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Zusammenarbeit mit Eltern. Grundlagen, Bedeutung und Konzepte der Elternarbeit in der Pikler-Pädagogik

Hausarbeit 2016 16 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Rechtliche Grundlagen
2.2 Fachlich-normative Grundlagen

3. Inhaltliche Begründungszusammenhänge
3.1 Veränderte Lebenslagen von Familien
3.2 Kindertagesstätten als Lern- und Lebensort

4. Zusammenarbeit mit Eltern in der Pikler-Pädagogik
4.1 Der Pikler-Ansatz
4.2 Elternarbeit in der Pikler-Pädagogik

5. Fazit

6. Literatur

7. Selbstständigkeitserklärung

1. Einleitung

Das Thema „Zusammenarbeit mit Eltern“ gewinnt immer mehr an Geltung in der Arbeit von Pädagogen und Pädagoginnen. Diese Kooperation gehört mittlerweile zum Alltag jedes/r Kindheitspädagogen/in und erfordert dennoch ein hohes Maß an Fachkompetenz und Bereitschaft. Besonders im frühkindlichen Arbeitsbereich ist eine intensive Zusammenarbeit von Eltern und dem pädagogischen Fachpersonal von hoher Bedeutung, da hier eine große Vielfalt an Familien mit kulturellen und individuellen Unterschieden aufeinandertrifft, mit diversen Erwartungen und Bedürfnissen. Um dieser Individualität angemessen begegnen zu können, ist eine enge Zusammenarbeit mit Eltern unerlässlich. Durch sie kann eine Chancengleichheit möglich und somit den familiären Ungleichheiten von Kindern entgegengewirkt werden. Dennoch ist die Familie die erste Sozialisationsinstanz und Eltern werden somit als Experten ihrer Kinder angesehen.

Die Arbeit soll zentral der Frage nachgehen, was genau die Grundlagen der Zusammenarbeit mit Eltern sind und wie diese sich zusammensetzen, sowie wie diese in der Pikler-Pädagogik Anwendung findet.

Diese Ausarbeitung beschäftigt sich im ersten Abschnitt zunächst mit den rechtlichen und normativen Grundlagen der Zusammenarbeit mit Eltern, um diese im nächsten Teil inhaltlich zu begründen. Im darauffolgenden Teil der Arbeit werden die inhaltlichen Begründungszusammenhänge dargestellt. Anschließend wird die Bedeutung und die Konzeption der Zusammenarbeit mit Eltern in der Pikler-Pädagogik genauer behandelt. Die Ausarbeitung endet mit einem resümierenden Fazit.

2. Grundlagen

In diesem Abschnitt sollen die rechtlichen und normativen Grundlagen der Zusammenarbeit mit Eltern skizziert werden. Der rechtliche Rahmen soll hier jedoch nur kurz definiert werden.

2.1 Rechtliche Grundlagen

Über allen relevanten Gesetzen steht zunächst einmal das Grundgesetz (GG) und gilt als Ausgangspunkt für alle weiteren Gesetze. Im ersten Abschnitt werden die Grundrechte jedes Menschen beschrieben, wie die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Im zweiten Abschnitt (Artikel 2 bis 19) wird das sogenannte „Elternrecht“ angesprochen[1].

Art 6 GG [2]

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

[…]

Das Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) befasst sich mit den Regelungen für Unterstützungsleistungen und Sozialisationshilfen junger Menschen, ihrer Familien und Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigte, welche nicht im Bereich der Schule oder Ausbildung tätig sind. Dies macht das SGB VIII zum wichtigsten Gesetz der Kinder- und Jugendhilfe.[3]

So definiert es im Folgenden Abschnitt Tageseinrichtungen an sich:

SGB VIII § 22 Grundsätze der Förderung [4]

(1) Tageseinrichtungen sind Einrichtungen, in denen sich Kinder für einen Teil des Tages oder ganztägig aufhalten und in Gruppen gefördert werden. […]

Auch die Aufgaben und Anforderungen der Kindertageseinrichtungen werden erläutert:

(2) Tageseinrichtungen für Kinder und Kindertagespflege sollen:

1. die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und
...gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern,
2. die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen,
3. den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.

(3) Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.

Die pädagogischen Fachkräfte haben zudem die Aufgabe mit den Erziehungsberechtigten, anderen kinder- und familienbezogenen Institutionen und mit Schulen zusammenzuarbeiten:

SGB VIII §22a Förderung in Tageseinrichtungen [5]

(2) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen sicherstellen, dass die Fachkräfte in ihren Einrichtungen zusammenarbeiten

1. mit den Erziehungsberechtigten und Tagespflegepersonen zum Wohl der Kinder und zur Sicherung der Kontinuität des Erziehungsprozesses,

[…]

Die Erziehungsberechtigten sind an den Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Erziehung, Bildung und Betreuung zu beteiligen.

(3) Das Angebot soll sich pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien orientieren. […]

Resümierend lässt sich somit das Verhältnis zwischen Eltern und Kindertagesstätte wie folgt zusammenfassen:

Aufgrund Artikel 6 Grundgesetz, obliegt die Pflege und Erziehung des Kindes zunächst den Eltern, es ist sowohl ihr natürliches Recht, als auch ihre Pflicht. Paragraph 22 SGB VIII definiert Kindertageseinrichtungen als Institutionen, in denen Kinder sich mindestens einen Teil des Tages oder ganztägig aufhalten und in Gruppen gefördert werden. Hier sollen Kinder zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden und die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützt und ergänzt werden. Weiterhin ist es Aufgabe der Kita, Hilfestellungen für Eltern zu geben, sodass diese ihre Erwerbstätigkeit und die Kindererziehung besser verbinden können.

Dieser oben genannte Förderungsauftrag bezieht sich auf die soziale, emotionale und körperliche Entwicklung des Kindes. Zudem sollen Werte und Regeln vermittelt werden. Die Förderung muss dem jeweiligen Alter und Entwicklungsstand, sowie den sprachlichen und sonstigen Kompetenzen, der Lebenssituation und den Interessen und Bedürfnissen des Kindes entsprechen und seine ethnische Herkunft beachten.

Die Fachkräfte der Einrichtung haben die Aufgabe, mit den Eltern zum Wohl des Kindes und zur Sicherung der Kontinuität des Erziehungsprozesses zusammenzuarbeiten. Weiterhin sollen die Erziehungsberechtigten in alle wesentlichen Angelegenheiten der Erziehung, Bildung und Betreuung einbezogen werden. Auch das Angebot soll sich sowohl pädagogisch, als auch organisatorisch an den Familien orientieren.

2.2 Fachlich-normative Grundlagen

Die fachlich-normativen Grundlagen sind in allen Bildungs- und Erziehungsplänen für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung festgehalten.

In dieser Studienarbeit soll ausschließlich auf den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan eingegangen werden. Dieser beinhaltet unterschiedliche Aspekte, deren Konkretisierungsgrade der Elternarbeit und beschreibt die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Diese besagt, dass Eltern und Pädagogen gemeinsam und ebenbürtig die Verantwortung für das Kind tragen. Die Erziehungsberechtigten sollen somit in ihrer Kompetenz wertgeschätzt, unterstützt und einbezogen werden. (vgl. auch §22a Abs. 2 SGB VIII, wie oben beschrieben). Die Erziehungspartnerschaft, soll ein gegenseitiges Öffnen, Austauschen und Kooperieren ermöglichen. Dabei soll auch die jeweilige Bedeutung der Lebenswelt Zuhause bzw. in der Kindertagesstätte anerkannt werden. Dies soll zu einer Bildungspartnerschaft erweitert werden, indem auch die Bildung des Kindes zu einer gemeinsam getragenen Aufgabe wird. Vor allem durch das Einbringen der Eltern in den Kita-Alltag kann dies ermöglicht werden. Durch ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Interessen erweitern sie das Angebot der Einrichtung und können neue Sichtweisen und Perspektiven darlegen. Zudem können in der Kindertageseinrichtung behandelte Themen Zuhause erneut aufgegriffen und erweitert werden, was einen positiven Langzeiteffekt ermöglicht.[6]

Die Zusammenarbeit mit Eltern unterteilt sich in diverse Dimensionen und kann sich in verschiedenen Formen widerspiegeln. Hierzu gehören z.B. in Elterngespräche, die gemeinsame Gestaltung von Übergängen, sowie Elternmitarbeit und -mitbestimmung. Die Zieldimensionen, deren Inhalte, sowie die möglichen Formen der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft sollen im Folgenden dargestellt werden[7]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung

Die Zieldimensionen Begleitung von Übergängen, Information und Austausch, Stärkung der Erziehungskompetenz, Beratung & Vermittlung von Fachdiensten, Mitarbeit, Beteiligung & Mitverantwortung/ -bestimmung und Ausbau von Kitas zu Familienzentren bieten alle verschiedenste Formen zur Verwirklichung der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft.

Die Häufigsten im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan vorgeschlagenen sollen im Anschluss nochmals in einem Diagramm veranschaulicht werden:

Quelle: eigene Darstellung

Daraus lässt sich Schlussfolgern, dass Gespräche, Programme zur Einbeziehung der Eltern - wie Elternbeiräte, Mitwirkung an Überarbeitungen der Konzeption, etc. -, sowie Elterngruppen und Aushänge wie Flyer in bayerischen Kindertagesstätten oftmals als Mittel zur Verwirklichung einer ständigen und intakten Erziehungs- und Bildungspartnerschaft verwendet werden.

3. Inhaltliche Begründungszusammenhänge

Da die Familie die erste Sozialisationsinstanz und der erste, umfassendste, am längsten währende und stärksten wirkende und einzig private Bildungsort ist, sind Eltern die wichtigsten Bezugspersonen des Kindes.

Somit ist eine Zusammenarbeit mit Ihnen unumgänglich. MitarbeiterInnen der Kita und Eltern tragen gemeinsam Verantwortung für das Wohl des Kindes. Auf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

grund veränderter Strukturen und Bedingungen von und für Familien, entwickeln sich auch neue Anforderungen an Kindertageseinrichtungen. Diese sollen im Folgenden genauer erörtert werden.

[...]


[1] vgl. Albers T., Ritter E., S. 14f.

[2] vgl. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

[3] vgl. Albers T., Ritter E., S. 15f.

[4] vgl. Bek

[5] vgl. Bek

[6] vgl. Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan, S.426f.

[7] vgl. Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan, S. 427ff. und S.431ff.

Details

Seiten
16
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668642218
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v388240
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
3,0
Schlagworte
zusammenarbeit eltern grundlagen bedeutung konzepte elternarbeit pikler-pädagogik

Autor

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