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Theorien des Reichtums: ein kurzer Überblick

Referat (Ausarbeitung) 2004 12 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Definitionsversuche

3. Historische Entwicklung
a.) John Locke (1632 – 1704)
b.) Bernard de Mandeville (1670 – 1733)
c.) Jean Jacques Rousseau (1712 – 1778)
d.) Adam Smith (1723 - 1790)
e.) Karl Marx (1818 - 1883)

4. Besteuerung der Reichen?
a.) Die klassische Position
b.) Umverteilung zu Lasten der Reichen ist schädlich
c.) Konzept der sozialen Marktwirtschaft
d.) Die klassische Kritik des Liberalismus
e.) Steuerstaatliche Umverteilung des Reichtums

5. Funktion und Entstehung von Reichtum
a.) Wirtschaftliche Funktion
b.) Gesellschaftliche Funktion
c.) Reichtumsentstehung
d.) Reichtumsverwendung

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Die vorliegende Referatsverschriftlichung sowie das vorgetragene Referat versucht(e) einen kleinen Überblick auf das allgemeine und sehr umfassende Thema Reichtum zu geben. Als Einstieg dienen Definitionsversuche der Begriffe Reichtum und Glück um dem Thema langsam entgegenzukommen. Einen großen Teil dieser Arbeit bildet die historische Entwicklung von verschiedenen Standpunkten und Sichtweisen in Bezug auf dieses Thema. Anschließend werden Argumente für und gegen einen Besteuerung von Reichen aufgezeigt und kurz erläutert. Der Abschluss dieser Arbeit wirft einen Blick auf die Entstehung und auf mögliche Funktionen von Reichtum.

2. Definitionsversuche

Um überhaupt Aussagen über Theorien des Reichtums machen zu können, ist es erforderlich zunächst einen Versuch zu wagen, Reichtum zu definieren. Aus anthropologischer Sicht kann Reichtum mit "Leben" in Beziehung gesetzt werden. Reichtum kann als eine Art Fülle von "LebensMitteln" angesehen werden. Mit "LebensMitteln" sind sowohl Nahrungsmittel als auch alle anderen Mittel, die dem Leben dienen, gemeint. (vgl. Volz 2002: 17)

Reichtum zu besitzen - reich zu sein - bedeutet nicht nur gut, sondern besser (als andere Menschen) leben zu können. Wer reich ist, hat das Vermögen, das eigene Leben in einem gesteigerten und immer noch steigerungsfähigen Sinne führen zu können. (vgl. Volz 2002: 17f.)

In engem Zusammenhang mit Reichtum steht Glück. "Reichtum ist des Glückes Unterpfand" (Volz 2002: 19). Zum Begriff des Glückes gehört die Vorstellung der Abwesenheit von Mangel, Not und Armut. Die allgemeine Bevölkerung ("breite Masse") sieht erstrebenswertes Glück und Reichtum in einem gewissen Einklang und Zusammenspiel zueinander. In philosophisch-theologischen Werken hingegen wird Reichtum als eine Gefahr für die Sittlichkeit und des guten und moralischen Lebens angesehen. (vgl. Volz 2002: 19f.). Als Beispiel sei hier die biblische Geschichte "Jesus jagt die Händler aus dem Tempel" angebracht, welche unter Matth. 21, 12-17, Luk. 19, 45-48 oder Joh. 2, 13-17 nachzulesen ist.

Interessante Resultate bringt auch ein Vergleich von Reichtum mit dem Edelmetall Gold. Nach Volz ist nämlich "Gold, nicht Geld, [...] für Jahrhunderte der Inbegriff des Reichtums" (Volz 2002: 25). Dieses kommt dadurch zustande, dass Gold eine Ästhetik besitzt, welche sie dem Reichtum verleihen kann. Gold ist also wesentlich besser für die Anschauung und Anpreisung von Vermögen geeignet. (vgl. Volz 2002: 25f.).

Im heutigen Zeitalter macht Sinn von Plastikgeld und virtuellem Geld - es gibt etliche Internetwährungen - zu reden, aber der Reichtum verlangt nach Metaphern des Konkreten und der Sinnlichkeit. Virtuelles Geld kann nicht physisch gesammelt und angehäuft werden. (vgl. Volz 2002: 25f.)

Was ist der Gegenbegriff zum Reichtum? Üblichen Vorstellungen der allgemeinen Bevölkerung nach, ist die Armut der exakte Gegenbegriff zum Reichtum. Allerdings gibt es nach Volz einen ganz anderen Gegenbegriff: "Entgegen gängigen Vorstellungen ist meiner Auffassung nach nicht Armut, sondern Arbeit der eigentliche Gegenbegriff zum Reichtum." (Volz 2002: 24). Die Begründung hierzu findet sich darin, dass die benötigten "LebensMittel" nicht ohne weiteres vorhanden sind, sondern erst durch Arbeit produziert werden müssen. Reichtum ist demnach die potentielle Reduktion von eigener Arbeit und eigenen Mühen. (vgl. Volz 2002: 24f.).

3. Historische Entwicklung

a.) John Locke (1632 – 1704)

John Locke stellte die Weichen für die Diskussion über Reichtum und Eigentum. Während bei Thomas Hobbes der Naturzustand ein rechtloser Zustand ist, sicherte bei Locke das Naturrecht allen Menschen ein Recht auf Leben und Freiheit. Hieraus lässt sich das Recht auf Eigentum und Reichtum ableiten. Schließlich sind mit dem Anspruch auf Freiheit auch ein Anspruch auf die Erträge, die Früchte der eigenen Arbeit, fest miteinander verbunden. In einer Naturalwirtschaft ist der Reichtum auf natürliche Weise begrenzt, da das Anhäufen von Lebensmitteln, wie beispielsweise Äpfeln oder Kartoffeln, ständig durch Verderben bedroht ist. (vgl. Eißel 2002: 179f.).

Durch die Einführung des Geldwesens, welches die bisher auf Naturalien basierende Tauschgesellschaft stark veränderte, kam es fast automatisch zur Bildung von privaten Reichtümern. Geld als Zahlungs- und Tauschmittel verdarb nicht - wenn man eine mögliche Inflation außer Acht lässt - und ließ sich problemlos ansammeln und anhäufen. Eine ungleiche Verteilung von Besitz zu Beginn des Gesellschaftsvertrages wurde von Locke durch sein Vertragskonzept versucht zu legitimieren. (vgl. Eißel 2002: 179f.)

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Details

Seiten
12
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638374910
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38424
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2-3
Schlagworte
Theorien Reichtums Aktuelle Probleme Wirtschaftspolitik

Autor

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