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Herausforderungen und neue Instrumente der Mittelstandsfinanzierung

Hausarbeit 2016 18 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit

2. Herausforderungen für den deutschen Mittelstand
2.1. Allgemeine Charakteristika mittelständischer Unternehmen
2.2. Grundlagen von Basel
2.3. Einfluss auf den Mittelstand

3. Anforderungen an optimale Finanzierungsinstrumente
3.1. Arten von optimalen Finanzinstrumenten
3.2. Anforderungen aufgrund der mittelständischen Präferenz
3.2. Anforderungen aufgrund betrieblicher Notwendigkeit

4. Bewertung alternativer Finanzierungsformen anhand des Mittelstandes
4.1. Fremdkapitalaufnahme am Kapitalmarkt
4.2. Mezzanine Finanzierungsformen
4.3. Neue Finanztechnologien
4.4. Kritische Würdigung und Handlungsempfehlungen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Basel III - Neue Eigenkapitalregeln

Abbildung 2: Finanzierungsformen im Mittelstand

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Quantitative Mittelstandsdefinition des IfM Bonn

Tabelle 2: Definition von KMU durch die EU seit 2005

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

„Mittelstand warnt vor der Kreditklemme“1

„Basel III brandgefährlich für Wachstum und Beschäftigung“2

Der Erfolg der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland ist seit jeher von einem außergewöhnlich starken Mittelstand geprägt. Er beschäftigt eine Vielzahl von Arbeitskräften und treibt durch einzigartige Innovationen sowie durch hohe Investitionsvolumina das deutsche Wirtschaftswachstum an.3

Der Zugang zu den notwendigen Finanzierungsquellen stellt dabei eine wesentliche Aufgabe für den langfristigen Unternehmenserfolg dar und ist für kleine und mittlere Unternehmen von strategischer Bedeutsamkeit. Allerdings stellen neue regulatorische Vorgaben für die Bankenlandschaft, insbesondere die Einführung von Basel III, die bisherige Finanzierungsstruktur der mittelständischen Unternehmen vor große Heraus- forderungen. Infolgedessen prüft der Mittelstand alternative Finanzierungsinstrumente auf den Geld- und Kapitalmärkten, um sich von der Abhängigkeit der traditionellen Hausbankbeziehung zu lösen und auch nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben.4

1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit

Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Herausforderung für die Finanzierung mittel- ständischer Unternehmen herauszuarbeiten und mögliche Lösungsinstrumente zu disku- tieren. Für den Themeneinstieg wird im zweiten Abschnitt zunächst der Begriff „Mittel- stand“ näher charakterisiert. Aufbauend auf den Grundzügen der drei Baseler Reform- pakete wird dann in 2.3 der Einfluss von Basel III auf mittelständische Finanzierungs- strukturen erläutert. Im dritten Kapitel stellt diese Arbeit die bekanntesten Formen der Finanzierungsinstrumente anhand einer Abbildung dar. Ferner beschreibt diese Ausar- beitung die Anforderungen an Finanzierungslösungen sowohl auf Basis mittelständi- scher Präferenzen als auch aufgrund betrieblicher Notwendigkeit. Auf der Grundlage der aufgezeigten Anforderungen werden im vierten Kapitel drei alternative Finanzie- rungsinstrumente bewertet und abschließend einer kritischen Überprüfung unterzogen.

2. Herausforderungen für den deutschen Mittelstand

2.1. Allgemeine Charakteristika mittelständischer Unternehmen

Die bekannteste Definition des Begriffs „Mittelstand“ hat in Deutschland das Bonner Institut für Mittelstandsforschung entwickelt. So differenziert es Unternehmen grundsätzlich nach den quantitativen Kriterien Jahresumsatz und Beschäftigungszahl.5 Dabei bilden die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zusammen den Mittelstand, von dem die großen Unternehmen als dritte Gruppe abgegrenzt werden. Die exakten Abgrenzungen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Quantitative Mittelstandsdefinition des IfM Bonn6

Im Vergleich zum IfM nutzt die Europäische Kommission zwar ebenfalls quantitative Kriterien zur Differenzierung des Mittelstands, gliedert hierbei allerdings ihre Definiti- on in drei Unternehmenskategorien auf, wie Tabelle 2 verdeutlicht. Hier muss neben der Beschäftigungszahl entweder der Jahresumsatz oder der Jahresbilanz-Wert eingehalten werden. Zusätzlich gilt seit dem 01.01.2005 das sogenannte Verbundenheitskriterium. Dies besagt, dass die Kapital- oder Stimmrechtsanteile nicht zu mehr als 25% von Un- ternehmen gehalten werden dürfen, welche die EU-Definition der KMU nicht einhal- ten.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Definition von KMU durch die EU seit 20058

2.2. Grundlagen von Basel

Hauptverantwortlich für die Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften für das Finanz- system ist der „Ausschuss für Bankenaufsicht“ in Basel, der 1974 von den Zentralban- ken und Bankaufsichtsbehörden der G10-Staaten als Reaktion auf die Insolvenz mehre- rer Kreditinstitute gegründet worden ist. Die zentrale Aufgabe des Basler Ausschusses ist es, „im internationalen Bankensystem einheitliche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und das Risiko der Insolvenz der Bankinstitute zu reduzieren“.9 Unter den im Jahre 1988 verabschiedeten Eigenkapitalanforderungen (Basel I) mussten Kreditinstitu- te herausgegebene Unternehmenskredite mit Eigenkapital in Höhe von 8% unterlegen. Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung der Kapitalmärkte wurde 2004 mit Basel II ein „Drei-Säulen-Konzept“ entwickelt, welches zunächst die Eigenkapitalanforderungen für Banken modifizierte.10 Die starre Kapitalunterlegung von Krediten wurde dahinge- hend aufgebrochen, dass künftig ein variabler Gewichtungsfaktor auf Basis eines Boni- tätsratings genutzt wird, welcher das Risiko des Kreditnehmers berücksichtigt. Ferner wurde die erste Säule um zwei weitere Säulen ergänzt, welche zum einen aufsichts- rechtliche Überprüfungsverfahren und zum anderen weitreichende Offenlegungspflich- ten für Banken vorsahen. Nach den schmerzhaften Erfahrungen in der globalen Wirt- schafts- und Finanzkrise wurden die Eigenkapitalanforderungen unter Basel III im Jahr 2010 spürbar ausgebaut. Durch die in Abbildung 1 veranschaulichte Anhebung der Ei- genkapitalhöhe sowie die Änderung der zu unterlegenden Kapitalarten11 soll das Ban- kensystem vor Kreditausfallrisiken weitreichender geschützt werden.12

Abbildung 1: Basel III - Neue Eigenkapitalregeln13

2.3. Einfluss auf den Mittelstand

Im Gegensatz zu der zweiten und dritten Säule, die im vorherigen Kapitel beschrieben wurden, sind die ausgeweiteten Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften nach Basel III zwar primär an die Bankenlandschaft adressiert, führen jedoch zu teilweise erheblichen Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung mittelständischer Unternehmen.14 Diese Aussage liegt vor allem darin begründet, dass sich mittelständische Unternehmen in der Regel durch Innenfinanzierung sowie durch kurz- oder langfristige Bankkredite finanzieren und sowohl den Weg an die Kapitalmärkte als auch alternative Finanzie- rungsinstrumente traditionell gemieden wurden.15

Mit Blick auf die neuen Vorschriften müssen die Kreditinstitute deutlich mehr „hartes“ Eigenkapital beschaffen. Vor allem Volks -und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen müssen die Eigenkapitalzufuhr durch eine höhere Gewinnthesaurierung bewerkstelli- gen, da sie im Vergleich zu börsennotierten Großbanken keine Kapitalerhöhung über die Börse durchführen können. In der anhaltenden Niedrigzinsphase nach der Finanzkri- se brechen allerdings die Margen im klassischen Bankgeschäft ein, sodass befürchtet wird, dass die Basel III-Regelungen auch über den Abbau von Risiken - die Reduzie- rung von Kreditvolumen - erfüllt werden.16

Trotz des aktuell historisch niedrigen Zinsniveaus könnten sich langfristig auch höhere Kreditzinsen für KMUs negativ auswirken. Tendenziell weisen diese aufgrund der ge- ringeren Eigenkapitalquote höhere Bonitätsrisiken auf, sodass Banken nach Basel III die höheren Eigenkapitalkosten weitergeben werden. Dieser Effekt wird in Deutschland durch die Tatsache bestärkt, dass Unternehmen eher langfristige Verbindlichkeiten auf- nehmen und diesen laut der Baseler Reformen ein besonderes Risiko unterstellt wer- den.17

3. Anforderungen an optimale Finanzierungsinstrumente

3.1. Arten von optimalen Finanzinstrumenten

Grundsätzlich stellt die Innenfinanzierung die Hauptquelle für die mittelständische Fi- nanzierung dar. Aufgrund der oftmals geringen Ertragskraft und der Tatsache, dass die

Inhaber Gelder aus dem Unternehmen für den eigenen Lebensunterhalt entnehmen, ist es allerdings notwendig auf externe Kapitalzuflüsse zurückzugreifen.18 Anhand der nachfolgenden Abbildung werden verschiedene Finanzierungsinstrumente dargestellt, welche eine Alternative zur klassischen Bankfinanzierung darstellen.

Abbildung 2: Finanzierungsformen im Mittelstand19

3.2. Anforderungen aufgrund der mittelständischen Präferenz

Es gibt viele Erklärungsansätze für die Bevorzugung von Selbstfinanzierung und Fremdkapital gegenüber dem Einsatz von zusätzlichem Eigenkapital. Der folgende Ab- schnitt beschränkt sich dabei auf die drei geläufigsten Kriterien: Kostenstruktur, Ver- langen nach Unabhängigkeit und Sicherheit sowie Bereitstellung von Informationen.20 Die Kosten für jede Finanzierungsform bestehen sowohl aus variablen (z.B. Ertrag für den Kapitalgeber) als auch fixen Bestandteilen (z.B. Kosten für den Vertragsabschluss). Dabei können vor allem die Fixkosten der Finanzierung für KMUs bedenklich hoch werden, da sie im Normalfall auf einen eher geringen Kapitalbedarf umgelegt werden müssen und somit die Kosten pro Einheit erhöhen. Mit Blick auf die traditionell schwä- chere Rentabilität müssen KMUs Risikoaufschläge akzeptieren und somit im Vergleich zu Großunternehmen verstärkt auf die variablen Kosten achten.21 Während Großunternehmen grundsätzlich die Maximierung des Unternehmenswertes anstreben22, treten bei KMUs oft die Werte Sicherheit und Unabhängigkeit in den Vor- dergrund.23

[...]


1 Manager-Magazin (2010), web.

2 Bundesverband mittelständischer Unternehmen (2010), web.

3 Vgl. Goeke, M. (2008), S. 9.

4 Vgl. Walker, G.A. (2011), S.95.

5 Vgl. Goeke, M. (2008), S. 10.

6 Eigene Abbildung nach: IfM Bonn (2015), web.

7 Vgl. Veröffentlichung der Europäischen Kommission (2005), S. 16.

8 Eigene Abbildung nach: European Commission (2015), web.

9 Ehrmann, H. (2012), S. 53.

10 Vgl. Müller, S., Brackschulze, K., Mayer-Friedrich,M.D. (2012), S. 7.

11 Anmerkung: Die vollständige Umsetzung erfolgt bis zum Jahre 2019.

12 Frankfurt School of Finance and Management (2014), S. 16.

13 Bundesministerium der Finanzen (2010), web.

14 Vgl. Ehrmann, H. (2012), S. 52.

15 Vgl. Otto, R. (2009), S. 5.

16 Vgl. Paul, S., Stein, S. (2013), S. 100ff.

17 Vgl. Paul, S., Stein, S. (2013), S. 106ff.

18 Vgl. KFW Bankengruppe (2009), S.40.

19 Hansmann, K.-W., Richter, N. F., Rose, M. I. (2008), S. 7.

20 Vgl. Lichtblau. K., Utzig, S. (2002), S. 327.

21 Vgl. Müller, S., Brackschulze, K., Mayer-Friedrich, M. D. (2012), S. 195f.

22 Anmerkung: Gleichzusetzen mit dem Shareholder-Value-Ansatz.

23 Vgl. Wöhe, G., Döring, U. (2013), S.75ff.

Details

Seiten
18
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668597204
ISBN (Buch)
9783668597211
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Erscheinungsdatum
2017 (Dezember)
Note
1,7
Schlagworte
Mittelstand Unternehmen Basel Finanzierungsinstrumente

Autor

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