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Bilder und Pixel - Die Digitalisierung in der Fototgrafie

Hausarbeit 2003 17 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) digitale und analoge Fotografie – die Unterschiede
2.1) Kleinbildsysteme
2.2) Mittelformatsysteme

3) Digitale Fotografie in der Praxis
3.1) Studio-Fotografie
3.2) Mode/ Werbung
3.3) Fotojournalismus

4) Beispiele aus der Praxis
4.1) Meyle und Müller Medien Management
4.2) Digitale Peoplefotografie

5) Fazit

7) Anhang

1) Einleitung:

2003 wurden 435 neue Digitalkameras und 430 Memorycards in Deutschland auf den Markt gebracht. Demgegenüber standen nur 157 Produkte im analogen Bereich. Der Fotomarkt verändert sich immer deutlicher zugunsten des digitalen Sortiments1. Durch die Einführung der digitalen Fotografie eröffnen sich für den Laien ganz neue Möglichkeiten in der Bildbearbeitung.

Doch nicht nur er profitiert davon. Nach anfänglicher Skepsis etabliert sich die digitale Fotografie auch im Profi-Bereich immer mehr. Die Entwicklung der Systeme in Bezug auf Auflösung und Schnelligkeit genügt mittlerweile auch hohen Ansprüchen der Mode- und Werbefortografie. Nur wenige Bereiche sind bisher noch nicht vom digitalen Zeitalter eingeholt worden. Durch die Digitalisierung besteht kein systematischer Unterschied mehr zwischen Bild, Ton und Text und somit ist auch die Weiterverarbeitung, vor allem im Werbebereich einfacher und schneller geworden.

Aber dennoch gilt es, genau abzuwägen, ob die digitale Fotografie für den Bereich geeignet ist, in dem man arbeitet. Immer noch ist die Auflösung eines Dias wesentlich besser als die Auflösung einer digitalen Aufnahme. Vor allem für die Weiterverarbeitung im Labor spielt das eine wesentliche Rolle.

Die Investitionen, die man in ein hochwertiges System tätigen muss, sind hoch und für viele Fotografen stimmt das Preis-Leitungsverhältnis noch nicht. Und auch Fragen der Systemkompatibilität und Datenhaltbarkeit sind ausschlaggebend.

In dieser Arbeit werde ich zunächst die grundlegenden Unterschiede der analogen und digitalen Fotografie im Profibereich darlegen. Hierbei werde ich die Kleinbildsysteme und die Mittelformatsysteme gesondert betrachten, da sie unterschiedlich zu handhaben sind und auch unterschiedliche Möglichkeiten bieten.

Im zweiten Teil gehe darauf ein, was sich in der Praxis für den Fotografen verändert. Ich ziehe im Vorfeld eine Befragung im Profibereich zur digitalen Fotografie heran, um Vorlieben und Bewertungen der Profis darzustellen. Danach werde ich die drei Bereiche Studiofotografie, Werbung/Mode und Fotojournalismus exemplarisch für die unterschiedlichen Bereiche der Fotografie betrachten und zeigen, dass sich die Digitalisierung ganz unterschiedlich auswirkt.

Um meine Ausführungen noch stärker zu verdeutlichen werde ich im dritten Teil konkrete Beispiele von Fotografen aufzeigen, die von analoger Fotografie auf digitale Fotografie umgestiegen sind. Damit möchte ich veranschaulichen, wie sich das praktische Arbeiten für die Fotografen verändert hat.

Abschließend werde ich die Ergebnisse in einem Fazit zusammenfassen.

2) Analoge und digitale Fotografie – die Unterschiede

Noch immer treten in der digitalen Fotografie Schwierigkeiten auf, die in der analogen Fotografie nicht relevant sind. Die schlechtere Auflösung wird hier meist als erstes genannt. Mittlerweile verfügen digitale Kameras der Profiklasse über 6 Megapixel, also 6 Mio Pixel. Ein Kleinbilddia mit geringer Empfindlichkeit enthält 100 Mio Bildpunkte und ist dadurch natürlich wesentlich besser zu verarbeiten. Selbst ein Diafilm mit 400 ISO besitzt noch eine Auflösung von 15,7 Mio Pixel. Durch die schlechtere Auflösung ist vor allem die Wiedergabe sehr detaillierter Bilder schwierig.

Doch nicht nur die Auflösung trägt zur Bildqualität bei, sondern auch die Verarbeitungsparameter des Kamerasystems und das Zusammenspiel von Auflösung und Optik sind relevante Faktoren. Auch Auslöseverzögerung und maximale Bildfrequenz, sowie der interne Datentransfer sind Qualitätsmerkmale eines Kamerasystems. In diesen Bereichen können Verzögerungen auftreten, die immer wieder Zwangspausen erfordern, bis die Daten entgültig erfasst sind. Diese Parameter sind bei jedem Hersteller anders und müssen individuell vom einzelnen Fotografen betrachtet werden. Er muss anhand dieser Parameter abschätzen, ob die Kamera seinen Ansprüchen genügt oder nicht.

Preisgünstige Digitalkameras haben selten eine Empfindlichkeit über 400 ISO. Bei den teureren Modellen kann eine Empfindlichkeit bis zu 1600 ISO eingestellt werden. Hierfür muss das System jedoch 4 Pixel zu einem zusammenfassen. Die Auflösung wird dadurch deutlich reduziert und das sog. Bildrauschen wird verstärkt.2 Wieder sind hohe Qualitätseinbußen die Folge. Deshalb arbeiten Studiofotografen meist nur mit einer Empfindlichkeit von maximal 100 ISO.

Ein deutlicher Vorteil der digitalen Fotografie ist, dass zur Archivierung nicht so viel Platz notwendig ist, wie zur Archivierung analoger Filme und Abzüge. Die Daten können auf dem Computer oder CDs gespeichert werden.

Bei einer Auflösung von 300 dpi, die ein digitales Bild haben sollte, um bei der Weiterverarbeitung akzeptable Ergebnisse zu erzielen, werden die Dateien jedoch sehr groß und auch eine CD ist schnell voll. Natürlich variieren die Datenmengen je nach Farbsystem. Ein Bild im Schwarz-Weiss-Modus benötigt nicht so viel Speicherplatz wie ein Bild im RGB- oder CMYK-Modus.

Oft sind die digitalen Speichermedien aufgrund der rasanten Entwicklung schnell überholt und Flashkarten müssen durch neue ersetzt werden.

Der analoge Film im Kleinbildformat ist dagegen seit 1925 unverändert und der noch besser auflösende Mittelformatfilm hat eine noch längere Tradition. Auch ist die Lesbarkeit der Daten für die Zukunft nicht gesichert. Filmmaterial ist bei fachgerechter Lagerung jahrzehnte archivierbar, ohne dass ein Qualitätsverlust auftritt. Und auf Papierabzüge geben die Hersteller eine Farbechtheitsgarantie von 50 Jahren.

Ist ein Foto für die Serienproduktion gedacht, müssen also viele, möglichst identische Abzüge vom selben Motiv hergestellt werden, ist das nur durch den Einsatz digitaler Technik möglich. Nur eine digitale Belichtungseinheit kann identische Abzüge herstellen. Sogar beim Druck mit einem Tintenstrahldrucker unterscheidet sich jeder Ausdruck minimal von den anderen. Ist die Vorlage analog, kann es auch bei digitalen Belichtungsverfahren passieren, dass die Ergebnisse jedes Mal leicht variieren. Abzüge von Bilddaten sind die einzige Möglichkeit exakt identische Ergebnisse zu erzielen.

In der Dunkelkammer sind diese Unterschiede natürlich noch stärker, manchmal sogar für den Laien sichtbar, da trotz guter Vergrößerungsgeräte nie exakt dieselbe Lichtmenge auf das Fotopapier trifft. Müssen Teile des Bildes nachbelichtet oder abgewedelt werden, muss der Laborant dies bei jedem Abzug per Hand machen. Hier sind identische Ergebnisse nahezu unmöglich.

Andererseits kann bemängelt werden, dass es keine Originale gibt, sondern nur Datenmengen, die nicht individuell sind. Sie können beliebig kopiert werden und das Original ist nicht mehr erkennbar.3 Trotzdem werden diese Daten an jedem Monitor und von jedem Printer anders wiedergegeben. Auf das sog. Colormanagement, die Abstimmung der Farbeinstellungen an Kamera, Monitor, Drucker, Belichter oder anderer beteiligter Geräte zur Bildwiedergabe, möchte ich hier jedoch nicht eingehen.

Werden Bilddaten für das Internet genutzt, verlieren sie den haptischen Aspekt analoger Abzüge und dadurch auch oft einen Teil ihrer Bildwirkung3.

Oft haben Fotografen in der analogen Fotografie das Problem, das ein Film nicht durchgehend unter den gleichen Lichtverhältnissen abfotografiert wird. Bei der Entwicklung können jedoch Steuerung der ISO-Ausnutzung, Gradation und Farbsättigung nur für den kompletten Film gesteuert werden.

Mit einem digitalen System sind diese Einstellungen individuell für jedes Foto möglich. Auch der Weißabgleich kann für jedes Motiv neu durchgeführt werden. Dadurch wird die Farbwiedergabe bestmöglich optimiert. Wenn man von Aufnahmen Prints anfertigen lassen will, ist die Farbwiedergabe von Bilddaten am besten. Negativmaterial gibt Farben nicht so gesättigt wieder und Diamaterial ist nicht für Papierabzüge ausgelegt, auch wenn das durch die Digitalisierung der Labortechnik mittlerweile möglich ist. Die Ergebnisse sind nicht optimal.

Schärfe, Kantenhervorhebung und Herausrechnen des Bildrauschens können direkt an der Kamera reguliert werde. Es ist jedoch ratsam das Bild so wenig wie möglich durch Kameraeinstellungen zu verändern und stattdessen am Computer nach zu bearbeiten, da die Steuerungsmöglichkeiten besser sind, als direkt an der Kamera4.

[...]

1) Marion Knoche in Photo Prese 8.1.2004

2) Schwarze Flächen erscheinen nicht gesättigt, eher gräulich

3) Petro Meyer, Photokina 1996;

4) Nils Schiffhauser in Photographie, 11/2002;

Details

Seiten
17
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638381406
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v39349
Institution / Hochschule
Universität der Künste Berlin
Note
1,7
Schlagworte
Bilder Pixel Digitalisierung Fototgrafie Multivision Digital

Autor

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Titel: Bilder und Pixel - Die Digitalisierung in der Fototgrafie