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Wie zufrieden sind Migranten in der Bundesrepublik Deutschland und wie kann jene verbessert werden?

von Marina H. (Autor)

Ausarbeitung 2014 9 Seiten

VWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

Die Lebenszufriedenheit von Migranten
Einleitung

Theoretischer Hintergrund

Methoden

Ergebnisse

Weitere Forschungsbefunde

Diskussion

Fazit

Literaturverzeichnis

Die Lebenszufriedenheit von Migranten

Einleitung

Migration ist oftmals verbunden mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in der Ferne. Diese Hoffnung kann von einer Vielzahl an Faktoren, die unter anderem von politischer, sozi- aler oder finanzieller Natur geprägt sein können. Bewahrheiten sich diese Hoffnungen im Zu- wanderungsland, geht dies oftmals mit einer Verbesserung der Lebenszufriedenheit einher. An- dererseits kann Migration auch mit Integrationsschwierigkeiten einhergehen. Im Zuwande- rungsland gelten andere Sitten, das soziale Umfeld ändert sich, zudem wird eine andere Sprache gesprochen. Dementsprechend lässt sich erwarten, dass Migration auch oftmals mit anfängli- chen Integrationsschwierigkeiten verbunden ist was zu einer Verschlechterung der Lebenszu- friedenheit führen kann.

Im Rahmen der vorliegenden Ausarbeitung soll die Frage nach der subjektiven Lebens- zufriedenheit von Migranten in der Bundesrepublik Deutschland in den Vordergrund gestellt werden.

Hierzu wird zunächst eine Studie von Köcher und Raffelhüschen (2013) vorgestellt, die die subjektive Lebenszufriedenheit von Migranten mit der einheimischen Gesellschaft vergleicht. Im Anschluss daran werden mit Hilfe von weiteren Forschungsergebnissen Faktoren herausgearbeitet, die einen wesentlichen Einfluss auf die subjektive Zufriedenheit haben. Auf Grundlage dieser Faktoren soll abschließend der Handlungsbedarf zur Verbesserung der Lebensqualität herausgestellt werden.

Theoretischer Hintergrund

Um das Konstrukt der subjektiven Lebenszufriedenheit differenziert einzuordnen, stellt der Blickwinkel der Bewertungsgrundlage der Befragten eine entscheidende Rolle dar. Wenn nämlich der Arbeitsmarkt, die Gesundheitsversorgung oder die politischen Rahmenbedingun- gen im Zuwanderungsland im Vergleich zum Herkunftsland als positiver wahrgenommen wer- den, dann steigert sich auch die subjektive Lebensqualität der Einwanderer. Dieser gedankliche Vergleich zwischen Herkunfts- und Einwanderungsland im Kopf der Befragten kann ver- gleichsweise hohe Zufriedenheitswerte hervorrufen. Denn Personen, die notvollen Lebensum- ständen im Herkunftsland entflohen sind, empfinden das Zuwanderungsland möglicherweise als positiver, als sie es unter zuvor verhältnismäßig neutralen Bedingungen empfunden hätten.

Dieses Phänomen könnte vorwiegend Personen betreffen, die zum Beispiel erst kürzlich in das Zuwanderungsland zugezogen sind.

Andersherum gilt, dass Personen, die sich mit der Aufnahmegesellschaft vergleichen im Gegensatz dazu möglicherweise negativere Zufriedenheitswerte angeben. Hierzu könnten Per- sonengruppen zählen, die sich schon einen längeren Zeitraum im Zuwanderungsland befinden. Insgesamt vermischen sich beide Bewertungstendenzen im Gesamtergebnis zu einer Summe (Köcher et al., 2013).

Siegert beschreibt die Lebenszufriedenheit als ein vielschichtiges und komplexes Kon- strukt, bei dem es sich nicht um ein bewusst reflektiertes Urteil handelt. Da oftmals auf schnell zugängliche Informationen zurückgegriffen wird, wird das Bewertungsurteil der Befragten auch immer durch den emotionalen Zustand zum Zeitpunkt der Befragung beeinflusst (Siegert, 2012).

Bei Betrachtung der vorliegenden Studie soll die Lebenszufriedenheit der Personengruppe ohne Migrationshintergrund derjenigen mit Migrationshintergrund gegenübergestellt werden. Laut Statistischem Bundesamt werden folgende Personen als Migrant klassifiziert, „die nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewanderten sind sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“ (Statistisches Bundesamt, 2012, nach Köcher et al., 2013).

Hierbei wird grundsätzlich zwischen direkter und indirekter Migration unterschieden. Der direkte Migrationshintergrund zeichnet sich dadurch aus, dass die betroffenen Personengruppen selbst irgendwann nach Deutschland zugewandert sind. Das Durchschnittsalter dieser beträgt 45,1 Jahre. Im Vergleich hierzu beträgt das Durchschnittsalter von den in Deutschland lebenden Personen ohne Migrationshintergrund 46,1 Jahre.

Personen mit indirektem Migrationshintergrund haben selbst keine Migrationserfahrung. Vielmehr sind ihre Eltern zugewandert, sie selbst wurden allerdings in Deutschland geboren. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 15,3 Jahren (Köcher et al., 2013).

Methoden

Die Lebenszufriedenheit der Migranten wurde auf Basis von persönlich-mündlichen In- terviews erfasst. Die Stichprobe umfasst rund 1070 deutschsprachige Migranten ab 16 Jahren. Die Fragestellung der Interviews lautete wie folgt: Wenn Sie einmal alles in allem nehmen, wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit Ihrem Leben? Um die subjektive Lebenszufriedenheit in einem messbaren Konstrukt darzustellen zu können, wurde zu der Beantwortung der Frage eine 10-stufige Skala herangezogen. Die Teilnehmer konnten hierbei eine Zahl zwischen 0 und 10 wählen, wobei 0 für ganz und gar unzufrieden und 10 für ganz und gar zufrieden steht.

Ergebnisse

Abbildung 3 zeigt die Ergebnisse der Studie. Zunächst fällt auf, dass die Allgemeine Lebenszufriedenheit um die Jahrtausendwende ein Hoch zu verzeichnen hat. Daraufhin sinkt die Lebenszufriedenheit in den kommenden drei Jahren relativ stark, erholt sich dann aber in den Jahren 2005-2013.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Lebenszufriedenheit nach Migrationsstatus nach Köcher et al. (2013)

Auffällig ist zunächst, dass Personengruppen mit direktem Migrationshintergrund über die Jahre hinweg die geringste Zufriedenheit aufweisen. Der Zufriedenheitswert ihrer (erwach- senen) Kinder liegt konstant 0,2 bis 0,4 Zähler darüber und damit sogar über dem Wert der Einheimischen. Der durchweg signifikante Unterschied der Lebenszufriedenheit der Personen mit indirektem Migrationshintergrund zu dem der Einheimischen lässt sich nach Köcher und Raffelhüschen allerdings lediglich auf einen Altersunterschied der beiden Personengruppen zurückführen. Das durchschnittliche Alter der Personen mit indirektem Migrationshintergrund liegt nämlich deutlich unter dem der Einheimischen. Würde man die Lebenszufriedenheit der Einheimischen mit einer gleichaltrigen Gruppe der Personen mit indirektem Migrationshinter- grund vergleichen, lägen die Werte der Personen mit indirektem Migrationshintergrund auf ei- nem niedrigeren Niveau als die jetzigen Werte. Hier wurden der Abbildung zusätzlich alters- bereinigte Werte für die Personengruppe mit Migrationshintergrund hinzugefügt. Die Ergeb- nisse zeigen, dass sich noch ein geringer, aber nicht signifikanter Unterschied zwischen den Einheimischen und den Personen mit indirektem Migrationshintergrund feststellen lässt.

Es lässt sich somit festhalten, dass sich die Personengruppe mit direktem Migrations- hintergrund als die am unzufriedenste bezeichnen lässt. Gleichaltrige Personen ohne Migrati- onserfahrung und Personen mit indirekter Migrationserfahrung weisen ein gleiches Zufrieden- heitsniveau, welches sich zudem über dem der Einwanderer mit direktem Migrationshinter- grund befindet. Überdies lassen sich die Beobachtungen als über die Jahre hinweg konstant bezeichnen.

Weitere Forschungsbefunde

In zukünftigen Forschungsergebnissen versuchen Köcher und Raffelhüschen (2013), die Unterschiede in der Zufriedenheit zwischen Migranten und der ansässigen Bevölkerung zu erklären. Hierzu versuchen sie verschiedene Faktoren zu bestimmen, die zur Lebensqualität der Migranten beitragen. Die Zufriedenheitswerte werden in Bezug auf die Teilbereiche Familie, Arbeit, Gesundheit, Haushaltseinkommen, Freizeit und Wohnung untersucht. In der Untersu- chung werden die Werte der direkten und indirekten Migranten werden denjenigen der Deut- schen gegenübergestellt. Da wir im vorigen Abschnitt allerdings keinen bedeutenden Unter- schied in der Zufriedenheit zwischen den indirekten Migranten und den Deutschen feststellen konnten, sollen im Rahmen dieser Ausarbeitung die Erhebungen der indirekten Migranten ver- nachlässigt werden. Vielmehr wird sich auf den Vergleich zwischen den direkten Migranten und den Deutschen fokussiert. Die Ergebnisse der Studie sind in Abbildung 4 dargestellt. Bei der Interpretation der Darstellung ist zu berücksichtigen, dass nur diejenigen nach ihrer Ar- beitszufriedenheit befragt wurden, die auch berufstätig sind. Ein verschiedenartiges Niveau der Erwerbslosigkeit würde sich also nicht in den Daten der Arbeitszufriedenheit, sondern in der Einkommenszufriedenheit darstellen.

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Details

Seiten
9
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668608870
Dateigröße
607 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v385097
Institution / Hochschule
Hochschule Osnabrück
Note
1,3
Schlagworte
Leben Migration Zufriedenheit Migranten Deutschland Gesellschaft

Autor

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    Marina H. (Autor)

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