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Ursachen und Folgen des Meeresspiegelanstiegs und die anthropogene Anpassung im pazifischen Raum

Seminararbeit 2005 12 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Das derzeitige Klimawandel-Phänomen

III. Der beschleunigte Meeresspiegelanstieg

IV. Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs

V. Anpassung an den Klimawandel

VI. Fallbeispiel 1: China

V. Fallbeispiel 2: Pazifische Inselstaaten

VI. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Es ist in der wissenschaftlichen Gemeinde weitgehend Konsens erreicht über einen in naher Zukunft eintretenden akuten globalen Klimawandel mit bereits heute spürbaren Auswirkungen. Anthropogen verursacht oder natürlichen Ursprungs, so wird dieser aller Voraussicht nach tief greifende Auswirkungen haben auf die verschiedensten Bereiche der menschlichen Umwelt, ein Umstand, welcher schon heute durch vermehrte Warnungen vor sich in Zukunft häufenden Katastrophenereignissen und strukturellen Beeinträchtigungen der Mensch-Umwelt-Beziehung zum Ausdruck kommt.

In der vorliegenden Arbeit wird hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels das bekannte Phänomen des Meeresspiegelanstiegs im Blickpunkt stehen, und hierbei insbesondere der Pazifikraum. Um hierfür zu einer aussagekräftigen Darstellung zu kommen, werden zunächst Ursachen und Hintergründe von Klimawandel und Meeresspiegelschwankungen in allgemeiner Form dargestellt werden. Es schließt sich ein Überblick möglicher primärer und sekundärer Auswirkungen an, gefolgt von möglichen Anpassungsmaßnahmen. Zwei Regionalbeispiele aus dem pazifischen Raum werden die Arbeit abschließen.

II. Das derzeitige Klimawandel - Phänomen

Betrachtet man die jährlichen Temperatur-Mittelwerte des 20. Jahrhunderts, so fällt dem Betrachter ein eindeutiger Trend steigender bodennaher Temperaturen auf, mit diversen Rekordjahren alleine in den Neunziger Jahren (vgl. CUBASCH 2000, 8). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in den vergangenen 100 Jahren die globale Durchschnittstemperatur in zwei großen Erwärmungsschüben um rund 0,6° C zugenommen hat, was in Abbildung 1 graphisch veranschaulicht wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Veränderung der globalen Durchschnittstemperatur 1860-2000 (aus: CUBASCH 2000, 8)

Das Phänomen eines sich wandelnden globalen Klimas ist kein neues, und muss daher differenziert betrachtet werden. Im Laufe der Erdgeschichte kam es häufig zu Eiszeiten und Zeiten wärmeren Klimas, mit sich abwechselten Glazialen/Interglazialen, Stadialen/Interstadialen sowie kurzzeitigen Staffeln. Auch innerhalb des Holozän kam es immer wieder zu Phasen relativ warmen oder kalten Klimas. Während viele Forscher davon ausgehen, die derzeitige Erwärmung der Atmosphäre sei Teil angesprochener periodischer und natürlicher Schwankungen, gehen wiederum viele ihrer Kollegen von einem außergewöhnlichen Phänomen aus. Ihnen zufolge würde der derzeitige Anstieg weit über frühere Warmphasen hinausgehen und in erster Linie anthropogen verursacht bzw. beeinflusst sein. Insbesondere der sich verstärkende Treibhauseffekt wird hierbei meist als Hauptursache angeführt, und als Ursache eine zunehmende Konzentration von Spurengasen genannt. Hier sind anzuführen das in erster Linie durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe herrührende Kohlendioxid, des weiteren Methan (durch Nassreisanbau, Massentierhaltung, Mülldeponien und Verbrennung von Biomasse), Distickoxide und Halokarbone (vgl. BEHNEN 2000, 12f). Das CO² besitzt dabei mit einem Wirkungsanteil am Treibhauseffekt mit 65% die derzeit größte Bedeutung, den größten Anstieg (246%) seit vorindustriellen Zeiten weist jedoch das Methan auf (vgl. ebd., 14). Weitere mögliche, jedoch unwahrscheinliche Ursachen listet Cubasch auf (vgl. CUBASCH 2000, 14f). Anthropogen beeinflusst oder nicht, so betreffen solche Schwankungen und Trends nun auch den Meeresspiegel, welcher direkt wie indirekt an die Entwicklung der Durchschnittstemperatur gekoppelt ist.

III. Der beschleunigte Meeresspiegelanstieg

Seit Ende der letzten Eiszeit ist ein etwa linear verlaufender, kontinuierlicher Meeresspiegelanstieg zu verzeichnen, welcher im letzten Jahrhundert ca. 10-25 cm betrug und natürlichen Ursprungs ist (vgl. GORNITZ et al. 1982, 1612; BRÜCKNER 2002, 91). Zu diesem natürlich bedingten und linearen Anstieg kommt jedoch nach Meinung einer Majorität der Forscher in naher Zukunft ein eher exponentiell sich darstellender, durch die Erwärmung der Atmosphäre verursachter beschleunigter Meeresspiegelanstieg hinzu. Die direkten Ursachen des Meeresspiegelanstiegs - als globaler Durchschnittswert betrachtet - sind vor allem der sterische Effekt, also die thermische Expansion des Wassers (mit einem prognostizierten Potential von 28 cm bis 2100), weiter das Abschmelzen grönländischer Inlandseisdecken (Potential von 6 cm), sowie das Schmelzen von Gletschern und Eiskappen mit einem Potential von 16 cm (vgl. BEHNEN 2000, 21ff). Eine wahrscheinliche zunehmende Eisakkumulation in der Antarktis - ausgelöst durch erhöhte Niederschläge - bremst den Prozess wohl ein wenig (vgl. ebd., 22). Die neuesten Schätzungen des Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC) deuten analog auf einen wahrscheinlichen globalen durchschnittlichen Anstieg um 44 cm bis 2100 hin (vgl. BRÜCKNER 2002, 92). Mit einem jährlichen Anstieg von 4-5 mm pro Jahr würde dies deutlich die oben genannten bisherigen Werte übersteigen. Bedingt durch die notwendige Schätzung solchartiger Zahlen mittels Prognosen und Szenarien besteht für diese jedoch eine nicht zu vermeidende Spannbreite. Dies gilt noch mehr für mögliche sozioökonomische Auswirkungen eines prognostizierten Anstiegs, da neben den Unsicherheiten der Klimamodelle hier als zusätzliche Variablen noch Faktoren wie zukünftige Bevölkerungszahl, Wirtschaftsstruktur sowie diverse kulturelle und politische Aspekte hinzukommen: „The timeframe of global warming damages is too long, however, to predict such future developments with any measure of precision“ (TOL et al. 2003, 23). Noch komplizierter werden derartige Vorhersagen, wenn sie sich auf regionale Folgen beziehen, welche beispielsweise in einem Raum wie dem Pazifik auftreten können. So muss bei sämtlichen derartigen Prognosen beachtet werden, dass die Entwicklungen auf regionaler Ebene sehr verschieden verlaufen können und von einer Vielzahl weiterer Faktoren abhängen: so können etwa tektonische und eustatische Effekte, oder auch der unterschiedliche Einfluss von Sedimenten und Grundwasserprozessen den relativen Meeresspiegel örtlich stärker steigen oder sogar sinken lassen (vgl. BRÜCKNER et al. 2002, 91).

IV. Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs

Die allgemein möglichen Gefahren des Klimawandels auf Meeres- und Küstensysteme wurden in den späten 80er Jahren erkannt, woraufhin Unterorganisationen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mit der Ausführung systematischer Regionalstudien begannen. Es wurde bald klar, dass - trotz ähnlicher genereller Effekte - die lokalen Auswirkungen auf verschiedene Teilgebiete sehr unterschiedlich sein würden, was auch jeweils angepasste Maßnahmen nötig machen würde (vgl. STERR et al. 2003, 268). Trotz deutlicher regionaler Unterschiede konnten die folgenden Hauptimplikationen herausgestellt werden, welche insbesondere durch einen steigenden relativen Meeresspiegel hervorgerufen werden:

- steigender küstennaher Grundwasserspiegel: besonders in Delta-Regionen bis in eine Entfernung von vielen Kilometern möglich. Negative Konsequenzen können sich auf Fundamente, Kanalisationssysteme etc. besonders in Stadtregionen ergeben, doch auch Salzwassereinfluss in das Grundwasser ist möglich.
- Salzwassereinfluss: durch eine mögliche Ersetzung von frischem Grund- und Oberflächenwasser durch Salzwasser. Beeinflussende Faktoren sind etwa Porosität und Durchlässigkeit, aber auch eine mögliche Begrenzung der Aquiferen oder Grundwasserflüsse (vgl. BRÜCKNER 2002, 93).
- Erosion, Überschwemmungen und Flutereignisse: Landverluste durch erhöhte Entfernung von Sedimenten durch Wellen und Wasserströmung auf der einen, permanente oder zeitweise Überspülung flachliegenden Landes auf der anderen Seite. Hierbei wären besonders bestimmte Klippen, Korallen-Inseln und kiesige, sandige und schlammige Küsten erosionsanfällig. Von Überschwemmungen wären u.a. Deltas und weitere tief liegende Küstengebiete betroffen (vgl. STERR et al. 2003, 262f).

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Details

Seiten
12
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638380379
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v39189
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2+
Schlagworte
Ursachen Auswirkungen Klimawandel Pazifik Meeresspiegelanstieg Inseln Meer

Autor

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Titel: Ursachen und Folgen des Meeresspiegelanstiegs und die anthropogene Anpassung im pazifischen Raum