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Sportpsychologisches Training im Leistungssport. Leistungsoptimierung durch mentale Trainingsformen

Hausarbeit 2016 21 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Mentale Trainingsformen in der Sportpsychologie
2.1 Definition Sportpsychologie
2.2 Definition Mentales Training

3. Leistungssteigerung im Leistungsfußball
3.1 Ziele der Mentalen Trainingsformen
3.1.1 Steigerung der Leistungsfähigkeit
3.1.2 Überwindung von Ängsten & Barrieren
3.1.3 Regeneration
3.1.4 Stabilisierung des Leistungsniveaus
3.2 Methoden & Verfahren der Mentalen Trainingsformen
3.2.1 Aufmerksamkeitsregulation
3.2.2 Selbstgesprächsregulation
3.2.3 Bewegungsvorstellung(Visualisierung)
3.2.4 Prognosetraining
3.2.5 Autogenes Training
3.2.6 Aktivationsregulation
3.2.7 Kommunikationsfähigkeit
3.2.8 Emotionsregulation

4. Konklusion

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

„Mit mentalen Training lassen sich kognitive Fertigkeiten erlernen, verändern und verbessern“[1]

In den letzten Jahren wurde in der Sportwissenschaft der Forschungsstandpunkt vertreten, dass Mentales Training leistungsbestimmende Faktoren verändern, sowie verbessern kann und zur Optimierung das menschliche Handelns im Kopf befähigt. 1

Zu Beginn dieser Arbeit wird vorerst laut Definition das Mentale Training von mentalen Trainingsformen, im Folgenden auch Mentaltraining genannt, abgegrenzt und erklärt.

Wenn mentale Trainingsformen im Leistungsfußball eingesetzt werden sollen, sind es in der Regel Trainer, die auf dieses Mittel zurückgreifen. Der Trainer im Leistungssport steht neben seinem Auftrag den Athleten zu verbessern auch immer unter einem gewissen Erfolgs- und Ergebnisdruck. Somit können im Leistungsfußball mentale Trainingsformen nur als Mittel des Trainers eingesetzt werden, wenn es über einen bestimmten Zeitraum Fortschritte erkennbar macht. Der subjektiv erkennbare oder sogar messbare Einfluss auf das Ergebnis im Wettkampf ist ausschlaggebend dafür ob das Mittel dieser Trainingsformen langfristig angewendet werden können.

In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Ziele und Ergebnisse im Leistungsbereich der Mannschafts- und Individualsportarten nicht.

Diese Arbeit wird sich zunächst mit dem Einfluss auf die sportliche Leistung durch mentale Trainingsformen beschäftigen, in dem Ziele für die praktische Arbeit aufgezeigt und Methoden zur Umsetzung bearbeitet werden.

Die einzelnen Teilbereiche werden immer mit Blick auf die Umsetzbarkeit, den praktischen Nutzen und den Einfluss auf den Erfolg im Wettkampf betrachtet werden.

Da Fußball jedoch als Mannschaftssport im Wettkampf von mehreren Athleten gleichzeitig betrieben wird, deren Leistungen und Entscheidungen gegenseitigen Einfluss auf den Ablauf des Spiels haben[2], werden die Ziele und Methoden in dieser Arbeit auch im Einfluss auf die Mannschaft näher erläutert.

2. Mentale Trainingsformen in der Sportpsychologie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Das Ziel des Leistungssports ist es immer individuelle Höchstleistungen zu erbringen.
Die Sportpsychologie hat also als Ziel den Athleten darin zu unterstützen seine eigene Leistung zu optimieren und Spitzenleistungen zu ermöglichen.

Um diese Leistungen auch am Tag des Wettkampfs abrufen zu können müssen sich Athleten realistische und konkrete Ziele setzen[3], die durch Unterstützung des Mentalen Trainings erreicht werden sollen. Um mentale Trainingsformen zielgerichtet einzusetzen muss der Athlet sich über seine individuellen Bedürfnisse bewusst werden.

Es ist also Vorraussetzung mit dem Athleten zuerst eine gewissen Diagnostik der eigenen sportlichen Leistung durchzuführen um so einen Ansatzpunkt für das Mentaltraining zu finden. Hat ein Sportler beispielsweise in Drucksituation mit erhöhten Stress zutun und kann somit seine individuelle Leistung nicht abrufen, kann ein Ansatzpunkt die Regulation von Gefühlen und Ängsten vor und während eines Wettkampf sein um so auf kognitive Prozesse einzuwirken.

Die Form der Visualisierung kann bei Athleten zur Geltung kommen, die nach Verletzungen in der Rehabilitation sind und die sportartspezifischen Bewegungen noch nicht ausführen können. Besonders interessant dabei ist, dass die Bedingungen eines Wettkampfs durch eine geistige Rekonstruktion der Erfahrung genauer simuliert werden können als durch physisches Training.[4]

Das Mentale Training findet in der Sportpsychologie eine weitreichende Verwendung und ist nicht nur für die unmittelbare Wettkampfvorbereitung interessant, sondern dient unter anderem auch zur Verbesserung von technisch-taktischen Fähigkeiten, regenerativen Zwecken und zur Leistungssteigerung von Einzelsportlern oder der Entwicklung von Teamfähigkeiten im Mannschaftssport. Denn besonders im Mannschaftssport kann der Einfluss von Mitspielern und Trainern sich auf das Selbstvertrauen und den Wettkampfstress auswirken.[5]

Somit verfolgt der Athlet durch das Mentaltraining das Ziel eine Fähigkeit zu entwickeln, sich unter allen inneren und äußeren Umständen seiner Leistungsziele bewusst zu sein und diese entfalten zu können.[6]

2.1 Definition Sportpsychologie

Die Sportpsychologie ist ein wissenschaftliches Fach an der Schnittstelle von Psychologie, Sportwissenschaft, und Medizin. Ihre Inhalte sind die Erforschung der psychologischen Grundlagen, der Abläufe im Sport und der Effekte des Sports, um daraus wissenschaftlich begründete Trainingsmaßnahmen zur Optimierung des Verhaltens ableiten zu können.“ 7

Die Definition von Sportpsychologie geht somit weit über das mentale Training hinaus.
Ziel dieses Forschungsfelds ist es somit die Forschungsergebnisse der Psychologie und Medizin auf die Sportwissenschaft zu übertragen und deren Schnittpunkte genauer zu erforschen. In der angewandten Sportpsychologie sollen durch sportpsychologische Diagnostik Trainingsmethoden angepasst und entwickelt werden um das Verhalten und die Leistungsfähigkeit des Athleten zu erhöhen.

2.2 Definition Mentales Training

Bei der Definition von Mentalem Training nach Eberspächer versteht man eine bewusste, gezielte Vorstellung einer Bewegung ohne diese in Wirklichkeit auszuführen.[7]

Bei diesem Verfahren werden die motorischen Areale im Gehirn in ähnlicher Weise aktiviert wie bei normalem Training.[8]

Oftmals wird jedoch im Sprachgebrauch Mentales Training auch in Form von Mentalen Trainingsformen definiert, die neben dem Training der Bewegungsvorstellung nach Eberspächer noch andere Methoden zur Verbesserung kognitiver und psychologischer Fähigkeiten, sowie Fertigkeiten beinhalten, welche die Leistungsfähigkeit des Athleten steigern oder durch Psychoregulation gewisse Gemüts- oder Gedankenzustände regulieren können.

3. Leistungssteigerung im Leistungsfußball

Wie bereits in der Definition der Sportpsychologie beschrieben zielen auch die Mentalen Trainingsformen auf eine Leistungssteigerung ab. Im Leistungsfußball spielen somit nach athletischen, technischen und taktischen Elementen nun auch psychische Faktoren eine Rolle, die durch wissenschaftlich fundierte Trainingsmethoden und Trainingsformen optimiert werden sollen.

Wie ein Athlet auf einen Reiz oder eine besondere Situation innerlich und äußerlich reagiert hängt von der Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen und den Rahmenbedingungen der besonderen Situation ab.[9]

Persönlichkeit, Umfeld, Stresstoleranz und Motivation sind bei jedem Athleten unterschiedlich, somit ist eine individuelle Diagnostik und Betrachtung des Athleten notwendig um eine Leistungssteigerung bewirken zu können.

Neben der direkten Leistungssteigerung spielt auch die indirekte Optimierung der sportlichen Leistung in Form von Einflussnahme auf Regenerationsprozesse eine Rolle. Durch Psychoregulation vor oder nach einem Wettkampf können Stresszustände, Selbstbeherrschung, Konzentration und Wille positiv beeinflusst werden und somit zu einer Leistungssteigerung führen.[10]

3.1 Ziele der Mentalen Trainingsformen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Um eine langfristige Leistungssteigerung zu ermöglichen ist neben dem Schwerpunkt der reinen Steigerung der Leistungsfähigkeit auch die Überwindung von Ängsten und der Schwerpunkt der Regeneration zu nennen. Nur ein kontinuierliches Training dieser Schwerpunkte kann zur Stabilisierung des Leistungsniveaus und somit der langfristigen Leistungssteigerung beitragen.[11]

Welche Zielsetzung für den Athleten in Frage kommt muss durch Befragung oder Diagnostik erfasst und begründet werden um eine optimale Trainingsplanung zu erstellen. Für jeden Athleten ist eine individuelle Zielsetzung, basierend auf den erkannten Defiziten und der erwarteten Leistungssteigerung, zu erstellen.

Die individuellen Ziele in dieser Konstellation müssen dem Athleten im Vorraus bewusst gemacht werden, da er nur so den Sinn des Trainings erfassen und die Motivation dafür aufbringen kann.[12]

3.1.1 Steigerung der Leistungsfähigkeit

„Psychologisches Fertigkeitstraining bezieht sich auf systematisches und beständiges Üben mentaler oder psychologischer Fertigkeiten mit dem Ziel, die Leistung zu steigern, dabei Spaß zu haben oder die Zufriedenheit durch Sporttreiben zu erhöhen.“[13]

Als erstes Ziel des Mentalen Trainings steht die Steigerung der Leistungsfähigkeit und damit zusammenhängend der Ergebnisse im Wettkampf. Um ein erfolgreiches Training im Bezug auf eine Leistungssteigerung durchführen zu können, muss dessen Ergebnis auch im Wettkampf zu erkennen sein.

Dennoch muss allen Beteiligten verständlich gemacht werden, dass Mentales Training keine Verfahren beinhaltet, die schnelle Problemlösungen herbeiführen. Es sind systematisch und pädagogisch ausgerichtete Verfahren, die bei einer kontinuierlichen Anwendung dem Athlet helfen psychologische Fertigkeiten zu erlernen und anzuwenden.[14]

Durch das spezielle Training der Aufmerksamkeitsregulation im Fußball, dem Erlernen von Visualisierungstechniken im Rahmen von Technik- und Taktiktraining und dem Prognosetraining zum Erreichen einer Selbst- und Gruppenkompetenz können direkte Verbesserungen der Wettkampfleistung beobachtet werden.[15]

3.1.2 Überwindung von Ängsten & Barrieren

Die individuelle Persönlichkeitsstruktur, die Erziehung, das Umfeld und die bisherige Lebenserfahrung eines Athleten setzt diesem oftmals Barrieren in teilweise leistungsbeeinflussenden Bereichen.

Durch Selbstgesprächsregulation kann beispielsweise der Umgang mit Versagensängsten und besonders stressintensiven Situationen erlernt werden, wogegen durch eine gezielte Emotionsregulation ein Ruhezustand hergestellt und auch gezielt vermieden werden kann.

Im Leistungssport ist der Athlet immer wiederkehrenden Stresssituationen ausgesetzt, die er bewältigen und gleichzeitig seine Leistung abrufen muss. Im Leistungsfußball steht nicht nur der finanzielle Druck als Berufsfußballer, sondern auch die Belastung durch Medien und Fans als stetiger Stressor im Raum. Der Unterschied zwischen Trainings- und Wettkampfbedingungen kann ebenfalls eine Angst darstellen, mit welcher der Athlet umgehen muss.

Die individuelle Einstellung eines Athleten zu besonderen Ereignissen kann ihn ebenfalls in seiner Leistung hemmen. Eine negative Erfahrung, die der Athlet als absolut katastrophal empfindet kann Herz, Immunsystem und Verdauungstrakt besonders schädigen.

Wenn das Ereignis jedoch als negativ, aber nicht unüberwindbar empfunden wird, erhöht sich der Neurochemikalienspiegel nur so weit, dass der Athlet zu wirksamen Handel angetrieben wird.[16]

Eine leistungshemmende Barriere in der Teamsportart Fußball ist zudem die Kommunikationsfähigkeit der einzelnen Athleten und des Trainers. Nur durch eine ausgeprägte Fähigkeit zur Diskussion im Trainingsalltag, sowie Mitteilung von Anweisungen im Wettkampf kann ein Team effektiv kommunizieren. Sowohl die verbale als auch die nonverbale Kommunikation stellen eine enorme Hilfestellung für den Athleten in seinen Handlungsprozessen und der Eigenmotivation dar.[17]

[...]


[1]Eberspächer, Mentales Training, 2012, S.17.

[2]Bandura, Social foundations of thought and action, 1986, S.317

[3]Williams, Perceptual-cognitive expertise in sport and its acquisition, 2010, S.10.

[4]Löhr, Persönliche Bestform durch Mentaltraining, 1991, S.111.

[5]Journal of Sports Sciences, 2007, Nr.25, 1057-1065.

[6]Alfermann/Stoll, Sportpsychologie, 2010, S.63.

[7]Eberspächer, Mentales Training: Das Handbuch für Trainer und Sportler, 2007, S 81.

[8]Mayer&Hermann, Mentales Training, 2009, S. 72.

[9]Dettmar Cramer, Fußballpsychologie, 1998, S. 5.

[10]Baumann, Psychologie im Sport, 2015, S. 102.

[11]Eberspächer, Mentales Training: Das Handbuch für Trainer und Sportler, 2007, S 69.

[12]Eberspächer, Mentales Training: Das Handbuch für Trainer und Sportler, 2007, S 71.

[13]Weinberg & Gould, Foundations of Sport & Exercise Psychology 2003, S. 242.

[14]Martens, Coaches guide to sport psychology, 1987, S. 70.

[15]Schliermann, Mentaltraining im Fußball, 2008, S. 13.

[16]Psychologie Heute, 3/1991, S. 50.

[17]Marc Niering, Kommunikation im Leistungssport Fußball, 2013, S. 10.

Details

Seiten
21
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668630895
ISBN (Buch)
9783668630901
Dateigröße
905 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v386089
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (vormals H:G Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst) – Sportwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
sportpsychologisches training leistungssport leistungsoptimierung trainingsformen

Autor

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Titel: Sportpsychologisches Training im Leistungssport. Leistungsoptimierung durch mentale Trainingsformen