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Der Lamta Sarkophag. Untersuchung der Reliefe auf der Frontseite

Seminararbeit 2016 24 Seiten

Archäologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entdeckungslage und die Technik

3. Die Datierung und Herkunft

4. Beschreibung
4.1. Kasten
4.1.1 Aufbruch zur Jagd
4.1.2. Heimkehr von der Jagd
4.1.3. Dominus legem dat
4.1.4. Akklamation
4.2. Deckel
4.2.1 Heimkehr von der Jagd
4.2.2 Rotwildjagd / Treibjagd

5. Ikonographie und Vergleiche
5.1. Die Jagdszenen
5.2. Dominus legem dat

6. Deutungsversuch

7. Fazit

8. Abbildungen

9. Literaturverzeichnis

10. Abbildungsverzeichnis

1.Einleitung

Frühchristliche Sarkophage sind berühmt für die üblichen Themen aus der Bibel. Szenen wie die Brotvermehrung, Blindenheilung, Ruhe des Jonas, Geburt Christi, Auferweckung des Lazarus[1] usw., sowie symbolische Szenen wie der thronende Jesus sind auf frühchristlichen Sarkophagen zu finden. Hierbei bietet der Fries-Sarkophag aus Tunesien, der sogenannte Lamta Sarkophag, einer der wenigen marmornen Sarkophage Afrikas, aus dem vierten Jahrhundert, ein interessantes Beispiel, an dem man deutlich sehen kann, dass die Interaktionen mit dem Antiken Leben noch nicht völlig aufgegeben ist. Die Gesellschaftlichen Veränderungen sind in der Ikonographie des Sarkophags sichtbar.[2]

In der folgenden Arbeit werden zuerst die Datierung, Technik und Entdeckungslage des Sarkophages kurz behandelt. Danach werden die reliefierte Szenen des Sarkophags, die nur auf der Frontseite vorkommen, ausführlich beschrieben. Diese Szenen werden dann nach ihrem Sinn in zwei Teile gegliedert, erforscht und mit anderen christlichen Sarkophagen verglichen. Diese Szenen sind zum einen die Jagdszenen, die während der Antike ein beliebtes Motiv der Darstellungen waren, zum anderen die berühmte symbolische Szene der frühchristlichen Kunst, die sogenannte „ dominus legem dat“-Szene, wobei diese in der Literatur auch unterschiedlich betitelt zu begegnen ist. Da der Sarkophag wegen seiner einzigartigen Reliefe eine Ausnahme in der frühchristlichen Kunst bildet, wurde in einem Kapitel versucht, die Bedeutung des Sarkophags zu verstehen.

2. Entdeckungslage und die Technik

Der marmorne Sarkophag ist um 1990 in der Ostküste Tunesien, südlich von Lamta (bzw. Lemta oder Lamsa) bei Henchir Sokrine, gefunden worden. Der antike Name von diesem Ort war Leptiminus.[3] Da der Sarkophag dort gefunden wurde, ist anzunehmen, dass es sich bei diesem Fundort um eine antike Nekropole handelt. Dort soll sich auch eine byzantinische Kirche und ein Baptisterium befunden haben, dessen Boden komplett mit Mosaiken bedeckt war.[4]

Als der Sarkophag entdeckt worden war, wurde er gewaltsam geöffnet. Dabei wurde die Rückseite des Kastens weitgehend weggeschlagen und der oberer Rand der Front beschädigt. Der Sarkophag bestand ursprünglich aus vier Teilen, die verbunden waren und die Gliederung ist original. (Abb. 1) Die Anpassung der Teile verlangte die Verwendung von Eisenklammern im Boden, wo ihre Spuren noch sichtbar sind. Diese Einlassungen für Verklammerungen sind teilweise ausgebrochen. Bei der Reliefoberfläche sind auch kleine Beschädigungen zu sehen, zum Beispiel fehlt jeder Figur die Nase. Ansonsten sind die Szenen gut erhalten.

Der Sarkophag ist 2 m. lang und 70 cm breit. Während der Kasten aus Carrara Marmor gemacht worden ist, wurde der Deckel aus prokonnesischem Marmor angefertigt. (Abb. 2)[5] Da Marmor in Afrika nicht ansteht, musste er importiert werden. Die Nutzung unterschiedlicher Marmorsorten für Deckel und Kasten sind üblich.[6] Auffallend bei der Ausführung des Reliefs sind die reichen Lochbohrungen, welche womöglich von einem anderen Jagdsarkophag übernommen wurden. Diese Lochbohrung ist typisch für tetrarchische Sarkophagplastik. Desweiteren trägt die Unterseite des Kastens eine Art Blumenkranz.

3. Die Datierung und Herkunft

Es gibt nur eine geringe Anzahl von christlichen Sarkophagen in Nordafrika und diese Sarkophage stammen fast ausschließlich aus Rom. Außer diesen Importierten Sarkophagen gibt es auch Lokale , welche die stadtrömischen Sarkophage mehr oder weniger kopieren. Koch behauptet, dass der Lamta Sarkophag nicht aus Rom komme, sondern aus einer nordafrikanischem Werkstatt, jedoch in römischem Stil, angefertigt worden sei. Für seine Behauptung verwaist er auf die Singularität des Sarkophags und die Unterschiede der Bohrungstechnik und datiert ihn um 400 nach Christus.[7]

Er betrachtet und interpretiert die Situation der Stadt Rom, um zeigen zu können, dass dort zu der Zeit die Nachfrage nach Sarkophagen stark vermindert sei und deswegen die Bildhauer begonnen hätten, sich neue Städte zu suchen. Nach seiner Meinung lernte der Bildhauer dieses Sarkophags in Rom, ginge aber später nach Nordafrika, wo er einen besonderen Auftrag bekam.[8] Auch Baratte’s Meinung nach ist der Sarkophag eine lokale Arbeit.[9]

Zwar ist der Sarkophag Laut Bejaoui mit Sicherheit importiert worden, aber von einer lokalen Werkstatt überarbeitet worden, wie es bei dem sogenannten Kinderarzt Sarkophag vom Anfang des vierten Jahrhunderts der Fall war. Seiner Meinung nach sind die Gesichter der Protagonisten und die tabula ansatae Zeichen der Überarbeitung, da der Grabinhaber seinen Platz im soziale Leben in Afrika hat und die auf dem Sarkophag vorkommende Namen Maziua und Sizan numidischer Herkunft sind. Darüber hinaus weist er auf die Ähnlichkeiten dieses Sarkophages mit den arlesischen Sarkophagen hin und datiert den Sarkophag deswegen ins vierte Jahrhundert.[10]

Die römischen Stadtsarkophage haben eine durchlaufende vorspringende Leiste. Obwohl behauptet worden ist, dass diese in Afrika nachbearbeitet und geändert worden sei,[11] ist dies aufgrund der sich mit ihren Zweigen nach oben ragenden Bäume nicht stichhaltig. Zudem überläuft die „dominus legem dat“ – Szene das Niveau, auf welchem eine Leiste anwesend sein sollte und ursprünglich nicht anwesend sein kann. Die Bäume mit ihren Zweigen sowie die „dominus legem dat“-Szene sollten also zur ursprüngliche Dekoration gehören. Die anstatt der Leiste genutzte kleinen tabula ansatae sind einzigartig, sie finden weder in Rom, noch in Arles Parallen. Jedoch in afrikanischen Mosaiken.[12] Sowohl die Namen numidischer Herkunft, als auch die Mosaike, welche auf einen hohen Sozialstatus verwaisen, verstärken die Behauptung, dass der Sarkophag in Afrika angefertigt worden ist.

4. Beschreibung

Die Szenen werden reihenweise behandelt. Die Charaktere sind durch die tabula ansatae zu identifizieren, welche auf dieser Art bei diesem Sarkophag einzigartig sind. Die tabula ansatae dienen zum Erkennen der Personen, indem sie die Namen der Dargestellten zeigt. Auf diesem Sarkophag sind dadurch vier Personen zu identifizieren, wobei die Namen der bestatteten Personen mehrmals vorkommen: Sizan, Maziu(a), Possidius (2), Secundinus (3).

4.1. Kasten

4.1.1 Aufbruch zur Jagd

Auf der ersten Szene sind drei Männer, ein Baum (wohl eine Eiche), ein Hund und ein Pferd zu sehen. Alle drei Figuren sind mit kurzen gegürteten Ärmeltunicen, Schultermänteln und Schnürschuhen gekleidet. An der Außenkante ist der Baum mit gelappten Blättern zu sehen. Vor dem Baum steht ein bartloser Mann, durch die tabula ansata Sizan genannt, dessen Kopf den anderen Männern zugewandt ist. Er hält mit seinem Recht einen auf den Boden gestützten Speer, wodurch er als Jäger identifiziert werden kann. Der Jäger steht frontal und sein rechte Arm überschneidet sich mit dem Stamm des Baums, dessen Krone bis zum oberen Rand reicht, während seine linke das Mantelende ergreif.[13]

Die Figur rechts außen, durch die tabula ansata Secundinus genannt, also der Grabinhaber, hält die Zügeln seines Pferdes, welches in der Mitte der Szene, in Seitenansicht, nach links gedreht mit gesenktem Kopf dargestellt ist. Secundinus Kopf ist nach rechts gewandt und hat den ihn als Jäger definierenden Speer über der Schulter, wobei der Speer teilweise weggebrochen ist. Dieser Speer ist sein Attribut, da es sich wiederholt. Leicht verdeckt vom erste Bein des Secundinus ist rechts unten ein Hund, in Seitenansicht, nach rechts gewandt zu sehen.

Die zwischen den Jägern Sizan und Secundinus stehende Figur ist durch Secundinus und sein Pferd stark verdeckt. Er steht frontal hinter dem Pferd, den Kopf leicht nach links gewandt und ist mit Bart dargestellt. In der rechten Hand hält er den üblichen Speer . Die Tabula ansata über seinem Kopf bezeichnet ihn als Possidius.(Abb. 3)

4.1.2. Heimkehr von der Jagd

Im Anschluss daran kommt die Szene „Heimkehr von der Jagd“, in dem der Empfang des zurückkehrenden Jagdherren durch eine Frau thematisiert wird. Als Hintergrund dieser Szene befindet sich hinter den Figuren eine Ädikula, deren verzierter Giebel bis zum oberen Rand reicht. Das solle die Portikus oder das Portal des Hauses darstellen.

Die erste Figur, die in Seitenansicht von links heranschreitet, ist eine Frau und kleiner als die Jäger dargestellt. Die Tabula ansata definiert sie als Maziu(a). Sie hält in den Armen ein Lämmchen und schaut dem Mann entgegen. Sie trägt eine langärmelige Untertunica, darüber eine kurzärmelige gegürtete Tunica mit stoffüberfall in der Taille, Palla und Sandalen. Zudem hat sie ein Armband und eine mehrreihige Kette.[14]

Die andere Figur ist ein vor seinem Pferd frontal stehender Mann. Wahrend er mit seiner linken Hand einen, über die Schulter gelegten, auf dem Boden aufgestellten, teilweise weggebrochenen, Speer hält, hält er mit seiner Rechten die Zügel des Pferdes. Seine Kleidung stimmt mit dem in der ersten Szene dargestellte Secundinus überein. Auch die tabula ansata, die über seinem Kopf neben dem Giebel der Ädikula steht, bezeichnet ihn als Secundinus, den Grabinhaber. Auffällig ist jedoch dass, die Figur ,welche die Mitte der Frontseite einnimmt, der Grabinhaber ist. Sein Pferd hat das linke Vorderbein erhoben und ist in Seitenansicht nach links dargestellt, wobei der Kopf des Pferdes weggebrochen ist. (Abb. 4)

4.1.3. Dominus legem dat

Die sogenannte „ dominus legem dat “ - Szene ist kleinformatiger als die anderen Szenen dargestellt. In der Mitte der Szene steht frontal ein bärtiger Jesus, auf dem hohen felsigen Paradiesberg. Sein Kopf ist leicht nach links gewandt. Wie üblich, hält er in der linken Hand eine geöffnete Buchrolle, die er dem von rechts kommenden Petrus übergibt. Er hat seine Rechte im Redegestus erhoben, wobei die Hand teilweise weggebrochen ist. Jesus hat schulterlanges lockiges Haar. Er wird durch vier Palmen flankiert, welche ein Symbol für den Himmel sind und den Hintergrund der Szene darstellen.[15]

Petrus ist in kräftiger Schrittbewegung, in Seitenansicht, nach links gewendet dargestellt. Er empfängt mit verhüllten Händen die Buchrolle. Zudem hält er in seiner linken Hand den Schaft eines geschulterten heute weggebrochenen Stabkreuzes. Auf der linken Seite ist Paulus zu sehen, der in Schrägansicht nach rechts dargestellt ist und seine rechte Hand im Akklamationsgestus erhoben hat, wobei die Hand teilweise weggebrochen ist. Beide Apostel sind bärtig und haben enge Haarkalotten. Alle drei Figuren tragen Tunica, Pallium und Sandalen.

Unter Jesus ist eine miniaturhaft dargestellte weibliche Orantin zu sehen. Sie ist mit einer langärmeligen Untertunica, einer Dalmatica und Schuhen bekleidet, steht frontal und wird von zwei Lämmern in Seitenansicht flankiert, die hinter den Aposteln zu sehen sind. Ihr Hinterkörper ist durch die Apostel verdeckt. (Abb.5)

4.1.4. Akklamation

Im Anschluss an die „ dominus legem dat “ - Szene folgt die Szene der sogenannten Akklamation, in der zwei Jäger, in der gleichen Größe wie die Jägern in der ersten Szene, dargestellt sind. Der linke Jäger hat seinem Kopf leicht nach links, zu der Szene „ dominus legem dat “ gewandt. Er hat seine rechte Hand im Akklamationsgestus erhoben, während er in seine linken einen Gegenständ, eventuell einen kurzer Stab hält. Sein rechter Fuß ist zwischen den Füßen des Petrus, ebenso ist ein Hund neben seinem linken Bein sichtbar. Benannt wurde dieser Figur als Secundinus.

Dieser Figur folgend kommt der andere Jäger mit dem Pferd, benannt Possidius, also der zweite mögliche Grabinhaber. Er steht frontal und sein Kopf ist leicht nach links gewandt. Mit seiner rechten Hand hält er die Zügel des Pferdes, welches womöglich ihm anvertraut ist, weil es in der ersten Szene von Secundinus gehalten wurde, wahrend seine linke Hand einen auf die Erde aufgestellten Speer hält, wobei Arm und Speer weitgehend weggebrochen sind. Zu seinen Füßen sitzt ein Hund, dessen Kopf weggebrochen ist. Die Kleidungen der Jäger stimmen mit den Kleidungen der ersten Szene überein. Das, in Seitenansicht nach links dargestellte Pferd, hat das rechte Vorderbein erhoben. Hinter dem Pferd ist die Krone eines Baums stark verdeckt zu sehen. Wegen der gelappten Blätter dieses Baumes ist er als Eiche zu deuten.(Abb. 6)[16]

4.2. Deckel

In der Mitte des Deckels befindet sich eine Tabula ohne Inschrift, welche den figuralen Deckel gleichermaßen trennt. Gehalten wird dieses Tabula von zwei stehenden, geflügelten, männlichen Eroten. Hinter den Köpfen der Eroten sind die dichten Kronen der Olivenbäume zu sehen. Diese Bäumen dienen als Abschluss zu den sich am Deckel befindenden Jagddarstellungen.

4.2.1 Heimkehr von der Jagd

Am linken Rand ist eine weibliche Figur unter einem Tor nach rechts schreitend zu sehen. Sie könnte Maziu[a] darstellen, da die beiden Figuren Ähnlichkeiten haben. Sie trägt in den Händen einen mit Früchten und Blumen gefüllten Korb. Sie ist in mit einer langärmelige Untertunica, darüber einer kurzärmeligen gegürteten Tunica und Schuhen bekleidet. Sie ist in Seitenansicht nach rechts gewendet dargestellt. Wie in der anderen Heimkehrszene ist dieser Torbogen als Eingang oder Vorhalle eines Hauses zu deuten. Bei dem Torbogen sind ein Quadermauerwerk und zwei kannelierte Pilaster, mit hohen Basen und Kapitellen, zu bemerken.[17]

Rechts von der Frau sind wie im Kasten drei Jäger. Von welchen der erste wohl der Jagdherr sein soll. Er ist reitend und in Schrittbewegung dargestellt worden. Unter dem Pferd, welches sein linkes Vorderbein erhoben hat, ist ein sitzender Hund zu erkennen. Die hinter ihm kommenden Jäger sind zu Fuß. Der Hintere davon trägt einen Stab oder Jagdspeer geschultert. Ein weiterer Hund ist zwischen diesen Jägern zu erkennen. Den Hintergrund bilden die Bäume, die wegen ihren glattrandigen Blättern als Olivenbaume zu identifizieren sind. Dieser zweite Jäger halten in der Hand ein erlegtes Tier. Alle Jäger sind in kurze, gegürtete Ärmeltunica und Schuhe gekleidet. Diese Szene ergibt nur Sinn, wenn man sie mit der andere Deckelfries in Verbindung bringt.(Abb. 7)[18]

4.2.2 Rotwildjagd / Treibjagd

Am rechten Ende des Reliefteils ist ein ausgespanntes Netz zu sehen, in das drei Tiere getrieben worden sind. Vor diesem Netz stehen zwei Jäger mit Stäben. Der rechte Jäger ist dem Netz zugewandt, während der Andere seinen Kopf in die andere Richtung dreht. Am linken Ende der Szene ist ein reitender Jäger in Seitenansicht nach rechts gewand dargestellt, der im Galopp das Wild verfolgt. Dieser Figur kann Secundinus darstellen. Vor ihm am Boden ist ein von einem Pfeil getroffener Hirsch zu sehen. Als Hintergrund ist ein Wald ausgearbeitet, gebildet durch die Olivenbäumen, von denen nur die Kronen zu sehen sind. (Abb. 8)[19]

5. Ikonographie und Vergleiche

5.1. Die Jagdszenen

Die römischen Jagdsarkophage entstanden erst in spätseverischer Zeit und waren sehr beliebt. Es gab unterschiedlichen Typen von Jagdsarkophagen, die mit mythologischen Themen eng verbunden sind. Dargestellt sind die Geschichte des Hippolytos, oder des Meleagros oder des Adonis.[20] Die römischen Jagdsarkophage haben sich von diesen mythologischen Jagdsarkophagen abgeleitet. Es herrschte eine Heroisierung aufgrund paganer Aussagen bei den Darstellungen auf den Sarkophagen. Um 220/30 nach Christus tauchten Löwenjagd Sarkophagen auf, wobei auch die Heldendarstellungen sich langsam änderten. „Es ging vielmehr darum, dem Gedanken der Heroisierung, der in vielen Mythendarstellungen auf den römischen Sarkophagen anklingt, eine prägnantere, mit der eigenen Erlebniswelt enger verbundene Wendung zu geben.“[21]

Die Ikonographie der Jagdszenen erfuhr in der Spätantike eine definierbare Transformation. Nachdem nicht nur das Mythische, sondern auch die heroischen Elemente wurden eliminiert, so werden die Jagdgötter gänzlich durch detaillierte Realienschilderungen ersetzt. Warland spricht von einer Entkleidung angestammter mythologischer Paradigmen. „An die Stelle des Heroischen Jägers, der sich als Einzelner in seinen überdurchschnittlichen Qualitäten, vor allem in Kühnheit und Stärke auszeichnete, rückt nun der namentlich identifizierbare Jagdherr, der seine Stellung entsprechend über einen bestmöglichen Apparat von Jagdhelfern verfügt und sich der Überlegenheit seiner Jagdtechniken gewiss ist.“[22]

Da die Anzahl der Jagdszenen in römischer Zeit umfangreich ist und eher mit paganen Aussagen vorkommen, ist es vernünftiger, die Jagdszenen auf christlichen Sarkophagen miteinander zu vergleichen. Einige Beispiele lassen sich in diesem Zusammenhang feststellen, ohne direkte Zugang mit christlichen Szenen zu haben.

[...]


[1] Wie oft diese Szenen bei Sarkophagen vorkommt; Dresken-Weiland 2010, 21.

[2] Warland 2000, 171.

[3] Über die Geschichte dieses Ortes; Ben Lazreg ua 1992.

[4] Bejaoui 2002, 13.

[5] Bejaoui 2002, 14.

[6] Koch 2005, 142.

[7] Koch 2000, 352, 535 f., 367.

[8] Ebd; Koch 2005, 141-146.

[9] Baratte 2006, 47-48.

[10] Bejaoui 2002, 16f.

[11] Rep III 642.

[12] Koch 2005, 142f.

[13] Rep III 642; Bejaoui 2002 14.

[14] Rep III 642; Bejaoui 2002, 14.

[15] Rep III 642; Bejaoui 2002, 15.

[16] Rep III 642; Bejaoui 2002, 15.

[17] Rep III 642.

[18] Bejaoui 2002, 15

[19] Rep III 642; Bejaoui 2002, 15.

[20] Sichtermann 1975 19; 33f.; 42f.

[21] Andreae 1980, 135.

[22] Warland 2000, 171.

Details

Seiten
24
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668604384
ISBN (Buch)
9783668604391
Dateigröße
5.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v384992
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,3
Schlagworte
lamta sarkophag untersuchung reliefe frontseite

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Titel: Der Lamta Sarkophag. Untersuchung der Reliefe auf der Frontseite