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Geschichte der Kinderrechte. Wozu unsere Gesellschaft Kinderrechte benötigt mit Bezug auf die gesetzliche Lage in Deutschland

Hausarbeit 2017 13 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Kinderrechte

3. Kinderrechte in Deutschland

4. Rechte des Kindes nach der UN-Kinderrechtskonvention
4.1. Die Erhaltung des Kindeswohls
4.2. Vorstellung einiger Kinderrechts-Initiativen
4.3. Beispiele einiger Kinderrechts-Projekte

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Glücklich schätzen kann sich ein Kind in Peru, wenn es im Bergdorf aufwächst und mit 10 oder 12 Jahren zum Bürgermeister gewählt wird. Diese Ehre wird keinesfalls als Spaß bzw. Spiel betrachtet, sondern ist mit Ernst verbunden. In diesem Dorf würde niemand auf die Idee kommen, dass diesem Kind das Wahlrecht fehle. In demselben Dorf arbeiten Kinder auf dem Feld mit und es würde auch hier niemand auf den Gedanken kommen, dass für die Arbeit zuerst ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestalter erreicht werden muss. In andinen Kulturen Südamerikas und genauso in vielen alten Kulturen anderer Kontinente ist es üblich, dass Kinder und Erwachsene nicht nach dem Alter unterschieden werden. Sie teilen beide ihre feste Bedeutung in der Gemeinschaft und tragen zu ihrem Wohl bei. Somit werden Kinder als „kleine Menschen“ gesehen, die genauso wie Erwachsene ernst zu nehmen sind. Doch da sie in vielen Lebensbereichen nicht die volle Energie wie Erwachsene aufbringen können, wird auf sie Rücksicht genommen und es werden ihnen auch keine Aufgaben anvertraut, die sie belasten oder ihnen schaden könnten (Liebel, 2007, S. 13).

Wozu also Kinderrechte? - Sollte diese Frage überhaupt im Fokus stehen bzw. berücksichtigt werden? In der vorliegenden Arbeit wird auf den geschichtlichen Werdegang der Kinderrechte und dessen Ausprägungen in Deutschland eingegangen.

Nicht alle Kinder auf der Welt haben das Glück, wie in solch einem Bergdorf, zum Bürgermeister gewählt zu werden. Charles Dickens sagte: „Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit“ (Dickens, 2011, Kapitel 8). Das trifft es sehr gut, wenn es um das Thema der Kinderrechte geht. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde ein Kind in Europa dem Erwachsenen praktisch gleichgestellt (Gernert, 1992, S. 15). Eine Kindheit voll Spaß, neuen Erfahrungen und Entdeckungen gab es nicht, denn sobald das Kind körperlich stark genug war, wurde es hin zur Arbeitskraft erzogen. Noch heute werden Kinder in vielen Ländern der Welt zur Arbeit gezwungen und ausgenutzt. Die SOS-Kinderdörfer berichteten zum Welttag der Kinderarbeit am 12. Juni 2017, dass aufgrund der kritischen Lebenssituationen vieler Flüchtlingsfamilien, die Anzahl der Kinderarbeiter zu steigen droht. Etwa 168 Millionen Kinder und Jugendliche (Flüchtlingskinder nicht mit berechnet) zwischen 5 und 17 Jahren müssen aktuell unter sehr schweren Bedingungen arbeiten (SOS-Kinderdörfer, 2017).

2. Geschichte der Kinderrechte

Da die Länder in Kriegszeiten von Armut geprägt waren, lernten Kinder früh genug das Betteln, um der Familie etwas beizusteuern. Auch die freie Entscheidung über die eigene Zukunft war dem Kind nicht gestattet. Diese Entscheidungen obliegen allein den Eltern (Maywald, 2012, S. 12). Das Kind leistete Gehorsam und war vor allem dem Vater gegenüber in einer sehr schwachen Position, denn wenn er es für richtig hielt, war es ihm gestattet, sein Kind auszusetzen bzw. zu töten. Angst vor solch einem Tot oder einer Aussetzung verspürten vor allem Kinder, die schwach (körperlich u.a.), krank, behindert oder auch unerwünscht waren (Gernert,1992, S. 15).

Ab dem 16. Jh. veränderten sich diese Vorstellungen über das Kind zunächst in den Städten, später auch auf dem Land. Erstmalig wurden Kinder als kleine und süße Wesen angesehen, die es auch mal verdienen in den Arm genommen zu werden und einen fürsorglichen Umgang benötigen. 1789 und damit die Französische Revolution verbunden, ging mit der Aufklärung einher (Maywald, S. 12).

Das erste Mal standen Menschenrechte in Europa im Fokus. Eine neue Art des Denkens kam auf, denn nun ging es nicht mehr nur darum, erwachsen zu sein bzw. zu werden - und dies so früh wie möglich - sondern das Kind und dessen Bedürfnisse wurden beachtet. Zunächst kam es zur Trennung von Erwachsenen- und Jugendstrafrecht und daraufhin in einigen Ländern auch zum Verbot der Fabrikarbeit von Kindern unter neun Jahren (deutsches Kinderhilfswerk, n. d.).

Erst nach der Industrialisierung im 20. Jahrhundert folgten richtige Gesetze für Kinder. Nun wurde überhaupt eine „Kindheit“ betrachtet und die Schulpflicht trat ein (UNICEF, n. d.). Die Reformpädagogin Ellen Key rief 1900 durch ihr Buch „das Jahrhundert des Kindes“ eine Reformation aus (deutsches Kinderhilfswerk). Sie forderte „ unter anderem ein Recht jedes Kindes auf körperliche Unversehrtheit und gleiche Rechte für eheliche und uneheliche Kinder “ (Maywald, S.22). Diese Aktion löste eine weltweite Diskussion aus und auch andere Pädagogen fingen an, sich für Kinderrechte auszusprechen, beginnend mit dem polnischen Kinderarzt und Pädagogen Janusz Korczak, der das Recht der Beachtung der Persönlichkeit eines jeden Kindes betonte (Maywald, S.22).

Der Völkerbund wurde 1920 gegründet und stellt eine Vereinigung vieler Länder dar, die sich nach dem Krieg für ein friedliches Zusammenleben und zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit verbanden, mit Sitz in Genf (Das Parlament, 2015). Am 24. September 1924 verabschiedete der Völkerbund die Genfer Erklärung, die schließlich am 20. November 1969 anerkannt wurde. Diese besagt:

[...]

Details

Seiten
13
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668627659
ISBN (Buch)
9783668627666
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v388574
Institution / Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Note
Schlagworte
geschichte kinderrechte wozu gesellschaft bezug lage deutschland

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