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Unterrichtseinheit: Interreligiöses und interkulturelles Klassenkochbuch (6. Klasse)

Unterrichtsentwurf 2005 11 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Gliederung

1. Bedingungsfeldanalyse

2. Sachanalyse und Ziele der Unterrichtseinheit

3. Umfang der Unterrichtseinheit

4. Begründungszusammenhang
4.1. 1. Stunde
4.1.1 Thema der 1. Stunde: Lieblingsessen und Einführung
4.1.2 Ziele der 1. Stunde
4.2. 2. und 3. Stunde
4.2.1 Thema der 2. und 3. Stunde
4.2.2 Ziele der 2.und 3. Stunde
4.3 4. Stunde
4.3.1 Thema der 4. Stunde
4.3.2 Ziele der 4. Stunde
4.4. 5. und 6. Stunde
4.4.1 Thema der 5. und 6. Stunde
4.4.2 Ziele der 5. und 6. Stunde
4.5 7. Stunde
4.5.1 Thema der 7. Stunde
4.5.2 Ziele der 7. Stunde
4.6 Durchführung des Klassenfestes
4.6.1 Thema
4.6.2 Ziele des Klassenfestes
4.7 8. Stunde
4.7.1 Thema der 8. Stunde
4.7.2 Ziele der 8. Stunde

5. Didaktisch-methodischer Kommentar

6. Anhang
6.1. Verwendete Literatur
6.2. Internetlinks und Literaturtipps für Lehrer und Schüler

1. Bedingungsfeldanalyse

Mein Stundenentwurf orientiert sich an einer Klasse mit 30 SchülerInnen der 6. Jahrgangsstufe. In diese Klasse gehen Türken, Bosnier, Serben, Griechen, Italiener, Iraner, Polen, Vietnamesen und Deutsche. Mit diesen verschiedenen Nationalitäten treffen in dieser Klasse auch eine Vielzahl von Religionen aufeinander: Muslime, orthodoxe Christen, Katholiken, Protestanten, Buddhisten und Atheisten.

2. Sachanalyse und Ziele der Unterrichtseinheit

„Die Speisen haben vermutlich einen sehr großen Einfluss auf den Zustand der Menschen.“[1]

„Ein leerer Magen ist ein schlechter Ratgeber.“[2]

„Liebe geht durch den Magen.“[3]

Diese Zitate zeigen, welche Rolle die Speisen in einer Kultur spielen, wie sie die Menschen und das Leben prägen. Durch bestimmte Speisen-, Speisenzubereitungen und Essensregeln identifizieren sich die verschiedenen Kulturen und Religionen. Die Ernährung ist somit ein wichtiger Aspekt des interkulturellen und interreligiösen Lernens, bei dem sich die SchülerInnen ihrer eigenen kulturellen und religiösen Sozialisation bewusst werden können.

Ziel dieser fächerübregreifenden Unterrichtseinheit ist es ein Klassenkochbuch zu erstellen, in dem Rezepte für Gerichte aus den Herkunftsländern der SchülerInnen und die Vorschriften für die Essensvorbereitung sowie die Verbote bestimmter Speisen der einzelnen Religionen enthalten sind. Dabei sollen verschiedene Lernziele erreicht werden. Das primäre Lernziel ist den SchülerInnen zunächst die landes- und religionstypischen Unterschiede in der Ernährung aufzuzeigen und sie schließlich damit vertraut zu machen. Denn dieses Wissen öffnet einen Weg zur Annäherung an andere Kulturen und ermöglicht so ein interkulturelles und interreligiöses Miteinander. Das Kennenlernen und Hinterfragen der eigenen Esskultur trägt dazu bei, dass sich Kinder nichtdeutscher Herkunft, die in Deutschland leben, besser mit ihrer Kultur und Religion identifizieren können und ermöglicht deutschen Kindern einen vorurteilsfreien Umgang mit fremden Gebräuchen. Auch deutsche Kinder bekommen einen Zugang zu ihren Traditionen, die oft in Vergessenheit geraten sind. Viele Kinder sind sich z.B. gar nicht bewusst, dass ihre Lieblingsspeisen, wie z.B. Pizza und Spaghetti, nicht ursprünglich „typisch deutsch“ sind. Dabei sollen die SchülerInnen sich mit anderen Kulturen und Religionen auseinander setzen, Neugier, Offenheit und Verständnis für diese entwickeln sowie Ängste eingestehen und abbauen.[4] Am Ende der Einheit lernen die Kinder dann durch Kochen und Probieren der Gerichte „das Fremde“ konkret kennen. Dies könnte dazu beitragen, dass sie schmecken, dass nicht alles Fremde schlecht sein muss, was zum Abbau von Vorurteilen führen kann. Daraus ergibt sich schließlich das allgemeine Lernziel dieser Unterrichtseinheit. Die SchülerInnen sollen lernen mit Menschen anderer kultureller Herkunft und religiöser Prägung offen umzugehen sowie die Angst vor Fremdem abbauen ohne jedoch ihre eigene kulturelle und religiöse Identifikation aufzugeben.

Ein weiteres Lernziel bezieht sich auf den Deutschunterricht, denn viele Lehrpläne sehen für die „6. Jahrgangsstufe die Aufsatzform der Vorgangsbeschreibung vor“[5] sowie die Wirkung von verschiedenen Gebrauchstexten zu erkennen[6]. Dafür sind Rezepte gute Übungsbeispiele, an denen SchülerInnen lernen können Gebrauchtsexte in Aufsatzform zu verfassen und deren Wirkung überprüfen können. Des Weiteren fließen noch Lernziele des Kunst- und Arbeitslehreunterrichts mit ein, da die einzelnen Seiten und das Deckblatt künstlerisch gestaltet, die Rezepte gekocht und die Bücher am Schluss gebunden werden sollen.

3. Umfang der Unterrichtseinheit

Die Durchführung der Unterrichtseinheit „Interkulturelles und interreligiöses Klassenkochbuch“ ist angelegt für acht Unterrichtsstunden à 45 Minuten und einem zusätzlichen Klassenfest, das außerhalb des Unterrichts stattfinden könnte, oder auch in kleinerem Umfang z.B. im Rahmen des Arbeitslehreunterrichts als Kochunterricht verteilt auf zwei Schulstunden durchgeführt werden kann.

[...]


[1] Verfasser unbekannt

[2] Albert Einstein (1879-1955), dt.-amerik. Physiker (www.zitate.com)

[3] Verfasser unbekannt

[4] vgl. Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport (Hrsg.): Interkulturelle Bildung und Erziehung. Berlin 2001, S. 235. (KMK-Beschlüsse)

[5] LIFE - Ideen und Materialien für Interkulturelles Lernen 2.7.4 S.1.

[6] vgl. Rahmenplan Grundschule (http://www.senbjs.berlin.de/schule/rahmenplaene/Rahmenplan/d-gr-1-6.pdf)

Details

Seiten
11
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638375337
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38502
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin
Schlagworte
Unterrichtseinheit Interreligiöses Klassenkochbuch Klasse) Religion Schule

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Titel: Unterrichtseinheit: Interreligiöses und interkulturelles Klassenkochbuch (6. Klasse)