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Asset Backed Securities als Finanzierungsinstrument

Seminararbeit 2003 33 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. ABS – Finanzierung
2.1 Definition

3. Entwicklung der ABS-Finanzierung

4. ABS – Grundstruktur
4.1 Grundstruktur einer ABS - Transaktion
4.2 Die Beteiligten
4.2.1 Originator
4.2.2 Einzweckgesellschaft
4.2.3 Investor
4.2.4 Ratingagentur
4.2.4.1 Allgemein
4.2.4.2. Bedeutung des Ratings für ABS
4.2.5 Sonstige Beteiligte
4.2.5.1 Treuhänder
4.2.5.2. Service Agent

5. Besondere Gestaltung von Asset Backed Securities
5.1 Pass-through Struktur
5.2 Pay-through Struktur
5.3 Collateralized Mortgage Obligations (CMOs)

6 Vorteile der ABS – Finanzierung
6.1 Günstigere (Re-) Finanzierung
6.2 Steuerung der Liquidität
6.3 „Kapitalmarktzugang“
6.4 Verbindung zwischen Aktiva und Passiva
6.5 Optimierung der Bilanzstruktur

7 Verschiedene Arten von Asset Backed Securities
7.1 Mortgage Backed Securities (MBS)
7.2 Collateralized Debt Obligations (CDO)
7.3 Automobile loan backed Securities - Automobilfinanzierungen
7.4 Credit card receivable Asset-Backed Securities - Kreditkartenforderungen
7.5 Leasingforderungen

8 Gegenüberstellung von Asset Backed Securities zum Factoring

9 Ausblick und Beurteilung

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: ABS-Emissionsvolumen in den USA und Europa (in Mrd. US-Dollar)

Abb. 2: Europäische Asset-Backed-Emissionen: Verteilung nach Herkunftsländern

Abb. 3: Grundstruktur einer ABS – Transaktion

Abb. 4: Wirkungen von ABS in der Bilanz des Originators

Abb. 5: Investoren bei europäischen Verbriefungen.

Abb. 6: Rating –Skala

Abb. 7: Beispiele verbriefbarer Vermögensansprüche

1. Einleitung

Das Ziel dieser Arbeit war es die Asset Backed Securities als Finanzierungsinstrument zu bewerten. Anfang war natürlich eine umfassende Auseinandersetzung mit diesem Thema notwendig und nach gründlichem Einlesen in die Materie haben wir uns auf verschiedene Aspekte geeinigt, welche näher in dieser Arbeit erläutert werden. Leider würde eine noch gründlichere Auseinandersetzung, vor allem mit den verschiedenen Arten von Asset Backed Securities, den Rahmen dieser Arbeit sprengen und von daher haben wir uns auf die wichtigsten Formen beschränkt.

Nach einer Begriffsdefinition und kurzen Einleitung zu diesem neuen Finanzierungsinstrument an sich, versuchen wir in den nächsten Kapiteln auf die Entwicklung, die Grundstruktur und die besondere Gestaltung einer Asset Backed Transaktion einzugehen.

Im weiteren konzentrieren wir uns besonders auf die Vorteile der Asset Backed Securities, die verschiedenen Arten von ABS und deren Abgrenzung zum Factoring.

Abschließend soll noch gezeigt werden, in welchem Ausmaß eine ABS Transaktion für Unternehmen geeignet ist und welches die Gründe für die Nutzung einer solch neuen Finanzierungsform sind.

2. ABS – Finanzierung

2.1 Definition

Asset Backed Securities (ABS) ist eine „Finanzierungstechnik durch speziell besicherte Wertpapiere, die es dem Unternehmen ermöglicht, in der Bilanz gebundene Mittel zu refinanzieren (…).“[1]

Ausgangspunkt sowie Dreh- und Angelpunkt dieser Finanzierung stellt die Einzweckgesellschaft („Special Purpose Vehicles“ = „SPV“) dar. An diese eigens dafür gegründete Zweckgesellschaft werden Forderungen vom Unternehmen (oder Kreditinstitut), auch Originator genannt, veräußert. Als Forderungsbestände kommen fast alle abtretbaren Forderungen in Betracht. „Wichtige Vorraussetzung ist, dass es sich um homogene, gegenüber einer großen Zahl von Schuldnern bestehende Forderungen handelt.“[2] Wesentliches Merkmal dieser Finanzierung ist der Aspekt der Risikodiversifikation. Je homogener die Forderungen desto genauer einschätzbar ist der Forderungseinzug.[3]

Durch den Verkauf und die Übertragung wird das Kreditrisiko auf die Zweckgesellschaft überwälzt.[4] Die Bonität der ABS ist somit von der Bonität des Unternehmens getrennt.[5] „ Die Einzweckgesellschaft refinanziert sich „…“ durch die Emission von Wertpapieren (Asset Backed - Securities) im Kapitalmarkt.“[6] Der Emissionserlös wird letztendlich dem Veräußerer vom SPV zur Verfügung gestellt.

„Das Ziel von ABS ist es, Vermögensgegenstände durch Einbringung in einen Forderungspool (Pooling) und Strukturierung (Repackaging und Restructuring) in festverzinsliche Wertpapiere zu überführen, die im Sekundärmarkt gehandelt werden können.“[7]

Diese Form der Finanzierung ermöglicht einem Unternehmen, welches bisher auf ein Rating verzichtet hat, den Weg zum Kapitalmarkt. Da ein direkter Verkauf zwischen dem Unternehmen und der Gesellschaft stattfindet, entfällt die Funktion der Kreditinstitute als Intermediär. Auch für Unternehmen, welche bereits mit Ratings versehen sind bringt diese Art der Finanzierung Vorteile.[8]

Wenn ein Unternehmen sich entschließt seine Forderungen an eine Einzweckgesellschaft zu verkaufen hat es bestimmte Gründe dafür. Die Wichtigsten sind: Ausbau der Finanzierungsmöglichkeiten, Verbesserung der Bilanzrelation und vor allem geringe Finanzierungskosten.[9]

3. Entwicklung der ABS-Finanzierung

Die Asset-Securitisation und damit der Markt für ABS haben sich in den letzten 15 Jahren in den USA überaus dynamisch entwickelt und in den vergangenen Jahren auch in Europa an Bedeutung erlangt. Das weltweite Emissionsvolumen an ABS betrug 1998 rund USD 575 Milliarden.[10]

Asset Backed Securities stellen jedoch immer noch ein relativ neues, aber sehr schnell wachsendes Segment dar. Die ersten ABS wurden im Jahr 1985 ausgegeben.[11] Jedoch konnten bereits Ende des 19. Jahrhunderts Ansätze zur Übertragung von Hypotheken in den Vereinigten Staaten erkannt werden. Aufgrund des in Teilbereichen ineffizienten Finanzsystems in den Vereinigten Staaten führte dies in den 70er Jahren zu Ungleichgewichten bei Immobilienfinanzierungen, worauf sich die amerikanische Regierung entschied einzugreifen, um ärmere Regionen zu stärken. Somit wurde ein Sekundärmarkt für Hypothekarkredite geschaffen.[12]

Folgend einige Arten von Forderungen welche in den Anfangsjahren in den USA verbrieft wurden:

- Leasingforderungen
- Forderungen aus der Automobilfinanzierung
- Kreditkarten- und Handelsforderungen
- Konsumentenkredite und
- Kreditforderungen.[13]

Anfang der 90er Jahre entwickelte sich vor allem in Großbritannien und Frankreich ein aktiver ABS - Markt und in Europa im Allgemeinen kann man beobachten, dass diese Art der Finanzierung sich immer größerer Beliebtheit erfreut.[14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: ABS-Emissionsvolumen in den USA und Europa (in Mrd. US-Dollar)[15]

Seit Beginn der 90er Jahre kann auch von einem europäischen Markt für Asset Backed Securities gesprochen werden. Während das mit europäischen Assets unterlegte Emissionsvolumen dieser strukturierten Wertpapiere 1995 jedoch noch unter 10 Mrd. US-Dollar lag, konnten im letzten Jahr des abgelaufenen Jahrtausends schon europäische Asset Backed Securities mit einem Volumen von rund 70 Milliarden US-Dollar emittiert werden.[16] Allerdings beträgt der europäische ABS-Markt nach wie vor nur einen Bruchteil des amerikanischen Marktes, jedoch ist erkennbar, dass sich dieser Abstand deutlich verringert.[17]

Auch heute noch sind die meisten und größten Asset-Backed-Emissionen mit Forderungen aus dem Vereinigten Königreich unterlegt. Der scharfe Wettbewerb unter den britischen Banken, ihre im Vergleich zu ihren kontinentaleuropäischen Konkurrenten stärkere Orientierung am Shareholer Value und andere Faktoren haben zu dieser Entwicklung geführt.[18] Abgesehen von der Tatsache, dass das Vereinigte Königreich die meisten Forderungen verbrieft, kann man sagen, dass es auch auf der Investorenseite den größten Markt in Europa darstellt, so dass die Sterling - Emissionen meist auf eine ausreichende Nachfrage treffen.[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Europäische Asset-Backed-Emissionen: Verteilung nach Herkunftsländern[20]

Auf der Suche nach Anlagen mit einem geringeren Risiko als traditionelle Unternehmensanleihen bei einem gleichzeitig zurückgehenden Emissionsvolumen von Staatsanleihen sowie durch die Möglichkeit der Diversifizierung wird der Asset Backed Securities - Markt für die Investoren zunehmend eine immer attraktivere Alternative darstellen.[21]

Für die kommenden Jahre wird für Europa ein Wachstum von 25% p.a. prognostiziert. Dabei werden zunehmend Kreditinstitute als Teilnehmer auftreten, da die Verbriefung der Forderungen zur Bilanzstraffung und zur Absicherung von Kreditrisiken positive Effekte bei der Eigenkapitalrendite erwarten lässt.[22]

4. ABS – Grundstruktur

4.1 Grundstruktur einer ABS - Transaktion

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Grundstruktur einer ABS – Transaktion[23]

In dieser Abbildung sind die Beziehungen der einzelnen Beteiligten dargestellt. Ausgangspunkt einer Transaktion sind die Forderungen des Originators gegenüber einer Vielzahl von Schuldnern. Der Originator veräußert diese Forderungen an die hier genannte SPC (= SPV - Einzweckgesellschaft). Er fungiert an dieser Stelle des ABS – Prozesses auch als Service Agent. Er überwacht die Zahlungseingänge auf die als Sicherheiten hinterlegten Forderungen.[24]

[...]


[1] Krumnow/Gramlich [Banklexikon 1999], o.S.

[2] Wöhe [Unternehmensfinanzierung 2002], S 307

[3] Vgl. Wöhe [Unternehmensfianzierung 2002], S. 307

[4] Vgl. Wöhe [Unternehmensfinanzierung 2002], S 307

[5] Vgl. Schäfer [ Unternehmensfinanzen 2002], S. 421

[6] Fahrholz [Unternehmensfinanzierung 1998], S. 229

[7] Schäfer [Unternehmensfinanzen 2002], S. 421

[8] Vgl. http://www.turnaround.de

[9] Vgl. Bartelt [ABS 1999], S. 10

[10] Vgl. Hummel/Breuer [Handbuch europäischer Kapitalmarkt 2001] S. 687

[11] Vgl. Fahrholz [Neue Formen der Unternehmensfinanzierung 1998], S. 9 f

[12] Vgl. Achleitner [Handbuch Investment Banking 2000] S. 413ff.

[13] Vgl. Nedwed [Asset Backed Securieties 2002] S. 11ff.

[14] Vgl. Achleitner [Handbuch Investment Banking 2000] S. 417 ff.

[15] Vgl. Hummel/Breuer [Handbuch europäischer Kapitalmarkt 2001] S. 688

[16] Vgl. Büschgen/Everling [Handbuch Rating 1996] S. 534ff.

[17] Vgl. Hummel/Breuer [Handbuch europäischer Kapitalmarkt 2001] S. 685

[18] Vgl. Fahrholz [Neue Formen der Unternehmensfinanzierung 1997] S. 230

[19] Vgl. Fabozzi/Modigliani/Ferri [Foundations of financial markets and institutions 1998] S. 488 ff.

[20] Vgl. Fabozzi/Modigliani/Ferri [Foundations of financial markets and institutions 1998] S. 492

[21] Vgl. Rösler/Mackenthun/Pohl [Handbuch Kreditgeschäft 2002] S. 349 ff.

[22] Vgl. Büschgen/Everling [Handbuch Rating 199] S. 26 ff.

[23] Quelle: http://www.duefinance.de

[24] Vgl. Schäfer [Unternehmensfinanzen 2002], S. 423

Details

Seiten
33
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638378291
Dateigröße
761 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38883
Institution / Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
2
Schlagworte
Asset Backed Securities Finanzierungsinstrument

Autor

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