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Einführung in die grundlegenden Techniken und Taktiken des Flag-Footballspiels auf Grundlage ausgewählter Spielformen

Erobern und Abschirmen der Flags als Ausgangspunkt für das Erlernen flag-footballspezifischer Offensiv- und Defensivfähigkeiten

Unterrichtsentwurf 2013 14 Seiten

Sport - Sportarten: Theorie und Praxis

Leseprobe

Inhalt

1 Analyse der pädagogischen Situation und der fachliche Voraussetzungen
1.1 Äußere Bedingungen
1.2 Lerngruppenanalyse
1.3 Lernstandsanalyse

2 Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe

3 Sachanalyse

4 Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde

5 Didaktisches Zentrum

6 Literatur

1 Analyse der pädagogischen Situation und der fachliche Voraussetzungen

1.1 Äußere Bedingungen

Die vorliegende Unterrichtsstunde wird in einem Sportkurs der Einführungsphase der S - Schule in durchgeführt, welchen ich seit Beginn dieses Schuljahres eigenverantwortlich unterrichte. Der Unterricht findet bis zu den Herbstferien regulär donnerstags in der 3. und 4. Stunde (9.40 - 11.10 Uhr) auf dem Sportgelände der Stadt statt. Der Rasen- sowie der Kunstrasenplatz stehen in dieser Zeit vollumfänglich zur Verfügung, was für das geplante Unterrichtsvorhaben von großem Nutzen ist, da somit ausreichend Platz für ein spielorientiertes Unterrichtsangebot zur Verfügung steht.

Aufgrund baulicher Maßnahmen im Bereich des Sportgeländes findet die vorliegende Unterrichtsstunde in der schuleigenen Halle statt. Die Raumsituation stellt sich für diese Stunde als äußerst komfortabel dar, da die gesamte Halle genutzt werden kann. Dennoch ist mit den veränderten Bedingungen eine Einschränkung für die Lernenden verbunden, stand ihnen in den vorrangegangenen Stunden deutlich mehr Raum für weite Laufwege und lange Pässe zur Verfügung.

1.2 Lerngruppenanalyse

Insgesamt besteht der Kurs aus 19 Lernenden, mit der Besonderheit, dass dieser ausschließlich aus männlichen Schülern besteht. Diese Besonderheit der geschlechtshomogenen Kurszusammensetzung resultiert vorrangig dadurch, dass mein Kursprofil nicht wie alle anderen Sportkurse der Einführungsphase den Themenschwerpunkt „Tanz“ beinhaltet.

Eine leichte Gruppenbildung entsprechend der von den Lernenden vor und zu Beginn der Stunde gewählten Sitzordnung wird vermutet. Eine Ausgrenzung einzelner Schüler ist jedoch nicht bekannt. Dies könnte dadurch erklärbar sein, dass sich die Schüler nach wie vor an den Bezugsgruppen aus der Klasse 10 orientieren.

Auch ließen sich bisher keinerlei Berührungsängste, weder auf physischer, noch auf kommunikativer Ebene unter den Lernenden erkennen. Diese Feststellung ist für das Endzonenspiel „Flag-Football“ und die damit verbundenen Übungs- und Spielformen von großer Bedeutung. Trotz des Verbots eines starken Körperkontakts kommen sich hier die Spieler häufig sehr nahe. Zudem stellt beim Flag-Football eine gute Kommunikation die Basis für einen erfolgreichen Spielzug dar.

Zu erwähnen ist jedoch die gesteigerte Lebhaftigkeit der Schüler A., J. und L., was sich häufig in einer gesteigerten Gesprächsaktivität während der gesamten Unterrichtszeit äußert. Eine Ursache vermute ich darin, dass sich diese Schüler verstärkt in der Phase der Pubertät befinden1. Durch kurze Ermahnungen lassen sich solche Störungen in den meisten Fällen schnell beseitigen. Trotz dieses Phänomens und unter Berücksichtigung des individuellen Leistungsstands (s. Kapitel 1.3) zeichnet sich die Lerngruppe durch eine große Lernbereitschaft aus, die sich in einer angenehmen Unterrichtsatmosphäre äußert. Generell arbeiten alle Kursmitglieder überwiegend gut im Unterricht mit und sind an einer Verbesserung ihres Leistungsniveaus interessiert. Dies gilt nicht nur für den Teil der leistungsstärkeren Schüler, sondern auch die Leistungsschwächeren zeigen ein großes Engagement und eine gesteigerte Sportbegeisterung.

Ebenfalls hat sich in der vergangenen Stunde gezeigt, dass ein Zusammenarbeiten in Setzgruppen möglich ist.

Der Übungsbetrieb verlief in den bisherigen Stunden meist problemlos. Dennoch ist eine regelmäßige Kontrolle durch die Lehrperson notwendig, um sicher zu gehen, dass die gegebenen Bewegungsaufgaben entsprechend den Vorgaben umgesetzt werden. Neuen Lernangeboten treten die Schüler generell neugierig gegenüber.

Hervorzuheben sind allerdings N. und J.. Diese ziehen sich häufig aus dem Unterrichtsgeschehen zurück und machen durch störendes Verhalten auf sich aufmerksam. Auch hier genügt in der Regel eine direkte Ansprache der jeweiligen Schüler durch die Lehrkraft, um eine Besserung herbeizuführen.

Die Erfahrungen aus den vergangenen Stunden haben gezeigt, dass sich der von mir gewählte spielerische Vermittlungsansatz für die Erarbeitung von Techniken und Taktiken, bzw. deren Wiederholung, sehr gut eignet. Bei der Durchführung und Konzeption der verschiedenen Übungen und Bewegungsaufgaben wurde zusätzlich darauf geachtet Elemente des „Wettkämpfens“ zu integrieren, um den sportlichen Charakter des Endzonenspiels „Flag­Football“ zu unterstreichen.

Einer kurzen Erwähnung bedürfen an dieser Stelle die Schüler C. und E., welche häufig durch ihr eher zurückhaltende Art in der Gruppe drohen unter zu gehen2. Hier sehe ich meine Aufgabe darin, die Schüler bei Bedarf zu ermuntern und zu animieren sich stärker in den Prozess einzubringen.

vgl. Kugelmann, C. (2007): Koedukation im Sportunterricht. In R. Laging (Hrsg.), Neues Taschenbuch der Sportpädagogik, Baltmannsweiler: Schneider, S.91 Für die kommenden Tagen strebe ich ein Gespräch mit dem Tutor an, um mir ein Gesamtbild über diese Schüler zu verschaffen.

Zuletzt ist zu meiner Rolle als Lehrperson zu sagen, dass ich mich in der Lerngruppe wohl fühle und vollkommen akzeptiert werde. Die Schüler sind grundsätzlich bereit meine Hilfe einzufordern und bei Problemen nachzufragen.

1.3 Lernstandsanalyse

Um die Lernausgangslage der Schüler zu Beginn dieses Schuljahres besser einschätzen und somit eine stärkere Schülerorientierung herbeiführen zu können, habe ich bereits in der ersten Stunde einen Diagnosebogen zur allgemeinen sportlichen Betätigung ausgegeben. Darin gaben ausnahmslos alle Schüler an, bisher keinerlei Erfahrungen mit dem Endzonenspiel „Flag-Football“ gesammelt zu haben. Zudem wurde ein Sporttest zur Überprüfung koordinativer und konditioneller Fähigkeiten durchgeführt. Das daraus resultierende gesamtsportliche Leistungsvermögen der Schüler lässt sich nur schwer auf ein Niveau festlegen, ist aber im Mittel als gut einzustufen.

Während J., F., D., H., T. und S. durch gute bis sehr gute koordinative und konditionelle Fähigkeiten auffallen, sind bei C., E. I. und L. in beiden Bereichen noch Defizite zu erkennen.

Der Lernstand in Bezug auf die Bewegungskompetenz flag-footballspezifischer Übungsformen, welcher auf meinen Beobachtungen im Unterricht basiert, lässt sich nach den bisherigen drei Doppelstunden als heterogen bewerten. Waren zu Beginn der Unterrichtsreihe noch alle Schüler auf dem gleichen Lernstand, da sie bisher noch keine Erfahrungen mitbrachten, verliefen die Lernkurven unterschiedlich. Auch wenn nahezu alle Lernenden die grundlegenden Techniken des Footballspiels (Passen und Werfen) isoliert anwenden können, so sind einige Lernende (C., L. B., E., K. und O.) nur bedingt in der Lage diese Fertigkeiten in Spiel- oder Übungsformen zielorientiert einzusetzen. Im Rahmen der letzten Stunde 3 konnte zusätzlich festgestellt werden, dass diese Schüler ein gewinnbringendes taktisches Handeln vermissen lassen. Dies hat zur Folge, dass ich mich je nach Notwendigkeit verstärkt diesen Lernenden zuwende.

Demgegenüber stehen diejenigen Schüler, die bereits nach drei Doppelstunden gute flagfootball-spezifische Fertigkeiten aufweisen und diese auch im Spiel einzusetzen wissen. Insbesondere D., P., Q., Μ., N., und J. fallen sowohl durch eine gute Technik, als auch ihr gutes taktisches Verständnis auf.

Allgemein war in den vorrangegangenen Unterrichtsstunden festzustellen, dass es denjenigen Lernenden, welche im Fragebogen angaben in ihrer Freizeit regelmäßig Fußball, Basketball oder Handball zu spielen, deutlich leichter fällt neue Bewegungsaufgaben umzusetzen und Techniken zu üben.

Aufgrund der aufgezeigten Leistungsheterogenität sowie den teilweise stark variierenden körperlichen Unterschieden, ist bei der Auswahl der Übungen sowohl auf eine ausreichend breite Differenzierung der Übungsanforderungen, als auch, je nach Zielrichtung, auf eine homogene bzw. heterogene Gruppenzusammensetzung zu achten.

Um für die vorliegende Unterrichtsstunde4 eine verstärkte Schülerorientierung herbeizuführen haben sich die Lernenden am Ende der letzten Stunde eigenständig drei Leistungsstufen zugeordnet und sich gegenseitig Rückmeldung über die Zuordnung geben. Die Selbst- bzw. Fremdeinschätzung (personale Kompetenz) der SuS deckte sich in weiten Teilen mit meiner Einschätzung und scheint folglich innerhalb der Lerngruppe gut ausgebildet zu sein.

Bezüglich der kognitiven Kompetenzen lässt sich aufgrund der kurzen gemeinsamen Zeit mit der Lerngruppe keine hinreichende Bewertung vornehmen.

Hinsichtlich der Gesprächsphasen im Sportunterricht war bisher jedoch festzustellen, dass sich nur einzelne Lernende regelmäßig an den unterrichtsgebundenen Diskussions- und Reflexionsphasen beteiligen, ihr eigenes Verhalten reflektieren und so ihre kognitiven Kompetenzen und ihre Kommunikationskompetenz unter Beweis stellen. Hervorzuheben sind dennoch Q., R. und S. Diese tragen bisher aktiv mit ihren Beiträgen dazu bei, den Unterricht voranzubringen.

Im Weiteren lässt sich nach meinen bisherigen Eindrücken die Sozialkompetenz des Kurses auf einem mittleren Niveau einstufen. D., R. und U. sind hervorzuheben, da sie den Unterricht bereichern, indem sie den anderen Kursmitgliedern beratend und unterstützend zur Seite stehen. Allgemein sehe ich im Bereich der Sozialkompetenz weiteren Förderbedarf, sowie der Teamkompetenz. Hier hat sich in der vergangenen Stunde während des Spiels „Quaterback-Ball“ gezeigt, dass einige Schüler Schwierigkeiten damit haben anforderungsgemäß, unterschiedliche Rollen einzunehmen.

2 Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe

Aufgrund der geringen Vorerfahrungen der Schüler, bietet sich „Flag-Football“ in besonderem Maß für den Schulsportunterricht an, da es nicht wie in vielen anderen Bereichen des Sports von Beginn an große Leistungsunterschiede zwischen „Könnern“ und „Nicht­Könnern“ gibt und somit fast alle Lernenden zum Start der Unterrichtsreihe über ein ähnliches Kompetenzniveau verfügen. Im Verlauf der Unterrichtsreihe kann somit der Zuwachs im Rahmen der Bewegungskompetenz bereits durch Beobachtungen sehr gut festgestellt werden (vgl. Kap. 1.3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
14
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668596757
ISBN (Buch)
9783668596764
Dateigröße
752 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v382936
Institution / Hochschule
Studienseminar für Gymnasien in Gießen
Note
1,7
Schlagworte
Flag-Football Taktik Taktikschulung Offensivfähigkeit Defensivfähigkeit Mannschaftssport Team Wettkampf Spielmodell Kompetenzen Football Flag - Fottball Spielfähigkeit

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Titel: Einführung in die grundlegenden Techniken und Taktiken des Flag-Footballspiels auf Grundlage ausgewählter Spielformen