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Der Neuaufbau des Sports in Westdeutschland und der BRD nach dem 2. Weltkrieg

Seminararbeit 2005 14 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Ende des 2. Weltkrieges

3 Die Aufspaltung Deutschlands am Beispiel dreier Städte
3.1 Hannover, britische Besatzungszone
3.2 Frankfurt, amerikanische Besatzungszone
3.3 Ravensburg, französische Besatzungszone

4 Wiederaufbau von Strukturen
4.1 Die alliierte Kontrollratsdirektive Nummer 23
4.2 Das Problem der Entnazifizierung

5 Die Rückkehr alter Funktionsträger aus der NS Zeit
5.1 Die Person Guido von Mengden
5.2 Die Person Carl Diem

6 Der Weg zur Gründung des DSB

7 Schlussbetrachtung

8 Literaturverzeichnis

9 Bilderanhang

1 Einleitung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Neuaufbau des Sports in Westdeutschland in den Jahren von 1945 bis 1949.

Im Bezug zum Seminarthema „Sport und Politik vom Ende des zweiten Weltkrieges bis zur Gegenwart“ setzt diese Seminararbeit zu Beginn der Demokratisierung nach dem Ende des zweiten Weltkrieges an.

Ziel dieser Arbeit ist es, insbesondere die Anfangsjahre nach der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches, der so genannten „Stunde Null“[1], nachzuzeichnen und den Weg bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 aufzuzeigen und zu analysieren.[2] Im Fokus steht dabei die Rolle des Sports, jedoch sollen auch gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen im Laufe der Ausführungen erläutert werden.

Dabei soll unter anderem auch der Frage nachgegangen werden, aus welchem Antrieb heraus die Faszination für Sport in Westdeutschland nach dem verlorenen Krieg wieder neu entflammte.

Des Weiteren ist auch ein kritischer Blick auf einige der führenden Persönlichkeiten des sportlichen Neuanfangs zu richten, vor allem im Rückblick auf ihre Kompetenzen zu Zeiten des Deutschen Reiches.

Zunächst einmal aber ist es notwendig, die allgemeine Situation im besiegten Deutschland zu skizzieren.

2 Das Ende des 2. Weltkrieges

Nach über 12 Jahren nationalsozialistischer Diktatur unter Hitler und knapp 5 Jahren Krieg erfolgte am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches. Dies bedeutete den vollständigen Zusammenbruch und die Auflösung der bisherigen Ordnung. Am 5. Juni 1945 nahmen die vier Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen Deutschland mittels vier Deklarationen formell in Besitz, ein deutscher Staat existierte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.[3]

Durch die vier Siegermächte erfolgte die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen, Berlin als ehemalige Hauptstadt wurde in vier Sektoren aufgeteilt.[4]

Am Ende des Krieges lebten 25 Millionen Deutsche nicht mehr an ihren bisherigen Wohnsitzen. Dort, wo 1939 noch vier Personen lebten, mussten sich jetzt zehn den vorhandenen Raum teilen. Die Lebensmittelversorgung konnte den Bedarf kaum decken, viele verhungerten in den folgenden Monaten. Durch die immense Zerstörung der Städte mussten die meisten der Ausgebombten, Vertriebenen oder Flüchtlinge in Behelfsheimen untergebracht werden.[5] Hierzu wurden unter anderem auch die wenigen, noch intakten Turn- und Sporthallen verwendet und somit zunächst zweckentfremdet. Sportplätze waren entweder zerbombt, verwildert oder wurden von den Alliierten Besatzungsmächten genutzt.

Bei all diesem Chaos und Elend wurde aber schon bald deutlich, dass die Menschen in Deutschland „immer noch Lust am Spielen, Freude an der Gymnastik und am Turnen hatten“[6]. Auf Hinterhöfen und Wiesen wurde wieder Fußball gespielt, sogar in Flüssen begann man wieder zu schwimmen. Dabei bildeten sich rasch Wettkampfgruppen und Spielmannschaften, noch bevor die Gründung von Vereinen überhaupt erlaubt worden war.[7]

3 Die Aufspaltung Deutschlands am Beispiel dreier Städte

Die vier Besatzungsmächte USA, die Sowjetunion, England und Frankreich hatten sich zum Ziel gesetzt, Nationalsozialismus und Militarismus in Deutschland zu entfernen und dabei die Bevölkerung zur Demokratie und in die internationale Gemeinschaft zurückzuführen. Dabei hatte jede Besatzungsmacht eigene Vorstellungen und Wünsche, wie dieser Weg zu beschreiten sei.

Die USA, England und Frankreich versuchten dies nach dem Vorbild westlicher Demokratie und offener Marktwirtschaft, für die Sowjetunion stand vor allem eine Integration des sozialistischen Systems in ihrem Machtbereich im Vordergrund. Daher entwickelten sich schnell drei Westzonen, die der Amerikaner, Briten und Franzosen. Analog dazu grenzte sich hiervon eine Ostzone unter sowjetischer Kontrolle ab, aus der später die DDR entstand.[8]

Trotz gleicher Vorstellungen der westlichen Siegermächte bezüglich Demokratie und Marktwirtschaft gab es in den Besatzungszonen unterschiedliche Entwicklungen. Diese zeigten sich auf verschiedenen Ebenen, sowohl im gesellschaftlichen und kulturellen, als auch im politischen Umfeld. Auch die sportliche Entwicklung in den westlichen Besatzungszonen wurde von diesen Unterschieden maßgeblich beeinflusst.[9]

Welche Unterschiede im organisatorischen Neuaufbau auftraten, wird am Beispiel dreier Städte aus unterschiedlichen Besatzungszonen deutlich.

3.1 Hannover, britisch Besatzungszone

In Hannover wurde nach dem Krieg der frühere Arbeitersportfunktionär Heinrich Kabus als städtischer Sportrat mit der Betreuung der neu zu gründenden Sportvereine beauftragt. Obwohl zunächst alle Anträge zu Neugründungen von Vereinen abgelehnt wurden, genehmigten die britischen Militärbehörden großzügig die Durchführung von Sportveranstaltungen.

Somit konnte bereits im Sommer 1945 eine große Radsportveranstaltung auf der Radrennbahn durchgeführt werden, und das vor über 8000 Zuschauern. Ende August fand sogar ein deutsch – britisches Sportfest statt. Beflügelt durch diese sportlichen Betätigungen fanden sich alte Traditionsvereine wie zum Beispiel Hannover 96 wieder zusammen und wurden Ende 1945 neu gegründet.[10]

[...]


[1] WEIßPFENNIG, Gerd, „Der Neuaufbau des Sports in Westdeutschland bis zur Gründung des Deutschen Sportbundes“, in: H. UEBERHORST (Hrsg.), Geschichte der Leibesübungen, Bd. 3/2, S. 759

[2] IMMISCH, Joachim, Zeiten und Menschen, Paderborn 1983, S. 180

[3] WEIßPFENNIG, Gerd, „Der Neuaufbau des Sports in Westdeutschland bis zur Gründung des Deutschen Sportbundes, S. 759

[4] Siehe Bilderanhang, Bild 1

[5] IMMISCH, Joachim, Zeiten und Menschen, S. 144

[6] KRUEGER, Michael, Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports. Teil 3: Leibesübungen im 20. Jahrhundert. Sport für alle (= Sport und Sportunterricht: Grundlagen für Studium, Ausbildung und Beruf, Bd. 10), S. 150

[7] KRUEGER, Michael, Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports. Teil 3: Leibesübungen im 20. Jahrhundert. Sport für alle, S. 149f

[8] KRUEGER, Michael, Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports. Teil 3: Leibesübungen im 20. Jahrhundert. Sport für alle, S. 150

[9] WEIßPFENNIG, Gerd, „Der Neuaufbau des Sports in Westdeutschland bis zur Gründung des Deutschen Sportbundes, S. 766f

[10] KRUEGER, Michael, Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports. Teil 3: Leibesübungen im 20. Jahrhundert. Sport für alle, S. 153

Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638385381
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v39873
Institution / Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln
Note
1,3
Schlagworte
Neuaufbau Sports Westdeutschland Weltkrieg Sport Politik Weltkrieg

Autor

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Titel: Der Neuaufbau des Sports in Westdeutschland und der BRD nach dem 2. Weltkrieg