „3 gegen 3“, bei der die Spielidee des Zielspiels unverandert bleibt, zugleich aber aufgrund der geringen Spielerzahl pro Team viele 1 gegen 1 Situationen provoziert werden. Verstarkt wird diese durch die Vorgabe einer Manndeckung. Dabei sind die Schuler, ihrer Spielfahigkeit entsprechend, durch mich in leistungshomogene Mannschaften eingeteilt[9]. Die Selbsteinteilung durch die Schuler oder Zufallsgruppen durch Losen waren eine Alternative, jedoch erachte ich die Arbeit in leistungshomogenen Gruppen in diesem Fall als sinnvoller, um das Spielerlebnis, aufgrund der in Kapitel 1.3 aufgezeigten Leistungsunterschiede, fur alle gleichermaBen zu gewahrleisten (Differenzierung). Bei einer hoheren Spielerzahl ware eine Uberforderung der Schuler Pascal, Mehmet, Philipp und Julian G, entsprechend meiner Lernstandsanalyse, wahrscheinlich. Sollte sich die zunachst geplante Spielform dennoch als eine Uberforderung herausstellen, so kann optional eine zusatzliche didaktische Reduzierung durch Verminderung der Spielerzahl auf 2 gegen 2 erfolgen. Aufgabe fur die erste Spielphase ist es, unter Einhaltung der Regeln, zu verhindern, dass der direkte Gegenspieler ein Tor schieBt.

Sind sportbefreite Schuler anwesend, so werden sie als Beobachter eingesetzt, mit dem Ziel ihre gemachten Beobachtungen in der anschlieBenden Reflektionsphase mit einzubringen. Um ihnen eine Orientierung fur die Beobachtung zu geben, erhalten sie einen Beobachtungsbogen (vgl. Anhang).

Im anschlieBenden Unterrichtsgesprach konnen die Schuler auf Basis ihrer soeben gewonnen Erfahrungen, mogliche individualtaktische Verhaltensweisen in der 1 gegen 1 Verteidigung herausarbeiten. Als wichtige Erkenntnisse erwarte ich das Abdrangen des Gegners zur torfernen Seite sowie das Zustellen des direkten Weges zum Tor.

Durch das Festhalten der Ergebnisse an der Tafel soll eine Visualisierung und damit verbunden eine verstarkte Auseinandersetzung mit den Ergebnissen erreicht werden. Alternativ ware eine Gruppenphase moglich, in der sich die Schuler uber die gemachten Erfahrungen, in Form eines Gruppenpuzzles, besprechen und ihre Ergebnisse auf Folien/Plakaten festhalten konnen. Eine Vorstellung der Ergebnisse einer Gruppe, mit Erganzungen aus den anderen Gruppen, wurde ebenfalls zum gewunschten Ziel fuhren. Da ich jedoch eine moglichst lange Bewegungszeit erzielen mochte, halte ich diese Variante nicht fur sinnvoll.

In der anschlieBenden Ubungsform (vgl. Anhang) konnen die Schuler die zuvor gemachten und zusammengetragenen Erfahrungen und Eindrucke noch einmal erproben, uben bzw. vertiefen. Im Sinne einer didaktischen Reduktion werden die Schuler hierbei zunachst der haufigsten und zugleich einfachsten 1 gegen 1 Situation auf den Flugeln ausgesetzt. Fur die leistungsstarkeren Schuler besteht die Moglichkeit auch den Angriff durch das Zentrum zuzulassen (Differenzierung). Um die fokussierten spieltypischen Bewegungsablaufe effektiv zu schulen, werde ich verstarkt darauf achten, dass die gestellte Bewegungsaufgabe nicht im Schnelldurchlauf abgespult, sondern mit einer hohen Konzentration durchgefuhrt wird. Zusatzlich werden die Schuler gebeten, sich gegenseitig Feedback zu geben.

Als grundsatzliche didaktische Alternative zu der vorgegebenen Ubungsform, hatten sich die Schuler selbst Ubungen erarbeiten konnen. Da die Moglichkeiten in der 1 gegen 1 Verteidigung jedoch sehr begrenzt sind und nicht davon auszugehen ist, dass die Schuler viele andere Ubungsvarianten gefunden hatten, habe ich mich dazu entschieden die beschriebene Ubungsform vorzugeben. Im direkten Anschluss wird die gleiche, oder eine erweiterte

[...]


[1] Dies konnte dadurch erklarbar sein, dass sich die Schuler nach wie vor an den Bezugsgruppen aus der Klasse 10 orientieren. Haben wir im Verlauf dieses Halbjahres immer mal wieder aufgegriffen und thematisiert.

[2] Haben wir im Verlauf dieses Halbjahres immer mal wieder aufgegriffen und thematisier

[3] Ziel dieser Ubung ist die Uberprufung der koordinativen Fahigkeiten (Umstellungsfahigkeit, Rhythmusfahigkeit, Gleichgewichtsfahigkeit und Differenzierungsfahigkeit).

[4] Vgl. HKM (2010): S.17

[5] Vgl. Deutscher Fuballbund (2013): S. 4

[6] Vgl. Neumann, P. (2009): S.5

[7] Vgl. Konig, S. (2010): S.9

[8] Vgl. Wurzel B. (2008): S.343

[9] Die Mannschaftseinteilung erfolgte auf Grundlege der in Kapitel 2 beschriebenen Selbsteinschatzung der Lernenden.

Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668582620
ISBN (Buch)
9783668582637
Dateigröße
677 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v382935
Institution / Hochschule
Studienseminar für Gymnasien in Gießen
Note
13 Punkte
Schlagworte
Examensentwurf Examen Fußball 1 gegen 1 eins gegen eins Taktik taktisches verhalten Spielfähigkeit Problemorientierung Kompetenzen Verteidigung Angriff

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Problemorientierte Taktikschulung im Fußball zur Verbesserung der speziellen Spielfähigkeit (Unterrichtsentwurf Sport)